Kopf & Kragen

Wenn die Haare nicht mehr wollen, wie man will und wie sie sollen, ja, was macht man dann?

Erst einmal wollte ich das gar nicht wahrhaben, gefolgt von der Erkenntnis, dass sich da was tut, was mir nicht gefällt, tränenreich. Eigentlich sind es ja nur Haare. NUR. Und doch nicht nur für unser Selbstverständnis, besonders als Frau. Gesunde, kräftig, dicke Haare, die werden mit Vitalität, Lebenslust, Erfolg, Attraktivität, Kraft, Schönheit, Jugend gleichgesetzt. Dabei sind es doch nur Haare! So wenig und so viel zugleich.

Haarverlust ist auch für Männer schlimm, ganz bestimmt, gleichgesetzt wird es auch bei ihnen mit den gleichen Attributen wie für uns Frauen und doch gibt es Männer, wie einer meiner Exchefs, die sich noch ganz jung, freiwillig, ohne innere Anlässe und der täglichen Vollrasur der Glätze annähern, eine Frisur der Marke Bowlingkugel tragen, das sehr selbstbewusst und niemand, zumindest kenne ich niemanden, der so reagieren würde, würde ein solches Statement, denn nichts anderes ist es, eben nicht mit Vitalität, Schönheit, Kraft gleichsetzen.

Was also tun? Bei mir war der erste Haarschritt der Gang zur Friseurin meines vollsten Vertrauens, um den sich einigermaßen verloren um Hals und Nacken ringelnden Flusen Fasson zu geben, denn um nichts in der Welt will ich einen Schnitt haben, der so und nicht anders auch auf einen Herrenkopf passt. Ich bin eine Frau, ich bin sehr gerne eine Frau und auch mit noch feineren Haare auf dem Kopf möchte ich, dass man auch dort sieht, dass ich eine Frau bin. Also wurde aus meinem mühsam gezüchteten Bob über Nackenlänge eine kürzere Fassung mit recht freiem Nacken. Asymmetrie schlug mir die Friseurin meines vollsten Vertrauens vor, weil auf der einen Seite weniger wächst als auf der anderen und weil sie weiß, wie sehr ich solches liebe. Für dieses Mal hab ich drauf verzichtet, Gradlinigkeit war mir dieses Mal so viel lieber als Spiel, weil die Tränen noch nicht lange her und das Lachen erst gerade wieder da war.

Danach setzte ich mich an den PC und suchte nach Kopfbedeckungen. Nicht für den ganzen Tag, aber evtl. fürs Büro, auf jeden Fall für die frische Luft, weil der Winter naht und so wichtig mir warme Füße sind, ab sofort soll das auch für oben herum gelten.

Fündig geworden bin ich via DaWanda bei Kopf & Kragen Design. Ich wollte nichts abgehobenes, lieber etwas solides und trotzdem mit einem kleinen Pfiff. Als erstes habe ich mich für ein Beanie mit einem Schlauchtuch entschieden, das ich individuell dazu tragen kann:

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Gleichzeitig habe ich all meine Mützen (eine Handvoll) und Hüte (eine klitzeklitzekleine Handvoll) zusammengesucht und werde sie nach und nach reaktivieren und tragen. Den Shop übrigens kann ich Euch unumwunden empfehlen: Toller und sehr schneller Service, hervorragende Qualität und ein sehr freundlicher Kontakt. Ich werde definitiv weiter Kundin bleiben!

Mittlerweile habe ich über DaWanda noch einen ganz und gar anderen Kapuzenschal entdeckt, auf den ich mich schon riesig freue und der ein bisserl auffälliger ist als mein Schalbeanie, denn HEY, es sind doch nur Haare und warum keinen Spaß mit und auf ihnen haben, nur weil sie weniger werden/sind und mit sehr viel Glück vielleicht doch nicht bleiben (Hoffnung und so …)?!

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Hanami im November

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Man muss bei diesem schon fast monochromen Foto ganz genau hinsehen, hat man sie dann aber erkannt, dann sind sie gut zu erkennen: Die fast weißen, normal rosafarbenen Kirschblüten an einem Baum neben der Heidelberger Stadtücherei.

Leben mit dem Tod

Kennt Ihr die ZDF-Reihe Sonntags? Nein? Macht nix, ich bisher auch nicht :).

