Ein Ruth Schaumann-Schatz der mich sehr beglückt & ein kleines Give-away, um ein Stück vom Glück weiter zu geben ♥.

Im August erst schrieb ich hier über Ruth Schaumann, deren Erzählung „Der Petersiliengarten“ ich zufällig bei einem Bücherflohmarkt entdeckte. Ihr poetischer Schreibstil zog mich sofort in seinen Bann und rührte die Erinnerungen an die ungezählten Märchen, die ich meine Kindheit hindurch hörte und selber las.

Ich bekam eine wunderbare Mail von einer Leserin, die mir erzählte, dass Ruth Schaumann eine Freundin ihrer Großmutter gewesen war und auch das berührte mich sehr.

Ja und dann bekam ich vor einigen Tagen eine geheimnisvolle Nachricht, in der mir eine Überraschung angekündigt wurde, die ich so gar nicht einsortieren konnte, sehr spannend fand ich das, aber bevor ich antwortete, rätselte ich auch drüber nach, warum mir jemand was schenken wollte, wo wir uns doch augenscheinlich nie persönlich kennen gelernt hatten.

Als ich das recht große, gewichtige Paket dann wirklich in Händen hielt, es vorsichtig öffnete, den aufliegenden (und von Hand geschriebenen!!!) Brief las, konnte ich gar nicht fassen, was mir da vertrauensvoll übergeben wurde:

Die liebe U., deren Großmutter die Freundin von Ruth Schaumann gewesen war, hatte zusammen mit ihrer Familie beschlossen, mir 15 ihrer Bücher in meine Hände zu legen.

Was für eine Gabe!

Was für ein Vertrauen in jemanden, den man nur durch das Lesen begegnete.

Was für eine unendliche Freude!

Ruth Schaumann war eine unermüdliche Lyrikerin, zu ihrer Zeit nicht unbekannt und sehr gerne gelesen und wie ich finde völlig zu Unrecht aus diesem Fokus in Vergessenheit versunken.

Ihr Buch „Amei“ ist doppelt, weshalb ich damit gerne einer weiteren für diese Literatur aufgeschlossenen Leserin eine Freude machen möchte.

Durch diesen Schatz habe ich nun auch ihr Buch „Die Übermacht“ in doppelter Ausführung. Natürlich möchte ich die Ausgabe der lieben U. behalten und so lege ich dieses Buch zu „Amei“ mit dazu und seht, darin steht sogar eine Widmung mit einen Schaumann-Zitat:

Setzt bitte einfach einen Kommentar unter diesen Beitrag, wenn Ihr Euch über diese zwei Bücher freuen würdet. Bei mehr als einem lasse ich das Los entscheiden.

Liebe U.,

wie gesagt, Ihr habt mir diesen Büchern eine unglaublich und unfassbar große Freude gemacht ♥ – ich danke Euch für eine Großzügigkeit und Eurer Vertrauen – und Ihr werdet noch von mir hören!

Herzlichst,

Ev

Heimathafen: Freiwillige, unkommerzielle und völlig gegenleistungslose Werbung (langsam wird es echt lächerlich mit diesen ständigen Werbehinweisen, obwohl hier gar nix kommerziell ist …)

In der Fußgängerzone in Norden lachte mich dieser Wollanblick aus dem dortigen Handarbeitsgeschäft im Neuer Weg an:

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Ein Heimathafen-Bobbel! Und weil ich im Urlaub mit großer Freude eh mit gefachtem Garn strickte, kam er mit zu mir, einer der Heimathafen-Bobbel von der Garnmanufaktur – und für die Herzensfreundin gleich noch einmal einer mit dazu:

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Eine nordischere Farbzusammenstellung als diese hier, die gibt es schon fast gar nicht. Obwohl, eine solche wie diese hier, der wäre ich auch nicht entkommen:

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Nachdem das Sommertop also fertig war, folgte das Heimathafen-Tuch sofort und das Garn ließ sich hervorragend verstricken, lag schon kühl in den Fingern und auch die Knotenübergänge waren sehr schön und ohne Probleme einzustricken.

Mein Friesennerz, das Tuch und ich warten auf ordentlich Regenwetter, keinen Katastrophen-Regen, bei dem viel zu viel und viel zu schnell auf einmal aus den Wolken drischt, sondern schönen Regen, der alles was noch grün ist, sanft umarmt, der nachhaltig das ganze Land wässert, hoffentlich an Bewuchs noch rettet was zu retten ist und Bäche, Flüsse, Quellen, Zisternen wieder auf- und mit Leben füllt.

Nur der Anker, den es als feine Beigabe zum Bobbel gab (was keinesfalls als Kritik zu verstehen ist, weil es nichts zu kritisieren gab und gibt), der war mir zu klein und so baumelt nun unten am Tuchzipfel eine tschechische (die Muschel) und allgäuerische (der Glasfisch aus einer historischen Glasstanze) Coproduktion zusammen mit einem kleinen Filzfisch, den ich dazu genäht habe.

