Claudia Freiss – Frau Wollsinn – Die zärtlichste Färberin

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Es gibt radikale Färberinnen, starke, schwache, lustige, sucht Euch einfach eine Kategorie aus, die für Euch passt. Die für mich zärtlichste aber, die, die für mich die Farben zu jeder ihrer Färbungen zur Vollendung hinstreichelte, die ist mir Frau Wollsinn.

In Backnang, auf den ersten legendären Wollfesten im Südwesten war es, dass ich sie zum ersten Mal an ihrem Stand sah. Sie war die Initialzündung für meine Liebe zu den skandinavischen Designerinnen, zuallererst mag ich da Annette Danielsen nennen, und durch sie erschloss sich mir auch die Leidenschaft für die von ihnen verwendeten Garne wie vorneweg Isager. Neben all dem sind da auch ihre ganz eigenen Anleitungen:

 

2010 strickte ich ihr Waldläufer-Tuch und in Ergänzung dazu die Waldläufer-Stulpen.

 

2011 folgten die Anleitung und das Material für die Tunika No. 1, für das sie mich so passend beriet.

2017 folgte der Grossraum-Pullover nach Anleitung und Garn von ihr, 2018 ebenfalls nach ihrer Anleitung der geniale In a square-Pullover.

In meinem Stash wartet noch bei ihr gekauftes Isager-Garn für eine Jacke, von der ich noch nicht weiß, ob ich sie wirklich stricken werde oder vielleicht eine ganz andere, denn perfekt dazu passt das Garn in Petrol vom Bild ganz oben, denn ein letztes Mal bei ihr zu bestellen, darauf konnte ich nicht verzichten und da sind ja auch noch all die schönen Tücher, aus ihrem Buch …

Der Wollsinn-Shop, der ist nun Strickerinnen-Geschichte, Claudias Blog aber, der bleibt weiter Pflichtlektüre für mich und ich bin schon sehr gespannt, was sie noch alles erleben, worüber sie noch schreiben wird.

In dem Sinne, liebe Claudia, sage ich wehmütig mit mehr als einer Träne im Augenwinkel Tschüß, ein gerüttelt Maß aber sind Freudentränen, denn zum Glück bleibst Du uns ja als unruheständige Privatmenschin erhalten, das ist das Beste daran – also: Weiter willkommen :)!

 

 

 

Wollfeste im Südwesten seit 2009 – das 11. Jahr in Folge

Irgendwo habe ich letztens einen Satz gelesen, der vom Sinn her aussagte: „Man wünsche sich, dass endlich auch der Südwesten für Wollfeste/Wollmärkte wachgeküsst werde“. Mir ist völlig wumpe, wo das war, viel wichtiger ist, dass ich darauf so lachen musste, dass ich einen Schluckauf bekam und jedes Mal kollert mir wieder ein Lachen die Speiseröhre hoch, wenn ich auch bloß daran denke.

Wolle und Südwesten – Trommelwirbel bitte – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, da ich nicht nach Wollfesten süchtig bin und folgerichtig gar nicht alle besuche, die mir hier bei uns im Südwesten möglich wären:

2009:

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Nehmt das: Die Mutter alle ravelry-Treffen in D. Das allererste Mal und das in Backnang – Südwesten, ick hör Dir trapsen :). Jawohl, das sind tatsächlich Jessica und Casey Forbes.

2010:

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Wiederum ravelry-Treffen, wiederum Backnang. Huch!

2011:

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Das 1. Wollfest in Backnang – ohne ravelry – dafür in der für mich bisher tollsten Wollfest-Location: Der Waldorf-Schule und dieses Bild steht symbolisch für die herausragende Stimmung dort und den Begegnungen und Gesprächen jenseits der üblichen Wollfest-Besucher.

2012:

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Wollfest die 2. in – Juhu – Backnang!

2013:

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Auch in diesem Jahr ein Wollfest in Backnang ♥!

Kein Wollfest, aber trotzdem woll genial: Die Nadelwelt 2013 in Karlsruhe, südwestlicher geht es schon fast gar nicht mehr!

2014:

Über das 4. Wollfest wachte Thekla ;)!

