Dank Reformation!

Danke, Dir Reformation, dass ich als Frau kein Mensch 2. Klasse bin.

Danke, dass ich in einer Gesellschaft leben kann, in der ich nicht jemanden gehöre, der frei über mich bestimmen kann.

Danke, dass ich mich niemanden von vorneherein unterordnen muss.

Danke, dass ich meinen Glauben nicht zwischen Heiligen und einer heiligen Kirche aufteilen muss.

Danke, dass ich meine eigene Päpstin sein darf.

Danke, dass mir niemals mit einer Hölle Angst gemacht und ich zur Beichte verantwortet werden musste.

Danke, dass an der Kanzel Männer und Frauen stehen, reden, segnen und das Abendmahl austeilen dürfen.

Danke für das Brot und den Wein.

Danke für die Bibel in einer Sprache die ich spreche und für den Adventskalender.

Danke, dass ich in die Schule gehen und lernen durfte.

Danke, dass mir nie der Mund verboten wurde.

Danke für die vielen Bücher, die diesem einen großen folgten und folgen.

Danke für die Kraft der Worte über der Macht der Menschen.

Châle Lantana von Elle Tricote

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Na, jetzt wird es aber auch endlich Zeit, dieses schöne Tuch von Elle Tricote zu häkeln :)!

Gekauft hatte ich es auf der Nadelwelt 2014.

Mal sehen, wie es letztendlich von der Größe her werden wird, da ich nicht mit einer 4er- sondern mit einer 3er-Häkelnadel arbeite, da ich die richtige Größe nicht hatte.

Andererseits bin ich aber wirklich froh, nicht mit einer 4er zu häkeln, weil der Garnfaden sehr fein ist. Sollte das Tuch nicht groß genug werden, und es wirkt schon jetzt kleiner als auf dem Photo, wo es sehr viel löchrig luftiger aussieht, kann ich ja immer noch ein weiteres Knäuel bestellen. Oder aber ich trage es als chices Tüchle lässig um den Hals geknotet, was auch etwas sehr interessantes hätte.

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Traurige Mohnspätzle

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Es gibt nur ein Thema, bei dem Herr Ev und ich uns niemals wirklich einig werden: Essen.

„Liebster, was magst Du essen?“ frug ich. „Mohnnudeln“ antwortete der Liebste. Was mich mich selber schütteln ließ. „Mohnnudeln, Liebster, deine Mohnnudeln, die sehen aus wie mit Mittessern übersäte Wasserleichen, ich mach Dir Mohnspätzle“ entschied ich.

Hätt ich mir sparen können, denn der Liebste aß sie nur mit Todesverachtung, während ich sie mir mit Schoko-Kirsch bestäubt schmecken ließ, während seine Zähne immer länger wurde.

Ich lieb ihn zu sehr, um ihn so leiden zu sehen. Nächste Woche dann Mohnnudeln für ihn in der Wasserleichenversion.

Das Leben ist zu schön für fade Schuhe: Alte Schätzchen in Pink

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Bald 10 Jahre ist es her, dass ich sie in einem Karlsruher Schaufenster entdeckte und nur noch ganz breit grinsen konnte. Im nächsten Moment stand ich mit ihnen, sorgsam in einen Karton verpackt und unter meinen linken Arm geklemmt, noch immer selig grinsend, auf dem Trottoir und erst als ich sie daheim ins Schuhregal stellte, fragte ich ein bischen entgeistert meinen Mann „Was habe ich da getan“?! „Das war doch klar“ erwiderte er lachend und dann meditierte ich tatsächlich eine ganze Woche lang darüber, ob Mitte 40 wirklich das richtige Alter für sie ist.

Nun ja, Mitte 40 war und ist das richtige Alter dafür, eben wie auch Mitte 50, es ist nur so, dass ich mir nicht mehr solche Fragen stelle, weil sie mir völligst sinnentleert sind. Fast 10 Jahre trage ich meine Boots in Pink, was man ihnen ansieht, aber ich mag sie noch immer sehr und sie haben mich durch soviel hindurch getragen, an das ich mich voller Freude erinnere. Seit meinem ersten Paar Winterstiefel in bordeauxfarbenem Wildleder, so mit 16 Jahren, mag ich Farbe an meinen Füßen und je älter ich werde, umso knalliger dürfen sie immer wieder auch mal sein.

