Reparaturbedarf

Genau heute leider in zweifacher Hinsicht.

Zum Ersten sind da die zwei alten, reparaturbedürftigen Weihnachtspyramiden aus dem Erzgebirge, die ich auf einem Flohmarkt entdeckte:

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Ich mag erzgebirgische Holzarbeiten sehr – ganz besonders die einfachen, alten. Beim Öffnen dieser Schachtel und dem Auspacken des Inhalts, da hüpfte mein Herz vor Freude, trotz den teils angekokelten Holzteilen.

Zum Glück gar kein Problem, denn www sei Dank, war schnell ein erzgebirgischer Onlineversand für Ersatzteile gefunden.

Diese Pyramide stammt aus den frühen 1950er Jahren und meine Mutter war ganz besonders beim Anblick der Schäfchen hin und weg. Wie gut, dass sie nicht weiß, dass sie die wieder hergerichtete Pyramide von mir zum 1. Advent als Geschenk bekommen wird.

Für mich selber behalte ich diese Pyramide, deren Figuren mir noch besser gefallen. Wie die erste stammt sie aus den 50er-Jahren. Sie dürfte etwas jünger sein als die obige und ist bist auf das nicht zu ihr passende Flügelrad, ein Zwischenstück und die nicht ganz so angekokelten Kerzenhalter in einem wesentlich stabileren Zustand.

Zum Zweiten kommt heute mein eines Handgelenk unters Messer, der Dr. vermutet einen Riss im Diskus, den er versäubern und nähen möchte. Danach wird hoffentlich außerdem klar sein, wie es um das Mondbein steht und ob evtl. die Elle verkürzt werden muss.

Kein angenehmer Tag heute und ich wünsche mir, dass alles gut geht und der bonfortionöse Gatte mich mit einer guten Prognose nach nicht zu großer Warterei wieder mit nach Hause nehmen kann.

Die letzten Feigen

Dieses Jahr trug mein Feigenbäumchen tatsächlich zum ersten Mal mehr als zwei Früchte!

Ich freute mich sehr auf die ersten drei, die ich erspähte, allerdings entdeckten dann die Spatzen noch vor mir ihre saftige Süße und so fand ich mich letztlich damit ab, auch in diesem Jahr nicht in den Genuss derselben zu kommen.

Was für eine Überraschung, als mein Mann mit eine Handvoll vollreifer, kleiner Feigen vor mir stand, die erst sichtbar wurden, als die ersten Blätter fielen.

So klein wie sie auch sind, sie sind vollreif und herrlich aromatisch. Ein Hochgenuss!

Postillenalarm

Ein Besuch im Zeitschriftenabteil ist immer wieder spannend. Noch besser aber gefällt mir, welche Magazine nebeneinander verpaart werden:

Das kann kein einfach Zufall sein – ich stell mir gerade vor, wie in der Marketingabteilung voller Ernst genau solche Szenarien analysiert, entworfen und veranlasst werden.

DAS wäre genau mein Job!

Pirna – Geschichte und Geschichten

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Pirna – auch das Tor zur Sächsischen Schweiz genannt, lag nicht weit weg von unserer Ferienwohnung, sodass die erste größere Erkundung der Umgebung direkt hierher führte.

Wie Heidelberg ist auch Pirna eine Stadt am Fluss

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und durchaus ebenfalls wegen ihrer reizvollen Lage, der sehenswerten Altstadt und weil sie von großem geschichtsträchtigen Rang ist, sehr von Touristen besucht. Weil unser Urlaub in die Nachsaison lag, gestaltete er sich aber durchweg sehr ruhig und keineswegs überlaufen, was sehr angenehm war.

Neben all der Geschichte ist in Pirna überall merkbar die Kunst daheim, so wie hier in der Schmiedestraße, in der man mit Fug und Recht ein Hans guck in die Luft nicht nur sein darf sondern muss, wenn man nichts verpassen möchte:

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Dass die Bilder über den Tag der Kunst 2019 in Pirna hängen bleiben, gefällt mir besonders gut.

Auch Pirnas Schaufenster waren mit wunderbarer Kalligraphie der Künstlerin Juliana Dressel-Zagatowski verschönt, manchmal sogar über mehrere Fenster hinweg. Immer sehr kunstvoll ausgeführt, mit Witz, Augenzwinkern, auch Hintersinnigkeit und mit sehr viel Flair:

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Viele der alten Häuser in Pirna zogen mit ihrer Geschichte in den Bann, so kann man z. B. Napoleon Bonaparte begegnen:

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Oder dem berühmt-berüchtigten Ablassprediger Johannes Tetzel:

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Ein bronzenes Markschiff ziert einen der Brunnen auf dem Marktplatz:

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Und dem Wasser des Erlpeter-Brunnen hinter der Marienkirche wird zur Osterzeit sogar magisches Wirken nachgesagt:

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Die Fronfeste dient heut zum Glück anderen Zwecken wie in ihrer langen Geschichte:

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Den stärksten Eindruck hinterließ in mir die Stadtkirche St. Marien:

Alles, was ich jemals zur Ausstattung evangelischer Kirchen zu wissen glaubte, wurde hier komplett widerlegt und ad absurdum geführt:

Nie zuvor bin ich jemals in einer solch prachtvollen protestantischen Kirche gestanden – und protestantisch bzw. evangelisch-lutherisch ist sie tatsächlich von Anbeginn bis heute.

