Kaiserschmarrn für Mälzer und Raue

Nennts ruhig Werbung – ich nenn es nachgeschmeckten Sehgenuss!

Am Sonntag lief mit den Kombattanten Tim Mälzer und Tim Raue um die Königskrone von „Kitchen Impossible“ der kulinarische Höhepunkt dieser nun leider schon wieder am Ende angelangten aktuellen Staffel.

Köstlich amüsiert haben wir uns beim Zusehen und weil der als Aufgabe vorgestellte Kaiserschmarrn nicht nur dem Gatten gar zu köstlich deuchte, mal ganz abgesehen davon, dass er gegen all die anderen Varianten, die wir in jahrzehntelanger Arbeit ausprobierten, ohne jemals restlos begeistert zu sein, einfach zu einfach einfach mit seinen Zutaten und in der Ausführung erschien, wünschte er ihn sich für den nächsten Tag als Abendbrot und so bastelte ich nach, was in der Sendung gezeigt wurde, nach einem Rezept dazu habe ich nicht gesucht. 

Was soll ich sagen?

Ja, pupsieinfach, unglaublich fluffig in der Pfanne wie ein Kissen hochsteigend und einfach nur köstlich!

Hier nun meine Variante des TimTim-Kaiserschmarrns:

Zutaten und Zubereitung für 2 Personen:

Als Erstes habe ich im Gegensatz zum Original, weil ich es kann, für einige Stunden eine kleine Handvoll Rosinen im guten Bozkov eingelegt. Kurz vor dem Rühren des Teiges die Rosinen durch ein Sieb abgegossen und das aufgefangene Schnapsgläschen der vanilleduftenden Flüssigkeit für den Teig beiseite gestellt. 

Für den Teig 125 g ganz normales Weizenmehl mit einem gestrichenen Esslöffel Zucker, eine Prise Salz und 250 ml frische Milch aus der Glasflasche (jepp, ich schwöre auf die von Demeter) und den Bozkov aus dem Schnapsgläschen verquirlen und 4 frische, glückliche Hühnereier ohne Qualzuchthintergrund nur so kurz hineinquirlen, dass das Eigelb und das Eiweiss noch in feinen Schlieren sichtbar ist, denn so wurde es in der Sendung erklärt, nur so flufft der Kaiserschmarrn samtig auf ohne baazig (das hat nix mit TimTim zu tun und ist eines meiner Teiglieblingswörter) zu werden. 

In einer schweren Pfanne (believe me, das wird nix in dünnen Dingern) etwas Sonnenblumenöl bitte nicht zu heiß erhitzen – das ist wichtig, damit nichts anbrennt, den Teig rein, Deckel drauf, auf keinen Fall Hitze erhöhen und nach 5 Min. mal nachsehen, wie der Schmarrn von unten ausschaut, ist er noch nicht wirklich goldgelb, so für etwa 2 Min. weiter schmurgeln lassen.

Dann den Schmarrn vierteln, jedes Viertel mit Pfannwendern umdrehen und am Rand hinter jedes etwas Butter gleiten lassen, die Rosinen drauf und nur einen Hauch Zucker drüber, wieder mit dem Deckel für weitere 5 Min. drauf. 

Dann den aufgeflufften, herrlich schmackig riechenden Schmarrn mit den Pfannenwendern verrupfen, auf weitere Zuckergabe verzichten wir dankend und noch heiß servieren.

Für den Gatten gabs dazu eingeweckte Birnen, ich ließ ein Glas eingewecktes, stückiges Apfel-Himbeer-Kompott für einige Minuten auf niedriger Stufe in der Küchenhäxlerzaubermaschine rotieren wie in der Sendung und wurde mit einer sanft glänzenden Püree belohnt.

Unglaublich lecker – wird jetzt immer so gemacht!

 

Freundschaft funktioniert auch mit Abstand

Durch eine mentale Talsohle kämpfe ich mich gerade und der bonfortionöse Gatte ist mir darin Stärke und Halt.

Seit einigen Tagen ist in mir ein Auf und ein Ab, dass immer wieder mehr ins Ab als ins Auf pendelt; der Sorge Gestalt und Wörter zu geben, sie auszuhalten, durchzustehen, auch das ist wichtig.

Als mit der Post noch ein Klatscher oben drauf kam und die Tränen erst recht flossen, da rief mich die liebste Freundin an und fragte, ob ich nicht Lust hätte, mit ihr durch die Felder zu laufen. Natürlich mit Abstand. Und natürlich hatte ich Lust dazu.

