Etwas für die Küche – HandarbeitsBingo 2019 4/25

Alles im Glas, bis das aber so war, ist das ganz viel Handarbeit gewesen.

Anfang dieses Jahres habe ich mir einen Weck-Einkochtopf geschenkt, weil ich von meinen kleineren Schätzen im Glas hinauf zu den größeren wechseln möchte. Meine Oma mit dem Blumennamen hat den Sommer und Herbst über immer kräftig eingeweckt und ihre Gläser und Flaschen mit den feinen Inhalten waren wie Schätze auf den Kellerregalen angeordnet, gehegt und gepflegt.

Nach einem Fehlversuch vor vielen Jahren habe ich also zusätzlich zu Schraubverschlussgläsern das erste Mal ganz offiziell mit Glas, Gummi, Klammern eingeweckt, was mir großen Spaß gemacht hat. Das ist die erste Fuhre, eine weitere mit Suppen, Fonds, Kuchen, etc. wird folgen.

Von links nach rechts:

  • Im Dörrautomat getrocknete Gewürztomaten, eingelegt in bestem Olivenöl.
  • Meine eigenen, gelben Zucchini habe ich mit Zwiebeln, Paprika, meinen kleinen Urtomaten, Knoblauch, Salbei, Rosmarin, Petersilie in einem selbst zubereiteten Würzsud pikant eingeweckt.
  • Apfel-Himbeer-Kompott
  • Feigenkompott mit eigenen Weintrauben
  • Birnen in eigenem Quittensaft
  • Birnen in Gewürztraminersud

Gelesen: „Die Farben der Insel“

von Kristín Marja Baldursdóttir.

Die Vorgeschichte dieses Buches „Die Eismalerin“ hatte ich bereits vor einigen Jahren gelesen und schon damals hat mir der teils schroffe Schreibstil sehr gefallen, der so wunderbar mit der wuchtigen Naturbeschreibungen Islands harmonierte.

Diese Geschichte rund um die Künstlerin Karitas und ihren Aufbruch in ein weitgehend sehr selbst bestimmtes Leben, lange bevor das Thema „Emanzipation“ ein gesellschaftlich akzeptiertes, normales wurde, zog mich in sanften Kreisen in ihren Bann.

Nichts, was man mal so schnell hoppla hopp lesen sollte, sondern dann, wenn es die Zeit zulässt, ganz ruhig und bedächtig.

Hier wird kein traumhaftes Leben einer fehlerfreien Protagonisten bis zur Beliebigkeit platt gebügelt. Nein, diese Leben schreit, schlägt, streichelt in allen Facetten, die es ausmachen kann. Manches ist für mich nicht nachvollziehbar, anderes trieb mir eine Gänsehaut über den Rücken und tief versunken bin ich zu den immer wieder in relativer Kürze eingeschobenen Erklärungen für ausgewählte Werke ihrer Jahrzehnte umfassenden Schaffenskraft. Auch wenn sie wie die ganze Erzählung fiktiv sind, so sind sie doch in einer Eindringlichkeit geschrieben, dass ich über diese Bilder nicht nur las, sondern sie dadurch in meiner Imagination entstehen und betrachten konnte.

Wirklich außergewöhnlich.

 

Auf den letzten Drücker

Auf den letzten Drücker mal wieder an die von einer Oma einer Klassenkameradin der Tochter bei einem Schulweihnachtsmarkt vor vielen Jahren (locker über 10 Jahre her – mindestens, denn es sind definitiv mehr!) erstandenen handgesponnen Schafwollbobbel gedacht, die immer noch herrlich schafig nach Lanolin riechen und beim Wasserbad offenbarten, dass sie nicht porentief vor oder nach der Verarbeitung gereinigt wurden :).

Auf den letzten Drücker Alaun in der Apotheke bestellt.

Auf den letzten Drücker einige der letzten im Garten noch blühenden Blüten gezupft und Rispen von den beiden Fuchsschwänzen geschnitten.

Auf den letzten Drücker nicht nachgelesen, welche Pflanzen und Blumen man dafür hernimmt, sondern einfach nach man nimmt, man nehme die Schüssel gefüllt.