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Das Taufbecken von 1561.

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Sie ist ein eindrucksvolles Zeugnis von der Bedeutung der christlichen Kirche, dem Reichtum und dem Selbstbewusstsein der Gemeinde in der damaligen Zeit.

Auch Geschichten nahm ich aus Pirna mit nach Hause:

Die veröffentlichten ersten beiden Teile der Pirna-Trilogie (selbstverständlich selbst zum vollen VK von mir erworben, ohne Werbeauftrag und/oder -aufforderung) von Heike Stöhr:

„Die Fallstricke des Teufels“ und „Die Handschrift des Teufels“ – perfekte Urlaubslektüre – ich mag das, wenn Ort und Geschichte so eine feine Melange eingehen. Flüssig und in einer angenehm klaren Sprache geschrieben, ohne das, wie in anderen historischen Romanen immer wieder auf triebgesteuerte Gemächte, brutale Männer und wunderschöne, superintelligente Alleskönnerheldinnen hingewiesen wird, die – natürlich – alles immer besser können, als das andere Geschlecht.

Beide Bücher bereits gelesen, für das dritte habe ich die Benachrichtigungsfunktion des Verlags aktiviert, denn ich mag wissen, wie es weitergeht, mit der Fuchsin, den Männern ( – ohne geht’s halt zum Glück nicht 😉 -) und dem Voynich-Manuskript.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

69

Nicht das Jahr in welchem ich geboren wurde, aber das, in dem ich zu lesen lernte.

Nicht mein Alter.

Nicht mein Gewicht, auch wenn das nett wäre.

Keine Position Swassohnnöff.

Nicht die Zahl der Perlen auf der Kette.

Leider nicht die Kcal von 100 g Chips mit Salz.

Könnte mit so viel Nettem überraschen, soll aber das Wunschrenteneintrittsalter der Generation Greta sein.

Bis sie ihren 69. Geburtstag feiern, werden sie, ich nehme jetzt einfach exemplarisch einen Ausbildungsbeginn von 16 Jahren an, dann ganze 53 Jahre Arbeitsleben hinter sich haben, wenn sie einige Monate nach ihrem 69. Geburtstag, im Alter von fast 70 Jahren in ihre Rente eintreten werden.

Weil das nicht anders zu finanzieren sei, sagen sie. Weil die Baby-Boomer-Generation einen abartigen, sonst nicht anders zu bewältigenden Kostenfaktor darstellt, denken sie lieber nur, als es laut auszusprechen, um die Menschen in meinem Alter nicht als Wähler zu verlieren. Diese vielen Menschen, die in den frühen 60er-Jahre das Licht der Welt erblickten, die haben schlicht und einfach zu wenig Kinder bekommen. Haben sich getraut, sich zu widersetzen, nicht die Pflicht über alles andere im Leben zu stellen, sie waren die Kinder der Kriegskinder. Die ersten, die behütet, satt, sorgenfrei waren, die Spaß haben konnten. In dem Rahmen, den für die meisten die Eltern, die Großeltern, die Familie noch vorgaben, aber auch die Ersten, die einfach nur sorgenfrei Spaß haben konnten. Wenn sie den zuließen.

Wir sind in einer solidargemeinschafteten Gesellschaft aufgewachsen, im Wissen, dass unsere Leistungen dazu beitragen, dass unsere Eltern einen guten Ruhestand haben werden und wir auch irgendwann. So wie unsere Großeltern und ganz, ganz, gaaaaaaanz bestimmt auch unsere Kinder und Kindeskinder.

Wir leben in einem reichen Land. Wir müssen nicht hungern, frieren, ohne Dach und ärztliche Versorgung sein. Kann man uns das vorwerfen? Nein. Aber das sagen darf man auch. Und es reicht, über nur eine Grenze hinweg zu fahren, um zu sehen, dass dem nicht überall in Europa so ist. Daran ist nicht zu rütteln.

Unsere Lebenserwartung ist gestiegen sagen sie. Und nehmen dafür einen Durchschnitt.

Manche werden alt, sehr alt, überleben ihren Renteneintrittspunkt für lange, manche für sehr lange Zeit. Manche wiederum erleben ihn gar nicht.

Das war schon immer so.

Mein einer Großvater wurde fast 90, meine eine Großmutter gerade mal 69, mein einer Onkel niemals 30.

Wären diese Pläne für morgen gestern schon heute gewesen, hätte mein Vater sich direkt nahtlos in den Tod gearbeitet und meine Mutter wäre heute mit den Rentenbeträgen von morgen ein Fall für Sozialhilfe, obwohl mein Vater dann mehr als 10 Jahre mehr gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt hätte.

Milchmädchenrechnung?