Zwei Stunden liefen wir durch Wiese, Wege, Wald, bergauf und bergab. Immer Abstand haltend – körperlich ja, aber nicht in dem, was wir teilten.

Und davon gab es so viel:

Die Natur, die wir beide so lieben und bei der wir uns so sehr über selbst die kleinsten Dinge freuen können.

Wir standen neben der blühenden Schlehenhecke, in der es summte, brummte und zwitscherte, dass es eine wahre Pracht war und alles andere daneben verblasste, farblos wurde.

Löwenzahn, Veilchen, Buschwindröschen, Scharbockskraut, Osterglocken – gerade bei letzteren ist es ein großes Glück, dass hier am Dorfende immer wieder von Menschen, warum auch immer, Gartenabfälle über die Ränder der Feldwege hinunter weggeworfen werden. Nein, so ein Verhalten ist nicht richtig, aber an Stellen, wo gerade Osterglocken nie von der Natur vorgesehen waren, solch eine gelbe Pracht prangen zu sehen, das hat uns wirklich mit Freude erfüllt.

Wir begegneten anderen Spaziergängern, auch sie hielten Abstand zwischen sich und wir zwischen allen, aber wir grüßten einander auch, mal mit mehr, mal mit weniger Witz und wir freuten uns über einen spanischen Fuchshengst und seine Besitzerin, die den sonnenwarmen Tag nutzte, um ihm Vertrauen in sie und seine neue Umgebung zu schenken.

Viele neue Bienenkörbe zu sehen, gerade hier bei uns, wo das Bienensterben 2008 solch einen immensen Schaden anrichtete, auch das erfüllte mich mit Freude und der Hoffnung, dass jetzt, 12 Jahre später, hoffentlich, endlich doch sich manches vielleicht nicht direkt zum Guten, so doch in seine Richtung verändern mag.

Wir werden sehen, ob unsere Hügel sich auch in diesem Jahr wieder mit erbärmlichen, endlosen Maisfeldern füllen werden …

An den nur noch spärlichst vorhanden Streuobstwiesen ist fast schon alles zu spät, aber auch hier kleine Lichtschimmer der Hoffnung für wenigstens die der zum großen Teil schon sehr alten Bäume, die nun doch wieder ordentlich beschnitten werden.

Mitten drin, unter dem strahlend hellblau leuchtenden Himmel, fiel uns seine Makellosigkeit auf, denn er wurde von keinem einzigen Kondensstreifen zerschnitten und dann noch diese Ruhe dazu, denn auch wenn die Flugzeuge sonst sehr weit über uns hinweg fliegen, so konnte man sie doch immer wieder deutlich als monotones Hintergrundbrummen wahrnehmen, wenn man nur wollte.

Der Wald dann, der ist wie alle Waldstücke hier um uns herum, wahrlich in einem sehr traurigen Zustand nach den letzten zwei Dürrejahren. Nicht nur traurig, sondern erschreckend, auch wenn an seinem Rand Tagepfauenaugen, Kleine Füchse und – das war für mich die größte Freude, denn schon seit Jahren sah ich bei uns keinen mehr – ein kleiner Bläuling, wie eine schwebendes Vergissmeinnicht, in der warmen Luft gaukelten.

Am höchsten Punkt konnten wir uns über die Landschaft hinweg in immer neue Einblicke drehen. Nein, ich werde mich an dieser sanften Schönheit nie satt sehen können und bin auch nach Jahrzehnten immer wieder dankbar dafür, hier leben zu dürfen.

All das teilten wir und es ist eine große Gnade, eine solche Freundschaft erleben zu dürfen, die Angst und Schrecken, Liebe und Freude gleichermaßen teilt, ohne je einmal zurück zu weichen, auch nicht vor dem Dunkelsten, über das, was sich oft nur in einem Wort ausdrücken lässt, ohne dass man weiter erklären muss, ohne be- oder verurteilt zu werden, sondern sich im anderen zu erkennen und das Aushalten kein Muss, sondern Normalität ist wie das Ein- und das Ausatmen.

Dunkelheit und Liebe, das sind die gegenüberliegenden Enden eines einzigen Stabes, die Anfang und Ende zugleich sind, die sich gegenseitig bedingen, in der Angst und in der Freude. Sie existieren mit Abstand zu einander.

Wenn die Zeit des Abstands irgendwann wieder vorbei sein wird, dann werde ich alles, was sich umarmen lässt, auf Teufel komm raus umarmen – immer und immer und immer wieder!