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Auch die Nadelwelt wollte wieder Wolle in Karlsruhe.

2015:

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Der Südwesten wollt doppelt, denn das 1. Kurpfälzer Wollfest in Leimen öffnet seine Pforten!

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Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, im Fall des 5. Wollfestes in Backnang aber auch dem Ende – mit einer großen Träne im Knopfloch, aber doch froh, jedes einzelne Wolle-Event dort erlebt haben zu dürfen ♥!

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Und Wolle zum 3. bei der Nadelwelt in Karlsruhe – do isch elles gebabbelt für die Wolliebhaberin!

2016:

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Das 2. Kurpfälzer Wollfest in Leimen ♥!

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Für die, die es immer noch nicht fassen können: Auch in Straubenhardt, ein bisserl, aber wirklich nur ein bisserl weniger südwestlich als Karlsruhe, gibt es – aber Hallo – ebenfalls ein Wollfest!

2017:

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Zum 3. und letzten Mal das Kurpfälzer Wollfest in Leimen – so schön war es dort: Orga-Team, Aussteller, Besucher – ein ganz besonderer Flair und ein herrliches Miteinander!

2018:

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Erica Carnevale, diese leibhaftige Woll-Granate lässt zum ersten Mal WollLandia in Kieselbronn steigen – herrlichst ♥!

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Wollmarkt in Kirchheim unter Teck zusammen mir der Seelenfreundin – ein Tag so richtig fürs Herz – so schön, seine Leidenschaften teilen zu können ♥.

2019:

Do glotsch, gell, denn auch dieses Jahr vom 09. bis zum 10. März findet WollLandia in Kieselbronn statt. Hopp, lasst die Hosen wackeln, dort geht das Wolljahr für uns wieder los!

Und da wären da auch noch die Nadelwelt in Karlsruhe, das Straubenhardter Wollfest und das Hohenloher Wollfest – alles 2019 – oder, wie man so schön in Neudeutsch sagt: „Woll in your face :)!“

Es gibt so einiges, was der Südwesten brauchen könnte, neben all dem Tollen, was es in ihm schon gibt, nur jemanden, der ihn wollmäßig wachküssen möchte, den braucht er nun wirklich nicht.

Von Schaf & Co. zu Pullover und so …

 

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Heute ist sie noch einmal geöffnet, diese kleine aber überaus feine Ausstellung in der Merian-Schule in Epfenbach. Ich mag ihn sehr, diesen Ort inmitten der Wellen des Kraichgaus, der schon von den Gebrüdern Grimm in der Sage „Der Nixenteich“ erwähnt wurde.

Aufs feinste spinnen konnten sie die Nixen und gesponnen und gewebt wurde in der Vergangenheit zum Broterwerb auch in Epfenbach, worauf ein Hauptaugenmerk in der Ausstellung liegt.

Vorführungen fordern zum Begreifen und Mitmachen auf.

Abgerundet vom Spinnzirkel Eberbach, der seine vielfältigen Räder schnurren lässt:

 

Das Heimatmuseum steuert viele Ausstellungsstücke bei; hinter dem Nähmaschinentisch steht z. B. ein Kienspanhalter. Früher, vor der allgemeinen Elektrifizierung, eine der wenigen Möglichkeiten, so dem Handwerk, das allzu oft, ganz besonders auf dem Land, zum unerlässlichen Broterwerb diente, auch dann noch nachgehen zu können, wenn es dunkel wurde.

Dieser reiche Schatz an alten Kleidungsstücken ist übrigens nur ein kleiner Teil dessen, was im Epfenbacher Heimatmuseum dazu vorhanden und anschaubar ist.

Ich weiß schon, wohin mein Handarbeitswissensdurst mich dieses Jahr definitiv noch führen wird :).

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Die Handschuhe, die Vorfahrinnen einer der anwesenden (und übrigens sehr freundlichen und auskunftsbereiten) Damen gehörten, waren für mich das absolute Highlight!

