Renovierte Weihnachtspyramiden

Fertig renoviert habe ich die zwei maroden Weihnachtspyramiden vom Flohmarkt.

Bei beiden habe ich versucht, so wenig wie möglich einzugreifen. Bei der Pyramide, die bei mir bleibt, fehlte das dazugehörige Flügelrad komplett, weshalb ich auch nicht weiß, wie es aussah und es deshalb einfach ganz schlicht gelassen habe.

Die Perlen habe ich dazwischen gesetzt, da mir der nackte Draht alleine nicht gefiel.

Bei der Pyramide für meine Mutter musste ich vorsichtiger vorgehen. Bei den Figuren musste lediglich die Hirtenstäbe wieder einfügen werden.

Die angekokelten Kerzenhalter habe ich bewusst nicht ausgetauscht und angemalt; die Pyramiden sind an die 70 Jahre alt, haben eine Geschichte zu erzählen, die meiner Meinung nach sichtbar sein darf, weshalb ich sie lediglich mit neuen Messingtüllen ergänzt habe.

IMG_20191123_130505~2.jpg

Da diese Pyramide ein Geschenk zum morgigen ersten Advent für meine Mutter sein wird, habe ich die angekokelten Drehflügel allerdings komplett durch ein neues Mittelteil und neue Flügel ersetzt.

Um an die alten zu erinnern, habe ich jeden neuen selber mit einem roten Schneeflockenstempel ergänzt, was für mich am stimmigsten ist.

IMG_20191123_095522~2.jpg Für solch schöne alte Stücke ist für mich nicht Wegwerfen die Devise, sondern retten, ergänzen, erhalten.

 

 

Gefüllter Mikrowellenkürbis ohne Mikrowelle

Wie gut, dass wir zwei Kürbisbauern in der Nähe haben, die beide eine unglaubliche Anzahl an unterschiedlichen Kürbissen anbauen und -bieten.

Diese kleine Schönheit hier nennt sich „Mikrowellenkürbis“, angeblich soll er direkt zum Garen in der Mikrowelle gezüchtet worden sein, aber ich meine, dass ich solche schon vor vielen Jahren auch auf anderen Kürbishöfen sah, bin mir aber sicher, dass er dort einen anderen Namen gehabt hat. Die Bezeichnung Mikrowellenkürbis habe ich dieses Jahr das erste Mal gehört.

Wir haben zwar eine Mikrowelle in der Küche stehen, aber garantiert nicht, um darin zu kochen. So eine HuschHusch-Küche ist nichts was mir liegt, kochen darf bei mir dauern und Zeit haben.

Außerdem, jetzt wo ich weiß, wie herrlich nussig sie schmeckt, wird die Mikrowelle dieser Beere nicht gerecht, das behaupte ich jetzt mal einfach so.

Zutaten und Rezept für eine Person:

1 kleiner Speisekürbis

Waschen, nicht schälen, quer halbieren und die Kerne und losen Fasern mit einem Löffel herausschaben. Beide Hälften mit etwas

Speiseöl

einpinseln und für 10 Minuten in den auf 180° C Ober-/Unterhitze vorgeheizten Backofen schieben. Wieder herausnehmen und beide Hälften mit einer kräftigen

Gewürzmischung nach Wahl

bestreuen.

1 kleiner Camembert

kreuzweise einschneiden, in die untere Hälfte legen, bissi von der Gewürzmischung und dann die Deckelhälfte wieder oben drauf und weitere mindestens 10 Minuten zurück in den Backofen schieben, bis der Käse schön weich ist.

Es wird gesagt, dass man die Kürbishaut mitessen kann, ich hab sie abgepellt, aber ich mag auch keine Kartoffeln mit der Schale essen.

Feinbein!

Hollerröster für den Vorrat

Vor Jahren einmal habe ich in einem Hofgutladen ein Glas Hollerröster gekauft und mir fest vorgenommen, irgendwann selber welches einkochen zu wollen.

Wie gut, wenn man von einem Holunderbaum ernten kann, der nicht an einer Durchgangsstraße oder an einem nicht biologisch bewirtschafteten Feld steht oder gar mit Pestiziden behandelt wurde.

Ich mag den herben Geschmack der so schön dunkelviolett färbenden Beeren, die zudem auch noch wahre Gesundheitsbomben sind.

Ich habe meinen Röster mit Wein eingekocht. Nicht mit wie allenthalten empfohlen Rotwein, da ich dagegen allergisch bin, sondern, um das Herbe etwas abzupuffern, mit vollmundig süßen Weißwein aus einer kleinen hessischen Familienkellerei, wozu wir die letzten Flaschen genommen haben, die nach vielen Jahren noch da waren.

