Mein Lieblingshaar

Hier wächst, ohne Witz, mein Lieblingshaar.

Immer an der gleichen Stelle. Immer sehr gewellt, immer sehr dick. Gewellt und sehr viel dicker, als all meine anderen Haare. Das ist tatsächlich so, denn in meinem Tagebuch, das ich schrieb, als ich 15 war, schnitt ich mir dieses, mein so viel dunkleres als die anderen helleren, Lieblingshaar ab, klebte es hinein und schrieb dazu, dass ich mir heiß und innig wünsche, alle meine Haare und nicht nur dieses eine, wären so gewellt und so dick und nicht nur dieses eine. 

Ich hatte ja die Hoffnung darauf, dass, wenn meine Haare weiß werden, alle meine Haare, wenn schon nicht so schön gewellt, so viel dicker sein würden, als meine noch unweißen Haare, weil ich mal irgendwo gehört oder gelesen oder eine Friseuse es mir gesagt hatte, dass weiße Haare dicker wären, als ihre unweißen Vorgänger. Ich war skeptisch. 

Meine Haare werden weißer und mein Lieblingshaar ist so dick und gewellt wie schon immer, nur nun eben in Weiß und es sticht aus all den anderen, nun weniger gewordenen Haare als früher, die auch weiß werden, durch seine gewelltes, dickes Weiß heraus. 

Naja, habe ich halt genau ein gewelltes, dickes, wunderschönes, weißes Haar.

Insgeheim wünsche ich mir noch immer, eines Morgens aufzuwachen mit einem ganz Schopf auf dem ganzen Kopf aus dicken, weißen, gewellten Haare. 

Sybilla-Tuch für Rita

Das zweite meiner „Nur mal so-Tücher“ ist für Rita mit der wunderbaren Künstlerinnen-Seele. Der Gedanke, etwas für Rita zu stricken, der war es, der letztendlich zu dem Gedanken führte, nicht nur ihr so (hoffentlich) eine Freude zu machen. Keine der Bestrickten weiß, dass da bei mir ein Tuch für sie am werden ist und für jede Einzelne habe ich mit Bedacht eine Färbung für sie ausgesucht, die einen Bezug zu ihr haben sollte.

Rita ist eine offene, tiefgründige Frau, eine ganz außergewöhnliche Künstlerin. Eine Frau, die sich nicht scheut, ihre Gedanken offen auszusprechen, auch wenn sie damit anecken könnte. Diese Ehrlichkeit weiß ich sehr zu schätzen, auch wenn sie das eine oder andere Mal auch weh getan hat, was den Dialog mit ihr aber immer äußerst wertvoll, niemals belanglos und immer mit einem augenzwinkendern Lachen macht. Ihre vielfältigen Facetten sind es, die mich zu diesem vielfarbigen Garn greifen ließen.

Technische Daten:

Anleitung: Tuch „Sybilla“ aus „Little Book of Socks“ von Heike Gittins & Claudia Freis

Stricknadel: Rundstricknadel in Nadelstärke 4,0 mm

Gesamtgewicht: 128 g

Der Hofladen vom Ludwighof in Hoffenheim

Natürlich ist das Werbung = unverlangt, unbezahlt, unverantwortet – alleine ganz von mir aus.

Der Ludwighof und sein Hofladen sind ein ganz herrliches Projekt, das einem alten Gebäude ein neues und sehr bereicherndes Leben eingehaucht hat. Klickt die Homepage unbedingt ein, um zu sehen, wie herrlich der Ludwighof mit all seinen Nebengebäuden ist.

Die junge Chefin im Hofladen packt ihre Pläne voller Energie an und setzt um, was für sie das Leben schöner, leckerer, lebenswerter macht. 

In Kooperation mit zahlreichen anderen tatsächlich regionalen Erzeugern kocht sie nicht nur ein, sondern bietet unter anderem ihre im eigenen Holzbackofen gebackenen Kuchen, Brote, Seelen und noch mehr an und steckt voll mit sehr viel mehr Ideen.

Anschauen, reinkommen, wohlfühlen und in einem authentischen Ambiente, dessen Renovierung voller Behutsamkeit begonnen hat, voller Geschichte und Geschichten, einfach genießen!

Brot

Viele, sehr viele Brote buk ich in den letzten Jahrzehnten. Nur an der Stringenz da fehlte es immer wieder. 

