Yuzu-Juhu!

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Um zu verhindern, dass mir hier irgendein geldgieriger Geldgeier wegen DSGVO und der Vermutung, ich würde mir hier monetär mit Verlinkungen die Taschen füllen, werde ich damit aufhören, meine Beiträge mit Verlinkungen zu verknüpfen, weil ich mir eben nicht monetär oder sonstwie die Taschen fülle, wenn ich verlinke. Verlinkungen waren und sind für mich genau eines: Nutz- und sinnvolle Verknüpfungen. Sollte eine meiner Leserinnen, einer meiner Leser hier Rat wissen, bitte gerne her damit, ist ja nicht so, dass ich meinen Horizont nicht äußerst gerne erweitere.

Zurück zum Yuzu-Juhu:

Im Hof eines Kollegen meines Mannes blühen und fruchten seit vielen Jahren prachtvoll volle Zitronenbüsche, die mir jedes Mal ein bewundernd hingerissenes „Hach“ entlocken. Keine Ahnung, warum ich nicht schon eher fragte, auf jeden Fall unterhielten wir uns darüber, wie und woher, da er noch viele andere herrliche Exoten sein eigen nennt. Zitronenlust in Karlsruhe-Durlach das ist des Quelle seines nicht nur zitronigen Fruchtreichtums – und – Huch: Zum Glück sind die grauen Menschen noch nicht so weit, dass uns auch noch im analogen Datenaustausch Maulsperren verabreicht werden!

Fühlt Euch also so frei nach Zitronenlust Punkt de zu suchmaschinen, werdet fündig, erfreut Euch am Angebot und, wenn Ihr nicht allzu weit weg wohnt, fahrt hin und lasst Euch von all der umwerfenden Fülle und Artenvielfalt überraschen, so wie es uns erging 🙂 – außerdem sind die Zitronlust-Menschen einfach nur wunderbar freundlich nett und hilfsbereit!

Karlsruhe und Karlsruhe-Durlach sind immer eine Reise wert. Ich hab die Schmähung „Beamtenstadt“ noch nie nachvollziehen können, fühlte mich hier schon vor über 30 Jahren sehr wohl, als ich noch täglich in die Stadt zum Arbeiten pendelte. Ja, Beamte gab und gibt es hier immer noch und ich bin noch immer sehr froh, dass ich drei Monate vor meiner selbigen kündigte, denn sie hätte mich ehrlicherweise verblöden lassen, aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.

Wir fuhren von Zitronenlust mit einen Yuzu-Bäumle samt Blüten- und Fruchtansatz wieder heim und zwar aus genau dem Grund, weil die Yuzu recht winterhart ist und so in zwei bis drei Jahren im Garten tatsächlich überwintern darf. Juhu!

Mitgenommen haben wir aber noch einen anderen meiner pflanzlichen Traumerfüller: Ein süßes Mandelbäumle – ja, es sieht schon sehr süß aus, süß aber meint in diesem Fall, dass es süße Mandeln zur Eigenverwertung tragen wird. Juhujuhu!

Das Mandelbäumchen wird als nicht erst einmal in einem großen Pflanztopf stehen, sondern gleich fest eingegraben werden.

Und es gibt noch ein drittes Juhu zu vermelden:

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Eine Kuckucks-Lichtnelke (so ein digitaler Scheiß, denn ich verkneife mir jetzt tatsächlich sämtliche Verlinkung …) wächst im großen Blumentopf neben dem Zwergpfirsich.

Warum ich mir darüber einen zweiten Nabel in den Bauch freue?

Ganz einfach:

Sobald ich irgendwo Samenstände von Wildblumen/Unkräutern entdeckte, zwicke ich, wenn es keine einzelnen Pflanzen sind, genau einen (!!!) ab, und verstreue die Samen in meine Pflanzkübel. Manchmal tut sich nichts, vielleicht weil die Bedingungen nicht die richtigen sind, was ich vorher nie weiß, da ich mir nicht merke, was ich da versame (so ist die Überraschung größer und, so bilde ich mir ein, die Vielfalt), vielleicht, weil es sich irgendein Tierlein schmecken ließ, was auch völlig in Ordnung ist. Manchmal werde ich mit wunderschönen Blumen, so wie eben mit der Lichtnelke überrascht ♥!

