Mein Hose hat’n Riss!

Ich stell da also dieses Dokument fertig und dreh mich zufrieden mit dem Schreibtischstuhl gen Büroschrank, als ich ihn sehe, einen perfekten senkrechten Riss in meiner Jeans über meinen Oberschenkel.

In meiner Lieblingsjeans!

Ein Riss, ein sich einfach so perfekt öffnender Riss, der am Morgen beim Anziehen, auf dem Weg zur Arbeit, während der ersten 4 Stunden dort, ich schwöre, noch nicht da war.

Ich hab noch nie einfach so ’nen Riss in meiner Hosen gehabt.

Ich gucke doof, ich befingere den Schaden, bin frustriert und angekotzt.

Ein Riss!

In meiner Lieblingsjeans …

Klamottenkaufen, aka Shopping, mach ich nicht gerne, hab ich noch nie gerne gemacht, denn ich mag den käsigen Geruch in Umkleidekabinen nicht und auch nicht diese Spiegel, in denen man ich immer irgendwie aufgedunsen, unterblichtet und trostlos aussehe, was nichts mit meiner Konfektionsgröße zu tun hat, denn das war schon immer so. Wenn ich dann aber mal zufällig einen Laden entdecke, in dem das nicht so ist, dann bleibe ich dem treu und so folgte ich dem Liebsten letztes Jahr im Urlaub relativ gerne in den Laden, in dem ich 6 Jahre vorher meine ab dato Lieblingsjeans entdeckte. Ich gehöre nicht zu den Vielhosenkäuferinnen, wenn ich mich zu einer entschließe, dann trage ich die tatsächlich über mehrere Jahre hinweg, bis der Schwund-ist-überall uns scheidet.

Genauso so eine Jeans wollte ich wieder, aber – oh weh – alles was es an Jeans gab, war mit einem Elastikanteil in solcher Höhe versetzt, dass es mich grauste. „Die sitzen so knackig, machen eine tolle Figur, schmiegen sich an alles an, alle Kundinnen stehen drauf“, schmeichelte die Verkäuferin und als ich sie fragte, warum die Jeans dann an meinem Mann trotz 100 % Baumwolle und viel dickerem Stoff so unglaublich gut sitzen, machte sie sich mit einem verächtlichen Blick van dannen und ich wollte es ihr gleich tun, der Mann mit dem tollen Jeanshintern aber hielt mich zurück und fing selber an zu suchen. Mit seinen drei Fundjeans verzog ich mich widerwillig hinter den Garderobenvorhang und kam mit 2/3, wieder heraus, in denen tatsächlich nicht so viel Plaste war wie in all der schicken Neuware, was wohl auch daran lag, dass es einzelstückige Vorjahresauslaufware war und das auch noch reduziert. „Juhu, passt, nehm ich“ und schon hatte ich eine neue Lieblingsjeans. Eine von H.I.S. Ich trug sie immer gerne, und voller Sorgfalt, wusch sie auf der linken Seite und trocknete sie niemals im Wäschtrockner und nun das …

Ich bin traurig. Und genervt. Denn ich brauche eine neue Lieblingsjeans. Eine schmale, lange für mich kleine Dicke, eine ohne viel Elastik, ohne Risse, ohne used Look, Firlefanz, Aufdrucke. Einfach eine gut geschnitte, schmale Jeans in einer K-Größe, eine, die sich 6 Jahre tragen lässt, ohne mich vorher im Stich zu lassen und das zu einem Preis, der nicht über der einer Männerjeans liegt, so wie die Preise beim Friseur.

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