Kann man mir ruhig vorwerfen, ist für mich aber so, ich bin keine Wirtschaftswissenschaftlerin, mein Studienabschluss ist lediglich der einer Dr. leb.

Wie kann es sein, dass wir ein Mehrfaches von dem in die Rentenkasse einbezahlen werden als unsere Eltern und trotzdem im Gegensatz zu ihnen in vielen Fällen noch nicht einmal mehr als (oder gerade mal oder drunter) die offizielle Armutsgrenze bekommen?

Welche Notwendigkeit besteht heute noch für einen Beamtenstatus, für dessen Abschluss ich, hätte ich nicht einen Monat davor meine Kündigung eingereicht, solch existenzrettende Fragen, wie die nach der korrekten Kulifarbe des Oberpostdirektionspräsidenten hätte beantworten müssen?

Interessiert heute niemanden mehr, denn dieser gesamte, monströse Ausmaße annehmende Beamtenwasserkopf ist Geschichte. Abgewickelt. Schade, niemand mehr da, dem man die gute, alte Frage, nach der seltensten und kostbarsten Flüssigkeit der Welt auf den Gängen zwischen den Türen zahlloser Ressorts zuflüstern und gemeinsam über die Lösung kichern könnte, weil man jeden Tag aufs Neue erlebte, dass der Witz kein Witz sondern gelebte Realität war.

Wenn wir eines in unserem Land können, dann ist das Administration administrierende Administrationslösungen, für die mit jedem neuen Kopf ganz oben die Räder jedes Mal aufs Neue neu erfunden und verschlimmbessertkompliziert werden.

Das ist das wahre Problem. Nicht die sich dem ausreichenden Nachwuchsauswurf verweigernde Babyboomergeneration, sondern:

Profilierungssucht, Gier, Machtgeilheit, Korrumpierbarkeit und die Überzeugung, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.

Anders kann ich mir dieses „Wer älter wird, muss halt auch länger arbeiten“ nicht erklären.

Wer hat sie im Arbeitsleben noch nicht erlebt, die Kolleginnen und Kollegen, die mit noch nicht mal 60 Jahren durch sind, ausgebrannt und nicht mehr in der Lage, z. B. dem digitalen Fortschritt auch nur auf Minimalebene standzuhalten, weil sie nicht mehr wissen wo hinten und wo vorne ist? Körper und Geist altern halt nun mal und nur weil jemand im Durchschnitt 85 Jahre alt werden könnte oder noch älter, heißt das nicht, dass er mit 70 noch fit, leistungs- und lernfähig ist. Müsst Ihr Euch nur mal die Generation Eurer Eltern und Großeltern ansehen, wo ihre Fähigkeiten mit 70 standen und/oder zum Glück noch stehen. Freut Euch, wenn Eure Eltern und Großeltern noch in allem mithalten können, das Gros, das ich im Alltag erlebe, kann das nicht mehr.

Unsere Arbeitswelt – besser aber ich spreche von meiner ureigenen – hat sich in den Jahrzehnten meiner Berufserfahrung kategorisch in so vielem geändert. Nicht unbedingt zum schlechteren, das wäre gelogen, aber auch nicht unbedingt in allem zum besseren. Der Druck, der heute da ist, den gab es damals mitnichten in diesem Ausmaß. Auch nicht diese unzähligen befristeten Teilzeitjobs, die nach einer Befristung in die nächste geschoben werden. Ich habe so etwas zum Glück nie für mich erlebt, ich weiß aber, dass mir ein solche Art zu arbeiten, ohne immer wieder nicht zu wissen, ob es weiter geht oder nicht, nicht gut getan hätte. Ich saß Jahre neben einer Kollegin, der es so erging und die ich für den Stoizismus, mit dem sie das ertrug, nur feiern konnte. Ich bin froh und dankbar für das Glück, das es in dieser Hinsicht wirklich gut mit mir gemeint hat.

Das habt Ihr bestimmt auch schon erlebt: Eine 100 %-Stelle wird frei, gesucht wird eine neue Kollegin, ein neuer Kollege, der den gleichen Einsatz mit 50 % wuppen soll. Die gleiche Arbeit für die Hälfte der Zeit und des Lohns. Das ist nicht fair und alles andere als gesund.

Nach dem Schulabschluss schrieb ich vier Bewerbungen und bekam drei Lehrstellenzusagen und wenn mir mein Gehalt nach der Lehre nicht zu wenig gewesen wäre, hätte ich dort weiter einen unbefristete Arbeitsstelle gehabt.

Ich beschwere mich nicht. Ich bin mit meinem Leben und mir im Reinen. Mit dem was ich heute weiß, hätte ich etwas anderes gelernt, mit Sicherheit nicht die sichere Variante gewählt, aber ich hadere nicht mit dem, was ich lernen und erfahren durfte, denn auch dadurch bin ich die die ich bin. Promoviert durch das Leben halt.

