Alles so schön bunt hier – Kalenderwoche 26, 2020

Aktuelles: Wie immer das Morgenmagazin ARD/ZDF und die Heute-Nachrichten, wobei ich gestern beim Interview mit Frau Klöckner zu ihrem „Fleischgipfel“ so wütend geworden bin, dass der bonfortionöse Gatte erklärte, dass ich wegen eines Wut-Herzinfarkts bestimmt noch nicht mal 73 werden würde …

Film: 

  1. Die gnädige Frau Geschichten und Meer empfahl auf Arte „Kirschblüten und Rote Bohnen„; als Film leider nun nicht mehr abrufbar, aber diese Info hier dazu ist es noch. Ich bin für diesen Tipp sehr dankbar, denn dieses Drama ist für mich ein echtes cineastisches Juwel: Sehr ruhig, fast kontemplativ, dadurch überaus eindringlich, intensiv und wunderschön gefilmt, behandelt er als Thema den Umgang mit Außenseitern der Gesellschaft, hier speziell zu einer der Hauptfiguren den in der Geschichte des Landes mit an Lepra Erkrankten. 
  2. Auch „Der Buchladen der Florence Green“ ist so ein stimmungsvoller ruhiger Film, der für manche bestimmt ein gutes Schlafmittel ist, für mich aber genau das Gegenteil, weil ich dieses Genre sehr mag. Auch hier habe ich den Roman, der der Verfilmung zugrunde lag, vorher nicht gelesen. Das Ende ist halb offen, ich mag so etwas in den allermeisten Fällen, regt es doch meine Phantasie an. Dieser Buchladen hat sehr viel zu erzählen über Selbstsucht, Liebe, Hingabe, Trauer, Hilflosigkeit, Kraft und Mut. 

Serie: Hindurchgebinged habe ich mich fast in einem Rutsch durch Little Fires Everywhere. Den Roman von Celeste Ng der als Grundlage für die Verfilmung gedient hat, habe ich noch nicht gelesen, werde dies aber nachholen. Im Grunde genommen, geht es in dieser so hoffentlich abgeschlossenen Miniserie um Mütter, Töchter, Liebe, Schuld, Verantwortung und ich habe es sehr gemocht, wie sich die Stränge der Darsteller ineinander verschlungen und wieder heraus entdröselt haben. Im www habe ich mittlerweile mitbekommen, dass es anscheinende so ist, dass man die Serie entweder liebt oder hasst, ohne Skala dazwischen. Mir ist das egal, da es für mich nicht wichtig ist, ob damit jemand anderes meiner Meinung ist oder nicht. Noch viel egaler ist es allerdings auch für mich, ob Roman und Verfilmung sich gleichen oder nicht. Für mich zählt lediglich beim Lesen und Ansehen, dass ich mich gut unterhalten fühle. Wäre dem nicht so, hätte ich mir niemals die Verfilmung von Herr der Ringe ansehen dürfen ;). Besonders das Leben, das Reese Witherspoon und Kerry Washington ihren Figuren eingehaucht haben, gefielen mir sehr gut – und das Einflechten der Bedeutung von Kunst für Letztere. Wenn man sich die Serie anschaut, sollte man unbedingt auch auf vermeintlich kleine Details, wie z. B. die rote Feder achten. 

Dokumentation: 

  1. Begonnen zu sehen „James May: Our Man in Japan“ – oh, ja, ich sehe sehr gerne Japan-Dokus, lese gerne Bücher japanischer Autoren und würde das Land gerne mit eigenen Augen sehen wollen, was in diesem Leben mit äußerster Wahrscheinlichkeit nicht mehr passieren wird. Macht nix, ich kann mich ja (sic!) auch anders nähern.
  2. Pompeji, in Stein verewigt“ auf Arte. Ganz sicher ist es so, dass ich in irgendeiner Parallelwelt die Archäologin geworden bin, die ich als Kind immer werden wollte. Pompeji, seine Geschichte und die Ausgrabungen faszinieren mich, seit meiner Kindheit und diese Dokumentation ermöglicht unglaublich beeindruckende Einblicke in das Leben dieser Stadt, die der Vesuv mit seinem Ausbruch im Jahr 79 n. Chr. unter meterhohen Vulkanaschemassen zerstörte und konservierte. 

Regionales:

  1. Die Sendereihe des BR „Zwischen Spessart und Karwendel“ liebe ich sehr und werde sie mir auch heute dort um 17:45 Uhr ansehen, denn Paul Enghofer wird den Macher samt Lebensgefährtin des Blogs Fränkische Tapas besuchen, der zu meinen Liebings-Foodblogs gehört. 
  2. Ganz taufrisch in der SWR-Sendereihe Expedition in die Heimat: „Heidelberg für Fortgeschrittene„. Ich liebe unsere Stadt am Fluss, seit ich sie mit Anfang 20 das allererste Mal besuchte, denn obwohl sie jeder kennt, braucht es von den touristischen unbedingt-sehen-Hotspots nur ein, zwei Straßen weiter und schon merkt man nichts mehr, dass da hinter einem der Bär steppt. 

Entertainment: Diese Woche lief die letzte Folge der 7. Staffel von Sing meinen Song – Das Tauschkonzert 2020 auf VOX. Denkt was Ihr wollt, ich mag diese Sendung, denn sie sorgt fast jedes Mal für tolle Überraschungen. Fast deshalb, weil ich Staffel Nr. 5 mit Mary Roos boykottiert habe. Das was da zu hören war, ging für mich gar nicht. Mein All-time-favourite ist und bleibt bis heute allerdings Samy Deluxe mit seiner Interpretation von Kristallnacht – kann ich gerade zur Zeit wieder gar nicht oft und laut genug hören – jedes Mal Gänsehaut für dieses Brett eines Liedes eines der definitiv besten deutschen Rapper!

 

6 Gedanken zu „Alles so schön bunt hier – Kalenderwoche 26, 2020

    • Oh, sag, wie hat Dir der Film gefallen? Das interessiert mich wirklich sehr, weil so viele Menschen immer enttäuscht sind, wenn sie sehen können, was sie lasen.

      • ich hab das buch nicht gelesen, sondern verschenkt. ich fand den film sehr spannend, sehr interessant, zum staunen. leider synchronisiert, wodurch er bestimmt viel verliert. ich wusste nichts vom hintergrund, diesen verstossenen. den praktiken in der geschäftswelt. gräuslich. aber ich kenne japan überhaupt nicht. bis jetzt hat es mich auch gar nicht gereizt. eher noch china. lg

      • Bei mir ist es mit China und Japan grad umgekehrt. Besonders nach den Berichten des Sohnes, der dort beruflich hin musste.

  1. Liebe EV, ich habe den Film Kirschblüten und rote Bohnen vor einiger Zeit gesehen und ich kann mich gut erinnern, wie sehr mich dieser Film in seinen Bann gezogen hat. Völlig gefesselt hab ich vor dem Fernseher gesessen. Ein wunderbarer Film. Liebe Grüsse. Petra Strickdichgesund

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.