Kinder streikt weiter, denn wir Alten haben es verkackt!

Wären meine Kinder noch schulpflichtig, ich wäre stolz auf sie, würden sie am Friday for future streiken.

Die noch ältere Frau im Zug echauffierte sich mit hoher Stimme, dass nun „sogar schon Schüler streiken, welch eine Schande“! „Gescheiter wär’s nach der Schule“ sagte der eine Mann und überhaupt, würde es den Handy-Schwachmaten nur um Fun und Schuleschwänzen gehen.

Sie haben es verkackt, diese Alten, die sich einbilden, sie wären und sie hätten ihre eigenen Kinder zu besseren Bürgern erzogen. Sie haben es genauso verkackt wie meine eigene Generation.

Wer erinnert sich denn noch daran, dass man selber mit 16 gegen die Stationierung von Pershings in unserem Land war, Jute statt Plastik cool fand und Atomkraft scheiße? So viel hatten unsere Altvorderen falsch gemacht, angefangen von den alten Nazis in entscheidenden Positionen. Nein, wir wollten nicht mehr brav sein und schweigen, sondern unsere Welt zu einer besseren machen. Anders wollten wir sein als unsere Eltern, nicht ihre Fehler wiederholen, wir wollten klüger sein, weltoffener, der Vernunft und dem Frieden verpflichtet. Wir wollten nicht aus Pflicht, sondern aus und mit Wissen und Vernunft handeln, die Schwerter zu Pflugscharen schmieden und nie wieder sauren Regen erleben oder gar einen radioaktiven. Sie verweigerte sich, unsere Generation.

Nun seht uns heute an, uns Punker, Popper, Existenzialisten, Freigeister, Öko-Hippies, Weltverbesserer, Friedensbringer. Uns vernunftvollen Bessermacher.

Wo sind sie denn geblieben die Atomkraft nein Danke-Jutetaschenträger?

Ein Stoffhosen, Kostümchen und handgenähte Lederschuhe tragender Teil in Vorstandsetagen. Ein anderer im Burn out versunken und sich fragend, wie man dahin kam, wo man jetzt ist, wie fremdbestimmt das war und wer man überhaupt ist. Drei Mal im Jahr in die Welt fliegend in All inclusive-Hotels, SUVs fahrend. Mein Haus, mein Pool, mein Auto – ja, genau das ist meine Generation. Die, die rechtes Gedankengut wieder schick findet. Die, die einen minimalistischen Kiesgarten anlegt und sich einkonodmierte Gurken in Supermärkten kauft, für Biogasanlagen plastikverpackte Lebensmittel schreddert und die Reste auf die Äcker ausbringt.

Es ist unsere Generation, die Qualfleischmastanlagen perfektioniert hat und eine unersättliche Marktwirtschaft füttert, deren einziges Credo Umsatzmaximierung ist.

Natürlich sind wir nicht alle so, zum Glück nicht, es gibt auch die, die wirklich ihr Leben so fortführten, wie sie sich das vorstellten.

Meine Generation hat sich nahezu zu Tode konsumiert, ist sich bräsig noch immer nicht bewusst, dass wir als dicke Fettaugen auf einer immer dünner werdenden Weltsuppe schwimmen.

Es scheint so, dass wir es jetzt auf die ganz harte Tour lernen werden, was wir alles zugelassen und falsch gemacht haben.

Die Suppe werdet Ihr, unsere Kinder auslöffeln müssen, in viel größerem Maße als wir, die wir immer nur den Genuss im Hier und Jetzt gesucht und gefunden haben, ohne einen Gedanken daran, dass dieser Genuss unsere Ressourcen verbraucht, vergiftet, verheizt.

Letztendlich ist die Ultima ratio, dass die Natur, die wir als Lebensgrundlage unbedingt brauchen, uns wiederum nicht benötigt.

Edit:

Ein Frühsommertag, wie er im Buche stand: Linde Luft, blühende Wiesen, die Wege voller Spaziergänger. Unbeschwert war er, dieser Tag, fröhlich, völlig arglos.
Am Abend zog mit den Nachrichten das Grauen ein:

Tschernobyl.

Kurz danach ein so heftiger Sturzregen, dass die Abflüsse verstopften, das Wasser sogar unter der Tür hindurch in meine Wohnung drängte, die auf dem Rücken eines Hügels lag.