Ich werde bei Renteneintritt ordentlich über das 60er-Alter hinaus sein, bei dem die mir bis dahin bereits vorhergegangenen Kolleginnen schon in viel jüngeren Jahren die beruflichen Flügel gestreckt haben. Ich kann nur hoffen und beten, dass mir das nicht so gehen wird, dass ich mir meine Bereitschaft, mich immer wieder auf Neues einzulassen und das was ich (noch) nicht kann, dem Neuen, dem ich begegne, mit Neugier und absoluter Lernwilligkeit zu begegnen, nicht nehmen lasse oder gar gesundheitlich nehmen lassen muss. Das wäre der worst case.

Ab einem gewissen Alter ist es so, dass Du jedes Jahr, das Du älter wirst merkst. Kannste noch so gesundheitsbewusst, sportlich, fit sein. Irgendwann kriegt es Dich das Alter, isso. Kommt niemand dran vorbei an Wechseljahren, wahlweise Winkfleisch, Hämorrhoiden, Inkontinenz, Krampfadern, Hallux valgus, Grauem Star, Zahnfleischschwund. Oder Demenz. Das ist der worst case. Vertraut nicht auf „50 ist das neue 30“, denn dieser Laberkack ist nur deshalb hipp, weil es so viele von uns gibt, die 50 und Ü sind und man sich die bei Laune und der Stange halten will. 50 ist nur eines: 50 und damit der offizielle Eintritt ins Alter. Es sei denn, Du heißt Madonna. Die bleibt einfach immer jung ;). Oder Cher. Oder Jane Fonda. Für alle anderen gilt: Tut nicht weh, ist nicht schlimm, braucht man sich gar nichts vormachen und nicht schön reden, das ist einfach so.

Und für die Generation Greta wird das auch so sein, nur wird es für die dann noch unlustiger als für uns. Vielleicht auch nicht, denn wenn wir, dieser unförmige, monströse Kostenfaktor, endlich ins Gras gebissen haben, dann wird es keine Wohnungsnot, sondern eine Wohnungsflut geben und weil nach uns Vielen die wenigen die Wenigen sein werden, werden die Wenigen das Viele erben, was die Vielen halt so zu vererben hatten von dem, was am Schluss noch übrig blieb. Hoffentlich.

Obwohl.

Da wird sich die Administration dann bestimmt noch was einfallen lassen, dass den Wenigen dann nicht zu wohl wird.

Da sei der Rechnungshof und das statistische Berechnungsamt vor, die Banken und Versicherung (Regula, Danke!)

Grippös

Statt mit der geplanten Grippeimpfung verließ ich die Praxis mit einer Verordnung, die mich für einige Zeit aus allem heraus zieht.

Mein Ohr knackt, die Gelenke schmerzen, Fieber, volle Nebenhöhlen, laufende Nase, überbordendes Schlafbedürfnis.

Dieses Mal habe ich nicht versucht, die Krankmeldung so kurz wie möglich zu verhandeln, sondern den ärztlichen Rat angenommen.

Deshalb ist es auch hier ruhig.

Edit: Danke Euch für all die lieben Worte 😘.

Bis sie ihre Namen tanzen und der Rest vom System gefressen und ausgeschissen wird

Ich weiß nicht mehr, in welchem Kontext diese eine, spezielle Diskussion stattfand, enden tat sie mit beißendem Spott über Demeter-Bauern, die man nicht ernst nehmen könne, da sie morgens vor Beginn ihrer Arbeit bestimmt die Namen jeder einzelner ihrer Kühe tanzen würden.

Meine Meinung:

Unsere Welt wäre eine bessere, wenn die Produktion von Lebensmitteln (ich drück das jetzt mal ganz allgemein so profan aus) nicht auf unbedingte maximale Gewinnmarge ausgelegt wäre, sondern zu allererst einmal auf einen unbedingten respektvollen und wertschätzenden Umgang mit dem Lebensmittel an sich. Ganz egal, ob es es sich um Zwei-, um Vierbeiner, Federvieh, Fische, Pilze, um Rüben, Knollen, Obst handelt. Mir ist es egal, ob der Name von all dem an jedem Morgen getanzt wird, wenn es zu respektvoller und weitmöglichst gesunder Erzeugung führt, dann halt bitte gerne und da tanze ich noch lieber auch selber mit.

In den letzten Tagen jagt eine Nachricht die andere: Listerienbelastete Fleisch- und Wurstwaren (Am 11.10.19 dazu eine Meldung mit der Überschrift „Listeriose: Sigma 1-Ausbruch begann bereits 2014“ im Deutschen Ärzteblatt), verkeimte Milch, mit Kunststoffteilen vermischtes Hackfleisch.

Wozu bitte haben wir vielfältigste Kontrollinstanzen und warum keine einheitliche Warneinrichtung, die alle Bürgerinnen und Bürger erreicht? So wie es momentan läuft ist der Verbraucherschutz eine kopflastige Totgeburt, bei der man immer wieder das Gefühl hat, dass der Schutz mehr dem Unternehmer als dem Verbraucher nutzt.

Und als Tüpfelchen auf dem i, das man nicht oft genug wiederholen kann:

Mangelernährung an der Tagesordnung in deutschen Krankenhäusern und in Pflegeheimen.

