Wäre ich Kinski und suchte nach Erdbeerrot, …

… dann schöb ich mir die herrlich reifen roten Walderbeeren mit allen Fingern in den Mund, zerdrückte sie mit meiner Zunge am Gaumen, um ihre musig warme Süße zu schlürfen, zu schlucken, ganz ohne Kauen.

Küssen aber würd ich mir die Lippen wund am knallprallen Erdbeerspinatrot, das so langweilig nach gar nix schmeckt.

Traurig

bin ich, denn Blogland ist nicht mehr, was es mir war.

DSGVO beschäftigte mich über längere Zeit und zu Beginn war ich sehr ratlos, wusste nicht, wie und ob ich überhaupt weitermachen wollte oder einfach aufhören, alles löschen sollte.

Ich schrieb mehrfach, dass Aufhören keine Alternative für mich ist und so schreib ich einfach weiter. Ich bin neugierig, wo Blogleben in einem Jahr stehen, was es mir dann noch bedeuten wird.

Was mich schwermütig macht, ist meine geschrumpfte Blogroll – davon mal abgesehen, habe ich es nicht geschafft, die „alte“ diefarbeev auf jimdo rechtzeitig DSGVO-konform zu setzen, weshalb ich sie nicht gelöscht, vorerst aber nur für mich sichtbar gestellt habe, bis auch dort – hoffentlich – nichts mehr Angriffsfläche bieten könnte. Die weit über 400 Artikel hier zu kontrollieren, nahm bereits sehr viel mehr Zeit in Anspruch, als mir klar war und auf meinem Vorherblog sind noch wesentlich mehr …

Was mich betroffen macht:

Am Wochenende haben mein Mann und ich uns über ein Foodtruck-Festival probiert, ich aß sehr leckere äthiopische Sambusas, wollte ein Bild quer über den Platz machen und mein Schatz meinte trocken „Lass es, es sind noch zu viele Datenfragen offen“ . meine Güte, wohin kippen wir da gerade im schlimmsten Fall nur ab?

Und fb testet in Europa die Gesichtserkennung …

Wer schützt mich denn davor, ob ich dort irgendwie vermerkt/markiert bin? Und noch viel mehr die User dort, denen gar nicht klar ist, wie sie weiter manipuliert, analysiert werden?!

So viele Mitbloggerinnen haben ihre Blogs geschlossen und ich vermisse jede Einzelne. Gesichtsbuch und ist bleibt für mich keine Alternative. Vor einigen Jahren ließ ich mich dort naiv hineinschwatzen, machte meine Erfahrungen und die muss ich nun wirklich nicht noch einmal wiederholen. Ich brauch das nicht.

Digital gesehen ist mir durch DSGVO seit dem 25.05.2018 ganz viel Unbekümmertheit und Freude am Teilen, Lesen, Mitmachen, Zeigen genommen worden, was für mich, für mich als private Ev, eine Beschneidung einer Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung bedeutet und das ist mir alles noch schlimmer als meine Schwermut, Betroffen- und Traurigkeit.

 

Sensibel

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

Nicht.

Schön wäre es, sei es so.

Freies Bloggen mit „Gefällt mir“- oder „Like“-Button, mit Verlinkungen, mit einer Kommentarfunktion, einer Blogroll hat heute mit der DSGVO ein Ende für all die, die sich ihren Bestimmungen nicht gewachsen und/oder von ihnen überfordert fühlen.

Ja. (Digitale) Daten sind kostbar, sensibel, machtvoll. Illusionen gibt sich jeder hin, der sich im digitalen Netz bewegt und denkt, dabei keine Spuren zu hinterlassen. Was seit langer Zeit an Informationen über den Umgang mit selbigen bei Gesichtsbuch geschieht, müsste eigentlich mittlerweile jeden www-Schwimmer erreicht haben.

Diese neue Verordnung zum Schutz von Userdaten sollte/wollte/möchte dem einen Riegel vorschieben, was richtig und gut ist.

Im Netz gibt es Große und Kleine, alle werden nun gleich behandelt und wie das im Leben so ist, werden auch weiterhin manche gleicher als die anderen Gleichen sein. Leider. Denn unsere Daten, die sind nicht nur machtvoll, sensibel, kostbar, sie sind auch von monetär unschätzbar hohem Wert und so werden sie auch weiterhin geschürft, ausgebeutet und gewürgt, bis sie nichts mehr hergeben.

Ich kann viel, aber ich bin keine digitale Blitzdüse, will aber auch nicht mit dem Schreiben aufhören und so schreibe ich weiter. Ohne „Gefällt mir“-Button, ohne Verlinkungen, ohne eingeschaltete Kommentarfunktion. Ohne solch eine wunderbare Blogaktion wie in der vergangenen Adventszeit mit dem Teeadventskalender. Ohne zu viele über 15 Jahre hinweg lieb gewonnene Blogs, die ihre Pforten schlossen vor Angst, für mögliche Fehler, derer sie sich gar nicht bewusst sind, abgemahnt und finanziell belangt zu werden.

Und Ihr, die Ihr als selbsternannte Blog-Intelligenzia alles besser wisst und könnt, spart Euch Euer Gewinsel über das vermeintliche DSGVO-Mimimimi derjenigen, die eben nicht so überragend intelligent und eloquent sind wie ihr. So funktioniert nämlich Gemeinschaft, die sich immer aus unterschiedlichen Wissenständen, unterschiedlichem Können, aus sehr viel könnenden Individuen und aus weniger könnenden Individuen zusammensetzt. Merkt Ihr eigentlich noch, wie dumm und überheblich Eure Arroganz ist? Ihr dürft Euch ausgleichend gewiss sein, dass auch Ihr irgendwann einmal kapitulieren werdet und dann bleibt auch nur zu wünschen, dass niemand seinen moralinsauren Überheblichkeitsätznatron über Euch ausschüttet und so alles noch schlimmer macht.