Zutaten und Rezept:

2 Äpfel (ich habe mich für Gala entschieden) waschen, schälen und grob raffeln. In einem Topf mischen mit

800 g vollreifen Holunderbeeren, 2 El entweder gemahlener Zimt oder einer Zimtmischung, 200 g Zucker, 1 l Weißwein.

Für 1,5 Stunden nicht sprudelnd kochen, aber einköcheln lassen und nicht vergessen immer wieder durchzurühren, damit nichts am Boden ansitzt.

Da mir der Röster dann noch etwas zu flüssig war, habe ich mit etwas kaltem Wasser 2 El Kartoffelstärke auf- und dann eingerührt, bis er etwas dicker wurde. Danach in noch heiße, frisch sterilisierte Gläser füllen und mit den ebenfalls noch warmen (auch frisch sterilisierten) Deckeln verschließen.

Besonders fein z. B. zu frisch selber gekochtem Grießpudding.

Meine 5 Cent zum Thema „Gewalt gegen Frauen“

Arbeitstitel: „Das Kreuz der Fraun

Für den heutigen Tag, den 25. November: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Frauen im sehr großen Kreis auch heute noch im Spannungsfeld zwischen Kirche & Küche, wo sie noch heute für die Herren in langen Kleidern, roten Lederschuhen, prächtigen goldenen Ringen an den Fingern, die sie sich noch immer küssen lassen, nur zweidimensional existieren als Heilige oder Hure.

Nichts anderes ist die Bedeutung dessen, dass die weibliche Hälfte der Menschheit für sie noch immer nicht gleichberechtigt ist.

Neben all der Gewalt gegenüber Kindern, die in niederschmetternden Umfang mit Sicherheit noch immer nicht gänzlich bekannt ist, möchte ich für diesen Tag heute Gottes missbrauchte Dienerinnen in den Fokus stellen und die ihnen angetanen, ungeahndeten, vertuschten, verleugneten Vergewaltigungen, Abtreibungen, Schwangerschaften, ihr Verstoßen aus dem „Schoß“ der Kirche.

Alpaka Heppenheim & die Inspiration für ein Strickbild der anderen Art

Das Tochterkind lud zu einem bezaubernden Frühstück ins Muse Chocolat nach Heppenheim. Ein Photo dazu gibt es nicht, weil ich den Besuch dort in meinem Herz abgespeichert habe. Manchmal ist das richtiger (und wichtiger) als alles andere. Verlinkt habe ich aber trotzdem sehr gerne (ohne Sponsoring, Werbe-Auftrag, Vergünstigungen), weil es uns außerordentlich gut gefallen hat: Wunderschönes Ambiente, ein herausragend guter Service und zu all dem haben wir sehr lecker gespeist und einfach nur genossen, was es zu genießen gab. Keine Werbung also, aber eine von Herzen kommende Empfehlung von mir. Solltet Ihr dort selber einkehren wollen, dann solltet Ihr Euch allerdings vorher unbedingt einen Tisch reservieren, denn sonst ist es nicht unwahrscheinlich, dass Ihr keinen Platz bekommen könntet.

Heppenheim liegt ganz im Süden von Hessen an der Bergstraße, die weiter bis nach Heidelberg führt. Sebastian Vettel kommt aus Heppenheim, aber die Stadt alleine darauf zu reduzieren, wäre einfach schade, denn sie hat noch einiges mehr zu bieten und zu entdecken.

IMG_20191109_114433~2.jpg

So z. B. den Heppenheimer Laternenweg, dem ich nur zu gerne die ganze Zeit mit den Augen nach oben gefolgt wäre, wegen seiner wunderschönen Scherenschnittmotive, die allesamt mit einer passenden Erklärung versehen sind.

IMG_20191109_114425~2.jpg

Nicht weit weg von der Hollen-Laterne öffnet sich passend die Tür zum zauberhaften Wolleladen Alpaka, der nicht nur mit einem feinen und großen Sortiment aufwartet, sondern auch mit einer äußert freundlichen Chefin samt Team, die bei jeder Frage und zu jeder Idee mit Rat und Tat zur Seite stehen – mal ganz abgesehen von all dem Inspirationsinput, von dem man hinter jeder Ecke, auf Regalen, an den Wänden, auf Tischen und der Theke regelrecht angesprungen wird.

Tja, so fand ich dort den Pünktchenloop und passend dazu das in wunderschönen gebrochenen Farben handgefärbte Garn Fino von Manos des Uruguay, aus dem man sich genau die Farben heraussuchen kann, die einem am besten gefallen.