Auf den letzten Drücker im letzten Tageslicht des Tages das große Glas mit Pflanzen, Wolle, Pflanzen, Wolle, Pflanzen, Wolle, Pflanzen (es sind mehr, als auf dem Bild zu sehen) gefüllt und dann bis zum Rand mit Alaunlösung aufgefüllt, leicht den Deckel drauf und ab damit auf den Balkon.

Auf den letzten Tagesdrücker das Glas geknipst.

Jetzt ist Schluss mit der letzten Drückerei, denn jetzt darf das Glas ganz ruhig und gemütlich im Herbstsonnenschein ziehen und färben, bis der Deckel wieder abkommen wird und ich mich überraschen lasse, ob und wie meine Solarfärbung gefärbt sein wird.

Greta und die Antwort auf ihr Glück, nach der sie nicht gefragt hatte.

Aus Gründen bekomme ich momentan nicht viel an Nachrichten mit.

Greta Thunbergs emotionale Rede auf dem UN-Klimagipfel erreichte mich aber, berührte mich tief.

Was für ein tumber Tor muss man sein, um darauf so verächtlich zu reagieren?

Es ist noch nicht einmal fünf Tage her, dass wir durch toten Wald fuhren. Verdorrt durch einen zweiten, viel zu heißen Sommer ohne Regen.

Ich bin nicht abgestumpft genug, um diese Momente nicht als absolut niederschmetternd und Angst machend empfunden zu haben.

Warum fällt es so viel leichter, sich über diese junge Frau lustig zu machen, als zu bekennen, dass sich unser aller Welt dramatisch verändert und zu beginnen, dagegen anzutreten?

Pasteis de Nata – Handarbeitsbingo 2019 3/25

Noch in Asien schwärmten das jüngste und das älteste Kind unabhängig voneinander von köstlichen, süßen Eiertörtchen.

Ich versenkte mich ins WWW, forschte nach Rezepten, fand, überlegte und wollte unbedingt probieren.

Da ich Eiertörtchen nie vor Ort aß (und wohl auch nie essen werde), entschied ich mich letztendlich für einen allerersten Versuch nach dem herrlichen Blogpost und dem Rezept für Pasteis de Nata von Zucker, Zimt und Liebe.

Ich habe mich tutto completti an das Rezept gehalten (naja in fast allem, denn so wie ich es immer mache, habe ich die angegebenen Zuckermenge einfach halbiert und für den bonfortionösen Gatten und mich waren die Törtchen so tatsächlich süß genug) und was soll ich anderes sagen außer:

„Hmmmmm – ein Träumchen, zart, fein, knisprig, lecker!“

Kulinarische Weltreisen von der heimischen Küche aus sind schon eine echt tolle Sache.

Ein Beitrag zum Thema „Für süße Träume“ im HerbstHandarbeitsbingo 2019.

 

Kann man gar nicht früh genug dran denken

Letztes Jahr mit der Seelenfreundin in Kirchheim unter Teck, sah ich im Buchcafé Aroma das erste Mal einen lichtungen-Adventskalender von Stephanie Brall und Ann-Kathrin Blomer. Als seit frühester Kindheit bekennende Adventskalenderliebhaberin und natürlich großer Schätzerin besonderen Designs kam ich natürlich nicht drin vorbei, denn ohne hätte ich diesen ganz und gar besonderen Laden nicht wieder verlassen (ähm, auch nicht mit noch anderen Einkäufen …). Mal ehrlich: Wie genial ist das denn, den Kalender bis zum tatsächlichen Endpunkt der Weihnachtszeit am 6. Januar zu kreieren?! Außerdem ist dieser Kalender mit all seinen vielfältigen Motiven, Ideen, Anregungen tatsächlich nicht nur etwas für die Weihnachtszeit, sondern auch noch für darüber hinaus.

Kleine Anmerkung für die DSGVO-Korinthenkack…hm…picker: Alles von meinem eigenen Geld zum vollen VK gekauft und damit nicht das WWW, sondern den lokalen Buchhandel erfreut. Ich bekam keine Vergünstigungen, würde mich schämen, nach so etwas überhaupt zu fragen und deshalb gibt es natürlich auch keinen Werbeauftrag und erst recht keine Werbekooperation. Ja, es gibt tatsächlich solche Menschen wie mich, die über Dinge schreiben, die ihnen gefallen und nicht deshalb, weil sie durch das Schreiben darüber über irgendeinen Benefit verfügen. 