Gekochte und geschmeckte Erinnerung: Lammbeuschl

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Meine Großmütter kochten nach dem so schön neudeutschen Prinzip „from nose to tail“ aka „vom Näsl bis zum Schwänzl“, ganz einfach deshalb, weil der Luxus Lebensmittel nicht zu verwerten, sondern zu bewerten, noch gar nicht erfunden war.

Gekocht wurde was da war. Je nach Erntezeit und/oder Marktangebot.

Meine familiengeschichtlich geschmacklichen Wurzeln sind ein ein Geflecht aus Böhmen, Tschechien, Sachsen-Anhalt, Westfalen, Schlesien, Allgäu/Oberbayern, Schwaben und Baden. Eine ganz schöne Melange also.

Dieses verwerten, nicht bewerten liegt mir in den Genen, saugte ich mit der Muttermilch auf, lebte, lebe ich und will damit bis zum letzten Atemzug nicht aufhören, denn unauflösbar darin verwoben ist darin der Respekt vor dem, was uns Leben lässt, überhaupt der Natur und darüber habe ich schon so oft geschrieben, dass ich es mir spare, das auch hier noch einmal zu wiederholen.

Beuschl kochte meine Oma mit dem Prinzessinnennamen unvergleichlich gut. Durch ihren unaufdringlich anschaulichen Unterricht waren Innereien nie etwas, was mir mit Ekel und/oder Abscheu verbunden war, wofür ich nicht nur ihr, sondern auch meiner Blumennamenoma und meiner Mama sehr dankbar bin, die das ebenso hielten. Eine Leber ist nicht weniger wert als ein Steak oder ein Filet und umgedreht.

Auch mein Mann und ich halten das ebenso und so stehen sie bei uns immer wieder mal auf dem Esstisch. Wir kaufen unser Lamm im ganzen zerteilt direkt beim Schäfer, für den das so ebenso wichtig und richtig ist und von dem wir wissen, dass er diese Berufung mit Leib und Seele ausfüllt und lebt.

Für mein Beuschl setze ich vorher gesäubert und gewässert Lunge, Herz und Nieren zusammen mit Sellerie, Tomaten, Lauch, Zwiebel, Knoblauch, Lorbeerblättern, ohne das Weiß fein abgeschälte Zitronenschale, zerdrückte Pfefferkörner, Salz und einem Sternanis auf. Erwärmt wird es bis zum Sieden, auf keinen Fall blubbernd kochen lassen! Dann runterschalten, für ca. eine Stunde garen und dann im Sud erkalten lassen. Die Innereien in feine Blättchen schneiden. Eine leicht gebräunte Mehlschwitze aus 50 g Butter und 50 g Mehl herstellen, diese mit abgesiebten Kochsud und wenig wirklich gutem, dunklen Balsamico ablöschen und für eine Viertelstunde kochen lassen, mit etwas saurer Sahne aufquirlen und dann die Beuschlblättl hineingeben. Abschmecken fertig.

So schmeckt es wie bei meiner Oma, meine persönliche Note aber: Zusätzlich habe ich es mit Majoran (Sachsen-Anhalt lässt grüßen) und einem Hauch Piment d’Espelette abgerundet.

Dazu böhmische Mehlknödel.

So fein und gut!

 

Ev van de Ätz – oder – Ab wann wird ’ne Alte schrill?

Es geschah in einer Zeit, als Musik von der Platte kam, aus der Cassette, vom Band, aus dem Radio. So wie „Yellow Submarine“, das erste Lied, dass ich UKW bewusst hörte, fühlte, erinnerte, damals so 66/67.