Einen guten Tag

wünsche ich weiterhin, so wie auch schon fürderhin und meine das, wie ich es schon immer meinte, ernst. Sonst müsste ich ja auch nicht grüßen.

Die Push-Mail-Funktion am Handy habe ich ausgestellt. Alles, was ich wissen wollte, weiß ich und die Neuigkeiten, die brauche, die bekomme ich auch ohne „Klong“.

Ich hätte nicht gedacht, dass mir meine Tagesschritte ins Büro so fehlen und so laufe ich auf dem Ergometer dagegen an und manchmal, wenn ich die Augen dabei schließe, laufe ich in der noch morgengrauen Kühle durch die Weststadt und halte an jedem duftendem Strauch dort. Dem Geißblatt, Lavendel, den Rosen und versuche auf den herabgefallenen Magnolienblüten besonders vorsichtig aufzutreten, damit ich auf dem cremigen Film, zu dem sie sich verbunden haben, nicht ausrutsche.

Ich überlege sehr genau, was ich schreibe, denn nicht alles kann oder will ich. Ich mache das dann in 35 Jahren aus dem Schaukelstuhl heraus „So war das damals …“.

Unsere Mütter sind versorgt und nie fehlte es mir so sehr, sie zu umarmen und zu küssen.

Unsere Kinder sind erwachsen und versorgen sich selber auf das Beste, was ein großes Glück ist.

Alles was ich mir sage, was ich muss, ist einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen und Liebe aus mir heraus und in mich hinein lassen.

Auf der Landstraße hin und zurück vom Büro waren gestern erstaunlich sehr viel mehr Privat-PKWs unterwegs als in den vergangenen Tagen und sehr viele Jogger.

Der Lieblingsblumenladen darf mit sehr vielen Sicherheitsvorkehrungen ein Notprogramm fahren und auch ich habe meinen Obolus dafür gegeben, dass sie durch diese schweren Zeiten kommen.

Einen guten Tag habe ich Euch schon gewünscht, nun wünsche ich Euch auch noch „Bleibt gesund“ und meine das ganz ernst.

Wortlos

Mir fehlen gerade immer wieder die passenden Worte.

Aus Traurigkeit, Fassungslosigkeit, Wut, Müdigkeit.

Ich fühle mich wie ein Sandstein, an dem man nur vorsichtig zu reiben braucht, damit sich ein Bröcklein nach dem anderen löst, um ganz langsam

an mir selbst nach unten zu rieseln.

Dankbarkeit in Zeiten von Corona – Zweitens:

Für das HomeOffice – wegen Anordnung, Fürsorgepflicht und Systemrelevanz.

Das ist kein Zustand wie der 4-wöchigen Zimmerarrest, den ich dafür bekam, dass ich es wagte, meiner Mutter ein einziges Mal mit erhobener Stimme zu widersprechen.

Geht, heult und bemitleidet Euch über etwas sinnvolleres!

Abscheu in Zeiten von Corona

Nein, das ist keine Werbung! Wenn ich dafür meinen Blog schließen muss, dann werde ich das im Wissen tun, dass ich nicht geschwiegen habe.

Diese vergangenen zwei Wochen haben so viel geändert an meiner Sicht auf meine Umwelt, unsere Gesellschaft, die Welt an sich.

Gelernt habe ich, dass sich die Achse der seltsamsten Verschwörungs- und Verschwurbelungstheorien quer durch F*B, Insta*ram und W*ats*pp zieht – was dort gepostet und fleissig geteilt wird, das ist zum Teil so unglaublich, dass mir die Worte fehlen.

Wann hat mann/frau denn damit begonnen, alles zu glauben, was man liest/hört, ohne sich umfassend zu informieren? Oder war das schon immer so und ich einfach zu naiv um das wahrzunehmen? Es geht halt nix über gut gepflegte Feindbilder, gell?!

Neu gelernt habe ich, dass sich die Achse der Gier und Skrupelosigkeit quer durch E*ay zieht.

Vor zwei Wochen verschwanden von einem auf den anderen Tag in sämtlichen Märkten, anscheinend nicht nur hier bei uns, sämtliche Trockenhefebestände und das zu einer Zeit, als Mehl, Haferflocken, Nudeln, Flüssigseife und Toilettenpapier nicht mehr vollständig aber doch noch in den Regalen lagen. Nix. Nirgendwo gab es mehr Trockenhefe und daran hat sich bis dato nichts geändert. Doof geguckt haben wir deshalb, ich habe gefrozzelt, dass ich mich schon nachts durch den Stadtpark schleichen sehe, um beim nächsten Dealer grammweise Hefe zu kaufen.