IMG_20191114_113507~2.jpg

Dieses herrliche Gelb als Grundfarbe stand für mich sofort fest, bei dem Mini-Set schwankte ich zwischen zwei Varianten und entschied mich für diese warme Rot-Palette. Ich geb zu: Wolle kommt tatsächlich doch immer wieder von Wollen.

Beim Herausgehen dann fiel mir ein Bild (eigentlich ist das doch schon eine Collage?) an der Wand neben der Tür auf, mit einem in Rot überpinselten Strickstück.

Mein Ergebnis dazu ist ganz oben zu sehen 😉.

Handfest: Schinkennudeln & Zuckerhutsalat

Im Bauernhofladen des Vertrauens lag ein wunderschöner Zuckerhut-Salat neben der Kasse auf der Theke, dem ich, da bei uns sehr selten zu bekommen, nicht widerstehen konnte.

Der Salat war also zuerst, seine „Beilage“ kam nach.

Was gibt es schöneres auf dem Teller, wenn es draußen kalt wird, im Ofen das Feuer lodert, als eine richtig gute Hausfraukost?!

Sorry, Team Frickelköchelei, bei dir schmeckts echt gut, aber ich bin und bleibe nun einmal Team Handfest. Wenn schon denn schon: Dafür halt die bestmöglichen Zutaten.

Zutaten und Rezept Schinkennudeln:

Den Backofen auf 185° C Ober-/Unterhitze vorheizen.

200 g (das muss ich jetzt eigentlich nicht erwähnen, tue es aber trotzdem: gewachsenen, nicht geklebten) aufgeschnittenen Kochschinken (aus der chemiefreien Metzgerei, bei der Antibiotika und Massentierhaltung nicht in die Theke wandert) in nicht zu breite Streifen schneiden.

200 g Käse (nach Wunsch mild oder kräftig, aber richtigen halt bitte) grob raffeln.

2 El fein geschnittene, glatte Petersilie

2 Eier und 200 g saure Sahne verquirlen und nach Belieben würzen, bei mir war es eine Gewürzsalzmischung.

500 g Hartgriesnudeln (keine Eiernudeln!!!) bissfest kochen.

Eine Auflaufform mit Butter einfetten.

Die gekochten Nudeln mit allem anderen gut vermengen, ab damit in die Auflaufform und diese für 50 Minuten in den Backofen, bis der Auflauf schön goldgelb ist.

Zutaten und Rezept Zuckerhutsalat:

1 Kopf Zuckerhutsalat säubern, den Salat in feine Scheiben schneiden, kosten ob er sehr bitter ist und falls ja die Streifen für 15 Minuten in lauwarmes Wasser einlegen. Dadurch wird ein guter Bitteranteil entzogen, der Salat selbst ist auch dann aber immer noch schön knackig.

Frische Kräuter nach Belieben fein schneiden (bei mir waren das glatte Petersilie, Pimpinelle und kleine Kapuzinerkresseblätter).

Eine nicht zu kräftige Vinaigrette anrühren, denn wie ich finde, soll das Bittere im Salat nicht zu sehr überdeckt werden, da es eine wirklich gute Ergänzung zu den Schinkennudeln darstellt.

Mit Salz und Pfeffer nach Gusto abschmecken.

Genießen!

 

 

 

Bitte nicht die Krebskasse!

Nein, ich nehme nicht jeden Einkaufswagen.

Keinen in dem noch was drin liegt, ganz egal, ob das nun Einkaufszettel, Kassenbons, Verpackungsmüll, Salatblätter, zermatschtes Obst oder schmierige Flaschen sind.

Da bin ich echt fimschig.

Ich verstehe sowieso nicht, wieso man nach dem Einkauf den Einkaufswagen nicht wieder komplett leer geräumt zurück in die Reihe schieben kann.

Was sind das für Näpfe, die die Papierpackungen von ihren Einkäufen abreißen und nicht in der Lage sind, 2 m weiter bis zum Papierkorb zu laufen und den Wagen stattdessen so wie er ist in die Reihe hineinpressen? Am besten so komprimiert, dass man, selbst wenn man es wollte, was ich definitiv nicht würde, ihn nicht mal mehr mit stumpfer Gewalt aus selbiger heraus dreschen könnte.

Ich verstehe auch nicht, wieso man seinen Hausmüll oder verkackte Kinderwindeln in den Papierkorb direkt am Eingang wirft oder gleich eine ganze Ladung von Büchern, wo es bis zum nächsten Bücherregal nur den Gang bis zur nächsten Kurve erfordert.