Musik fand auch im Fernseher statt. Marika Rökk schmiss ihre von Volants umwehten Beine in die Luft, Peter Alexander, Karel Gott bei meiner Oma mit dem Prinzessinnennamen, „Erkennen Sie die Melodie?“, Frankenfeld und „Dalli-Dalli“ mit Hans Rosenthal  bei meiner Oma mit dem Blumennamen und einmal in der Woche die Hitparade mit diesem Moderator, der sich wie der ondulierte Versicherungsvertreter von nebenan bewegte, auch aussah und sprach wie ein Maschinengewehr schoss.

Papa spielte Musik von der Platte: Chuck Berry, Porgy and Bess, Esther & Abi Ofarim, Elvis, versteelgitarrte Countrymusic, Daliah Lavi,  Little Richard, Natbush Citylimits mit Ike & Tina Turner, Die Insterburgs, insgesamt sehr viel Rock ’n‘ Roll, auch E-, im Großen und Ganzen aber mehr U-Musik.

Die Bandbreite war sehr groß, nur eines lief bei uns nie: Schlager.

Meine ureigenen Musiklieben begannen sich in den 70ern zu bilden. Englisch, Deutsch, querbeet in recht großer Bandbreite, ich wollte mich damit nie in einer Schublade festlegen lassen. Nur eines lief bei mir nie: Schlager.

Diese Humta-Humta-schöne-Maid-Welt in ihren austauschbaren Liebesbreintonationen  im immer gleichen DicoFox-Stampf war mir von Beginn an zuwider.

Nicht dass es z. B. mit Su Kramer, Katja Ebstein, Juliane Werding, Reinhard Mey, Fredl Fesl, um nur einige beispielhaft zu nennen, nicht tolle andere Interpreten gegeben hätte, die sich damals schon davon abgehoben haben.

Aber ich schweife ab. Über Schlager per se wollte und möchte ich nicht schreiben.

Warum ich es trotzdem tue?

Nun, es gibt im Fernsehprogramm neben meinem täglichen Pflichtprogramm Nachrichten nicht viel, das ich tatsächlich zielorientiert verfolge. Ich mag Dokus, Natursendungen, Zeitgeschichte – und Musik. Genauer: Von Beginn an gefiel mir „Sing mein Song“  mit seinen ungewöhnlichen Zusammensetzungen verschiedenster Interpreten und deren zum Teil noch ungewöhnlicheren Interpretationen und Neuumsetzungen von Liedern und auch Texten außergewöhnlich gut.

Einsamer Höhepunkt mit weiterhin nachwirkendem Gänsehautfaktor ist mir Samy Delux Version (2016) von Wolfgang Niedeckens „Kristallnacht“, einem Lied, einer Melodie, einem Text, das mich vom ersten Hören 1982 (was der einzige Grund war, mit die LP „Vun drinne noh drusse“ damals zu kaufen) fesselte und so definitiv ein Teil des Soundtracks meines Lebens ist. Nur nicht mehr im Original von BAP, sondern eben so, wie es Samy Delux singt/rapt, mir damit meine Seele vibrieren lässt, meine Nackenhaare aufstellt und mir jedes einzelne Mal die Tränen kommen!

In diesem Jahr habe ich mich folglich sehr auf die 5. Staffel gefreut, darauf, mich auf Neues, Unbekanntes, Ungewohntes einzulassen. Bis ich das erste Plakat, die erste Werbung sah und mitten drin Mary Roos. Ich musste kein Wort sagen, mein Mann reichte ein Blick auf mich, um in heftiges Lachen auszubrechen. „Mary Roos“ sagte er „lass dich doch einfach drauf ein. Vielleicht bist du sehr positiv überrascht“. Er hätte es besser wissen können, denn etwas in der Art sagte ich ihm 2014 bei Roger Cicero. Der mir gut gefiel :).