Als mich zu Beginn des Jahres der Hörsturz kalt erwischte, ich deshalb vom einen auf den anderen Tag Cortison und andere Medikamente einnehmen musste, da ergriff ich die Chance am Schopf, auch etwas an meiner, unserer Ernährung zu drehen und mich dem Backen von Brot intensiver als zuvor zu widmen. 

Ich weiß nicht, durch wieviel Rezepte ich mich backte, etliche, bis tatsächlich ein Brot gefunden war, das dem Gatten und mir mundete, das uns glücklich machte. So eines wie oben, eines mit Hefe, drei Mehlsorten, Backmalz, Kümmel, Birnenkraut, Salz, Wasser und Leinöl. Sonst nichts. Gebacken in einem gusseisernen Topf. 

Seit ich zu Beginn des Jahres angefangen habe so Brot zu backen, habe ich nicht mehr damit aufgehört. 

Brot und seine Zutaten – ein vermeintlich einfaches Lebensmittel und doch so wichtig und unerlässlich. 

Kaum ein Duft ist heimeliger als der eines gerade aus dem Ofen genommenen, noch warmen, frischen Laibs Brot. 

Das Backen von Brot ist eines unserer ältesten Handwerke und das fast überall auf dem Globus in mannigfaltigen Formen und noch mannigfaltigeren Zutaten. 

Gibt es etwas Schöneres, als ein gutes Stück Brot mit den Menschen, die man liebt, ehrt und schätzt zu brechen und zu teilen? Nicht vieles gibt es, das wertvoller ist und erst recht nichts wertvolleres, was durch Geld, Gold, Titel zu ersetzen wäre. 

Handwerk stand einmal auf, so sagte man landläufig, goldenem Boden, denn man wusste um den Wert des Brotes. 

In den vergangenen Jahren haben immer mehr handwerklich arbeitende Bäckereien schließen müssen, machen immer mehr Discounter „Back“-Stationen auf, die mit dem, was Backen bedeutet, was das Herstellen eines Backwerks aus guten Zutaten ohne E-Stoffe bedeutet, nichts mehr gemein haben. Die Menschen, die dorthin strömen, die haben vergessen, wie ein richtiges Brot schmeckt oder haben – schlimmer noch – noch nie eines probieren dürfen, was ein Drama ist. 

In der arte-Mediathek ist zu diesem Thema noch bis einschließlich 07.10.2020 die sehr interessante und fundierte Doku mit dem Titel „Schönes neues Brot“ abrufbar, die verstehen hilft, warum wir für industriell mit allen Künsten der Lebensmittelchemie hergestellt Brotwaren vierfach bezahlen und was der sich so schön anhörende Begriff „Clean Label“ wirklich bedeutet.

Natürlich ist es nicht so, dass wir gar keine Bäckerei-Kunden mehr sind – die Schwierigkeit ist nur, eine solche noch zu finden, die nach dem Prinzip „Wenn weg, dann weg“ arbeitet und auf vorgefertigte Aufbackware verzichtet. 

Und wes Lied singt Ihr, wenn Ihr sein Brot brecht?

 

Kann man machen, muss man aber nicht: Käsekuchenunterbau

Für Käsekuchen gibt es ja unzähligste Varianten und Ausführungen, neu für mich aber war diese für den Käsekuchenunterbau:

Man fette den Boden einer Springform  (26 cm)  mit  Süßrahmbutter,  bestreue  ihn  mit 130 g zarten Haferflocken und diese dann mit 40 g Rohrohrzucker.

Darauf dann die Käsekuchenmasse und den Kuchen für 45 – 50 Min. im auf 180° C Ober-/Unterhitze vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene backen.

Auf dem Bild oben sieht man die Unterseite des fertigen Käsekuchens. Tja, wahrscheinlich hätte ich reichlicher mit Butter fetten müssen. Haferflocken und Zucker haben sich zur einer leicht gummiartigen Schicht verbunden, die weder besonders gut schmeckt (und ich liebe Hafer), noch ein angenehmes Mundgefühl hinterlässt. 

Wie gesagt: Kann man machen, werde ich aber nicht mehr. 

Kein NurGrau mehr: Graffiti in Neckarbischofsheim

Eines der herausragendsten Merkmale der von mir äußerst geschätzten Graffiti-Kunst ist, dass sie (leider meist) temporär und nur selten für die Ewigkeit geschaffen ist. Allerdings ist sie so oft auch ein absolut treffsicheres Abbild momentaner Standpunkte, gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen und der Kritik daran. 