Für Farbe, meine Lieben, ist kein Alter zu alt, denn auf den Straßen, in den Bahnhöfen, Bussen, Zügen, Trams gibt es viel zu viel Menschen in den immer gleichen, ermüdenden BrauBlauBraun-Hämatomfarben!

Und wenn meine Jahre mich auch langsam in Richtung Herbst des Lebens schieben, ich nicht zu den Jungen, sondern immer mehr den Alten zähle, brauche ich nur genau jetzt in den Herbst der Natur zu schauen, der so prachtvoll bunt und gar nicht fad ist:

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Noch bis zum 03.11.2017: „Bilderbücher aus China“ – Kostenfreie Ausstellung in der Stadtbücherei Heidelberg

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Auffi, auffi und nach ganz schnell bis zum 03.11.2017 in die Stadtbücherei Heidelberg und die kostenfrei zu besuchende und so bezaubernde Ausstellung chinesischer Kinderbilderbücher.

Keine Angst, Ihr müsst deshalb nicht der chinesischen Sprache mächtig sein, denn auch wenn Ihr sie nicht lesen und verstehen könnt, sind diese Bücher einfach nur wunderschön und wahrhaft bezaubernd!

Man kann sich so wie ich alleine von der Magie der Zeichnungen bezaubern lassen, aber ich bin mir sicher, dieser erschließt sich auch Kindern und ich stelle es mir sehr spannend vor, mit Ihnen zusammen zu erraten, worum es in den Geschichten geht ♥.

Vivari-Tuch fertig

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Auch wenn mich beim Stricken immer wieder mal Zweifel befielen, ob die verstrickten unterschiedlichsten Färbungen schlussendlich auch wirklich und angenehm zusammenpassen würden, ich zudem auch mit der Anleitung immer wieder mal Probleme hatte, diese aber einfach kreativ umging, gefällt mir mein fertiges „Vivari-Tuch“ ungemein gut!

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Um dem Tuch den – ich betone: für mich – letzten Schliff zu geben, in der Anleitung wird abgekettet und fertig, habe ich einen I-Cord-Rand

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mit der letzten verwendeten Färbung drumherum gestrickt und dann noch zwei Quasten dran genäht, eine dritte erscheint mir als zuviel und somit obsolet.

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Insgesamt ist es (schräg gemessen) an der längsten Stelle 1,70 mg lang und an der breitesten 96 cm breit und es wiegt 295 g, was mich von einem ordentlich Teil meiner handgefärbten Wollreste befreit hat!

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Insgesamt also ein für mich wirklich lohnendes und schönes Projekt.

Danke Dir, Anna, dafür, dass Du mich mit der Anleitung überrascht hast ♥!

Was für ein Armutszeugnis für das Land, in dem wir leben: In Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt, herrscht Mangelernährung in Krankenhäuser! Warum? Warum wird dagegen nichts unternommen?

Ja, ich weiß, Krankheit, Sterben, der Tod, das alles sind Themen, vor denen man sich gerne wegdreht, so tut, als würde einen selber das nichts angehen, mit denen man nichts zu tun haben möchte, dabei betrifft es doch uns alle. Die Gesunden wie die Kranken, denn wir leben (mit diesem Grundgedanken bin ich aufgewachsen und will auch weiterhin daran – mittlerweile mehr verzweifelt – glauben) in einer Solidargemeinschaft; aus diesem Grund zahlen wir u. a. Krankenkassenbeiträge.

In der ARD kam im Infomagazin Plusminus der noch bis zum 20.09.2018 abrufbare Beitrag Mangelernährung von Patienten: Was in Kliniken versäumt wird, der uns alle angeht.

