Puh, was für eine Woche!

Ich bereite meine Blogbeiträge gerne vor, weil mir nicht immer Zeit für das Schreiben bleibt; besonders gerne mache ich das auch, wenn wir, wie die vergangenen Tage, einfach mal nicht da sind.

Heiß war es in diesen Tagen. Sehr heiß, so heiß, dass wir vom Tagesplanungsmodus auf den So-richtig-viel-gar-nix-tun-Modus umschalteten.

Viel Natur haben wir genossen, einige wirklich tolle Gespräche ergaben sich, auch und gerade über diese Auswirkungen des Klimawandels und die Zwängen des globalen Handels, die zu vielen Menschen noch immer nicht bewusst sind.

Dem Bayerischen Wald ist anzumerken wie sehr er leidet, aber auch der Natur drum herum. Der Strukturwandel der vergangenen Jahrzehnte hat deutliche Spuren hinterlassen, die bereits daran zu merken sind, dass auf den Weiden frei laufende Kühe nicht mehr oft zu sehen sind. Wie viele solche Sommer noch durchgehalten werden können, ist wirklich eine ganz und gar evidente und nicht aus der Luft gegriffene Frage, die im direkten Gespräch mit einem Landwirt mehr als nur betroffen macht und Angst auslöst.

Die Lebenswirklichkeit unserer Landwirtschaft hat sich kolossal verändert, was nicht zuletzt auch am Konsumverhalten der Verbraucher liegt, denn in Bezug auf unser Essen ist und bleibt Geiz einfach geil. Zum Kotzen.

Erschreckend der Zustand in zu vielen Orten, in denen es keinen Bäcker, keinen Metzger, auch sonst keine Einkaufsmöglichkeiten mehr gibt.

In China ist die Schweinepest ausgebrochen. Schlimm genug. Dass das Auswirkungen bis in den Bayerischen Wald hat, davon erfuhren wir im Gespräch mit einer Metzgerin, der auf einmal einer ihrer Lieferanten komplett weggebrochen ist, dem, aus welchem Grund auch immer, nun der Profit dort wichtiger ist, wie die jahrelange Zusammenarbeit mit dem regionalen Handwerk.

Aber wir brauchen gar nicht so weit weg zu sehen und mit dem Finger auf Dritte deuten, denn dass das gesunde Glas Milch nichts mehr mit bäuerlicher Romantik und Kuhglockengeläut auf blühenden Kräuterwiesen zu tun hat, sondern ein schrecklich knallhartes Geschäft ist, darüber berichtete die ARD in ihrer noch abrufbaren Reportage Das System Milch.

Noch gibt es sie aber, die Handwerker am genussvollen Lebensmittel, doch darüber mehr an einem anderen Tag.

Heiss war und ist nicht nur das Wetter.

Heiss geht und ging es auch in der Welt-Politik und der heimischen her. So heiß, dass wir mehr als einmal sprachlos waren:

Ohne Worte: Boris Johnson soll die Franzosen als Scheißhaufen beschimpft haben.

Die Partei, deren Namen ich hier nicht nennen mag, reaktiviert in Äußerungen zu rechtsterroristischen Terror in Deutschland im Zusammenhang mit dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke den von ihnen scheinbar sehr hochgeschätzten Vogelschiss.

Mr. Trump bezeichnete Angela Merkel als großartige Freundin.

Kann man nicht oft genug erwähnen: In den ersten vier Monaten des Jahres 2019 hat Deutschland und damit auch wir, die Ressourcen des gesamten Jahres 2019 verbraucht.

Ravelry zieht einen Schlussstrich und egal, wie man dazu steht: Handarbeiten haben nichts, aber auch wirklich gar nichts, mit politischer Hetze, Agitation, Gewaltandrohungen und Hass gegen Menschen mit anderer als einer weißen Hautfarbe und/oder unterschiedlichsten Lebensentwürfen zu tun. Das ist richtig und gut so.

Gelacht haben wir allerdings auch. Von ganz tief drinnen her über den Wirbel, die die fotzn’spanglerei in Garmisch-Partenkirchen ausgelöst hat. Nein, nein hat nix mit dem Rotlichtmilieu zu tun. Goar nix. Aber mit Dialekt. Dem Dialekt, der mir am liebsten auf der ganzen Welt ist. Dialekt ist Heimat. Eine Fotzn’Spanglerei ist schlicht und einfach eine Zahnarztpraxis.

Bitte schön, habe die Ehre und hier der Link zur Praxis, der (weil alle guten Dinge drei sind – und nicht vergessen, sich das Filmchen weiter unten auf der HP dazu anzuschauen):

fotzn’spanglerei

 

 

Anleitung für Trachtensöckchen

20190615_200248.png

In der aktuellen Ausgabe von Die Allgäuerin – Juli/August 2019 ist eine Anleitung für schöne Trachtensocken mit einem Herz- und Lochmuster enthalten. Ich mag dieses Magazin sehr, denn das Allgäu ist ein Teil meines Daheim-Gefühls.

