Das Beste am Fasching sind die Küchle

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(Und das am frühen Morgen …)

Mir graut vor Fasching, Karneval, Fastnacht, dem ganzen Brimborium.

Also nicht vor dem traditionell tradierten Brauchtum, sondern davor, wie es im Allgemeinen gefeiert wird: Zu grell, zu laut, zuviel Alkohol, zu flach.

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(Links:  „Fasnetskiechle“ – nur richtig mit ohne Zucker oben drauf und ohne Füllung drin ♥ – Rechts: „Pfälzer Grumbeere“ mit Woicremefüllung)

Wenn heut Büroschluss ist, werd ich hintenrum laufen. Dort, wo die Stadtwerker nach dem Zug schon fleissig gegen all den Unrat anputzen, den die Besatzungen der Fastnachtswagen hinterlassen haben:

Die leeren Alkohlflaschen, Essensreste, in den Dreck getretene Bonbons, Kotze, Luftschlagen, Plastiktüten, Konfetti.

Gelesen: Der Gesang der Wellen nach dem Sturm

von Kirsty Wark.

Dieser Titel passt für mich unglaublich gut zu der Erzählung:

Im Handlungsstrang verbinden sich die Leben von Elizabeth und Martha, die sich nicht kannten, durch den Tod von Elizabeth aber ineinander knüpfen durch das Haus, in dem sich Elizabeth so viele Jahrzehnte hindurch geschützt fühlte und das zu verlassen ihr erst in der letzten Phase ihres langen Lebens möglich war.

Elizabeth durchlebte so manche Stürme in ihrem Leben, so wie auch Martha und obwohl man parallel von ihren Leben erfährt, eröffnen sich Martha ihre Geheimnisse erst zum Ende hin und das auf sehr dramatische und überaus berührende Art und Weise.

Durch all die beschriebenen Leben in ihren Facetten hindurch, wird unaufdringlich die Insel Arran immer deutlicher sichtbar und wenn das letzte Wort gelesen ist, so ging es zumindest mir, fühlt man die Sehnsucht in sich, die Natur dort selber sehen, riechen, fühlen zu können.

Ich habe, trotz all dem Schmerz, der Dramatik, die immer wieder nach oben kamen, das Lesen sehr genossen.

 

Sonntäglicher Pfirsich-Birnen-Mus-Kuchen

Inspiriert von der Schwedischen Apfeltorte des Blogs kleine blaue Welt:

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Den Boden habe ich nach dem bewährten Rezept meiner Oma mit dem Blumennamen gebacken, denn so, ein bischen fest, ein bischen knusprig, mag ich ihn am liebsten:

2 Eier, 75 g Zucker, 100 g Kartoffelmehl, 1 El Mehl, 2 Tl Backpulver, 1/2 El Rum, 100 g zerlassene und noch warme Butter

Zu einem Teig verrühren, in eine gebutterte und gemehlte Tortenbodenform füllen.

Dann geht es weiter nach der Originalrezeptur, nur dass ich statt des Apfelmuses ein Glas selbst eingewecktes Pfirsich-Birnen-Mus verwendet habe, eine so schöne Reminiszenz  an den vergangenen und den noch kommenden Sommer. Auch eine kleine Änderung bie der Sahnedecke: Statt Schmand habe ich Joghurt mit eingerührt.

Sehr fein!

Wollstübchen fürs Bücherregal

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So 2015 war es, als mein Papa mir den kleinen Wollstübchenkasten für das Kreativbücherregal bastelte. Den Header „Ev strickt … nicht nur“ hatte mir Diana für meinen 1. Blog, damals noch bei myblog und einige Zeit vor der ersten „Die Farbe Ev“, entworfen.

Einiges darin ist noch aus meinem ersten Puppenhaus. Ein Paar Kleinigkeiten entdeckte ich bei einer Modellbaumesse, machte sie selbst oder bekam sie von lieben Auchbloggerinnen geschenkt und es wurde in einer Das Lavendelschaf-Ausgabe abgebildet.

Viele Erinnerungen stecken hier drin.

War ich eine Liebesgabe und wie alt bin ich überhaupt?

Dieses Gefühl, über den Flohmarkt zu gehen und in einem Gegenstand eine Geschichte zu sehen, das kenne ich gut.

So wie bei dieser kleinen Schatulle hier, die meinen Blick so magisch gebannt hielt, dass ich sie mitnehmen musste:

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Sie ist ein wenig asymmetrisch und ihre wohl einmal kräftigeren Farben sind zu einem sanften Pastell verblasst.

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Sie ist bestimmt in Handarbeit angefertigt worden, was für mich die Frage aufwirft, ob sie nicht ein Einzelstück gewesen ist. Ob Ingelore sie für ihren Herzensschatz Ruderich in aller Heimlichkeit als Liebespfand zusammenfügte? Aber vielleicht hat Friedrich Maria sie auch für Annemierl mit Konfekt gefüllt in einer Confiserie erworben?

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Denn dass sie einmal gefüllt war, etwas barg, das ist sicher:

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In Eisenach also wurde sie verschenkt oder als kleine Schatztruhe wertgeschätzt.

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Ob das die Überreste zweier kleiner Schokoladenkrümel da an der Rückwand sind?

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So viele Fragen, so viel Platz für Phantasie und Geheimnisse!

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Ich verortete sie spontan in die 1950er Jahre, ohne begründen zu können warum. Meine Mutter ist der Ansicht, dass sie auch aus den 1940er Jahren stammen könnte, als die dörren braunen Jahre und ihre Auswirkungen dazu zwangen, aus dem wenigen, was man hatte, das Beste heraus zu holen.

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Ob das Rosenmotiv von Postkarten stammt? Sind die gold- und silberfarbenen Hintergründe sorgsam aufbewahrtes Stanniolpapier von Schokoladen?

Oder liegen wir beide komplett falsch?

Mittwochslyrik: Nomadenseele

Nomadenseele

 

In spinnwebgleiches Netz gehüllt,

unermüdlich geschöpft aus verklärten,

mythenvollen Kindheitsbildern.

 

Blick in mandeläugig volle Lippen,

staunend zelebrierte Frauenpflichten.

 

Eingeweihte, wegweislose, heilige Orte,

Mysterien, begriffene Natur,

ewig Leben spendend, nehmend.

 

Himmelsschraubender innerer Wille,

ehrgeizige Ringkämpfe,

Steppengesetzen dienend.