Krebs, diese Geißel der Menschheit, tritt so oft in meinem Familien-, Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis auf, dass doch gefühlt jeder einmal mit diesem Thema in Berührung kommt, sofern man, nicht selber davon betroffen, sich wegdreht oder nichts damit zu tun haben will damit und auch der eigenen Vergänglichkeit.

Nicht nur Krebs bringt ins Krankenhaus, sondern z. B. Herzkrankheiten, Schlaganfälle, Parkinson, Demenz, Stoffwechselkrankheiten, Immunschwächen, Unfälle und noch vieles mehr. Man kommt z. B. hinein wegen einer geplanten oder ungeplanten OP, Routinentersuchungen, akuten Problemen, wegen Schwangerschaft & Geburt, Behinderung. Man kommt hinein als Patient oder als Angehöriger, ganz egal ob man einen großen Familien- oder Freundeskreis hat oder alleinstehend ist.

Seit meiner Kindheit war ich immer wieder ambulante oder stationäre Patientin, ganz kurz oder für einige Tage, mal mit, mal ohne Operationen. Nicht die Krankheit oder Schmerzen an sich sind es, vor der ich jetzt als immer älter werdende Erwachsene dann Angst habe, sondern diese zwei Punkte:

Das Krankenhausessen und die Hygiene.

Wegen letzterem verfalle ich dann immer in einen regelrechten Desinfektionswahn, nicht weil ich nicht ganz genau wüsste, dass das Reinigungspersonal dort so gut wie es ihnen in ihrem immer engeren Vorschriftsrahmen ergeht, arbeitet, sondern auch wegen den Mitpatienten: Einmal verließ ich nach einer Eingriff mit anschließendem mehrtägigem Aufenthalt die Klinik mit einer ordentlichen Magen-Darm-Infektion, denn die Frau im Bett neben dran, die wusch sich nicht nur nach ihren Toilettengängen niemals die Hände, sondern trug auch über vier Tage hinweg durchgehend ein mit Essensresten und Ausscheidungsspritzern übersätes Nachthemd, dessen Wechsel noch nicht mal ihre sie täglich besuchenden Angehörigen  interessierte, die dann halt auch noch die Zimmertoilette benutzten …

Das ist die eine Seite, die andere ist das Krankenhausessen:

Ist das wirklich zum Gesundwerden da? In einigen (kleineren) Kliniken bestimmt und vielleicht auch, ein Schelm, wer Übles dabei denkt, wenn man gut bezahlender Privatpatient ist und sich aussuchen kann, wohin man geht, sich behandeln lässt.

Für das Gros gilt eher, dass in den Klinikküchen gar nicht mehr selber gekocht wird, nur vorportionierte Plastikbeutel (und da sind bestimmt mehr als genug Weichmacher drin, von der Plastikabfallproblematik gar nicht erst zu reden) von irgendwelchen Groß“küchen“lieferanten erwärmt und dann den Patienten serviert werden. Kein Wunder also, dass da solche Ansprüche wie Frische, wichtige Inhaltsstoffe, kurze Zubereitungszeiten und letztendlich auch Appetitlichkeit vollkommen auf der Strecke bleiben. Mal ganz abgesehen von individuellen Ernährungsproblemen.

Mir erging das zuletzt 2015 nach einem medizinischen Großkampftag so: Ich durfte die Klinik am Abend erst nach dem zu mir nehmen einer im Voraus speziell für mich bestellten Mahlzeit verlassen. Bestellt war (wegen meiner Allergien) etwas ohne Saucen, ohne Möhren und ein Joghurt ohne Zusätze. Ich bekam einen kalten Teller Nudeln in Sahnesauce mit Möhrenstückchen und einen Fruchtjoghurt, wofür die Ärztin sich mehrmals entschuldigte. Essen musste ich trotzdem, so waren die Vorschriften und es dauerte keine halbe Stunde, bis ich starkes Herzrasen bekam, Schweißausbrüche und mir regelrecht die Seele aus dem Leib schiss, wofür sie sich wieder mehrfach entschuldigte, sie konnte dafür tatsächlich am allerwenigsten. Kein Wunder ist sowas in einem System, wo nur noch der Kostenfaktor regiert – Kapitalismus in Reinkultur, sowas wie Respekt und Verantwortung lässt sich nun mal monetär leider nicht messen und berechnen – Gewinn macht man damit erst recht nicht. Tja, auch um multiresistenten Keimen entgegen zu wirken, ist eine verantwortungsbewusster Nahrungsumgang von großer Wichtigkeit – es glaubt doch wohl niemand, dass das Fleisch und die Eierprodukte in solchen Kliniken nicht aus industriellen Massenzuchten kommt? Das ist ein wahnsinniger Teufelskreis der Antibiotikaresistenz und damit auch der Tier- und Menschenqual, der sich immer schneller und schneller und schneller dreht … Wirklich unvermeidlich?