Nun, ich ließ mich drauf ein. Bis zu diesem Punkt, als sie sagte „Ich will eine schrille Alte sein“. Häh? Schrille Alte? Vorab, dieser Duktus ist für mich absolut positiv besetzt, gekrönt von der unvergessenen & unvergleichlichen Lotti Huber – abgesehen davon, dass sie nicht schrill wollte, sondern schrill lebte und schrill hieß in diesem Fall, ganz sie selbst zu sein, Schätzelchen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, was Dritte dazu dachte. Authentisch anders halt. Verbeugung & Verehrung!

Denke ich an Mary Roos in den 70ern, dann mit der Assoziation „OWL Schützenfest, wo ihre Musik aus dem Festzelt neben dem Autoscooter schalte und es nach Alkohol und Kotze stank“. Diesem einen Fest im Jahr, an dem Honoratioren und braven Familienväter im Vollsuff die Sau raus ließen. Diese Biedermänner in Uniform und Orden, die jeden Sonntag brav in der Kirche ihre Sünden beichteten und deren Frauen im Festzelt mit dem Vikar ihre Runden drehten und jeder genau wusste, was sich sonst noch drehte.

So normal.

So ätzend.

Nun als Mary Roos neben solch einer Chanteuse wie Leslie Clio, neben Judith Holofernes. „Sie ließ es krachen“, hieß es danach darüber, wie sie Spinner intonierte. Für mich war es noch immer nicht mehr wie Festzelt und insgesamt die schwächste stimmliche Leistung jeden einzelnen Auftritts in dieser Sendung von Anfang bis hier her.

Von schrill mal ganz abgesehen.

Oh, warum nicht so jemand wie Marianne Rosenberg? Ihr hätte ich das alles abgenommen.

Aber ich verstehe ja schon einen Bikersaisonauftakt mit T. Marshall als Highlight (aber vielleicht ist er ja der Valentino Rossi der Schlagerwelt und nur ich bekam davon niemals was mit …) nicht und auch nicht, wie man einen Heino Rammstein „singen“ hören will.

Die Siebziger mögen so hip sein, dass sie durch die Decke schießen, deshalb wird das Leben, das man darin gelebt hat, in all seiner trotzdem damalig eben auch vorhandenen  Bigotterie und Spießbürgerlichkeit nicht niedlicher, lustiger oder schöner.

 

 

 

 

 

 

 

Eigentlich ist Eigentlich eigentlich obsolet

Es gibt richtige Wörter, falsche Wörter, liebliche, rasende, wahnsinnige, gute, schlechte, phantasievolle, hassenswerte, beseelte, märchenhafte, tötende, tröstende, wahre, trauernde, feiernde, lügende, kraftspendende, tanzende, leidenschaftliche, zerstörende, träumende, wohlschmeckende, magische und manche Wörter sind so extensiv im alltäglichen Gebrauch, dass sie schon wieder überflüssig sind.

Eigentlich.

Ist so ein Wort.

Eigentlich ist laut Duden ein Adjektiv wie tatsächlich und wirklich.

Immer öfter aber wird es immer wieder genutzt, um Meinungen, Ansichten, Aussagen dahinter zu verstecken, nivellieren, abzuschwächen.

„Ich bin ja der vollen Überzeugung, dass blablabla, aber eigentlich ist es doch so, dass blablabla.“

Aus diesem Grund vermeide ich das Eigentlich. So wie auch „wir“ und „man“, die ich für klare Kante durch „ich“ ersetze.

Weil ich keine Lust habe, Inhalte zu verschwiemeln.

Weil ich keine Lust habe, mir im Vorfeld zu überlegen, meine Sätze in so belanglos wie möglich gelegte Neutrale zu sezieren, damit mich nach ihrer Freilassung bloß niemand irgendwie festnageln könnte.

Weil ich mir nicht überlegen will, was ich wie, wann, wo, wem gesagt haben könnte, sondern meinte und sagte.

Weil im im Präzisen nichts vernebeln will.

Ganz abgesehen davon, ist viel zu oft die Aussage dessen, was durch das Eigentlich nicht erwähnt wird, viel aussagekräftiger als das, was dadurch umlabert wird.