Heute stieß ich ganz zufällig auf sie mit ihrem aktuellen Beitrag Letzte Dinge und muss sagen, dass diese Sendung ein kleines (nur wegen ihrer Kürze), sehr großes Juwel im TV-Einerlei ist. Wenn Ihr Euch mit diesem Thema beschäftigt oder beschäftigen möchtet oder wollt, lege ich es Euch daher wärmstens ans Herz!

Der Tod ist ein Tabu in unserer Gesellschaft und das ist so nicht gut, denn er gehört für uns alle nun einmal dazu. Sehr schön auf den Punkt bringt das die starke Dame, die im Hospiz in Wiesloch lebt und strickend darüber spricht und ich wünsche ihr von ganzem Herzen, dass es ihr ihr Wunsch vergönnt sein möge, dass sie ihren Pullover beenden und auch tragen kann. Sie sprach nicht nur darüber, sondern auch über das, was nun für sie wichtig ist und wie gerne sie auch jetzt noch Party macht mit ihren Freunden, die noch immer völlig unverbrüchlich für sie da sind, was keine Selbstverständlichkeit ist sondern ein großes Geschenk.

Da ist dieser Friedhof in Karlsruhe, der ein heiliger, kein scheinheiliger Ort sein will und ist und als ich die verwaiste Mutter sah, die ihre Hände an den Baum legte, sagte ich „Schau, ich bin nicht die einzige, die Bäume umarmt“. Ich mache das regelmäßig mit dem Baum, dessen Wurzeln die Asche meines Vaters umarmen und ich bin so dankbar dafür, dass ich das auch mit dem Baum meiner lieben G., die noch immer so intensiv in meinem Herzen ist, tun konnte.

Und da ist diese Frau, die in früher Kindheit ihre Mutter verlor und die noch heute vom Wunsch beseelt ist, den Tod zu begreifen, zu begleiten, verständlich zu machen. Menschenwürde bis zum Schluss zu bewahren heißt auch, die Körperlichkeit des Sterbend zu bewahren und zu pflegen. Zum umarmen, zu küssen, zu streicheln. Dann wenn noch Atem da ist, dann wenn er verging.

Würdet Ihr in ein Café gehen, dass neben einem Friedhof legt und „Café Tod“ heißt? Ich finde, das ist eine ganz wunderbare Sache und ebenfalls sehr gefallen hat mir, dass das Leben den Tod tröstet, ihn lächeln und tanzen ließ!

Bis zum Sterben, dem Tod meines Vaters, war dieses Thema ein absolutes no go für mich, dem ich mich vehement verweigerte. Nun, die Begegnung und die Beschäftigung damit leitete ein Umdenken in mir ein. Ich bin damit noch lange nicht dort, wo ich hin möchte, aber es löst in mir beim bloßen Ansprechen kein Herzrasen und alles überwältigende Abwehr und Angst in mir aus.

Meine Mutter und ich haben uns sie betreffend bereits vor Jahren intensiv damit auseinander gesetzt. Sie hat bei einem Notar alles festgehalten, was sich dazu festhalten lässt. Ich habe ihr versprochen, was, wann, wie und wo nach ihrem Willen im Fall der Fälle geschehen soll und dieses Wissen darum war mir vor einigen Tagen ein fester Halt in den Stunden, als die Möglichkeit ihres Todes auf einmal unvorbereitet im Raum stand. Im Gespräch mit der Ärztin konnte ich so Antworten geben, die ganz klar ihre waren. Letztendlich ist eine solche Erfüllung ihrer Wünsche der letzte Liebesdienst, den ich ihr erweisen kann.

Ich bin unglaublich glücklich, dass die Zeit meiner Mama noch nicht gekommen war, dass sie noch bei uns, bei mir ist.

Und diese Chance, die sich uns dadurch bietet, ergreifen wir mit beiden Händen.

 

Vomg Vongismus

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Merkgt mang geigentlich garg, dagss dags vong ungd gich gin diesemg Gleben keinge Freundge mehrg wergden?

Egalg!

Vomg Vongismus wirgd mang gnicht gsatt, vong einger solchgen tollgen Thaig Udong-Suppge agber richtgig ggut!

Gich fragtge gmich, gob vielleichgt dieg Gsuppe vong geinem Vong gekochgt gwurde, traugte gmich gaber gnicht sieg gzu stellgen, damigt gmir niegmand Grassismus gunterstellt.

Grassisten, Galter, Grassisten kanng gich nämglich garg gnicht leideng!

Gin diesemg Gsinne,

Geure Gev!

Dein Herzschlag in meiner Hand

Gestern um diese Zeit hatte ich noch gar nicht richtig realisiert, was sich in den Stunden davor abspielte.