Ich bin nur Allergikerin, zum Glück nicht schwer krank, ich bin mobil und ich habe Menschen um mich herum, die mich im Krankenhausfall mit Essen versorgen, damit ich wenigstens keine Magen-Darm-Probleme bekomme.

Aber was ist mit den Menschen, die sich nicht selber helfen können, die auch niemanden dafür haben, deren Verwandten nicht klar ist, worum es geht, die es vielleicht gar nicht interessiert?

Keiner von ihnen hat es verdient, so ernährt zu werden oder gar, wie auch im Plusminus-Beitrag geschildert, daran noch kränker zu werden oder zu versterben.

Das geht uns alle an – als Familien, als Freunde und letztendlich als die Patienten, die wir irgendwann wegen was auch immer sein werden!

Also fangt an Fragen zu stellen, Euch dafür zu interessieren und oder bringt den Menschen, die Ihr besucht Essen mit das sie mögen, das ihnen gut tut – so etwas solltet Ihr auch mit den dazugehörigen Stationen besprechen: Eure Sorgen, Eure Probleme, Eure Wünsche. Einfach nicht aufgeben und sich mit Tatsachen abfinden von denen man meint, sie hinnehmen zu müssen, sie nicht selber ändern zu können.

Wenn ein System versagt, muss man eben selber Verantwortung übernehmen, wenn es sonst niemand von den dafür Verantwortlichen in den Kliniken, in der Politik und der Gesellschaft macht.

Lasst Euch nicht das Recht auf eine gesunde Umwelt, auf eine gesunde Ernährung nehmen!

Netflixisiert

Ich mag Serien, aber es gibt nicht viele, die durch mein Raster kommen, die ich dann auch wirklich vom Anfang bis zum Ende sehe, ohne ihnen vorab genervt und gelangweilt den Garaus zu machen.

Wenn mir wirklich tatsächlich einmal eine gefällt, ist das einzige daran, was immer suboptimal war ist die Tatsache, dass ich es nie schaffte, wirklich immer alle Folgen zu sehen, weil ich entweder nicht da war oder vergaß die Aufnahmefunktion zu speichern oder da war und das Leben wichtiger war, um überhaupt fern zu sehen oder alles gleichzeitig zusammen.

Via den bravorösen Sohnemann installierte mein Mann vor einiger Zeit Netflix und ich dachte, oh da macht sich jemand mit Marvel ein Freude, was mich so überhaupt noch nicht mal extrem peripher tangiert, aber dann sagte der GoT-Kollege, wenn es schon mal da sei, sollte ich doch mal bei Orange Is The New Black  hinein sehen und nachdem ich ihm zu GoT verholfen hatte, was ein voller Erfolg war, hab ich es beim nächsten Bügeltermin gemacht und war – tja – netflixisiert ;).

Um ob des gesamt großen Serienangebots nicht durcheinander zu kommen und weil ich in dieser Hinsicht vielleicht (ganz bestimmt) auch ein bischen zwanghaft bin, schaue ich aber nicht wild durcheinander, sondern brav eines nach dem anderen. Also blieb ich dabei, obwohl mich die erste Folge etwas irritierte, dann aber doch immer mehr faszinierte. Von der ersten der ersten Staffel bis zur letzten der bisher fünften. Ich hab mich (fast – siehe oben) durchgehend immer wieder ausgeschüttet vor Lachen, aber auch immer wieder, besonders in den Staffeln 4 und 5 bis zum Anschlag geheult. Die größte Entdeckung darin ist für mich die fabulöse Uzo Aduba  – alleine schon wegen ihr hoffe ich auf weitere Staffeln!