Schreiben um des Schreiben willens.

Ja, vielleicht wird alles gar nicht so heiß gegessen werden, wie es nun gekocht wird. Vielleicht. Vielleicht wird das Bloggen irgendwann wieder zu etwas Leichtem, so wie es bis gestern war. Vielleicht. Und wenn nicht, dann kann ich davon erzählen, wie es war in diesen Jahren, was dort an Wahnsinn, viel mehr aber noch an Wunderbarem passierte. Wie sich dort Freunde fanden, sich Beziehungen knüpften, wo man nicht alleine schrieb, sondern sich vernetzte in einer Zeit ohne allmächtige Datenkraken, die es sich leisten können, keine Fragen auf drängende Antworten zu geben.

Ich bleibe hier.

An meinem Schreibort und werde sehen, was ich am 25. Mai 2019 über heute gelernt haben werde.

Auf Wiederschreiben all Ihr wundervollen Leute, die Ihr mir meine 14 Blogjahre bereichert habt.

Ich danke Euch und werde weiter an Euch denken.

 

Gelesen: 2 x Picasso, die Frauen und die Liebe

Im Reader speicherte ich zufälligerweise zwei Romane hintereinander ab, die sich beide um Picasso drehen:

Erstens.

Monsieur Picasso und der Sommer der französischen Köstlichkeiten“ von Camille Aubray

Es tauchen einige Kunstwerke und tatsächliche Personen aus dem Leben von Picasso auf, ansonsten entspinnt sich rundherum reine Fiktion. Die Erzählung spielt in zwei Zeitebenen rund um drei weibliche Hauptpersonen und das (voraussehbare) Geheimnis, das sie mit Picasso verbindet.

Locker, flockig, leicht geschrieben, eine perfekte Urlaubslektüre.

Zweitens.

Madame Picasso“ von Anne Girard.

Dieser Roman hier hat, obwohl nicht autobiographisch, sondern fiktiv um die Liebesgeschichte und all die tatsächlichen Personen rund um Picasso und Eva Gouel aufbauend, eine ganz andere Güte und dadurch wesentlich mehr Tiefgang. Sehr akribisch und merkbar mit Liebe, sehr intensiv geschrieben.

So sehr, dass ich mich nach der letzten Seite auf eine kleine Internetrecherche nach ihnen und z. B. auch Fernande Olivier begab. Die ganze Erzählung in sich hat mich sehr berührt, sodass ich das Buch, nicht mehr aus den Händen legen könnend, innerhalb kürzester Zeit las. Müsste ich mich für eines der beiden entscheiden, würde meine Wahl definitv auf dieses treffen.

 

Insgesamt eröffnete das erste weniger, das zweite sehr viel mehr, auch wenn beides „nur“ Romane sind, kurze Blicke in das Innenleben dieses einzigartigen Künstlers und die Menschen, die mit ihm, um ihn herum lebten.

Bei den, nun ja, einen oder anderen expliziten Verführungskraft des Genies, hörte ich in solchen Momenten James Brown, wie er mit seiner rauhen Stimme Sex Machine singt – ja, lacht ruhig, denn wenn mich eine Erzählung fesselt, dann ergeben sich mitten dabei immer wieder mal mit dem Gelesenen verknüpfte Assoziationen. Das ist einfach so :)!

 

Komma

In meinen Kopf bollern dumpf die Nachwehen der Regenmigräne gestern, während ich meine Soll-Zeiten kontrolliere.

Hin und her schiebe ich mich wie eines der Kommas in meinen Excel-Tabellen, wo ein ganzes Leben sich in teilnahmslose Nummern wandelt, deren einzige Verzierung die §-Paragraphen sind, die so viel Leid hinter ihren Bögen verstecken, für die, die sie nicht erkennen können.

Dem Schmerz dort widersetzen und dem, der in meiner Kalotte hallt. Widersetzen. So ein wichtiges Wort, bei dem ich eine jedes Mal an mit 14, 15 denke und daran, dass es mich die Regel von der Ausnahme, die die Regel bestätigt, zu begreifen und verstehen lehrte, um mir mein Lachen und meine Sicht auf all das Schöne um mich herum nicht wegnehmen zu lassen.

Nachher werde ich meine Gesicht mit geschlossenen Augen in die Sonne strecken, mich in den Duft der ersten Rosen hüllen, mich auf die kleinen Auszeiten freuen, in denen ich nichts muss, nur kann und aus diesem Können schöpfen so viel, bis es mich trägt wie Meereshaut.

Resignation

Der eine Nachbar schneidet alle seine Büsche während der Nistschutzzeit. So wie viele andere im Dorf.

Beim onnere entdeckt die Ehefrau empört und angeekelt „Guck, doh sen Ahmose!“ und er spricht davon, dass er sie „abspritze“ wird. Unter meinem Kirschbaum lauert deren hässliche (ich liebe Katzen, aber diese eine, die ist wirklich hässlich) Katze auf meine Vögel, wenn sie sich ihr Futter holen …

Der Dritte pflanzt nix Blühendes mehr an, weil das Round up trotzdem nur nicht das Blühende blühen lässt und spritzt für das Grün weiter was das Zeug hält „Moment eh mol, die Baure dort drübeh, des sinn die wahre Schuldige“!

Und bei der Vierten wird alles vernichtet, was nicht in Reih und Glied steht.