Die Perlchen am linken in der Farbe milchig kompakt, am rechten hingegen luzid, in beiden Varianten sehr zart und klein. Wir rätselten, wie sie eingestrickt wurden. Da durch sie nicht zwei, sondern nur ein Fädchen hindurchführt, bin ich mir sicher, dass sie vorher aufgefädelt wurden. Was für ein wunderbarer Schatz und ich bin mir sicher, sie waren der ganze Stolz ihrer Besitzerinnen und wurden garantiert nur zu besonderen Anlässen getragen!

Dieser Ausstellung voraus ging eine Projektwoche in der Schule, um den Schülern die Handarbeit und die Geschichte dahinter, gerade in Bezug auf ihren Heimatort, nahe zu bringen. Gerde auch im Hinblick darauf, dass solche Fertigkeiten heute eben nicht mehr zum ganz normalen Alltag gehören.

Ich hoffe, dass sie an diesem Wochenende noch viele interessierte Besucherinnen und Besucher haben werden!

 

 

Manches kommt wieder, anderes geht einfach nicht

Meine Mutter bügelt und ich stehe neben ihr, als sie das Bügeleisen zum Abkühlen aufrecht auf das Brett stellt. „Nicht anfassen, das ist so heiß, dass du dich daran verbrennst“, ermahnt sie mich, bevor sie das Zimmer verlässt. Ich erinnere mich, wie klein ich war in diesem Moment und wie weit oben das Eisen auf dem Brett, nach dem ich mich auf Zehenspitzen streckte. Ich war zwei Jahre alt. Und natürlich legte ich meine Hand ausgestreckt auf die heiße Fläche des Bügeleisens.

Ich habe mich seitdem immer wieder verbrannt: An Bügeleisen, einem Auspuffrohr, Lötkolben, Kochplatten, Küchenherden, nie mit Absicht.

Ich saß auf einem Arm, drei Jahre alt und man hieß das Kind an der zarten, langen Sektflöte zu nippen. Vorsichtig. Ich nippte und behielt die Glaskante gleich drin im Mund. Ich war drei Jahre alt und habe mich seither immer wieder geschnitten, ohne dass ich das gewollt hätte.

Als ich in den 60ern aufwuchs, wurde überall geraucht. Wirklich überall und nicht nur um mich herum, sondern um jedes einzelne Kind. Als ich größer wurde rauchte ich auch. Obwohl es mir nicht schmeckte, weil es alle machten, obwohl mir bei jedem verdammten Zug einer jeden neuen Zigarette davon schwindlig wurde. Ich habe damit aufgehört. Und werde nie weder rauchen. Egal was. Kein Rauch in meinen Mund, meinen Lungen.

Ich wurde dazu erzogen, die linke nach der rechten Wange hin zu halten. Weil sich das so gehört, weil man Schlägern Respekt zollt, wenn sie erwachsen sind, weil Erwachsene Recht haben. Nein. Einfach nur: Nein.

Ich sah die schwarz-weißen Bilder der Mondlandung im Fernsehen und lernte darüber in der Schule. Ein neues Zeitalter, denn der Mensch ist so stark, so intelligent, dass er sich auch das Weltall untertan macht. Nun von der Rückseite des Mondes aus und mittlerweile merkt man, was für ein unheilvolles Erbe all dieser seither gedankenlos zurückgelassene Weltraumschrott in unserer Umlaufbahn darstellt.

Ich wuchs in einer Zeit auf, als Männer ihren Ehefrauen verbieten durften arbeiten zu gehen, wenn sie dadurch ihre haushälterischen Pflichten verletzten. In einer Zeit, als Frauen gegen den § 218 kämpften, weil ihr Körper nur ihnen gehörten und sie die männergemachten Gesetzte über sich satt hatten. In einer Zeit, als man nicht mehr mit 21, sondern bereits mit 18 volljährig wurde und man an den Stammtischen der Meinung war, dass dadurch nun das Abendland untergehen würde.

Ist es nicht, aber schon wieder wollen sich Gesetze anmaßen, Frauen vorzuschreiben, was sie dürfen und was nicht. Ich habe miterlebt, was es bedeutete, als klar wurde, dass die Schwangerschaft Lebensgefahr für Mutter und Kind bedeutete und selbst dann kein Abbruch in unserem Land erlaubt wurde. Die einzige Alternative war ein illegaler in Holland. Morgens hin, abends zurück, natürlich keine Nachsorge, denn was wahr war, durfte genau das nicht sein: Wahr. Was das anrichtete in der Frau, in dem Mann, war völlig uninteressant und blieb selbstverständlich nicht spurenlos.