Am allerschlimmsten aber finde ich die Krebskassen und wenn es eine Kasse ohne Krebswerbung gibt, dann stelle ich mich bei ihr an, auch wenn sie zehn Mal länger ist als die mit dem Krebs.

Zigaretten, ja, ich spreche von Zigarettenpackungen und den vermeintlich abschreckenden Slogans auf ihnen und die Bildchen mit abgetriebenen Föten, Leichen, zugeteerten Lungen und Gebissen, die schon seit Jahren mehr keine Zahnbürste zu sehen oder gar zu spüren bekommen haben.

Ich will das nicht sehen und ich muss das auch nicht sehen, denn ich rauche schon sehr lange nicht mehr und ich habe nicht vor, jemals wieder damit anzufangen. Was nikotingetriggerter Lungenkrebs mit einem Menschen macht, bis er an ihm stirbt, das habe ich mit und bei meinem Papa erlebt. Das und seine tränenersticktes, fast stimmloses „Wenn ich mir eines wünschen könnte, dann dass ich niemals mit dem Rauchen angefangen hätte“.

Augenscheinlich halten die Slogans und Bildchen auf den Zigarettenpackungen an der Krebskasse niemanden vom Kauf ab. Ich unterschreibe jeden einzelnen Spruch darauf, aber an mir verpuffen die eh sinnlos, weil ich nicht rauche.

Ich verstehe nicht, warum man diese Galerie des Grauens für jeden sichtbar am ganzen Kassenband entlang aufbauen muss. Ich verstehe nicht, warum man den Tabakverkauf nicht einfach wie die Backfiliale, die Postannahme oder die Lottostelle gesondert setzt, sondern weiter munter und lustig die Kunden drauflos abstumpfen lässt. Haha, da ’ne Leiche, da der kotzt Blut und der da, der kriegt keinen mehr hoch. SEHR, sehr lustig. Nicht.

Deutschland ist der einzige EU-Mitgliedsstaat, in dem Tabakwerbung noch auf Werbetafeln und Litfaßsäulen zu sehen sein darf und das, obwohl sich Bundesregierung und Bundestag schon 2004 gegenüber der Weltgesundheitsorganisation verpflichtet hatten, ein umfassendes Verbot aller Formen von Tabakwerbung zu erlassen, bis spätestens 2010.

2019 ist das noch immer nicht passiert.

Als ich das letzte Mal beim Arzt in der Stadt war, habe ich beim Rückweg damit begonnen, die Zigarettenkippen auf dem Trottoir zu zählen und hörte entnervt nach gut 50 m bei 270 auf.

270 Zigarettenkippen.

Eine Zigarettenkippe verseucht 40 l Wasser.

270 Kippen x 40 l Wasser = 10.800 l Wasser

Leute, was geht in Euren Köpfen ab?

 

 

 

HandarbeitsBingo 2019 6/25: Von Beeren inspiriert

Wenn Euch frische Cranberries begegnen, dann solltet Ihr sie unbedingt mitnehmen und damit einen feinen Cranberry-Likör mit Tonkabohne & Vanille ansetzen, der pünktlich zu Weihnachten fertig sein wird.

Perfekt als Abschluss zum Dessert des Weihnachtsessens oder als Geschenk.

Mein Beitrag zum HandarbeitsBingo-Feld „von Beeren inspiriert“.

Zutaten und Rezept:

400 g frische Cranberries

In ein ordentlich großes Glas geben und mit einem Kartoffelpicker einige Mal kräftig darauf pieksen bis gefühlt jede Beere einmal dran war.

1 große Bio-Zitrone

Waschen, trocken reiben und dann mit einem richtig scharfen Sparschäler die Schale so abschneiden, dass das (bittere) Weiße auf der Zitrone bleibt und ab damit zu den gepieksten Cranberries.

400 ml Wodka, 3 Gewürznelken, 1 Sternanis und 1 Stange Ceylon-Zimt dazugeben.

Einen Zuckersirup aus 400 ml Wasser und 400 g Zucker kochen, abkühlen, ebenfalls mit ins Glas geben. Deckel drauf.

Nun heißt es vier Wochen Geduld haben und das Glas jeden Tag schwenken, damit der Ansatz gut in Bewegung kommt.

Mit diesem Likör verabschiede ich mich vom diesjährigen HandarbeitsBingo. Leider. Meine Gesundheit grätschte mir über lange Strecken dazwischen, sodass ich nicht alle meine Pläne verwirklichen konnte und schludern, nur um sie doch noch zu erreichen, das bin ich echt nicht.

Vielen Dank Sechziggradnord für diese tolle Aktion. Hat wirklich Spass gemacht. Vielleicht klappt es ja bei einem nächsten Mal.