Kein Wunder also auch, dass ich mir gleich nach dem Erscheinen mein Exemplar für 2019 gesichert habe. Und er bleibt tatsächlich bis zum 01.12.2019 schön in seiner Hülle original verpackt, denn ich kenne mich – mach ich das nicht so, wären die einzelnen Tage bis dahin keine Überraschung mehr für mich.

Und gleich noch einen Jahreskalender für die Handtasche für 2020 mit dazu.

Taschenkalender nutze ich seit Jahrzehnten und erfreulicherweise gibt es sie mittlerweile in einer riesigen Vielfalt, in der für jeden etwas mit dabei ist, der sich das Jahr nicht nur digital, sondern herrlich analog festhalten möchte.

Früher gab es da ja nicht so viel Auswahl. Da war dann schon der Goldene Brigitte-Kalender etwas ausgefallenes. Irgendwann Anfang der 80er-Jahre hatte ich auch mal einen.

 

 

Ein Crumble für alle Fälle

Wohin mit zuviel Obst? Oder mit dem, das schon weicher ist, nicht so bissfest, wie wir es mögen? Lust auf frisch Gebackenes, aber nicht allzuviel Küchenzeit übrig?

Genau dann ist Crumble-Zeit!

Fix die Tarteform gebuttert und daraus das Obst oder auch mal gerne, so wie bei dem Crumble hier auf dem Photo, eine Schicht vom Lieblingsknuspermüsli über die Butter geben. Diese Müsli- oder Getreideschicht saugt auch den Obstsaft auf, der sich beim Backen bildet.

Darauf das Obst, was immer dafür genommen werden möchte. Hier: 2 Äpfel, 2 Birnen, 1 Nekatine.

Für den Crumble 175 g Mehl, 50 g Zucker, Zimt oder Vanille oder das Lieblingskuchen oder -keksgewürz und 100 g Süßrahmbutter verkneten, drüberstreuseln.

Ab für 30 goldgelbe Minuten in den auf 200° C Ober- und Unterhitze vorgeheizten Ofen.

So schnell und einfach ist es, etwas Leckeres auf den Tisch zu stellen!

 

Gelesen: „64“

von Hideo Yokoyama.

Der Roman, der als Thriller angepriesen wurde und 2019 mit dem Deutschen Krimi-Preis International ausgezeichnet wurde, handelt von einem alten und ungelösten Kriminalfall und ist für mich in erster Linie kein Thriller, sondern eine japanische Gesellschaftsstudie und von diesem Blickwinkel aus äußerst interessant.

So wurde ich nicht durch etwaige reißerische Elemente (die ich so nicht fand) in den Bann der Geschichte hineingezogen, sondern weil ich unbedingt wissen wollte, ob und welche Knoten sich am Ende lösen werden. Ich lese immer wieder gerne auch zeitgenössische asiatische Literatur, wobei ich doch sagen muss, dass mir die Rituale, Verknüpfungen, Ansprüche und Verpflichtungen in manchem Teil sehr, sehr fremd und fast nicht nachvollziehbar sind, gerade darum aber sehr reizvoll sind.

Der Strang rund um die Entführung und Ermordung Shokos verschlingt sich zu Beginn mit dem Verschwinden von Ayumi, der Tochter des Hauptprotagonisten Mikami und weckte so in mir den Verdacht, beide könnten mit einander verknüpft sein. Ich bleibe hier bewusst im Konjunktiv, da ich nicht allzu tief in die Handlung des Romans hineinschreiben möchte.

Prinzipiell mag ich es durchaus, wenn sich auf der letzten Seite, in den letzten Sätzen, nicht alles in Friede, Freude, Eierkuchen auflöst, hier aber bleiben mir zu viele Fragezeichen offen, um mit dem letzten Punkt und dem Ende der Erzählung wirklich zufrieden zu sein.

Vielleicht muss man selber Japaner sein, um das anders zu sehen – oder wirklich heftiger Krimi-Connaisseur, was ich zugegebenermaßen nun einmal wirklich nicht bin.

Eine interessante Lektüre aber war es auf jeden Fall.