Wir skandierten „Petting statt Pershing“, sahen eine direkte Bedrohung durch EMPs und Fallout und hielten „den Tag, als der Re(a)gan kam“ für das schlimmste, was jemals aus „Gods own country“ kam, dadurch an Unterirdischkeit für nicht mehr zu toppen.

Oh doch, die Gegenwart toppt das locker. Dass man seine Lügen nur oft und laut und aggressiv genug wiederholen muss und trotzdem nichts passiert, hätte ich nie für möglich gehalten.

Auch nicht, dass der kalte Krieg mit atomaren Sprengkörperaufrüstplänen, die natürlich genau wieder wie in den 80ern in Mitteleuropa stationiert werden sollen, in dieser Art und Weise zurückkommen würde. Wann hat Säbelrasseln, Mauerbau, Raketengetrommel jemals zu etwas Gutem geführt? Aus der Geschichte lernen? Intelligenz wird schlicht und einfach überbewertet.

Am Bahnhof rannte Petra Kelly mit wehendem Rock und Mantel an mir vorbei zu ihrem Zug und ich frage mich immer wieder, wie sie heute ihre Partei, überhaupt die ganze Politik erleben würde.

„Atomkraft nein Danke“ stand auf unseren Jutebeuteln und in den ersten Bio- oder besser Ökoläden wurde Obst und Gemüse so lange verkauft, bis sie sich wirklich nicht mehr verkaufen ließ. In den Bioläden heute kommt man ohne Plastik gar nicht nicht mehr aus und auch nicht ohne Paybackdatensammelsystem. Nun findet ein 16-jähriges Mädchen offene Worte und viel zu viele haben nichts besseres zu tun, als sie durch eine Diagnose zu diskreditieren, als wäre sie nicht ein Mensch, dem zuzuhören sich lohnt.

Vom Inet, Filtern, verschlimmbesserenden Verordnungen und Artikeln mag ich gar nicht anfangen. Freie Meinungsäußerung wird schlicht und einfach überbewertet, wenn man dazu in der Lage ist, sich seine Wahrheiten zurecht zu biegen und als solche zu verkünden.

Aldous Huxley, hattest Du schlicht und einfach sehr viel Phantasie, warst Du ein Visionär oder gar Zeitreisender?

Noch nie in der Geschichte der Menschheit, war es so einfach, zumindest hier bei uns, sich Wissen anzueignen, aber auch noch nie so einfach, vor vollen Trögen hemmungslos zu verblöden.

Ich wuchs in einer Zeit auf, als die meisten Menschen noch in die Kirchen gingen zu Gottesdiensten, bei denen ihnen von der Kanzel ins Gewissen geredet wurde, wie ein gottesfürchtiges Leben auszusehen hat. So schlicht und einfach gotteswürdig, dass die katholische Kirche auch heute noch der weiblichen Hälfte der Menschheit die Gleichberechtigung abspricht, die Triebtäter in ihren Reihen nicht der Justiz überantworten muss oder gar möchte und noch immer gold- und juwelenbehangen Wasser predigt und Wein trinkt. Wer das ausspricht, darf sich mit päpstlichem Segen der direkten satanischen Verwandtschaft verbunden fühlen. Aber was beklag ich mich, ich bin zwar noch immer Mitglied einer christlichen Kirche, aber eben nicht der richtigen und somit nach wie vor ungläubig. Viele Jahre verbrachte ich mit Erwartungsfreude auf eine verbindende Ökumene. Nicht mehr. Ich glaube nicht mehr daran, dass sie jemals stattfinden wird und wahrscheinlich ist das das Beste, was uns Ungläubigen passieren kann.

Man sagt, dass das allgemeine, öffentliche Gedächtnis eine Reichweite von 20 Jahren hat. Danach ist alles vergessen und fängt wieder von vorne an.

Wie sonst soll man sich dümmste Hetze und Rassismus sonst erklären, wenn man nicht per se annehmen möchte, dass in allen Menschen das unaussprechlich Böse lauert?