Momentan noch bietet ein ehemaliges Discounter-Gebäude in Neckarbischofsheim den Platz für großflächige und absolut sehenswerte Kunstwerke – zugänglich war mir der Innenraum leider nicht.  

Dieses Bild an der hinteren Seitenwand bezieht bauliche Elemente sowie den Boden mit ein und hat mich total in seinen Bann gezogen.

Kunst – so unglaublich wichtig ist ein freier Zugang zu ihr und noch wichtiger das Wissen darum und die Existenz eines freien Kulturraums dafür.

HIER bitte anklicken die Homepage des Kulturvereins Neckarbischofsheim.

Grandios!

Amelia-Tüchle für die Schwiegermutter

Das erste meiner „Nur mal so-Tücher“ ist bereits verschenkt.

Passend zu einer ihrer Jacken, suchte ich für meine Schwiegermutter diese beiden mit einander harmonierenden, handgefärbten Sockenwolle-Stränge aus meinem Stash heraus:

Gestrickt habe ich das Tüchle nach der Anleitung „Amelia“ aus „A little Book of Shawls“, was im Nachhinein rein vom Material her nicht die beste Entscheidung war, denn mein im Gegensatz zum Original verwendetes Garn sorgte dafür, dass meine Version kleiner und kompakter geriet, was aber nicht weniger Charme hat und trotzdem kuschelweich um Nacken und Hals zu legen ist. 

Technische Daten:

Anleitung: Tuch „Amelia“ aus „Little Book of Socks“ von Heike Gittins & Claudia Freis

Garn: Zwei farblich miteinander harmonierende, handgefärbte Sockenwollgarne aus meinem Stash

Nadelstärke: Rundstricknadel 3,5 mm

Sonst noch: 4 Maschenmarkierer

Gesamtgewicht: 211 g

Malerisch verkackt

Seit meiner Fuß-Op hat sich für mich das Thema „Hohe Absätze“ final erledigt. Es gibt wahrlich schlimmeres, denn faden Schuhen mit flachen Absätzen auszuweichen, ist wahrlich eine der leichtesten Übungen.

Diese Schuhe in Fuchsia waren die letzten mit Absatz, die ich aussortierte und spontan die Idee hatte, sie im Garten malerisch verrotten zu lassen und mit Hauswurzen zu bepflanzen.

Nachdem ich sie dafür in den Garten gestellt hatte, vergaß ich sie ganz gepflegt und jetzt kann ich den linken Schuh nicht mehr finden, wer weiß, wer sich den geschnappt hat, den rechten aber, den oben im Bild, den auf seiner einen Seite die heimischen Spatzen malerisch verkackt haben, den habe ich mittlerweile gesäubert und in meine Kemenate verfrachtet, wo ich ihn zu gegebener Zeit transformieren werde. Mal sehen, ob ich es tatsächlich schaffen werde, auf diesem Aschenputtel eine Prinzessin zu erschaffen :).

Alles so schön bunt hier Kalenderwoche 38, 2020

Zeitgeschehen:

Am Freitag, den 18.09.2020, ist Ruth Bader Ginsburg im Alter von 87 Jahren verstorben.

Ruth Bader Ginsburg war seit 1993 Beisitzende Richterin am Supreme Court der Vereinigten Staaten von Amerika.

Ruth Bader Ginsburg war aber noch so unendlich viel mehr und ihr Tod reißt nicht nur eine riesige Lücke in das Rechtssystem der Vereinigten Staaten unter dem aktuellen PotUS.

In der ZDF-Mediathek ist die Dokumentation „RBG – Ein Leben für die Gerechtigkeit“ abrufbar.

Ansehen!

Geschichte:

Was Faschismus bedeutet, welche Auswirkungen Faschismus hat, zeigt im RBB die Dokumentation „Vernichtet“ anhand des Schicksals der verwitweten Rosa Labe und ihrer drei Kinder Paul, Dora und Theo. Mit einem kleinen Kolonialwarenladen im brandenburgischen Dorf Glambeck sicherte sie das Familienleben und es ist erschreckend und erschütternd, was außer einiger direkter Erinnerungen von damaligen Mitschülern an sie blieb, nämlich so gut wie gar nichts. Sehr bedrückend und doch so wichtig, sich immer wieder mit diesem Thema auseinander zu setzen. Gerade jetzt !