Schaut mal bei ihr rein und hört und seht, was sie zu ihrem Namen sagt.

Diese Frau ist eine Granate und das letzte Mal, dass mich eine Schauspielerin so sehr mit ihrer Darstellung berührte, war Whoopi Goldberg in meinem all time favorite Die Farbe Lila und ich kann diesen Film noch so oft sehen, ich heule immer wieder aufs Neue wie beim allerersten Mal aus tiefsten Herzen. Das ist doch das wirklich wichtigste an Kunst, egal ob Schauspiel, Malerei, Schriftstellerei, Musik, etc., dass sie uns ganz tief drinnen so berührt, dass man nur noch aus Fühlen besteht!

Doch zurück zu Netflix.

Mal sehen, woran ich als nächstes hängen bleibe: Bei „Glow“ oder „Stranger Things“ habe ich hinein geluschert und dann bei der letzten Staffel der „Gilmore Girls“. Ja, die werden es wohl sein. Auch aus Nostalgie, denn das bravoröse Tochterkind und ich haben vor langer Zeit die alten Folgen immer wieder auch zusammen angesehen, wobei sie mir mit diesen neuen bereits voraus ist. Und man kann mich jetzt schlagen oder nicht, ich mag sie immer noch, auch wenn ich in vielen Blogs vor einiger Zeit Unmut las über den Inhalt, über schlank gewordene Protagonisten oder darüber, dass etwas mit Lorelais Gesicht passiert sei – meine Güte, es ist doch nur verfilmte Unterhaltung, die man jederzeit genervt und gelangweilt abschalten kann und wirklich nicht das Wichtigste im Leben.  Wobei ich doch immer wieder, wenn er auftauchte, auf Paris Strickschal in Orange-Lila schaute. War das Brioche?

Oh, ja, wichtiger Hinweis:

KEINER dieser ist ein Affiliate-Link. Ich hab drüber unglaublicherweise freiwillig, ohne Veranlassung und ohne jegliche Gegenleistung geschrieben – ich bin ja so langweilig altmodisch.

 

Tökfőzelék

Herr Ev und ich brachen bei herrlichstem Herbstwetter zu einer schönen Fahrt durch den Kraichgau und den Hohenlohekreis nach Wolpertshausen zum Regionalmarkt Hohenlohe auf, den wir aufgrund seines hervorragenden Angebots sehr schätzen. Noch nie ist uns einer von der Sortierung her besser aufgestellter Biomarkt mit qualitativ solch hochwertigen Waren woanders begegnet. Ab und an gönnen wir uns so einen Tag genussvollen Urlaubs für unsere Vorratshaltung.

Unser Heimweg führte über Bitzfeld zu Stapfs Hoflädle, wo wir das hofeigene und selbst hergestellte milchsaure Sauerkraut für die Mütter und uns einkauften. Wenn Ihr Sauerkraut liebt, solltet Ihr es ausprobieren – so unvergleichlich mild und trotzdem knackig!

Bei Stapfs gibt es auch eigene Kürbisse und auf der Weiterfahrt erzählte mein Mann von seiner ungarisch-jugoslawischen Großmutter und dem leckeren Kürbisgemüse, das sie kochte. Nein, auch Stapfs hatten leider keinen weißfleischigen Kürbis, so wie sie sie dafür nutzte und so besuchten wir dann den Kürbishof im Nachbardorf, aber auch dort war man ratlos, wir bekamen aber das Versprechen abgenommen, uns unbedingt zu melden, wenn wir doch noch auf die Sorte kommen würden, denn dann würde die Bäuerin sich darum bemühen, im nächsten Jahr einige davon anzupflanzen. Sehr genial das!

