Was gestrickte Spülis mit Herzenswärme verbindet

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Meine liebe Freundin Anna und ich lernten uns bei einem klitzekleinen Stricktreffen in einem Café kennen. Das war noch ganz zu Anfangszeiten von ravelry. Anna ist bloglos, ich trieb mich bereits seit einigen Jahren in der Strickblogwelt herum.

Anna und mich verbindet nicht nur unsere gemeinsame Leidenschaft für Wolle und Handarbeiten. Da gibt es noch ganz viel mehr. Wir können miteinander Lachen und Weinen, Schweigen. Ohne Masken, einfach so. Weil die eine die andere versteht. Weil die eine weiß, was die andere weiß, weil die eine versteht und die andere auch. Schönes und Schmerzhaftes, Schreckliches. In unseren Leben gibt es viele Parallelen und so musste keine von uns jemals erklären, sondern die eine fing die andere auf. Von gleich zu gleich.

Was das alles mit gestrickten Spülis zu tun hat?

Sehr viel.

Spülis sind seit vielen Jahren immer wieder Thema in Strickblogs, auch in der Zeit, bevor ich Anna kannte. Ich erinnere mich ungern daran, denn als ich das erste Mal von Spülis las, gab es einen regelrechten Kack-Sturm-im-Wasserglas um sie. Es gab da so eine kleine Handvoll selbsternannter Strickintelligenzbloggerinnen, die das Stricken dieser Tüchlein mit dem Querschluss der völligen Verblödung eben dieser Strickerinnen gleichsetzte und sich auch nicht scheute, diese Meinung derbe kund zu tun und diese übel zu mobben. Soviel zum Thema, dass dies rein ein Problem der digitalen Jugend sei, denn jene Damen waren alles, nur nicht mehr so jung, wie man jung sein definiert.

Zum Glück sind diese Zeiten lange vorbei und die meisten von ihnen sind in genau der strickblogtechnische Bedeutungslosigkeit verschwunden, die sie den Spülistrickerinnen prophezeiten. Ja, das Leben kann schon sehr ungerecht sein ;).

Als Anna und ich nach ihrem Urlaub bei mir strickfrühstückten (was für eine herrlich bekloppte Leidenschaft!!!), brachte sie mir als Geschenk zwei wundervolle Spülis in genau meiner Farbe mit, die sie währenddessen gestrickt hatte.

Also wie war das noch mal mit der Gleichung Strickspülis und Herzenswärme?

Ganz einfach:

Strickspülis & Anna = Herzenswärme!

 

 

Streisselhochzeit

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Mein lieber Mann lud mich zu einer Überraschungsfahrt ein.

Was nicht so leicht ist, nicht für ihn, mehr für mich, da Überraschungen und ich nicht wirklich miteinander befreundet sind, was es auch wieder für meinen Mann nicht gerade leicht macht, mich zu überraschen. Aber gut, das Leben ist ja auch dazu da, immer wieder mal die eigenen Einstellung zu überdenken und so setze ich mich ins Auto und ließ mich überraschen, was ihm sehr gut gelang, denn ich wusste bis zuletzt nicht, wohin und zu was wir fuhren.

Wir kamen auf einem Parkplatz außerhalb von Seebach an und schon dort waren vereinzelte Blasmusikfetzen zu hören und während wir Richtung Ort liefen, erzählte mein Mann mir von seinem Kollegen, der wiederum ihm von der wunderschönen Streisselhochzeit berichtet hatte, in die fast der gesamte Ort involviert ist.

All diese Häuser sind zusammen mit ihren Höfen, Nebengelässen, Gärten und Kellern perfekt erhalten geblieben und ganz besonders angetan hatten es mir eben diese Keller, die man zum Teil begehen und besichtigen durfte. Ein solches Ensemble wäre schon immer das Haus meiner Träume gewesen und so war mir das alles eine ganz besondere Freude.

Der Ort an ist Gewähr für das Ambiente des Festes, dafür aber der Streisselhochzeit Leben einzuhauchen, sorgen die in unterschiedlichste Trachten gewandeten Akteure und Teilnehmer, die diese voller Stolz, Anmut und Selbstverständlichkeit tragen, in ihnen singen und tanzen:

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Und auch handarbeiten:

Besonders interessant fand ich dabei den Stickrahmen der Dame ganz rechts im Bild, bei der das Stickbild mit der obersten Leiste aufgerollt wurde.

In den Höfen selber wurde stellten viele Kunsthandwerker ihre Bilder, Metallarbeiten, Schmuck, Keramik und vieles mehr aus:

Apropos Keramik: Ich wurde bei Les Petites Camelotes und ihren entzückenden Knöpfen schwach – unbedingt auch außerhalb der Streisselhochzeit auf Ihrer HP Rast machen!