Das Gefühl, die Hand meiner Mutter zu halten und darauf zu warten, dass ihr Herz seine ausgefallenen Schläge wieder aufnimmt war surreal.

Man liest so viel schlechtes über (Not-)Ärzte, Rettungsassistenten, (intensiv-)medizinisches und (intensiv-)pflegerisches Personal. Schlechtes scheint sich in unserer Zeit so viel schneller zu sagen  und zu schreiben als Gutes und so danke ich:

Dem Notarzt, den Rettungsassistenten, den Sanitätern, den Assistenz-, Stations-, Bereitschaftsärzten, dem Kardiologen, den Pflegerinnen und den Pflegern, die da waren, die entschieden, die trösteten, erklärten, unterstützenden, halfen und das noch immer tun.

Ich bin unendlich froh, dankbar und glücklich darum, in einer Gesellschaft, in einem Land zu leben, das einen solchen medizinischen Standard und all seine Möglichkeiten hat, um meine Mutter wieder von ganz vorne von des Schnitters Schaufelkante weg zu holen!

Um so unfassbarer sind die Dimensionen, die der Pflegenotstand mittlerweile in Deutschland angenommen hat, weil man an den entscheidenden Stellen den unternehmerischen, monetären Wert über alles stellt und diese engagierten, hart beanspruchten, täglich um Leben und Gesundheit kämpfenden Menschen letztendlich durch die anhaltende Überbeanspruchung schlimmstenfalls an Körper und Seele und dazu an ihrem Engagement und ihrem Idealismus ausbrennen lässt.

Ja, die Politik bekleckert sich hier nicht mit Ruhm, da gibt es gar nichts dran zu rütteln – es ist eine Schande, was passiert bzw. nicht passiert!

Aber es gibt auch Patienten, die sich unmöglich verhalten und mit einer Anspruchshaltung und einem solch überbordenden IchIchIch im Notdienst auftreten, dass sie jeglicher Beschreibung spotten. Auch das war gestern:

Eine Frau in meinem Alter erscheint im knallvollen Notdienstbereich, stöhnend, ächzend, leidend ihren Rollator schiebend. Mehrfach pampt sie unverschämt eine Schwester an, wann sie nun endlich dran sei. Die Schwester kann nur sagen, dass es noch länger dauert, alle Ärzte und Behandlungsplätze seien belegt. Kaum ist die Schwester weg, dreht sich die Frau zu ihrer Begleitung um, keine Spur mehr ächzend, leidend oder stöhnend: „Ach was länger, komm, mir rauche jetzt einfach mal ä Zigarettle oder zwei“.

Schattenbilder

SchattBil (1)

Jetzt wird sie jeden Tag stärker diese Zeit im Jahr, die der Ruhe, Dunkelheit, Kälte. Viele mögen sie gar nicht, die Kälte, Dunkelheit, Ruhe. Ich mag sie sehr, denn sie hilft mir dabei, mich zurückzulehnen. Ein hektisches schnell-schnell, das passt gar nicht zu ihr. Die Natur ist intelligenter als wir: Sie zieht sich nun zurück, wirft Ballast ab, gibt sich dem was kommt, dem Frost, dem Schnee, den kühlen Temperaturen hin und weiß ganz genau, dass all ihr Wachsen, Blühen, Früchte tragen im nächsten Frühjahr neu erstehen wird.

Wir aber, wir wollen alles. Immer, zu jeder Zeit. Wir kennen keinen Rückzug, keine Pause, kein Atemschöpfen und Innehalten. Bloß keine Schwäche zeigen! Nein, das können, wollen, dürfen wir uns nicht leisten! Meinen wir. Bis uns das Leben eines Besseren belehrt. Das eine kann nicht ohne das andere, oder auch: Das eine wird nicht ohne das andere. Und so gibt es keine Stärke ohne die Schwäche, keine Energie ohne den Stillstand. Genau dafür ist sie da, die dunkle Zeit, zum Innehalten, Rekapitulieren, Pläne schmieden, zum Genuss, zum Träumen, zur Zeit für einen der wichtigsten Menschen in unserem Leben: für uns selbst. So, wie das Flackern der Kerzen immer neue Bilder zeichnet, so sollte es auch das Licht in jedem von uns malen dürfen und um sie zu begreifen, dafür braucht es Zeit und Muße und es kann nicht schaden, sich das im Kerzenschein immer wieder aufs Neue bewusst zu machen.