Regen marsch also bitte ♥!

Freundlich radeln: Nicht nur aber auch mit freiwilliger, unkommerzieller, völlig gegenleistungsloser Werbung

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Jetzt ist es passiert: Die Arthrotikerin und ihr Mann fahren Pedelec.

So macht das Radfahren wieder Spaß und zwar einen solch großen, wie er mir in den letzten Jahren definitiv mit dem Rad nicht mehr erinnerlich war.

Arthrotiker müssen sich bewegen, ganz, ganz wichtig ist das, daran kommt keine/r vorbei.

Wenn das Radfahren aber nur noch Schmerz und Qual in einer wie der unsrigen dreidimensionalen Landschaft bereitet, dann rollt das Rad irgendwann nicht mehr, denn dann ist diese Art der Bewegung für die Arthrotikerin nur noch eines: kontraproduktiv.

Im Frühjahr also zogen wir los zu verschiedenen Radhäusern, schauten uns um, recherchierten, stellten viele Fragen in noch mehr Unterhaltungen. Wirklich zufrieden waren wir nie. Mann stellte uns Räder vor und jedes einzige davon war „die allerbeste Wahl“. Natürlich. „Nur noch draufsetzen, losfahren, dann werden sie schon sehen, dass das die allerbeste Wahl ist“. Und natürlich passten alle, wirklich alle, immer zu mir, egal welche Rahmengröße, egal welcher Lenker gerade drauf war oder welcher Sattel. Ermüdend war das und bei keinem einzigen hätte ich dieses beste Rad der Wahl kaufen wollen, wie auch, wenn ich auf meine Fragen immer nur die Antwort bekam „genau dieses Rad da (das worauf die Hand des Händlers lag) ist das beste“.

An einem Samstagmorgen fuhren wir mit einem lieben Kollegen des Mannes zu seinem auserkorenen Lieblingsradladen und wenn ich ehrlich bin, ich war genervt, hatte so gar keine Lust auf den nächsten besten Radvorschlag.

Ankunft bei Fahrrad Fender in Schwetzingen. Begrüßt wurden wir von einem sehr netten Mann, der uns freundlichst seine Frau wärmstens ans Herz legte. Was soll ich sagen außer dass sie (die sehr geniale Chefin) sich sehr viel Zeit für uns nahm, uns von A bis Z beriet, jede unserer Fragen beantwortete, nicht von oben, der Herrenmeisterklasse herab, sondern auf Augenhöhe. Tatsächlich, so was gibt es!

Fünf Räder ließ sie mich ausprobieren, ließ mich ganz genau berichten, stellte sich mit jedem neuen Rad auf neue Kernpunkte um, bis ich mit einem ganz, ganz breiten Grinsen im Gesicht von der Fahrt mit dem fünften Rad wieder auf den Hof kam. Ja, genau, das ist mein Pedelec oben auf dem Photo!

Eines mit der für mich kleinsten möglichen Rahmengröße, denn groß bin ich nicht. Ich sitze so aufrecht auf dem Rad, wie ich mir das gewünscht habe. Der Lenker ist genau der richtige für mich auf meine Handgelenke ausgerichtet.

Als mein Mann und ich unsere Räder abholten, fuhren wir auf ihnen als allererste Tour 40 km nach Hause. Durch Berg und Tal, auf Feld-, Schotterwegen, auf Asphalt und durch Wald und am Schluss wieder den Berg nach oben. Ohne qualvolles Absteigen dieses Mal, ohne schmerzende Handgelenke und – das ist das Beste – mit Knien, die sich nicht schmerzend auf den vierfachen Umfang aufgepumpt anfühlten. Ich konnte absteigen ohne Schmerzen, laufen ohne Schmerzen. Schlapp, ja und angestrengt, aber definitiv glücklich.

Radfahren macht wieder Spaß!

Und weil das so ist, machen wir das so wie früher beim Motorradfahren, wo der Motorradfahrergruß obligatorisch dazugehört. Nein, wie heben nicht lässig die Linke zum Gruß, aber wir grüßen mit „Guten Morgen“, „Guten Tag“ oder „Hallo“ jeden entgegenkommenden Radler und wenn wir kurz die Glocke betätigen, um Fußgängern anzuzeigen, dass da Räder von hinten bekommen, dann grüßen wir natürlich auch und bedanken uns bei ihnen, was immer wieder echt lustig und einfach nur nett ist von beiden Seiten her.

Kein Kampfradeln, kein Krampfradeln – aber Genussradeln, ganz großes Genussradeln!

Und ganz ehrlich:

Gäbe es durchgehend Radwege, dann würde ich mich auch mal für die fast 40 km Arbeitsweg aufs Rad setzen. So wie die Verbindung aber ist, grenzte das (hoffentlich nur noch momentan) streckenweise an Todessehnsucht.