Es ist nicht das erste Mal, das ich zu einem dieser Themen schreibe und bei allen Göttern mit Sicherheit leider auch nicht das letzte Mal!

Was sich bei uns im Punkte Ernährung abspielt, in einem, auch das kann man nicht oft genug wiederholen, der reichsten Länder der Welt, das unendlich viel auf Respekt, Wissen, Bildung, Kultur hält, ist erbärmlich, verlogen, unmenschlich und von einer Respektlosigkeit, die jegliche negativer Beschreibung spottet.

Nur dass wir uns richtig verstehen: Diese unsäglichen Praktiken verachtenswerter Lebensmittelproduktionsstätten sind das eine, das andere sind die Verbraucher, die, obwohl sie es sich leisten könnten, in punkto Lebensmittelkauf sparen was der Teufel hält. Von den armen Menschen, die gezwungen sind, diesen Frass zu essen, weil sie es sich nicht leisten können, sich gesünder zu ernähren, will ich gar nicht erst anfangen. Definitiv sind es aber ungezählt viele mehr, die es könnten, es aber trotzdem nicht tun.

Lebensmittel haben in unserer Gesellschaft den Status der Wichtigkeit und Wertvollheit verloren, den sie noch vor ca. 40 Jahren hatten, bevor die unsägliche Discounterpest allen mit „Brot“ und Spielen jeglichen gesunden Verstand vernebelte und verschwurbelte.

Anders ist es nicht zu erklären, dass die grobe Masse z. B. die grausigen Backderivate aus den allzeit warme Produkte ausspuckenden Discounter“back“stationen für richtige Brote, etc. hält. Wäre es anders, dann würden nicht täglich Handwerksbäcker ihre Profession niederlegen und über Generationen hinweg geführte Handwerksbetriebe schließen.

Ja, ja, ja, ja, nicht jeder von ihnen hat sich allzeit mit Ruhm bekleckert, darüber brauchen wir gar nicht zu diskutieren, aber wir als Kundenmasse haben versagt, in dem wir schrittweise verlernt haben, auf unsere geschmacklichen Sinne zu vertrauen – Geiz ist geil funktioniert in korrekt ausgeführtem Handwerk nicht. In keinem!

Macht Euch schlau zum Thema „Brotfrevel“ und beginnt damit, Euch mit der Herkunft, Produktion, den möglichen Inhaltsstoffen und die Wirkungen von denen auf Euren Körper auseinander zu setzen.

Gute Lebensmittel bekommt man nicht für einige Cent hinterher geworfen. Seht Euch an, woher der Inhalt im Großteil der Konserven im Handel kommt. Denkt Ihr dann noch immer, dass Euch all das egal ist?

Ihr, die Ihr das hier lest, Ihr könnt noch heute damit anfangen, etwas für Euch und die Menschen zu ändern, die Ihr liebt. Jeder große Schritt beginnt mit einem kleinen. Auch ich habe in den letzten Jahren hart das Gegenteil von dem lernen müssen, das ich für wahr hielt. Meine Gesundheit hängt von meiner Ernährung in einem Ausmaß ab, das ich früher nicht für möglich gehalten hätte und manchmal wünsche ich mir die Unbeschwertheit von damals zurück, die mittlerweile komplett verloren gegangen ist. Es macht keinen Spaß, immer und überall Zutatenlisten zu lesen und vor einem Essen woanders als daheim, immer und überall zu fragen, fragen, fragen, was ich das esse oder nicht.

Aber so beschwerlich und anstrengend das immer wieder mal ist, haben mich diese Probleme davor bewahrt, Nahrung nur einfach als etwas notwendiges zu sehen, ohne mich weiter damit auseinander zu setzen.

Das perfide an dem Bröckchen des stinkende, krank machen Eisbergs, das immer wieder für alle, die lesen, denken, ändern wollen, und immer größer auftaucht, ist doch, dass wir die Freiheit haben, einen anderen Weg einzuschlagen.

Der minderwertige Frass, der aufgeflogen ist, der wurde denen aufgenötigt, die sich noch nicht oder nicht mehr informieren und frei zur Änderung entscheiden können:

Kinder in Kitas und in Schulen, Patienten in Krankenhäusern und den zumeist nicht mehr selbstbestimmten Alten in Altersheimen.

Was sie getroffen hat, wird auch uns treffen, wenn wir alt und vielleicht nicht mehr selbstbestimmt sind, nur noch als Kostenfaktor wahrgenommen und nicht mehr wert sind, eine respektvolle Ernährung zu erhalten.

Ja, man will nur unser Bestes: Und das im totalitär monetären Sinn. Mehr sind wir, unsere Kinder, Patienten, Alten in einem solchen System nicht mehr wert.

Aber zu denken, daran ließe sich nichts ändern, stimmt nicht.

Und wenn es als erster Schritt der ist, Pfannkuchenteig nicht mehr aus der Discounterplastepackung zu schütteln, sondern Ei, Mehl, Milch, Salz und Zucker zur Hand zu nehmen und damit anzufangen, selber zu kochen. Kleiner Tipp: Damit lässt sich tatsächlich Geld sparen – nicht unglaublich und unwahr! Und besser schmecken tut es dazu auch noch.

