Ich freu mich auf heute

Heute ist mein letzter Arbeitstag für dieses Jahr. Mein Büro sieht mich erst im nächsten wieder ;).

Nachdem mich letzte Woche ein fieser Infekt ausknockte, fühlte ich mich endlich fieberfrei zu Beginn der Woche hoffnungsvoll fit genug, all das, was noch auf dem Schreibtisch brannte ordentlich zu löschen.

Meine Güte, der erste Tag ging ja noch, am zweiten fragte ich mir aber schon morgens nach dem Aufstehen vor dem Spiegel „Warum, zur Hölle?“, natürlich ergebnislos, aber geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid und so stellen wir uns im Kollegium seither diese Frage schniefend, niesend, hustend und mit einer Walrossstimme immer wieder in anderen Konstellationen gegenseitig. Tja, das Jahresende rückt halt näher und da möchte man erledigt haben, was erledigt werden kann und im Urlaub ist dann noch genug Zeit für Kuscheln unter der dicken Decke auf dem Sofa mit Teechen, Nasenspray, -stift, Erkältungstee, Thymian-Myrrhe-Salbe, Engelwurzbalsam und 28 ungelesenen Büchern auf dem Tolino.

Also wenn jetzt nicht wieder so eine telefonische Hiobsbotschaft wie gestern kommt, habe ich berechtigten Grund zur Annahme, dass ich meinen Schreibtisch heute bei Feierabend tatsächlich ordentlich verlassen könnte. Was ein gutes Gefühl ist.

Noch schöner aber ist, dass ich heute irgendwann gegen Mittag mit meiner Weihnachtstüte losziehen werde. An die Pforte, zu den Hausmeistern und zu meinen Kolleginnen. Zu all denen halt, bei denen ich mir für das schöne Arbeitsmiteinander in diesem Jahr bedanken möchte und darauf freue ich mich am allermeisten!

Gestern schon konnte ich zwei Mal von Herzen „Danke Dir“ sagen. Nur das Umarmen fällt dieses Jahr aus, das Hände schütteln auch. Als Ersatz desinfiziere ich selbige immer wieder die vorgeschriebenen 30 Sekunden lang, das ist das mindeste und soviel Zeit muss sein. Auch das hat was mit Respekt zu tun und mit Dankbarkeit.

Wo Ihr da draußen auch seid, sagt einfach mal „Danke“ bei den netten Menschen, die Euch in diesem Jahr begegnet sind. Ganz egal, ob es der Gemüsemann ist, die Putzfrau, die Tankwartin, der Kollege, die Kollegin. Schenkt Ihnen eine Umarmung oder irgendwas anderes Selbstgemachtes, etwas Süßes, ein ehrliches Lächeln oder die lieben Worte, die Ihr ihnen schon immer mal sagen wolltet.

Das ist der Geist der Weihnacht. Das macht all das Schlimme, was auf unserer Welt passiert nicht unvergessen, verhindert es nicht, hilft uns allen aber vielleicht dabei, kleine Schritte aufeinander zu zu gehen. Respekt zu haben, Dankbarkeit zu zeigen. Und wer weiß, vielleicht bewirkt solch ein kleiner Schritt irgendwann einen größeren. Damit wäre schon viel erreicht.

Meine innigsten Gedanken gelten in diesen Tagen all diesen Opfern von Sinnlosem wie Mord, Gewalt, Folter, Vertreibung, Krieg, Ausbeutung, Missbrauch, Hunger, brutaler Gier. Und ihren Familien, die mit diesen Verlusten, dem Wissen darum leben müssen.

Nicht minder innig auch all den Menschen in meinem Umfeld, die gegen schwere Krankheiten kämpfen müssen. Die dem Tod dadurch begegneten und denen das Leben von heute auf morgen den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Mein Herz ist bei Euch ♥. Immer wieder. Jeden Tag. Dieses Jahr. Und nächstes wieder.

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2 Gedanken zu „Ich freu mich auf heute

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