Blogland leert sich …

Immer mehr in den letzten 12 Jahren lieb gewonnene Blogs verabschieden sich aus Blogland.

Zuletzt verließ es Heike Wollball und für mich ist es daher Zeit, Dir hier auch noch einmal Danke zu sagen für all die Jahre, in denen es mit Dir nie langweilig wurde, denn Du hast Dich nie gescheut, Du zu sein, gegen den Strom zu schwimmen und ehrlich das zu schreiben, was Dir auf dem Herzen lag und nicht einfach irgendetwas, was momentanen Strömungen konform und genehm lief. Dir ging es nie um Klicks, Likes oder darum hipp und angesagt zu sein und das mochte ich sehr an Dir.

Unvergessen unser Gespräch beim allerersten grm in Backnang und dass ich ab diesem Moment immer das Gesicht und die Person hinter Deinen Beiträgen vor mir hatte!

Ich danke Dir für die liebe Mail, die ich diese Woche von Dir bekam und – ja – ich denke, wir werden uns weiter immer wieder virtuell begegnen können. Ich freu mich drauf ♥!

Ich verstehe Heikes Motivation sehr gut, ihre Beweggründe sind mir alles andere als fremd, sondern sehr vertraut. Spätestens seit mein 2. Blog abstürzte und unwiederbringbar im Datennirvana verschwand, ich daraufhin auch meinen 1. Blog evstricktnichtnur ganz bewusst komplett löschte und mit meinem 3. weiter machte, weiß ich, dass es eben auch sehr befreiend sein kann, die Bloggerei los zu lassen. Und dennoch, ich mag es einfach, das Schreiben hier. Einfach das. Denn optimieren mag ich mich nicht, mir geht es nicht darum Klicks oder Likes zu bekommen, bekannt zu werden, mich zu optimieren, besser feedfinden zu lassen, mich zu positionieren und darzustellen. Für mich sind facebook, pinterest und instagram kein Alternativen, schon allein deshalb, weil meine Bilder dann gar nicht mehr mir gehören und – sorry – mir geht es nicht darum, andere zu inspirieren.Wer mag, kann hier lesen. Wer nicht mag, der liest eben nicht hier. Ich mag den Gedanken nicht, mir jedes Wort auf seine Stichwortkompatibilität zu überlegen, um Leser anzuziehen, für mich zu begeistern. Ich mag nicht stundenlang über Bildbearbeitungsprogrammen hängen, mir ein eigenes Farbschemata suchen. Ich will mich nicht als Fachfraufürigendwas darstellen. Ich bin nicht perfekt, sondern schätze es sehr subjektiv zu sein. Ich schreib einfach nur über Sachen, die zu meinem Leben gehören, die ich mag, die mich berühren, lachen oder weinen lassen, die ich so festhalten möchte.

War früher mehr Lametta? Kann sein. Ist aber auch nicht von Interesse, denn Zeiten wandeln sich. Aber ja, früher war das einfacher mit Blogs, zumindest vor 12 Jahren, als ich so um diese Zeit 2004 damit begann, so wie manch andere auch auf myblog. Da wurde einfach geschrieben, da hatte nicht gefühlt jede zweite ihren eigenen Shop oder machte Werbung für irgendwelche Produkte. Nicht falsch verstehen bitte, das mag jede/r so halten wie man will, ich neide das niemandem, das ist okay, denn, die Zeiten sind andere wie vor 12 Jahren. Heute ist das Outstandig, die Außenwirkung, das Image ungleich viel wichtiger geworden. Und seien wir doch so ehrlich: Es gibt die Möglichkeit, durch den den Blog Geld zu verdienen, was eine absolut legitime Option ist, völlig in Ordnung, es wird doch niemand zum Lesen und/oder Kaufen gezwungen. Das ist betriebswirtschaftliche Werbung/Marketing und dafür darf sich doch jede Bloginhaberin selber zu entscheiden. Da ist diese Möglichkeit auf der einen Seite und auf der anderen die Tatsache, dass man, so scheint es mir zumindest, sich unbedingt so positiv wie möglich darstellen möchte. Die bewusste Abwesenheit davon war etwas, was ich an Heikes Blog sehr mochte, denn sie sprach aus oder zeigte auf Fotos, was sie nicht mochte, herrlich selbstbewusst und ehrlich.

