Zwei glückliche dicke Mädchen

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Flohmärkte sind toll.

Früher konnte ich es gar nicht abwarten alles zu sehen, finden, entdecken zu können. Heute bin ich da wesentlich entspannter und besuche sie nach der Devise „Was zu mir gehört, wird da sein und was ich nicht gesehen habe, das war halt gerade in dem Moment – und wenn es ganz genau etwas ist, dem ich nicht hätte widerstehen können – nicht das, was zu mir wollte.“

Das dicke lesende Mädchen saß inmitten vieler Sachen, die es auffällig überdeckten, so dass es inmitten von ihnen völlig unauffällig, fast unsichtbar, wurde.

Mein Blick wollte an ihr vorbeigehen, aber irgendwie hielt sie ihn mit ihrem Buch, ihrem Nanakörper, ihrem Pferdeschwanz, ihrem Kleid und ihrem Lächeln fest und so hob ich sie auf, setzte sie zärtlich in meine Ellbogenbeuge und schlenderte an all den Sammeltasen, dem angeschlagenen, traurigen Wedgewoodtellerchen, dem ich seit geschlagenen drei Jahren immer wieder begegne, den Zinnbechern, ausgeblichenen Kerzen, alten Gürteln und Backformen vorbei, um sie auszulösen.

Daheim setzte ich sie neben meine Pflanzennamensschwester, füllte und leerte x-mal die Gießkanne und gab, als auf dem Balkon niemand mehr Durst hatte, ihren Namen von der Unterseite in das www-Suchfenster ein, staunte sehr und dann bekam sie einen neuen Platz von mir, ihr, die so wundervoll neben meine Pflanzennamensschwester passt, die es aber verdient, nicht in der prallen Sonne, sondern neben Büchern zu sitzen, die sie und mich glücklich machen.

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