Alles wirklich alles, hat es in der Geschichte schon gegeben, alles wirklich alles wiederholt sich trotzdem immer wieder. Nur die Hilfsmittel dazu sind immer wieder andere und neue.

Eigentlich wollte ich das alles mit einem kleinen Spritzer Witz schreiben über Schlaghosen, Polyesterhemden und darüber, dass auch das Handarbeiten immer wieder geht, um neu wieder aufzutauchen, aber zu sehen, was alleine ich in meinem Leben schon an Negativem gehen und wieder kommen sah, lässt mir jeden Witz schon vor der Berührung meiner Fingerkuppen auf der Tastatur verdorren.

Ich lese mir das alles auch nicht mehr durch, ich lass es einfach los. Manches muss einfach mal so raus fließen, ganz egal ob es gelesen wird oder nicht. Kein Bock auf gefällig eingedrehte Füßchen und niedliches Hochglanzschmollmündchen. War hier bei mir eh nicht da und brauch deshalb auch gar nicht erst kommen.

 

Was Liebe ist.

Im Gespräch sagte der Sohn

„Ich muss mich immer wieder selbst daran erinnern, dass das, was für mich normal ist, nicht das ist, was ich außerhalb unserer Familie erlebe.“

Wir sprachen über Ehe, Eltern, Kinder.

Nicht darüber, was es für andere bedeutet, denn wir können und wollen ja nur für uns sprechen und unseren Weg. Es wäre anmaßend, das zu verallgemeinern oder uns gar über andere Menschen, als die, die wir zwei sind, ein Urteil anzumaßen.

Natürlich beginnt Liebe mit diesen rasend durchknallenden Gefühlen, diesem verliebt zu sein, genauso natürlich, wie dieses sich im Lauf der Zeit verändern wird.

Liebe ist nicht nur hell, strahlend, kribbelnd, tanzend, überragend. Liebe hat auch graue und sehr dunkle Momente. Diese dunklen, sehr dunklen, die waren es, die sie mich das erste Mal in ihrer Gänze haben erkennen, sehen, fühlen lassen. Da habe ich mich zum zweiten und zum dritten Mal geprüft und tief in mir drin noch einmal „Ja“ zu unserem Leben gesagt.

Dieses „In guten wie in schlechten Tagen“ hat für mich, für uns, einen ganz tiefen, bis auf den Grund reichenden Sinn. Dieser Satz war und ist mir der wichtigste gewesen an dem Tag, an dem wir auch nach außen zeigten, dass wir uns für einander entschlossen hatten, unsere Leben gemeinsam zu teilen, zu verbringen, zu verbinden.

Unsere Ehe ist ein Arbeiten aneinander und an sich selbst. Ein Geben und ein Nehmen. Immer. Unaufhörlich.

Für uns, für mich, ist das der richtige Weg. Und ich würde ihn so immer wieder gemeinsam mit ihm gehen. Ich muss nicht wissen, wohin er führt, die Hauptsache ist, dass wir ihn gemeinsam gehen. Das macht mich glücklich, demütig, im Bewusstsein, welche Gnade es ist, das empfinden und leben zu dürfen.

Weißer Schokolade-Kokos-Käsekuchen

Mal wieder was nachgebacken vom Knusperstübchen

White Chocolate Kokos Cheesecake.

Bei mir in einer ganz schlichten Version und das Rezept in all seinen Mengen um ein Drittel erweitert, weil ich nur eine kleine und eine große Springform habe.

Für den Mandelcrunchboden habe ich statt 50 g Zucker nur 20 g Zucker genommen und in der Frischkäsefüllung keinen Vanillezucker genommen, auch sonst nicht gesüßt, aber das Mark einer Vanilleschote zugefügt.

Schmeckt so auch weniger süß wirklich sehr fein!

 

Ein Herz für Blogger

Liebe Claudia Alltagsbunt, was hab ich erstaunt geschaut und gerätselt, als ich Deinen Umschlag aus dem Briefkasten holte.

Was habe ich gelacht und mich gefreut, als mir beim Öffnen so viele bunte Herzen entgegen rieselten ♥.

