Museumsnacht im Bauernhofmuseum Illerbeuren

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Am vergangenen Samstag, den 29. Juli 2017, haben wir die zauberhafte Museumsnacht im Schwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren besucht – es war tatsächlich einer unserer grandiosesten Museumsbesuche überhaupt!

Unseren Rundgang begann mit der Ausstellung im Nattererhof, in der verschiedenste Gegenstände aus vielen Jahrzehnten und den beiden Weltkriegen zu sehen sind. Leider u. a. unvermutet auch eine Büste des unmenschlichen kackbraunen Mörders, der mit seiner kranken Ideologie so viel Leid über ungezählte Menschen brachte, Legionen von Leben grausamst vergeudete und ja, das ist unser aller Geschichte, aber warum ausgerechnet die Büste eines solch Entmenschlichten gerade in einem Bauernhofmuseum? Darüber habe ich noch lange mit meinem Mann diskutiert, es beschäftigt mich noch immer. Letztendlich nehme ich diese Begegnung als ganz bewusste Mahnung und Warnung und als Möglichkeit zu einer noch nicht beantworteten Nachfrage an. Edit: Mittlerweile habe ich eine sehr freundliche, fundierte und ausführliche Antwort bekommen: Wie schon gedacht, steht diese Büste im Gesamtkontext der geschichtlichen Bedeutung und ihrer Gräuel für den Ort Illerbeuren. Es gibt einen begleitenden Ausstellungskatalog worin darauf sehr eingegangen wird. Es ist einfach so, dass ich unvorbereitet davor stand, von dieser Ausstellung im Vorfeld gar nichts wusste und deshalb in keinster Weise mehr rational, sondern nur noch emotional reagierte. Ich bin sehr froh, dass ich all das in eine Email gepackt und darauf eine wirklich keine Fragen mehr offen lassende Antwort bekommen habe und die Ausstellung im Nachhinein noch einmal in einem ganz anderen Licht sehe.

Sehr nachdenklich stand ich wieder im Freien und das fröhliche Lachen und Lärmen der vielen Kinder auf dem Gelände ließ den Zauber des Abends wieder auferstehen. Bis spät in die Nacht hinein begegnete man überall auf dem Gelände Kindern mit ihren Familien: Als Besucher, aber auch als Akteure. Überhaupt gab es sehr viele Möglichkeiten für sie, aktiv zu werden, etwas zu basteln, mehr über z. B. Fledermäuse zu erfahren, selber die Handspindel einer Spinnerin zu drehen, Kinder erzählten Märchen, führten Sportakrobatik vor und vieles mehr:

 

 

Wie an den Bildern zu sehen, hielten wir uns bis spät in der Nacht auf dem Museumsgelände auf und als wir aufbrachen, konnte ich es selber nicht glauben, dass es schon so spät war, den die Stunden dort vergingen wie im Flug!

Jedes der dort gezeigten und liebevoll restaurierten und erhaltenen Gebäude hat seinen ganz eigenen Charme und Reiz. Am besten gefallen hat mir das Woringer Häusle, dessen letzte Bewohnerin die „Junkerin“ genannte Woringerin Maria Wegenerin war, geboren am 05.03.1885, verstorben am 15.03.1977:

 

 

Als es immer dunkler wurde, flatterten Fledermäuse um unsere Köpfe. Ich bückte mich, um etwas näher zu betrachten und wunderte mich darüber, dass wohl plötzlich eine Nonne rechts von mir stand (ich sah nur einen bodenlangen dunklen Rocksaum). Während ich mich aufrichtete, entpuppte sie sich als Sensenmann und ich konnte nicht anders als ihm kichernd zuwinken und meinem Mann auf seine Frage zurufen „Der Tod hat sich gerade an mich heran geschlichen!“ – als ich mich noch immer lachend wieder zu ihm umdrehte, war er allerdings schon wieder verschwunden.

Voller Schönheit und Magie waren die Künste der Feuerakrobaten:

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Eine warme Sommernacht voller Lachen, Klingen, Lernen, Flirren, Geschichten, Leben und Schönheit.

 

 

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