Vielleicht höre ich auch irgendwann einfach mal auf, wenn mir das Schreiben mal nichts mehr bringt. Oder ich blogge einfach weiter bis ich 90 bin. Als Bloggosauriaomirexina und lass mich dazu mit dem Mamamobil an die Tastatur fahren.

Hach, so richtig altmodisch analog digital in die Tasten hauen  🙂 – das wäre schon cool, wenn das in den 2050er Jahren noch möglich sein sollte.

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14 Gedanken zu „Blogland leert sich …

  1. Na, wenn das kein Statement ist!! Vor allem der Schluss 😉 Grins!! Ich bin auch ein „Dinosaurier“ im BLoggerland. Ich schreibe seit 2006 und das gerne – mal öfter, mal weniger oft, aber immer wieder und auch nur, wenn es mir gerade gut passt. Noch nie habe ich mich im BLog entschuldigt, weil es gerade ruhig ist – das finde ich schon immer befremdlich. Ich muss doch gar nichts…
    Schön hier zu lesen und zu stöbern! Ich wünsch dir weiterhin viel Freude am Blod — nein, der ist mit Pinterest und Instagramm gar nicht vergleichbar!
    liebe Grüße von Ellen

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  2. Hach, wie wahr.
    Ich bin ganz froh, dass nicht mehr jeder bloggt, irgendwann wurden mir die über 200 Strickblogs zu viel. Wir kleinen Feinen bloggen einfach weiter, wenn wir Lust haben und gut isses. Der Kommerz geht mir auch irrsinnig auf den Keks. Ich war nie fähig mich oder meine Werke anständig zu vermarkten. Auch wurst, ich habe genug zu essen und kann mir ab und zu was kaufen. Gut isses.
    Dickes Bussi
    Angela

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  3. Mach für uns „alte“ einfach weiter solange es dir Spass und Freude macht, solange es Spass macht nach zu lesen, bin ich dabei.
    Ich habe mir erst in den letzten Tagen überlegt, wieder mehr von mir zu geben, allerdings fällt mir das politischen solzial-netwerkisch-korrekte Schreiben immer schwerer, darum gibt es nur minmale Kommentare zu Bücher.

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    • Liebe Brigitte, Danke Dir und – oh, da sagst Du was!!! Ich schreibe auch nicht mehr so frisch weg von der Leber wie noch vor 12 Jahren. Ich bin halt auch nicht mehr die, die ich vor zwölf Jahren war, bzw. die 12 Jahre Leben seither, die haben mich lernen lassen. Im Positiven wie im Negativen. Und momentan … momentan habe ich viel zu oft das Gefühl, dass der Kosmos, in dem, mit dem wir leben, gefährlich am Rand der Suppentasse unserer Welt wackelt. Soviel Intoleranz, Hass, Narzissmus, Habgier, Rücksichtslosigkeit und Dummheit, die hätte ich damals nicht für möglich gehalten und trotzdem, da gibt es soviel anderes schönes, ehrliches, beseeltes und dann muss ich an den Spruch vom Apfelbäumchen denken und dass es niemals einen Tag geben wird, an dem es sich nicht lohnt, eines seiner Samenkernchen in die Erde zu legen.
      Ganz herzlich Dank Dir, dass Du bei mir kommentierst ♥,
      Ev

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  4. Das hast du – wieder einmal – ganz wunderbar in Worte gefasst. Mir geht es in vielem ähnlich. Ich schreibe nach wie vor gern in meinem Blog – wenn mittlerweile auch sehr unregelmäßig, aber eben immer dann wenn ich gerne etwas mit anderen teilen mag. Obwohl ich auch instagram und facebook nutze, beides kann mir den Blog nicht ersetzen. Herzliche Grüße, Christine

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    • Liebe Christine,
      von Herzen Danke dafür, dass Du Dir die Zeit für diesen Kommentar genommen hast ♥ – ich weiß das so sehr zu schätzen.

      Mir tut mein Blog einfach gut 🙂 – ich bin mir sicher, Du weißt ganz genau, wie ich das fühle!

      Herzliche Dir,
      Ev

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