Und noch viel mehr hat mir das tolle Rindenherz ein Lächeln ins Gesicht gelegt und dann Deine lieben Worte dazu:

Danke Dir!

Mir gehen zur Zeit ein wenig die Wörter aus. Im analog Wahren wie im Digitalen. So viel treibt mich um und macht mich noch nachdenklicher und auch besorgter, als ich es eh schon bin.

Über manches mag ich gar nicht schreiben, für anderes wiederum, über das ich schreiben mag, finde ich einfach nicht die richtigen, passenden Sätze.

Ich hab dieses Jahr schon viel Schönes sehen und erleben dürfen, aber eben nicht nur. Ich bin noch immer die unverbesserliche Optimistin, die ich schon immer war, aber meine schützende Haut darüber wird dünner, so als gäbe es auch Seelen-Neurodermitis.

Die DSGVO macht mich noch immer wund und ich weiß noch immer nicht, wofür, wogegen ich mich entscheide, ob ich einfach weiter so mache wie seit nunmehr bereits 15 Jahren. Mein Blogleben ist in der Pubertät, aber da ist kein Giggeln dabei, kein pures Entzücken mehr, wie noch zu den Anfangszeiten. Ja, es gibt sie noch, diese Blogger, wie Dich Claudia, aber ich habe das Gefühl, dass wir immer weniger werden.

Es ist nicht mehr dieses freie Schreiben wie am Anfang, als es noch keine digitale Influenza gab.

Das ist der Vorteil am älter werden, am Alter: Diese Dankbarkeit, so vieles erlebt haben zu dürfen und Abstand entwickeln zu können.

Moderne Blogs, das heißt: Blog, Instagram, Gesichtsbuch, Twitter, Linktree, Pictame, Palundu, Pinterest, Insta-Stalker und wie sie alle noch heißen und das wie gesagt: Alles für einen Blog, eine Bloggerin. Alles natürlich perfekt digifiert, dazu Interviews, Give-aways, Werbung, Challenges … nein, ich bin nicht neidisch, ich frage mich, wann das Leben stattfindet oder zumindest das, was ich unter Leben verstehe.

In anderen Blogs tauchen digitale Kaffee- oder Teetassen auf, in die man Trinkgeld werfen kann, mag, soll, wenn das Lesen eine Lust war. Freunde, auch das ist nicht meine Welt.

Hier im digitalen freie Meinungen lesen zu können und dürfen, die eigene Meinung frei äußern zu können und dürfen, das ist mir ein eine unveräußerliche Freiheit, die jenseits jeglichem Monetärverständnis liegt und dort weiterhin liegen bleiben wird.

Nein, ich sage ganz bewusst nicht, dass früher alles besser war, weil ich diesen Allgemeinplatz nicht leiden kann, früher aber, da war etwas anders, was sich heute nicht mehr so selbstverständlich finden lässt.

Und ja, ich bin neugierig, wohin das noch alles führen wird, was ich noch alles erleben darf.

Wie lange das, was hier mein eigenes kleines Stück Freiheit ist, noch genau das so bleiben kann und darf: Freiheit.

 

Die einzig wahre Leinwandgöttin

Marilyn Monroe wird für mich immer die einzige wahre Leinwandgöttin bleiben. Sie faszinierte mich bereits als Kind und so ist es auch heute noch.

Die Seelenfreundin schenkte mir den Besuch bei der aktuell noch bis 16.06.2019 geöffneten Ausstellung rund um die unbekannte Marilyn im Historischen Museum der Pfalz in Speyer. Ein herrliches Geschenk!

Ich kann es nur empfehlen, sich diese Ausstellung gemeinsam mit jemandem anzusehen, denn es gibt so vieles, was sich manchmal wirklich erst mit mehr als zwei Augen erschließt ;).

Obwohl ich doch schon so viel von ihr und über sie gelesen, gehört, gesehen habe, habe ich doch auch mir Neuem und Unbekannten begegnen können.

Von ihrer unglaublichen Präsenz auf all den Photos und in den Filmen abgesehen, war sie so unendlich viel mehr als das naive, wunderschöne, blonde Dummchen, als die sie die Männer der Filmbranche sehen wollten und letztendlich auch respektlos, gierig und sie unterschätzend verheizten.