Voller Angst versuchte ich mit Hilfe zu retten, was zu retten war. Was war drin im Regen, der durch alle Schichten hindurch auf, um meinen Körper drang? Infos zu bekommen war schwer. Es gab noch kein Internet und auch nach mehreren Telefonaten war ich nicht klüger als vorher. Viel warf ich einfach weg, zuviel unabwägbare Unsicherheiten.

Alles, alles wollte man danach zum Besseren wenden.

Schaut uns an, wohin es uns gebracht hat …

Unsere Vögel im Garten

Ich bin so froh, dass es in unserem Garten noch und wieder die vertrauten Vögel gibt:

Spa1

Von der im Herbst vergangenen Jahres noch rund 20 Mitglieder umfassenden Spatzengruppe sind sechs wieder oder besser noch in unserem Garten an den Futterstellen zu beobachten. Die Fotos knipse ich hinter der Gardine verborgen hervor, denn sie sind sehr scheu. Kein Wunder, denn in unserer Straße gibt es einige Katzen, außerdem werden alle Bewegungen von etlichen Elstern und Raben beobachtet. Keine guten Voraussetzungen für alle kleinen Gefiederten 😦 und ich mag sie nicht noch zusätzlichen außerhalb meiner Gartengänge verschrecken.

Spa2.jpg

Zu Beginn des Winters habe ich den Zaunkönig zuletzt gesehen, leider kein Rotkehlchen. Wenn es regnet, singen die Amseln und wenn ich viel Glück habe, dann lässt sich auch eine der Meisen blicken.

Meise

Das große Futterangebot im Garten blieb über lange Zeiten hinweg völlig ungenutzt, was mir wirklich das Herz gebrochen hat.

Wir füttern unverdrossen weiter.

Nach 8-(Creme-)Pudding

Unter Zuhilfenahme der freundlichen Küchenmixmaschine und einer im Vorrat entdeckten und völlig vergessen Pfefferminzschokoladetäfelchenpackung wurde ein herrlich cremiger Pudding gekocht, der sich zwar ob seiner sanften Konsistenz nicht stürzen, wohl aber wohlig genießen lässt – und der in der Holland-Stippvisite im letzten Jahr mitgenommene Schokoladenhagel ist das I-Tüpfelchen darauf dazu!

Zutaten:

100 g Pfefferminzschokoladetäfelchen

1/2 l Demetermilch aus der Glasflasche

30 g Speisestärke

1 El selbstgemachter Vanillezucker

2 Tl entöltes Bio-Kakaopulver

! Ei

Zubereitung:

Stärke, Vanillezucker, Kakaopulver vermischen.

Die Pfefferminzschokoladetäfelchen auf Stufe 8 für 13 Sekunden schreddern. Nun den Rühraufsatz einsetzen und danach alle Zutaten auf einmal einfüllen.

Für 8 Minuten auf 100° C und Stufe 3 kochen und in eine große Puddingschale oder in 4 kleine Schälchen füllen, für mindestens 4 Stunden kalt stellen.

Den Rest im Topf mit etwas Milch aufschäumen und pfefferminzig schon mal vorab genießen ;).

Nenn mich nicht Bella – oder – Keine Ahnung von Vögeln

Dies ist keine Entschuldigung, ich konnte nur nicht anders, nachdem ich der werten MlleReadOn Reaktion auf diesen SZ-Artikel sah:

20190324_110143.png

Keine Ahnung von Vögeln? Ganz egal, so lange Du Dich mit einem Buch unter einen Baum setzen kannst!

EDIT – In Addition zum Kommentar hier mein textloser Blogbeitrag vom 31.07.2015, bei dem die Überschrift für sich spricht:

Willkommen zum Balkonanblühen

 

 

 

 

 

Sollte es jetzt nicht mehr zu einem unverhofften und heftigen Frosteinfall kommen, dann dürften Mandel, Feige, Zwergpfirsich, Kirsche, Johannis- und Stachelbeere, Äpfel, Birnen, Quitte und die Yuzu den Winter erfolgreich überstanden haben.

Bis sich im Garten dann die Blüten öffnen, dürfen sich die ersten Pollensammler auf dem aufblühenden Balkonbuffet einfinden.

20190316_131543.png