Stricken mochte ich diese Socken aus diesem Glitzergarn von Farbenpracht, das ich bei Wolllandia 2019 in Kieselbronn entdeckt habe. Sandra Farbenpracht ist meine Lieblingsfärberin und ich bin jedes Mal aufs Neue von den ihr nie ausgehenden Farbideen überrascht:

Angeschlagen war fix, der Farbverlauf gefällt mir ungemein, allerdings werden darin die Herzerl am Bund nicht wirklich sichtbar, sodass ich sie neu mit einem unifarbenen Garn anschlagen werde. Mal sehen, was der Garnvorrat dazu hergeben wird.

Heidetuch

Um das nach dem Entspannungsbad noch stattlichere Heidetuch in Gänze knipsen zu können, musste ich Zwerg tatsächlich die Trittleiter bemühen :).

Dass ich eindeutig schaloman veranlagt bin, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein, denn ich liebe es, mich in große und sehr große Schals, Tücher, Stolen regelrecht hinein zu wickeln, sie um mich herum zu drapieren und zu groß gibt es für mich da gar nicht.

Nur für die Arbeit ist so ein Schulter- und Hals-Geknäuel dann doch immer wieder mal sehr unpraktisch und so bietet dieses Tuch, das um den Oberkörper herum nach hinten gebunden wird, dafür eine echte und allererste ganz andere Alternative für mich, die ich extrem gerne annehme. Die Bindebänder habe ich mit einer Länge von 35 cm als Icords gestrickt.

Bereits 2009 habe ich nach einer weiteren Anleitung von Dorothea Fischer gestrickt: Eine Jacke mit Kapuze und Hohlsaumbordüre, ebenfalls aus Kauni-Wolle, die ich noch immer sehr gerne trage:

Ich mag Frau Fischers Anleitungen, die auch Raum für eigene Interpretationen bieten, sehr. Beide Anleitungen habe damals ich übrigens zum vollen VK selber erworben. Damals gab es diesen für private, unkommerzielle Blogger unausgegorenen DSGVO-Schwachsinn noch nicht – unglaublich aber wahr: Wir berichteten darüber, was wir woraus und womit strickten, häkelten, stickten, nähten, malten, filzten und noch vieles mehr. Nein, früher war mitnichten alles besser, aber so einiges freier und einfacher.

Technische Daten:

Anleitung: Heidetuch STR 02 von „Lust auf Farben“

Garn: 2 x 160 g Kauni 100 % Wool 8/2, art nr. W-EU, á 100 g = Lauflänge ca. 400 m

20190605_135638.png

1 Rundstricknadel und 2 Sockennadeln 4,0 mm

Gesamtgewicht: 264 g

Sonnwendfeuer

Zum tatsächlich allerersten Mal so nah an einem Sonnwendfeuer gestanden.

Knistern. Züngeln. Knacken. Lodern.

Wilder Flammentanz. Heiß und gierig.

IMG_20190622_205531.jpg

Die Wärme stülpt sich auf und über jedes freie Fleckchen.

IMG_20190622_210628.jpg

Urgewaltig.

Neues aus dem Garten: Marienkäferlarven und -puppen

Wenn es dieses Jahr etwas überreichlich auf unseren Pflanzen gibt, dann sind das Blattläuse. Was tun? Mit Wasser abspritzen oder gleich mit Schmierseife?

Nachdem ich dieses Marienkäferpärchen entdeckte, entschied ich mich für das Abwarten und nun ist es soweit, denn an meiner Neubelgischen Aster, die sich in einem Balkontopf selber einsäte, entdeckte ich erst eine Marienkäferlarve:

20190615_183721.png

Gefolgt von zwei Blattstockwerken höher von einer Marienkäferpuppe:

20190615_183819.png

Wie haltet Ihr das mit Blattläusen? Gleich bekämpfen, wenn ja, dann womit? Oder wartet Ihr auch schon mal zu?

Mich interessiert das sehr, denn bei diesem Thema bin ich wirklich sehr hin und her gerissen.

 

 

 

 

Storchenflug

DSC04361

In den Dörfern meiner Kindheit waren Störche auf den Kirchtürmen allgegenwärtig, bis sie langsam immer mehr verschwanden.

Die erste Reise mit Herrn Ev durch die Dörfer der Puszta war eine riesengroße Storchenfreude.

Seit einigen Jahren sieht man langsam immer mehr Störche im Rhein-Neckar-Kreis und dieses Jahr kreisten sie im Himmel über dem Dorf nicht nur einmal und nicht nur einer.

So wunderschöne, majestätische Vögel!

14 cm Lesezeit

„Töchter einer neuen Zeit“ fand meine Mutter am 18.12. in ihrem von mir geschenkten Buchadventskalender.

Der erste Band der Trilogie im Kern rund um vier Freundinnen. Von meiner Mutter regelrecht so verschlungen, dass sie sich erst Band 2, dann Band 3 kaufte, da sie unbedingt wissen musste, wie sie endet.

„Das musst Du lesen. Unbedingt!“

Mache ich. Am ersten Tag Band 1 schon zur Hälfte gelesen. Das wird!