Angst

Was ist es, das Menschen zu Mördern werden lässt?

Darüber lässt sich viel in Zeitungen, Magazinen, Büchern, Sendungen lesen, hören, sehen.

Irgendwie, irgendwann, irgendwo wird alles über die Täter publiziert werden und jeder wird seine senfigen eigenen Überzeugungen zum was, wo, wie, warum und überhaupt abgeben.

Über die Opfer, da liest, hört, sieht man nicht so viel und wenn doch, dann kommen schnell Kommentare, was man, wie, wo, überhaupt hätte besser und anders und generell machen hätten sollen, können, müssen.

Schrecklich. Einfach nur schrecklich, was man Opfern so ein weiteres Mal antut.

In aller Regel entscheidet sich ein Täter irgendwann von sich aus dazu Täter zu werden.

Niemand steht aber eines Morgens mit dem Vorsatz auf „Heute werde ich mal Opfer sein“!

Ob Täter nicht zum Täter werden würden, wenn sie wüssten, wie es ist, ihr Opfer zu sein? Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, ob es an ihren Entschlüssen, anderen das Leben, die Gesundheit, die Seele zu zerstören, sie zu einem wahren lebenslänglich zu verurteilen, ändern würde.

Eine rein hypothetische Frage also.

„Musst Dich doch nicht wundern, wenn Dein Ex es fast geschafft hätte, Dich zu überfahren, wenn Du damit beginnst, Dich mit anderen Männern zu treffen.“

„Die Trennung hat den armen Kerl schwer getroffen. Das kann man doch verstehen, dass es ihn aus der Bahn geworfen hat.“

„Kann ich Dich nicht haben, dann sorge ich dafür, dass Dich niemand mehr haben kann.“

„Die Fremden, die, die eine andere Hautfarbe, einen anderen Glauben haben, die sind schuld daran, dass ich nicht alles erreichen kann, was ich haben will.“

„Kaputt machen, was mich kaputt macht, aber so, dass keiner mehr aufsteht!“

„Ich nehme mir das, was mir zusteht!“

Hass verletzt, verstümmelt, verstört und tötet. Wahrscheinlich auch den Täter, ganz besonders aber das Opfer, die Opfer. Und die, die das Leben mit ihnen teilen, ihre Familien, die, die sie lieben.

Täter werden im besten Fall ermittelt, festgesetzt, verurteilt und manche von ihnen haben irgendwann die ihnen auferlegte Strafe abgesessen, werden wieder ins Leben integriert.

Die Opfer können das was ihnen angetan wurde, sei es physisch oder psychisch, nicht absitzen. Sie haben lebenslänglich und mit ihnen die Menschen, die ihr Leben mit ihnen teilen, ihre Familien, die, die sie lieben.

Nicht zu wissen, ob man wegen einer tickenden Zeitbombe die nächste Nacht überlebt, das Auto, das auf einen zurast, die Waffe in Reichweite, den Hass, die Wut, den Missbrauch, die Gewalt, die Zerstörung – all das drückt einen Stempel auf das Leben der Opfer, den Dritte nicht sehen, nicht hören, anfassen, riechen, spüren, fühlen können, aber seid Euch gewiss, die Spur dieses Stempels, die Angst, den Schmerz, die Agonie des Ausgeliefert- und Hilflosseins, die brennt mit einer Flamme, die auch Jahrzehnte später nichts, aber auch gar nichts an ihrer Intensität verloren hat und auch weiter nicht verlieren wird.

Niemand, wirklich niemand verdient es Opfer zu sein.

Und wenn Ihr das nächste Mal etwas über einen Täter hört, lest, seht, dann bitte sprecht laut und offen und deutlich aus, wo die Worte für das Opfer, die Opfer sind. Kein Täter hat es verdient, auch nach seinen Taten weiterhin über dem Opfer zu stehen und mehr Aufmerksamkeit als dieses zu bekommen!

 

 

 

 

Dresden

„Dresden – Museum, Kultur, Kunst, Museum, Kultur!“ – genau das blinkte in meinem Hirn auf, als die Sächsische Schweiz als Urlaubsziel fest stand.

Das war für mich klar, das musste ich unbedingt mit eigenen Augen sehen: Das Schokoladenmädchen, das Grüne Gewölbe, den Zoo, das Hygienemuseum, die Frauenkirche, die Alten Meister, die Neustadt und noch vieles, vieles mehr.

Da sollte gar nichts dran vorbei gehen – Baedeker sei Dank!

Ging es dann aber doch. Für alle, die jetzt auf begeisterte Kulturberichte warten: Bitte nicht weiterlesen, denn akademische werden hier nicht kommen. Kulturberichte ja, an anderen Tagen und dann als natürliche und mir/uns sehr wertvoll menschliche.