SchattBil (2)

Wo bin ich? Was war alles gut in diesem Jahr? Was wünsche ich mir für das nächste? Weiß ich eigentlich, wer ich bin? Nicht für die anderen, sondern für mich. Halte ich mich selber aus? Wem will ich was recht machen, wenn ich damit nicht bei mir selber anfange? Kann ich überhaupt loslassen, aushalten, kämpfen oder mich umdrehen und einfach gehen? Kann ich überhaupt noch über mich lachen oder auch nur sehen und begreifen, was ich habe an Glück und Freude? Und was ist mit der Angst? Ist sie nur ein Gefühl oder doch so viel mehr in meinem Leben und warum?

Vor den Kerzen, dem flackernden, knisternden Holzscheiten im Ofen, ziehe ich das Kind, das ich war, auf meine Knie und versuche, das alles wieder mit meinen Augen von damals zu sehen – das Glänzen und Glitzern, das über dieser Zeit liegt. Und ich warte voller Spannung auf die allererste Schneeflocke, auf den Zauber, in den sie mich einschließen und mit sich tragen wird.

Das Leben ist zu schön für fade Schuhe: Hellgrau – Silber – Gestrick & Pailetten

FadSchuNov

Meine neuen Boots gehören definitv zur Kategorie „Nicht gesucht und trotzdem gefunden und ich mag sie für unterwegs auch gar nicht mehr ausziehen, so perfekt passen sie und noch perfekter wärmen sie rundum mit Fell gefüttert meine Füße auf das Beste!

Je älter ich werde, umso inniger lerne ich in der kalten Jahreszeit kuschelig warme Füße zu schätzen! Überall darf mich die Kälte gerne kitzeln, nur da nicht. Und werden sie doch mal regelrecht frostbeulig, dann ist das alles andere als gut und ich werde erst grätig, dann grantig und in der Steigerung äußerst ungehalten und mag nur noch irgendwo rein ins Warme.

So warmfüssig aber ruhe ich förmlich in friedlicher Stille in mir, mit der Welt um mich herum zufrieden.

So lange die Füße warm sind, darf es ruhig kalt, eisig, schniesig und frostig werden. Ist mir dann ganz egal und recht.

Warmefüßezeit läuft übrigens parallel zur der für FlankingSteins Urenkelinnen  – nachdem sie im noch warmen September füßelnd Uggs und ihre Köpfe in großvolumigen Fellkapuzen bargen, tragen sie nun kurze, unverschlossene Bomberjacken, versenken ihre Häupter in langen Schlangen grobstrickiger Schals und treten im Gegensatz zum letzten kalten Spätwinter/frühen Frühjahr nicht barfüßig Sneaker, sondern dünnste Stoffschühchen, gerne auch mit Risssequenzen zwischen Sohle und Stoffansatz.

Da bekomme meine Augen schon bloß mein Gucken Schüttelfrost und ich muss an meinen Lieblingschef aller Zeiten denken, der mir, als ich einen gebrauchten Mantelständer für mein neues Büro aufgetrieben hatte, sagte: „Frau Ev, für mich geht Funktionalität niemals über Style und mag sie auch noch so bequemlich sein!“. „Nun ja, Chef“ erwiderte ich „mit dieser Anlage bin ich definitiv leider nicht geboren!“ und dann mussten wir – er Team Burberry, ich Team Schurwolle – ordentlich über uns und die Situation an sich lachen.

In Sahne ist doch nur Milch drin.

Ich stehe vor der Auslage der supersympathischen jungen Konditorenmeisterin, zeige auf die Schillerlocken in der prachtvollen Auslage und frage das, was ich immer frage: Ob die Sahne eine ohne Carrageen ist.

„Das ist ganz normale Sahne.“

Lächelnd: „Danke. Also eine ohne Carrageen?“

„Ohne was? Unsere Sahne ist ganz normale H-Milch-Sahne und die wird dann aufgeschlagen. Was soll da drin sein?“

„Sieht übrigens toll aus. Es gibt die Bio-Sahne, die, die ganz normal aufrahmt und es gibt die Sahne mit Carrageen, die die nicht aufrahmt.“

„Und was ist das? Habe ich noch nie gehört. Was soll das sein?“

„Ein Verdickungsmittel. Auf Rotalgenbasis.“

„Und warum wollen sie das wissen?“

„Ich bin dagegen allergisch.“

„Ach so. Unsere Sahne können sie ohne Problem essen. Das ist eine ganz normale H-Milch-Sahne. Von uns selbst aufgeschlagen.“

Gnarf …

Ich hab mich brav bedankt, bin dann aber ohne irgendwas gegangen, gehe bestimmt mal für etwas anderes hin, heute aber nicht.