Der Balkongockel ist der Chef vom ganzen Garten

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Schon seit vielen Spatzengenerationen brüten Sperlinge direkt an unserem Haus, noch nie aber, ich schwöre, war ein solch charmanter Spatzenhahn dabei wie in diesem Jahr.

Und ja: Er macht keinen Hehl daraus, dass es hier nun einen einzigen Chef geben kann, nämlich ihn ♥!

Es ist eine solche Freude und auch Ehre, Teil ihres Lebens sein, für ihre Ernährung zu sorgen und ihnen Schutz bieten zu dürfen.

Ich kann echt nicht behaupten, einen grünen Daumen oder gar große Ahnung vom Gärtnern zu haben, es ist wie es ist, aber oder besser doch oder denn: ich habe einen ganz großes Herz für alles, was bei uns lebt, kreucht, fleucht, blüht, wächst!

Ich mach halt einfach.

Dieses Jahr blühten Kirsch- und Apfelbaum zugleich, was sehr ungewöhnlich ist. Die Kirsche trägt bereits viele kleine, grüne Fruchtstände, der Apfelbaum hingegen verschwendet sich noch immer hingebungsvoll mit weit gespreizten Blüten, deren herrlicher Duft regelrecht sämig von jedem Blatt tropft:

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Auch die Aronia ist voll erblüht und ihren viel kleineren und filigraneren Blüten ist deutlich die Verwandtschaft anzusehen:

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Zwei Schnirkelschnecken im Meerrettichbusch:

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Umkränzt und bekrönt von einem zart duftenden, weißen Blütenmeer und mittendrin ein prachtvoller Immenwolf, schon ganz berauscht vom Blütenpollenschlaraffenland:

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Und überhaupt noch viele Blüten mehr. Größere und kleinere:

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Zumachen!?

In unserem direkten und größeren Umkreis wurden und werden immer mehr Verbindungen zugemacht, wegen Überholung, Neubau, Sanierung.

Wohl dem, der Ortskenntnis und/oder ein wirklich gutes Navigationssystem hat.

Arztpraxen, ärztliche Einrichtungen schließen wegen Überalterung der Inhaber und wegen finanzieller Erwägungen.

Wohl dem, der mobil genug ist, weiter weg zu fahren, dessen kognitive und digitale Fähigkeit dazu ausreichen, ein selbstbestimmter und mündiger Patient zu sein. Wohl dem, der über ein soziales Netz verfügt.

Erst gaben die vielen kleinen und tatsächlich noch ihr Handwerk ausübenden Bäcker auf, nun beginnen die kleinen und tatsächlich noch ihr Handwerk ausübenden Metzgereien zu sterben, weil sie der immer größer werdenden Bestimmungs- und Vorschriftenlawine nicht mehr Herr werden können und weil man sich zwar gerne ein Grillequipment im vierstellige €-Höhe hinstellt, das aber gerne beim plasteverpackten Discounterqualfleisch einspart, weil Gutes da so billig ist.

Gelackmeiert sind all die, einen Diesel fahren, weil sie den Industrielügen glaubten, dass der für die Umwelt besser sei. Jetzt machen die Kunden bei Diesel dicht und es wird immer deutlicher, dass auch bei Benzinern gelogen wird, dass sich die Balken biegen. Macht ja nix, denn der Dumme ist ja der, der am Lenkrad sitzt und all die Lügen für wahr hielt.

Wohl dem, der nicht auf ein Auto angewiesen ist, um zum Arzt, der ärztlichen Einrichtung, zum Einkaufen jenseits eines Discounters zu kommen. Von der Arbeitsstelle ganz zu schweigen

Fleischesser sind Leichenfresser skandieren die, die das nicht tun, aber ihr plasteverpacktes Sojaschnitzel im Biosupermarkt mit reinem Gewissen kaufen, ohne dass es sie interessiert, dass in Brasilien Urwald für gigantische Monokulturen genveränderter Sojaplantagen gerodet wird.

Wohl dem, der kein exotisches Superfood braucht, Erntekalender kennt, regionale Erzeuger unterstützt und eine Hornisse von einer Erdhummel unterscheiden kann.