 

 

 

Alle guten Dinge waren 3: Ade Kurpfälzer Wollfest

So schade, denn das Kurpfälzer Wollfest in Leimen wird sehr leider nicht mehr stattfinden. Wenn man dem Link zur Homepage folgt, wird man dazu noch keine Nachricht finden, aber ich hatte keine Lust auf Gesichtsbuch zu verlinken, auch wenn ich das Wollfest noch so sehr gemocht habe. Ist aber für keinen Interessierten ein Problem, einfach „Kurpfälzer Wollfest“ in die Suchmaschine eingeben und schon wird der Weg dahin angezeigt.

Wie schon geschrieben: mir hat es auf jedem einzelnen der drei Wollfeste ausgesprochen gut gefallen – jedes war toll geplant und durchgeführt, immer mit sehr hervorragenden und inspirierenden Ausstellern und rundum tollen BesucherInnen.

Hier noch einmal zum Nachlesen:

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Danke schön dafür, dieses wunderwollige Fest erlebt haben zu dürfen!

Danke schön für all die Arbeit und das große Engagement, die drei Mal darin steckten – inklusive all der ehrenamtlichen Helfer und der tollen Location, die zusammen einen kostenlosen Eintritt ermöglichten!

Danke schön all Euch tollen AustellerInnen – das waren jedes Mal so schöne Begegnungen mit Euch!

Danke schön für all die herzerwärmenden Treffen mit all meinen lieben Strickfreundinnen dort ♥!

Die Köstlichkeit des Einfachen: Schakschuka und Aprikosen-Tarte à la Tatin

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Laut dem Duden ist ein Feinschmecker „jemand, der einen ausgeprägten Sinn für feine Speisen hat“. Nun, vielleicht bin ich in einer Parallelwelt eine ausgewiesene Feinschmeckerin, die den Reiz des Besonderen liebt, hier und jetzt aber bin ich wohl mit Fug und Recht eine Einfachschmeckerin, die das Bodenständige, vermeintlich so Einfache, liebt.

Soulfood wird sowas genannt oder auch Hausmannskost. Ersteres gefällt mir besser als Zweiteres, trifft es doch den Nagel auf den Kopf. Rezepte sind das, die einfach nachzuvollziehen sind, ohne viel exotische oder aufwändige Zutaten oder ungewöhnliche Kochutensilien. So, wie halt Mama, Oma, die Tante oder die Mutter der besten Freundin gekocht haben. Ohne stundenlang in der Küche stehen zu müssen oder gar nichts mehr anderes machen zu können als kochen. Und es sind immer Rezepte, die es in unzähligen Abwandlungen gibt – nix drin also mit einer Geschmackslangweilerei damit.

Für mein Schackschuka habe ich Zwiebel-, Knoblauch-, Bleichselleriewürfelchen in Olivenöl angeschmort, mit eingeweckte Tomatenwürfel aufgegossen, kräftig mit Ras el-Hanout gewürzt und alles für 10 Minuten schmoren lassen. Dann habe ich zwei Eier hineingeschlagen, einen Deckel auf den Topf gelegt und alles für weitere 5 Minuten sanft simmern lassen. Salz, Pfeffer und gehackte Bleichsellerieblätter drauf. Leckerst fertig!

Äpfel hatte ich nicht mehr im Haus, so wurde aus der Tarte keine Tarte Tatin, sondern eine mit einer restlichen Handvoll Aprikosen und zwei Nektarinen:

Ich habe einen goldgelben Karamell aus 100 g Puderzucker und 50 g Wasser gezogen, ann den Topf vom Herd genommen und 35 g Süßrahmbutter darin schmelzen lassen. Meine Tarteform habe ich ordentlich mit Butter eingefettet, sie dann mit den halbierten Aprikosen, jeweils mit einer ganzen, gehäuteten Mandel statt einem Kern und mit Nektarienenspalten und weiteren Mandelkernen ausgelegt. Darüber kam das Butter-Karamellgemisch und Blätterteig aus der Kühltheke (Ja, ich steh dazu, ich hab noch niemals Blätterteig selber gemacht – das ist eine meiner kleinen Küchensünden), diesen vorsichtig schön in den Rand und zwischen die Früchte drücken und einige Male mit einer Gabel einstechen. Dann im auf 200° C vorgeheizten Backofen für ca. 35 Minuten goldgelb backen. Nach dem Herausnehmen noch 10 Minuten in der Form lassen, dann auf eine Platte stürzen und am Besten noch lauwarm genießen.

Guten Appetit!