Als der hauseigene Ex-Confiseur damals in der Ausbildung zum Confiseur war, war dieses Thema für mich zum großen Glück noch nicht evident. Einmal kam er nach Hause und erzählte mir zum Feierabend, dass für das Mandelkonfekt nicht mehr genug Mandeln da gewesen seien und der Chef stattdessen zu Haselnüssen mit der Bemerkung griff, dass das „eh niemand merkt“.

Im Lebensmittelbereich gibt es so viele rechtlichen Bestimmungen und Paragraphen zu beachten, dass ich das Gefühl habe, dass die Wertigkeit und das Wissen um Lebensmittel an sich immer mehr in den Hintergrund verdrängt werden.

Traurig.

Und für Allergiker unter Umständen bei so drohenden Anaphylaxien akut lebensgefährlich.

 

Teeadventskalenderabenteuer

Ich schrieb bereits voller Freude darüber dass ich am diesjährigen Teeadventskalender, der so wunderbar von Alltagsbunt organisiert wird, teilnehme und je näher ich dem 1. Dezember komme, um so größer wird die Freude darauf!

Mein Tag ist der 9. Dezember und gestern wurde meine 24 Teebriefe fertig und die ersten heute in die Briefkästen geworfen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich bei solchen Gelegenheiten immer inbrünstig mit großer Leidenschaft dabei bin: Ich überlege immer wieder aufs Neue, wie und was ich machen möchte und so kamen ganz schön viele Ideen zusammen: Scherenschnitt, besticktes Foto, eine Erzählung, ein Backrezept mit meinem Tee, Filz und/oder Wolle. Das alles und noch mehr ist es nicht geworden, denn eines Morgens Anfang November auf dem Weg ins Büro stand etwas auf einem Zaunvorsprung, das mich alles andere vergessen ließ und mehr verrate ich jetzt auch gar nicht, sonst ist die ganze Überraschung futsch!

Mit dem erwählten Tee erging es mir nicht anders: Sollte es ein Weihnachtstee sein? Hmm, wäre passend. Oder vielleicht ein Teeadventskalender und jede der 24 anderen Teegenießerinnen würde einen anderen bekommen? Nein, es soll doch ein Tee sein, der mir schmeckt und ich kann doch am 9. Dezember nicht 24 verschiedene Tees trinken! Ich entschied mich für einen ganz bestimmten und wollte ihn zusammen mit einem Rezept, in dem er Zutat ist, versenden, aber da kam der Zaunvorsprung ins Spiel und die Erkenntnis, dass in der Packung die Teebeutel ohne Umhüllung lagen, so wollte ich sie nicht auf die Reise schicken. Ersatz war schnell gefunden und – wer weiß, vielleicht werde ich ja doch an meinem Tag ein Rezept damit bloggen.

Heute nun war ich auf dem Postamt, weil, nun ja, ich mag nichts verraten, aber meine Umschläge sind einfach anders, deshalb gibt es auch keine Fotos, und ich wollte wissen, ob ich sie so überhaupt versenden kann. Ja, das kann ich, aber der freundliche Postler hinterm Schalter wackelte bedenklich wegen des Teebeutels darin den Kopf, der den Teebrief etwas steif macht und deshalb könnte es zu Rückläufern kommen, wenn ich nicht mit dem nächsthöheren Porto als Kompakt- statt als Standardbrief versende, obwohl der Brief die Maße nicht überschreitet und weit weniger wiegt als er darf. Er wollte die Briefe deshalb nicht annehmen, verkaufte mir nur die Briefmarken und ich sende sie nun einzeln auf unterschiedliche Briefkästen verteilt ab und sollte doch einer zu mir zurückkommen, dann werde ich ihn halt noch einmal für mehr als das doppelte Porto auf die Reise senden, was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann (und er sich eigentlich auch nicht).

Unterdessen bekam ich gestern schon selber meinen ersten Teebrief für den 2. Dezember von Kirsten vom Blog Lila-Laune-Träume! Hach, ich freu mich wie ein kleines Kind und damals wie heute liebe ich Adventskalender, das wird wohl auch niemals mehr anders werden.

Erwähnte ich eigentlich schon mal irgendwann, dass ich die Adventszeit mit all ihren Düften, Gerüchen, ihrer Geschäftigkeit und dem ganzen Zauber, der mir dieser Zeit innewohnt, sehr viel lieber mag als Weihnachten selbst?