Private Blogs ohne jegliche kommerzielle Interessen schließen wegen DSGVO, weil sie kapitulieren vor dem Amtssprechdeutsch, aus Angst vor Bußgeldern, weil all diese Fachausdrücke, auf die sie bei ihren Recherchen stoßen, sie, so auch mich, hemmungslos überfordern, aber (so gerade gelesen) „Dummheit nicht vor Strafe schützt“. Danke übrigens für dieses Attestieren.

Wohl dem, der nicht zu dumm ist.

Wobei, heisst es nicht „Seelig sind die geistig armen, denn ihrer ist das Himmelreich“?!

Ich bin sehr gespannt, wie die digitale Landschaft ab dem 25.05. aussehen wird. Illusionen, dass etwa den grossen Datenkraken dadurch die Datenquellen abgegrenzt werden, gebe ich mich nicht hin. Das wäre dann doch viel zu vermessen ;).

Zumachen ist für mich (noch?) keine Alternative.

Traurig, was für groteske Züge unsere Gesellschaft in immer größerem Ausmaß annimmt.

Freiwillig, unkommerzielle, völlig gegenleistungslose Werbung: Müller Lebensraum Garten & Elliot’s Café in Mauer

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Die Herzensfreundin und ich konnten uns endlich wieder zum gemeinsamen Frühstück treffen und entschieden uns dafür dieses Mal nach Mauer zu Müller Lebensraum Garten zu fahren, wo angeschlossen in diesem Jahr das heiß erwartete Café Elliots eröffnet wurde.

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Anna war schon im Vorfeld hier und jedes Mal sehr begeistert. Nun bin auch ich es!

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Das Café ist tatsächlich mehr, es ist wirklich ein Platz zum Genießen, Ausspannen, Klönen, Feiern, Chillen, Seele baumeln lassen.

Unerlässlich ist für einen solchen Platz natürlich die Speisekarte, die auch von meiner Seite aus keinen einzigen (Allergiker-)Wunsch offen ließ.

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Anna entschied sich für Kaffee und van Nahmens Rhabarbernektar und ich mich für Graceful Earl Grey von Teahouse Exclusives.

Alles so fein, frisch, tatsächlich hausgemacht:

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Auch der persönliche Service vom Feinsten: Stets zur Stelle, aufmerksam, freundlich, unaufdringlich, sehr, sehr nett – was nützt denn auch das beste Essen, wenn die menschliche Komponente nicht stimmt?!

Apropos Frühstück: Hier gibt es nicht nur das, sondern noch viel mehr, wie auch bei derLöffelmeter-Rezension nachzulesen.

Auch feiern lässt es sich hier bestens so mitten von sehr viel Natur umgeben und natürlich von sehr viel feinem Design – oh, diese Werkbank ♥:

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Definitiv der schönste Gastro-WC-Bereich im ganzen Kraichgau!

Auch erstklassiges Schnickeldi gibt es zu entdecken und zu erstehen, wir kamen an den Candle Clay Kerzen „by Wikholm Form. Sweden“ nicht vorbei – bei mir Premiere, denn normalerweise nehme ich bei Duftkerzen sofort angewidert Reißaus. Hier nicht und so duftet sehr dezent Linnen/Cotton und fühlt sich an, als wäre ich gerade völlig entspannt aus der Dusche gekommen – Anna mochte es sehr viel lieber mit Guave fruchtig ;).

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Wir frühstücken, essen, genießen sehr gerne zusammen, wir lassen uns beide sehr gerne von allem möglichen inspirieren und stehen beide total auf Natur, Garten, Pflanzen und deshalb ging es dann direkt vom Elliot’s in Müllers Lebensraum Garten:

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Ein absoluter 1 mit *-Tipp für alle Garten- und Pflanzenliebhaber.

Ich bin hier schon seit vielen Jahren eine zu 100 % überzeugte Kundin, nicht nur dass die Pflanzen durchweg von sehr guter Qualität sind, auch hier überzeugt mich der menschliche Faktor mit seiner absoluten Freundlichkeit und Serviceorientierung.