Meine grandiosester Dresdenmoment war der, vor der Tür des Hauses stehen zu können, in dem vor mehr als 100 Jahren meine Großmutter geboren wurde, deren Geburtsschein ich just am Abend vor dem Urlaubsstart entziffern konnte. Neben dieser Tür wurde alles andere nebensächlich und unbedeutend und das ist noch immer so. So ein menschlicher Wahnsinn, der die Zeit seither durch einen geschichtlichen Fleischwolf drehte und dreht: Österreich-Ungarisches Kaiserreich, Weimarer Republik, kackbraune Jahre, DDR-Diktatur und dann ab 1989 die Wiedervereinigung.

Dresden aber hat auch noch andere Bilder und unauslöschliche Eindrücke bei mir hinterlassen, beginnend mit dem Zoo:

Ich wünschte, der Mensch wäre nicht die rücksichtlose Bestie, die er ist und würde nicht rein aus Gier und Dummheit auch noch die letzten kleinsten und größten Familienmitglieder von Flora und Fauna ausrotten und mit Stumpf und Stiel vernichten.

Leider aber ist es so und so können wir einem Teil solch unbekannter, wunderbarer Geschöpfe zumindest in Zoos nahe kommen. Ich würde lügen, würden mich vieles nicht faszinieren, noch mehr aber rühren mich die Großkatzen, Giraffen, Zebras und nicht zuletzt alle Vertreter der großen Affenfamilie zu Trauer, Wut, Schmerz und großem Bedauern, da können sie auch noch so gut gehalten, ver- und umsorgt werden.

Das ist einfach so.

Bezaubert haben uns die Erdmännchen, die Pinguine und Flamingos.

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Augenblicklich und rettungslos verliebt habe ich mich in die Rosapelikane und ihre unglaublichen Farben:

Von allen Dresdenplänen blieben ganz profan die Altstadt und die Frauenkirche übrig, zweitere sehr, sehr eindrücklich und Teile von ihr sollten uns tatsächlich noch unerwartet, aber mit ganz viel Hintergrundinformationen, an einem anderen Ort begegnen:

Die Altstadt wurde und wird weiter in vollen Zügen renoviert und das, was da zu sehen ist, das ist tatsächlich überaus beachtlich und sehenswert.

Drumherum ist ein Touristenrummel ohne Gleichen – und in der Straße hinunter zur Elbe, ich nehme an, so etwas wie die Dresdner Fressgass, ein Lokal neben dem anderen: Alpenküche, Spanisch, Australisch, Italienisch … ich habe noch niemals so wie hier solch viele instagramable Selfieschießerinnen gesehen oder instagramable perfekt gestylte Mädels, die, Duckface, Köpfchen zur Seite geneigt, rechtes oder linkes Beinchen angewinkelt, Füßchen abgespreizt alle paar Meter einmal rundum von ihren Begleitern handyfiziert wurden. Naja, Großstadt halt. Dresden ist eine Großstadt und leider ist es trotz all den vielen tollen Möglichkeiten auch mit Dresden und mir wie mit mir und jeder anderen Großstadt, auch wenn mich noch so vieles reizte: Zuviele Eindrücke, Geräusche, Menschen, Farben, Gerüche – im Nullkommanix bin ich hemmungslos überreizt und möchte eigentlich nur noch wieder heraus aus der Stadt. Trotz aller Kultur, Museen, Kunst, Geschichte.

Großartige Straßenkünstler gibt es hier: Wir lauschten einer zauberhaften Klarinettistin und unser letzten Klimpergeld ging an einen temperamentvollen Steptänzer!

Dass wir in Dresden nicht machten, was ich geplant hatte zu machen, lag aber zum Teil bestimmt auch mit an unserer generellen Tagesplanung, denn nach so viel anderen vorhandenen Möglichkeiten, ja, auch und ganz besonders im ländlichen Umfeld, besuchten wir Dresden erst in den letzten Tagen unseres Urlaubs und bis dahin war ich selbst schon so sehr mit allen möglichen anderen wunderbaren, unglaublichen und schönen Eindrücken gefüllt, dass nicht mehr viel von dem in mich hinein passte, was noch möglich gewesen wäre.

Museen, Kunst, Kultur, Geschichte, Natur war so überreichlich um uns herum, dass ich mehr als entschädigt war für das Schokoladenmädchen, das Grüne Gewölbe, die Alten Meister ja und auch für die museale Hygiene – zurück daheim vermisse ich nichts und habe auch nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben.

Vielleicht ergibt sich ja noch einmal die Möglichkeit zu einem Dresden-Besuch, für den ich mir dann aber garantiert nicht so viel vornehmen werde. Dresden-Neustadt mit all seinen Möglichkeiten dann, vielleicht das Hygiene-Museum und/oder das Schokoladenmädchen – trotz aller Juwelen, Geschmeide, Karfunkelsteinen und Goldschmiedekunst zum Trotz.

