„Knopf dran!“ – Eine Kulturgeschichte der Knöpfe im Hornmoldhaus in Bietigheim-B issingen

Wie konnte das passieren, dass mir diese Ausstellung bis kurz vor Schluss entschlüpfte?!

Ich schwöre, hätte Suschna nicht in ihrem Blogbeitrag darauf hingewiesen, hätte ich mich in zwei Wochen unendlich gegrämt deshalb.

So aber machten wir am Wochenende einen Ausflug über Land in diese schöne, alte Stadt, damit ich mich an all den Knöpfen satt sehen konnte:

Solche Knopf-Musterkarten mag ich ganz besonders, zeigen sie doch die unglaubliche Materialvielfalt und Schönheit dieses meist kleinen und unscheinbaren Gegenstands, den fast alle von uns täglich benützen dürften, ohne auch nur den kleinsten Gedanken daran zu verschwenden, wie hilfreich und sinnvoll er doch ist und wie schmückend er sein kann.

Solch einen alten Prym-Druckknopfbogen habe ich auch:

Wie das so ist mit Ausstellungen, ich schwelge dann auch gleich in Erinnerungen und meine zum Thema Knöpfe sind besonders reich, ist doch ein Teil meiner Familiengeschichte mit Jablonec nad Nisou und Neugablonz verknüpft. Absolut sehenswert dazu ist in Jablonec das Museum für Glas und Bijouterie, ebenso aber auch in Neugablonz die Erlebnisausstellung der Gablonzer Industrie und für Geschichtsinteressierte das Isergebirgs Museum. Und wenn man schon in Neugablonz ist, sollte man nicht versäumen, der Glaswarenfabrikation Friedrich Seibt unbedingt einen Besuch abzustatten! Mich hat die Werkstätte mit ihrem Geruch direkt in meine Kindheit zurück versetzt, als ich meine Oma ab und an zur Arbeit begleitete. Meine Mutter und ich hatten das große Glück, dass uns der Chef sie bei einem unserer Besuche dort zeigte (irgendwann werde ich davon einmal berichten).

Um das Thema abzurunden, hier noch als weiterer Tipp das Glasmuseum Frauenau, in welchem der Nachlass von Franz-Josef Ginzel (1898 – 1960) mit unterschiedlichsten Exponaten ausgestellt ist und in der meine Mutter auch einen Bezug zu der Firma im „alten“ Gablonz entdeckte, in der damals wiederum ihre Mutter im Büro arbeitete.

So klein Knöpfe sind, so viel Geschichten stecken doch rund um sie herum und hinter ihnen.

Sehr gefallen haben mir diese ungewöhnlichen „Keks“-Posamenten-Knöpfe:

Ganz besonders aber liegen mir alle Naturmaterialen von Horn über Perlmutt, Stein bis hin zu Holz am Herz, womit sich ganz besondere Akzente setzen, aber auch ungewöhnliche  und sehr individuelle Schmuckstücke anfertigen lassen:

Oder eben Kunstobjekte wie das sehr eindrucksvoll das Knopfkleid der Künstlerin Nanna Aspholm-Flik zeigt:

Nicht mehr lange, nur noch bis kommenden Sonntag, den 28.04.2019, ist die Ausstellung „Knopf dran!“ geöffnet – übrigens zu freiem Eintritt -, ein Besuch dort lohnt sich unbedingt, denn auch der alte Ortskern rund um das Museum ist absolut sehenswert und lädt zu mancher Entdeckung ein.

Apropos Entdeckung – direkt im Hornmoldhaus gibt es bis dahin auch noch die Kabinettausstellung „Für Pretiosen, Pillen und Pastillen – Dosen aus der Sammlung Schmitt“ zu sehen:

Ein herrlicher Beweis dafür, was für ein Abenteuer voller unerwarteter Entdeckungen es sein kann, mit einer eigenen Sammlung zu beginnen!