Ist einfach so!

Diesen Beitrag habe ich absolut freiwillig und ohne jegliche Gegenleistung geschrieben – das kann und möchte ich in Zeiten von DSGVO einfach nicht genug betonen. Ich bin seit 2004 Bloggerin ohne monetäre Interessen, Wünsche, Ziele, Veranlassungen. Ich schreibe keine Werbebeiträge, nichts zu dem ich aufgefordert werde oder gegen irgendeine Entlohnung und so wird das für die Zukunft bleiben. Ich besitze keine Visitenkarten, die ich verteilen könnte, keinen fb-, Twitter-, Instagram-Account. Ich stelle mich nicht mit meinem Blog vor, nicht digital, sondern leibhaftig als die Ev die ich bin – what you see is what you get – und vielleicht ergibt sich irgendwann in einem Gespräch, dass es diesen gibt, zuallermeist aber nicht. Ich will über nichts schreiben, was zur Folge hätte, dass ich mich irgenwie verbiegen müsste. Ich schreibe, weil das Schreiben mir in erster Linie lieb und teuer ist. Ich schreibe, weil ich Spaß und Freude daran habe. Ich schreibe, weil es mir gut tut. Ich schreibe für mich. Ich freue mich, wenn ich damit Leserinnen und Lesern eine Freude machen konnte. Zum Blog gekommen bin ich nach einer schweren Erkrankung in einer Zeit, als das Lesen solcher privater Blogs wie nun meinem, wie Balsam für mich war. Ich habe in dieser Zeit dadurch viele Menschen kennengelernt, die meisten sehr lieb und nett und nach wie vor eine so große Bereicherung, dass ich sie nicht mehr missen möchte. Natürlich habe ich auch einige, ganz wenige, an einer Hand abzählbare Arschlöcher, Blender, einfach durch und durch schlechte Menschen kennengelernt, so etwas bleibt nicht aus, denn hinter Wörtern, das ist einfach so, lässt sich sehr viel verbergen. Auch diese Erfahrung möchte ich nicht missen. Wer meint, mich allein durch dieses Blog zu kennen oder zu wissen, was für mich gut ist, der sitzt auf einem ganz falschen Pferd, denn er ist nur eines: Ein Aspekt meines Lebens, ein sehr lieb gewonnener, aber halt eben nur einer ;).

Schon meine Oma mit dem Prinzessinnennamen betonte immer wieder, dass man nie zu alt zum Lernen und für Neues sei und nach diesem Grundsatz lebe auch ich.

Kondensstreifig

Dieses starke Himmelsazur wurde lediglich und ausschließlich von sich weitläufiger ausfransender Kondensstreiferei duchfurcht, ähnlich den rot ödematösen Juckkrattzstreifen auf Allergikerhaut.

Beim Morgengang durch die Stadt fielen sie mir auf, da ich diese Zeit zwar auch zur Vor- und Nachbereitung meiner Aufgaben, dem Versenken meiner Nase in diverse Blüten, zur Kontemplation, aber auch der Rundumschau meiner schweifenden Blicke widme. Diese Mal dem himmelwärts gewandten.

Mir, der noch nie Geflogenen, drängt sich dann nicht Fernweh auf, denn mal ehrlich, im Grunde ist die Welt doch auch nicht größer als unser Dorf, weshalb mir der Drang zu Fliegen bisher auch nie ein zwanghafter wurde.

Ich frage mich ganz anderes:

Waren all diese Flieger vollbesetzt, ausgelastet und somit notwendig? Was trugen sie für Waren und erst recht welche Erwartungen, Wünsche, Emotionen, Ziele mit sich hin und wieder zurück: Lust, Frust, Freude, Wut, Enttäuschung, Liebe, Trauer, Abenteuer, Pflicht, Zärtlichkeit, Wissensdurst und Drang?

Dehnungsstreifen sind das ;)!