Kunst füttert die Seele: „!frisch aufgestellt!“ – Ein Kunstspaziergang im Skulpturengarten in Schweigen-Rechtenbach

Ja, Kunst ist Nahrung für die Seele und so ist der Rundgang durch diesen kleinen, allerdings sehr feinen Skulpturengarten Genuss und Inspiration zugleich!

Mein Lieblingsexponat aus vielerlei Gründen: „Froschkönigin“ – 3-teiliges Ensemble aus Terrakotta.

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„Echar raices“ (Wurzeln schlagen) – Tujaholz, Metall von Pavel Miguel.

Meine Nr. 2: „Kleiderzwang“ – Gesägtes Holz, bemalt von Stephan Müller.

„Kreislauf“ – Gesägtes Holz, bemalt von Stephan Müller.

 

„Gafas contra radioactividad“ (Brille gegen Radioaktivität) – Birnholz, Blei von Pavel Miguel.

„Einblicke I“ – Eichholz, geschwärzt, lasiert von Dieter Händel.

„Kopf/Bauch“ (zweiteilig) – Gesägtes Holz, bemalt von Stephan Müller.

„Propio motor“ (Aus eigenem Antrieb) – Ahornholz von Pavel Miguel.

„Thron der Winzprinzessin“ – Fassdauben, korrodierter Stahl von Marc Reibel.

Für mich die einzige Skulptur zu der ich keinen Zugang fand, die mich geradezu unangenehm berührte.

Pilzrahmsüppchen mit Croutons

Aus den letzten selbst gesammelten und getrockneten Mischpilzen vom letzten Jahr wurde ein ganz schlichtes und einfaches Pilzrahmsüppchen, wie ich es von meiner Mama und meiner Oma gekocht so sehr liebte:

Die getrockneten Pilze mit heißem Wasser überbrühen, 30 Min. ziehen lassen, über ein Sieb abgießen, das Pilzwasser nicht weggießen! Eine kleine Zwiebel fein würfeln und die Zwiebelwürfel zusammen mit den abgetropften Pilzen in heißer Butter goldgelb anschmoren. Einen guten Löffel Mehl drunter rühren, mit dem Pilzwasser und mit Brühe ablöschen, 20 Minuten köcheln lassen, dann mit flüssiger Sahne verfeiner, würzen, frisch gehackte Petersilie drauf. Fertig. Genießen.

Ich wage schon gar nicht mehr zu hoffen, dass das Wetter uns heuer noch einen Pilzsammelgang ermöglicht …

Zorro!!!

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Zorro ist da – der Kämpfer für Gerechtigkeit!

Aufräumen könnte er mal in den selbstverliebten Stoffhosenträgeretagen der Autoindustrie, in denen niemand danach fragt, was sie für ihr Werk (Mitarbeiter, Kunden, Umwelt), sondern was das Werk noch mehr für sie tun kann.

Seinen Umhang könnte er mal schwingen bei all den ewig gestrigen Neofaschisten, die sich so gerne als die Retter des Abendlandes glorifizieren.

Ordentlich Ordnung reinbringen könnte er bei all den Umweltschweinen, die sich nach mir die Sintflut nicht nur denken, sondern immer noch danach handeln.

Und das wäre nur der Anfang.

Es gibt noch so viel mehr:

Steuerverschwendung, Ferkelhoden, Maismonokulturen, ToGo-Becher, Datenkraken, Wirtschaftskolonialismus, Putenschnabelkapperei, Neonicotinoide, …

Ich wette, Euch fällt noch sehr viel mehr für ihn ein!

Kein goldener Oktober (September, August, Juli, Juni, Mai)

Klar, Sonnenschein ist schön, aber ich gehöre nicht zu den Menschen, die das momentane Wetter nur glücklich macht.

Der Natur geht es in der mittlerweile seit Monaten (noch genauer seit Februar dieses Jahres!!!) anhaltenden Dürre einfach nur schlecht. Wer mit offenen Augen übers Land fährt, kann gar nicht anders, als viel zu viele augenscheinlich bereits verdorrte Bäume zu sehen. Von braunen, völlig vertrockneten Wiesenflächen mal gar nicht angefangen.

Bereits am 03.08.2018 gab es bei Zeit Online einen Artikel dazu.

Sehr interessant auch der MOMA/ARD-Beitrag vom 05.10.2018 über die Auswirkungen auf Teile unserer Landwirte.

Solche Landwirte, wie im Beitrag vorgestellt, sind unermessliche Schätze unseres Landes!

Auch früher hat es schon solche Dürren gegen, der Unterschied zu heute ist nur, dass damals, auch in unserem Land, in der Folge damit bittere Hungersnöte verbunden waren.

So wie das heute in den sogenannten 3.-Welt-Ländern noch immer ist.

Leben bedeutet viel, viel mehr als dauergefüllte Discounter in gefühlt jedem zweiten Ort, mehr als immer neue Reisen an immer neue Urlaubsorte, mehr als täglich neue ungezählte Geiz-ist-geil-Angebote.

Wir brauchen die Natur.

Die Natur uns aber nicht.