Das „Langbein-Museum“ in Hirschhorn

Das Langbein-Museum in Hirschhorn ist ein Schatzkästlein, voller Skurilität, beseelter und in diesem Ausbund unerwarteter und überaus erfrischender Kreativität – oder, wie es einer der Besucher ins Gästebuch schrieb: Eine Trouvaille!

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Carl Langbein war Gastwirt, Sammler, selbstbewusster und -ernannter Naturalist und ein herausragender Präparator. Er war ein Visionär und als solcher unter Garantie unter seinen Mitbürgern bestimmt auch als verschroben verschrieen. Er strotzte vor Plänen und Ideen und der bekanntester seiner Gäste dürfte unter Garantie Mark Twain auf seiner Europareise gewesen sein.

Ich frage mich, warum ich 30 Jahre gebraucht habe, um von Herrn Langbein und seiner Sammelleidenschaft auch nur das erste Mal zu hören. Was für eine bedauernswerte Kulturlücke!

Dieses Museum ist in der Bandbreite seiner Exponate einzigartig. Hier hat jemand all das aufgehoben, was ihm schön, schützens- und erhaltenswert erschien und was für ein Glück, dass er die Mittel und die Möglichkeiten dazu hatte und ein zweites Mal was für ein Glück, dass sich für all das ein solch würdiges Kurartorium fand!

Das Museum selbst gehört nicht zu den großen, definitiv aber zu den abenteuerlichsten, die ich je besuchen und genießen durfte.

Hier findet zusammen, was methodisch eigentlich gar nicht zusammen gehört, trotzdem aber in eigentümlicher Schönheit genau so und nicht anders eine traumhaft verschrobene Einheit bildet, die vollkommen logisch erscheint.

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Die vielen Tierpräparate, unter anderem ein im Odenwald konserviertes Elefantenohr, sind für viele heute zwar garantiert nicht mehr zeitgemäß, geschweige denn gesellschaftlich korrekt, durchsetzen aber alles mit einem ordentlich Schuß morbider Nostalgie, der mir sehr sympathisch ist. Mag man dazu heute stehen wie man will, eines zeigen die Arrangements in ihrer exakten Ausführung nämlich sehr deutlich: Hier war jemand voller Leidenschaft und Ehrfurcht vor der Schönheit der Natur am Werk:

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Man kann es wie wir machen und sich selber auf Entdeckungstour durch die Museumsräume begeben oder man kann sich dafür einen Audioguide am Eingang leihen. Wir bevorzugten Ersteres. Für unseren nächsten Besuch hier werden wir uns einen dieser Guides leihen und dann unter Garantie viele Exponate von einer uns noch völlig neuen Seite her entdecken, denn wir werden definitiv wieder hierher zurück kommen.

So genossen wir aber die herrlich skurrilen Arrangements, die uns staunen, lachen, schmunzeln ließen:

Wo sonst bekommt man schon einmal ein Stilleben aus einem Engel an Spitzmaus und Wanderrate zu sehen?

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Oder eine Komposition aus Schlange, Robe, Tragjoch, Wildkatze?

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Und wenn es dann auch noch Handarbeitsutensilien gibt, bin ich eh vollends hin und weg:

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Ich könnt noch mehr zeigen, aber ich will nicht, denn dann wären sie ja weg, all die anderen prächtigen Überraschungsmomente.

Nur eines noch, ich fand den idealen Leuchter für meine Kemenate:

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Also auf nach Hirschhorn, diese Perle am Neckar – es lohnt sich in sehr viel mehr als nur einer Hinsicht ♥!

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