Die ganze Ausstellung hat mich sehr berührt, letztendlich auch sehr traurig gemacht, denn ich für mich bin fest davon überzeugt, dass sie noch so viel mehr für ihr Leben plante und auch umgesetzt hätte.

Ich denke, dass sie wie so viele andere Stars vor und nach ihr ein Opfer skurpelloser Mediziner, ehrlicher wäre es, sie persönliche Drogen-Dealer zu nennen, wurde, die alles taten, um ihren unrühmlichen Part in ihrem Leben und ihrem Tod zu vertuschen.

In einer Zeit zum Star geworden, gestorben und zum Mythos geworden, in der das allumfassende Credo noch nicht hieß „Ich digitale, also bin ich!“, hat sie die Wahrheit um ihren frühen Tod mit ins Grab genommen.

Wer weiß, ob sie dieser überragende Mythos überlebt hätte, hätte ihr bereits damals jeder Voll-Honk ein Handy vor das Gesicht halten und sie in jeder möglichen und unmöglichen Situation für jeden sichtbar festhalten können.

Draht & Faden-Mobile

So im vergangenen Herbst war es, dass mir irgendwo und auf jeden Fall mindestens zwei Mal die Idee mit einem Drahtbügelkranz zum Aufhängen begegnete.

Der Kranz war weniger von Interesse für mich, dafür aber um so mehr die sich mir eröffnenden eigenen Drahtbügeleien.

Das Fenster meiner Kemenate hat keine Gardinen, weil mir das ungefilterte Tageslicht am liebsten ist und ich so außerdem die Möglichkeit für immer neue Dekorationen habe.

Dieses Mobile ist perfekt für Wollreste aller Art.

Ich habe sie von der Mitte ausgehend gespiegelt und keine einzige Färbung darin wurde wiederholt.

Von hinten und von vorn ist es schön, wobei ich an der Seite, die mir am besten gefiel noch zwei Strickblüten annähte, die sich unerwarteterweise auch im Restknäuelstash fanden. Oben drauf setzte ich einen alten Bambusknopf.

Auch in Bewegung einfach nur schön.

Indische Traditionsküche

Der Kursabend rund um indische Traditionsküche war mir rundum mit großer Freude und viel Neugier ein einziger, bereichernder Genuss.

Was für eine herrliche, bezaubernde, kreative und auch lebensweise Kursleiterin.

Mein Handy hatte ich daheim vergessen, weiters kein Problem, denn Knipserei hätte mich nur von all dem reichlich Anderen abgehalten, sodass jetzt nur ein Bild der Mitbringsel für daheim reichen muss.

Darauf fehlen der fein fruchtige Mango-Lassi und knusprige Papadoms.

Von links nach rechts:

Chicken Korma, das seine Sämigkeit durch pürierte Cashew-Nüsse erhielt.

Naan-Brot mit Sesam, Schwarzkümmel und Bockshornkleekraut.

Basmati-Reis, ohne Salz gekocht, da alle anderen Gerichte dazu bereits voll wundervollster und unterschiedlicher Würze war.

Dal Makhni, gekocht mit ein bis zwei Priesen Asafoetida für eine bessere Bekömmlichkeit und Verdauung.

Palak Paneer, das ich kochen durfte.

Kadhai Gemüse und Gemüse Raita.

Einige weitere Tipps habe ich mir zu den Rezepten notiert und mit „Buy local – eat  & live global“ rennt man bei mir eh äußerst dankbar offene Türen ein.

Im Gegensatz zu all den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern war ich noch nie in Indien, an indischen Begegnungen in meinem Leben hatte es trotzdem nie gemangelt. Mit offenen, gesunden und allzeit neugierigen Sinnen hole ich mir immer wieder die Welt zu mir als Gast. Die richtigen Globetrotter werden darüber schmunzeln und mich mit Sicherheit auch für naiv halten, aber ich bin davon überzeugt, dass man (oder besser gesagt ich), die Welt auch so begreifen und bereisen kann.

Mein nächster kulinarischer Halt wird Persien sein.