Bevor ich es vergesse, denn das kann ich mir beim besten Willen nicht verkneifen – Dresden ist ohne Zweifel durchaus und ganz besonders lecker. Das zwar ohne Photo, dafür aber mit Verlinkung:

  • Wer Schokolade mag, wird CAMONDAS lieben!
  • Über Geschmack lässt sich ja trefflich streiten, wer sich eine große Stollenauswahl wünscht, der wird in der Konditorei Emil Reimann fündig.
  • Auch in der Kexerei gibt es Stollen, aber noch sehr viel mehr knisprig, knusprige Kekse – uns haben ganz besonders die Cranberry-Orangen-Kekse geschmeckt.
  • Bio-Birke ist seit 1974 eine Institution in Dresden und war ab 1996 die erste Fleischerei mit Öko-Prüfsiegel in Sachsen. Ihr habt keine Lust auf alpenländisches, australisches, spanisches, italienisches Essen? Dann macht es wie wir, steht staunend vor dem Angebot, lasst Euch bestens beraten und besorgt Euch Euer Vesper mit Brot, Klopsen, Käse, Fisch und noch mehr unbedingt hier. Lecker!
  • Ihr steht also wie wir auf Bio und regionale Lebensmittel? Fein, denn dann besucht unbedingt auch das vorbildlich geführte Vorwerk Podemus – ebenfalls hier beste Bio-Qualität.

Kein Zweifel bei uns:

Dresden ist aus sehr vielen Gründen unbedingt eine Reise wert!

 

 

 

 

 

Woche

Begonnen hat sie mit der Rückkehr aus dem Urlaub und einem kleinen, sehr lustigen und langen Abendessen mit sächsischen Spezialitäten.

Einige Waschmaschinenladungen und Sitzungen mit dem Bügeleisen später fuhren wir am Tag vor dem Feiertag ins Elsass, was so ohne Touristenmassen sehr entspannt war.

Frustran für alle Betroffenen im Umkreis von (leider mindestens) 100 km um uns herum die Baustellensituationen auf den Autobahnen, Bundes- und Landstrassen, Dörfern, Städten, rund um Brücken herum. Wohl dem, der ein gutes Navigationssystem nutzen kann und selbst dann noch weiter weiss, wenn selbiges unerwartet noch in Frankreich die Grätsche macht.

Nachdem ich auf der Urlaubsreise ganz bewusst die Nachrichten schwänzte, bin ich wieder mitten drin im Wahnsinn in Übersee und Europa und würde am liebsten nix mehr davon sehen, geschweige den hören … multiresistente Keime in der Waschmaschine eines Krankenhaus, die Säuglinge töteten und dann noch der sprachlos machende, da augenscheinliche und seit Monaten bekannte Listerienwahnsinn: Wieder ein Haken mehr auf meiner Liste, das Krankenhausessen nichts mehr mit einer die Gesundheit fördernde Ernährung zu tun hat. Es wird weiter an den Schwächsten unserer Gesellschaft zu Tode gespart wo es geht.

In Nachbarorten schliesst der dort letzte handwerklich arbeitende Bäcker zwei von vier seiner Filialen, weil ihm die Allmacht der Discounter-Pest keine Wahl lässt. Naja, nicht nur die Discounter, sondern auch die Kunden, die dort das kaufen, was sich zu unschlagbar günstigen Preisen Brot schimpft. Binnen Jahresfrist wird der letzte Metzger ihm folgen – was auch anderes tun bei tatsächlich bester Qualität bei Herkunft und zusatzstofffreier Verarbeitung, wenn sich nicht mal mehr ein Lehrling findet und dazu dem ausufernden EU-Richtlinienwahnsinn? Am lautesten schreien werden dann die, die seit mindestens fünf Jahren keinen Schritt mehr in die Geschäfte gemacht haben. Die anderen werden still ins Kissen weinen.

Den alten Generationen in diesen Dörfern bleibt wirklich nichts mehr übrig, als selbst ins Auto zu steigen, um einzukaufen, zum Arzt zu kommen oder zur Bankfiliale. Nichts mehr da. Die Glücklicheren leben in Bus- und Bahnreichweite, wenn sie denn noch so mobil sind, die Haltestellen aus eigener Kraft zu erreichen.

Von Handynetzen mal ganz zu Schweigen. Ach, wären es doch nur einzelne Milchkannen, die so nicht erreichbar sind! In Jahresfrist haben wir uns in Rheinland-Pfalz, der Eifel, in Ostfriesland, dem Bayerischen Wald, dem Allgäu und in Sachsen über wirklich großflächig absolut störungsfreie Auszeiten freuen dürfen. Aber mit G5 soll ja alles besser werden. Zumindest für alle die, die noch immer dran glauben.

Zur Wochenmitte widmeten wir uns der Herbstgartenarbeit und als ich so in den zweiten Gartenhandschuh fahre – AUAHH – ein fies brennender Schmerz im kleinen Finger. Irgendwas nicht auffindbar Unbekanntes stach zu und mittlerweile schmiere ich äußerlich mit Cortison gegen den Knackwurschtfinger an, innerlich zum wiederholten Mal in diesem Jahr mit einem Antiallergikum unterstützt, mit der Hoffnung, Montag nicht zum x-ten Mal wegen infiziertem Stich in der Arztpraxis aufzuschlagen.

Irgendwas ist halt immer.