Von wegen, dass es keine Trockenhefe mehr gibt – Leute, es gibt sie wirklich noch – und oh Wunder sehr viel mehr: Mehl, Haferflocken, Nudeln, Flüssigseife und Toilettenpapier. Nur wird all das seit Neuestem nicht mehr beim freundlichen Supermarkt um die Ecke sondern anonym digital von wohl ganz normalen Mitmenschen auktioniert angeboten. Die verlinkte Auktion bietet 3 Päckchen Trockenhefe an, die momentan bereits bei 30 € stehen. Alles nicht so schlimm, denn es steht freundlicherweise dabei:

„Notwendiges Produkt zum Verkauf daher der Preis da es überall ausverkauft ist.“

Ist das wirklich Euer Ernst?

Ihr möchtet als wirklich in einer solchen Gesellschaft leben, in dem nur das Recht des Vermögenderen gilt?

Was ist denn nur mit Euch los?

Ist Euch klar, was Ihr da anstoßt?

Wisst Ihr eigentlich, dass man auf diese Plattform Wucher melden kann?

Habt Ihr mal drüber nachgedacht, was aus der kleinen Murmel Hefe beim Weiterrollen für eine alles verschlingende Riesenkugel werden kann?

KÖNNT IHR NOCH OHNE ABSCHEU VOR EUCH SELBER IN DEN SPIEGEL SCHAUEN?

Mir graut vor Euch!

Dummheit in Zeiten von Corona

Vorhin an der Kasse (Ungeschönt, ungelogen und ohne Übertreibung):

Sie: „Der Dramb, der isch der Oinziche, der alles rischdisch machd. Der Oinziche!“

Er (sich in die Hand rotzend): „Amerika isch eh des beschde Lond. Da wohne sie ned alle so eng beinand wie do. Do muss man der Kass ned Schlonge schdehn!“


Nein, ich habe meinen Mund nicht gehalten!

Demut

Nein, nicht vor der Dreckskippe (40 l Grundwasser verseucht jede einzelne, die so weggeworfen wird – 40 LITER) vor der Wand. 

Ja, vor dem Löwenzahn vor der Wand, denn mittlerweile sollten selbst die größten Honks begriffen haben, dass wir die Natur brauchen, die Natur uns aber nicht. 

Man sagt, dass die schlimmsten Nichtraucher ehemalige Raucher sind, für mich kann ich das bestätigen. Zigarettenrauch stinkt schlicht und einfach. So sehr, dass ich mich frage, wieso ich das selber damals nicht wahrnehmen konnte.

In der Firma, in der mein Mann arbeitet, dürfen, besser müssen, Raucher nur noch einzeln zum Rauchen raus vor das Werk gehen. Seit Beginn dieser Woche haben die Raucherpausen bei uns in einem solchen Ausmaß zugenommen, dass der Gestank des Rauchs bis hoch zu mir in den 3. Stock direkt unter das Dach zog! Vom Stinken abgesehen: Da stehen dann ruckzuck mal fünf Leute zusammen. Selbstverständlich ohne Sicherheitsabstand, ja, nee, das wäre bei der benötigten Nervenberuhigung ja auch kontraproduktiv. 

Auch hier fehlt Demut. Und das gerade und ausgerechnet bei uns, da schmerzt das noch mehr als bei allen anderen. 

Gestank ist das eine, das Ausmaß an Borniertheit, Ignoranz und zunehmenden, abstrusesten Verschwörungstheorien ist was ganz anderes. Es wird geschimpft, gewettert, gezetert, denn selbstverständlich hat mann/frau alles schon vorher und außerdem viel besser gewusst, was daran liegen muss, dass Fußball nicht mehr stattfindet, da sind auf den Rängen ja auch die wahren und einzigen Fachleute, Trainer, Fußballer, Schiedsrichter. 

In Heidelberg wurden auf der Neckarweise bereits gestern in der Früh Schilder aufgestellt, dass der Aufenthalt dort verboten ist. Als ich bei schönsten Sonnenschein, weil Feierabend, nach Hause fuhr, war sie trotzdem fast so gut gefüllt, wie am Tag davor um diese Zeit. Coronaparty: Wir scheissen auf alles, solange wir nicht selber die Angeschissenen sind oder die geliebte Oma oder der Opa ins Gras beißen muss – und erst recht dann, wenn uns bei uns selber ans Eingemachte geht und wir feststellen müssen, dass niemand mehr da ist, der uns behandeln kann.

Demut – nie warst Du so wertvoll wie heute!