Die Welt des Adels:

„Die Rückkehr des Königs – Teure Träume (1/2)“ im BR ist er unterwegs der Kini mit seiner treuen Reiseadjutantin und ermöglicht uns Niedergeborenen einen exclusiven Einblick in die Welt der Reichen, besonders Reichen und noch Schöneren. Darin der legendären Mama Bavaria Kinseher begegnen zu dürfen, ist einer der Höhepunkte, ein anderer ist, dass ich viel Neues zum Begriff „Bodenständigkeit“ lernen durfte. Geniales Lehrstück!

Regional:

Ja, sakra, i bin ja immer no baim BR: Dies mol  mit der Sendung „freizeit“ und dem Schmidt Max zum Thema „Geplante Obsoleszenz“. Repair-Cafés für aller Arten Elektrogeräte, die sind mir ja schon lange ein Begriff, in Ottensoos aber gibt es das auch für Nählustige im Kulturbahnhof Ottensoos – ja, do leckst mi fett, sowos wär  hiea dahoam a schee! Ich fühle tatsächlich so etwas wie Neid in mir herauf ziehen.

Tierwohl und Ernährung:

Der Beitrag im SWR „Biofleisch zwischen Tierwohl und Trittbrettfahren – Ethik oder Etikettenschwindel“ ist zwar vom Dezember 2019, aber gerade jetzt mit dem ersten Fällen der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland, aktueller denn je.

Ja, es ist möglich, sich jenseits von Massenqualzuchten zu ernähren. Ja, es kostet Zeit, diese Quellen zu finden, was sich aber auf jeden Fall lohnt. Ja, für alle Seiten fair produzierte Lebensmittel zu kaufen, ist teurer als das, was man im Discounter so findet und noch ein ja, das muss man sich auch leisten können, wobei das Zurück zum Sonntagbraten nicht weh tut, ich bin so noch aufgewachsen und damals war Fleisch noch nicht mal ansatzweise so billig, wie man es heute in den Discountern regelrecht hinterher geworfen bekommt! Zu sagen, dass es keine Wahl gibt, das stimmt so einfach nicht!

Besonderes Augenmerk möchte ich hier auf die Damen des Hofguts Silva richten, die in dieser Sendung die Verwirklichung einer extensiven und bespielhaften Freilandhaltung vorstellen. Vor zwei Jahren hatten wir das große Glück an einer ihrer Hofführungen teilzunehmen und wir ziehen voller Respekt und auch Demut vor ihren umgesetzten Visionen und ihren täglichen, großartigen Leistungen den Hut!

Wenn man die Möglichkeit dazu hat, sollte man sich und seiner Familie die Freude einer solchen Hofführung gönnen und sich selber davon überzeugen, wie eine artgerechte Schweinhaltung aussieht und dass so gehaltene Schweine nicht nur nicht stinken!

Kürbisse vom Holdermann Hof in Zuzenhausen

Ja, das hier ist Werbung. Unverlangt, unbezahlt, von mir aus freiem Antrieb und Überzeugung, obwohl ich mit den netten Menschen vom Holdermann Hof weder verwandt, verschwägert oder befreundet bin. 

Es ist soweit, denn jetzt im September öffnet schon seit vielen Jahren der Holdermann Hof in Zuzenhausen in der Scheune Samstags bis Ende Oktober seinen Kürbisverkauf von 09:00 Uhr bis 13:00 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung. 

Wir kommen immer wieder gerne hier her, denn neben der sehr freundlichen und fröhlichen Atmosphäre ist die Beratung rund um die einzelnen Kürbisse (und auch Zierkürbisse) wirklich klasse und auch mit leckeren Rezepttipps, wie hier bei den Sorten Casperita und Sweet Dumplings, wird nicht gegeizt.

Das mit reiner Kürbisdeko ist nicht wirklich meines, aber ich experimentiere in der Küche sehr gerne mit diesen vielfältigen Beeren. In unseren Einkaufskorb wanderten dieses Mal ein herrlich weißer Snowman, ein blau/grauer Moschuskürbis Hayato, ein Sweet Lightning und natürlich ein Spaghettikürbis, der anders als die hellgelben, die mein Mann anpflanzt, in Grün gestreifter ist. 

Der ansonsten allseits beliebte Hokkaido-Kürbis kommt bei mir nur sehr selten in der Küche, da ich lieber für mich noch ganz neue Sorten ausprobiere und finde, dass z. B. die Muskatkürbisse noch besser schmecken. Ganz besonders aber lieben wir den nussigen Geschmack der Spaghettikürbisse, die sich so vielfältig verarbeiten lassen.