Über die Arbeit am Nachmittag und Abend hinweg gruben wir uns immer tiefer in unsere Erinnerungen, ich auch in meine Kochbücher und schließlich in die Internetrecherche, die letztendlich mit Erfolg gekrönt war:

Auch wenn wir beide leider zu unserem großen Bedauern nicht ungarisch sprechen, stießen wir irgendwann auf den Spárgatök und von dort war es nicht weit bis zum TÖKFŐZELÉK in einem meiner Kochbücher.

Mal sehen, ob wir meinem Mann wirklich zu einem Kürbisgemüserevival im nächsten Jahr verhelfen können ;).

Gelesen: „Eierlikörtage – Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre“

von Hendrik Groen.

Hendrik Groen beschließt vom 01.01.2013 bis zum 31.12.2013 Tagebuch zu schreiben und aus seinem Leben im Altersheim zu berichten.

Er tut das so voller Selbstironie und schonungloser Offenheit, dass ich beim Lesen ihm und seinen Freunden des Alanito(Alt aber nicht tot)-Clubs hemmungslos verfiel und gemeinsam mit ihnen lachte und und weinte.

Trotz Inkontinenz, Demenz, amputierter Anarchie, rigiden Altenheimregeln und Einsparungen im Pflegewesen bewahren sie sich doch soweit als möglich ihre Selbstbestimmung und ihre Freude am Leben, auch wenn das nicht immer komisch und manchmal äußerst grotesk und hoch dramatisch, aber niemals belehrend und oberlehrerhaft ist.

Hendrik Groen ist ein Pseudonym, ich habe keine Ahnung, wer oder was dahinter steckt, es wäre einfach zu schön, wenn es ihn wirklich so geben würde, denn das größte Geschenk und gleichzeitig Botschaft, die das Lesen dieses Buches für mich bereit hält, ist einfach die Hoffnung und die Überzeugung, sich sein Recht zu wahren so zu sein, wie man ist, weil man ja nie weiß, wie alles weitergehen wird!

Ich habe mir also fest vorgenommen, meine bunten Lacklederboots auch mit der 6 vorne dran weiter zu tragen und wenn es geht, dann auch noch mit der 9 davor! Jetzt mit der 5 gibt es bereits so viele Gleichaltrige um mich herum, die schon so Grau, nicht nur äußerlich, sind, und zum Lachen aufs Klo gehen, so wie ich es niemals nie nicht werden möchte!

Und ich habe mir fest vorgenommen, den nächsten der mir mit der Kack-Phrase „50 ist das neue 30“ kommt, zu fragen, ob sie/er eigentlich noch alle Schindeln auf dem Dach hat?! Die 30-jährigen sind demnach wohl die neuen Teenager? Meine Güte, ist es so schlimm, sich mit dem eigenen Alter abfinden zu können? Denn eines ist ja wohl klar: Innendrin fühle ich mich garantiert nicht älter, aber der Körper außen, der altert einfach und das ist nicht immer schön, wovon meine Arthrosefinger ein krummes Lied singen können, aber immerhin habe ich im Gegensatz zu meinen Großmüttern, als sie so alt waren wie ich jetzt, noch kein Gebiss im Mund, sondern meine eigenen Zähne. Wenn das mal nix ist um weiter nicht nur in Äpfel feste zubeißen zu können und mein Leben so zu leben, wie ich es möchte. Ich habe doch nur dieses eine.

Kleine Alterungsanekdote:

Kurz vor meinem 40. Geburtstag fühlte sich eine silikonierte Mitarbeiterin bemüssigt, mich darüber aufklären zu müssen, dass, damit bei mir nicht auch alles mit 40 vorbei wäre, es nun Zeit für eine ästhetische Op und ein komplettes Bekleidungsmakeover wäre, denn wenn nicht, dann wäre eben alles rum bei mir ab 40, wo mein vorperativer und kleidungstechnischer Zustand doch eh bereits jetzt nicht zum Besten stände.

Manchmal aber sollte man einfach nicht vergessen, dass man sich oft zwei Mal im Leben begegnet.

Rum ist rum, vorbei halt. Touché. Aber sowas von!