Alles so schön bunt hier Kalenderwoche 8/2021

Dieses Mal geht es nur ums Essen:

  1. Im Beitrag Re: Jungbrunnen Joghurt? pilgern Chinesen zum alljährlich stattfindenden Joghurtfestival in das bulgarische Bergdorf Momchilovtsi. Schöne heile Joghurt-Berge-Idylle? Mitnichten und weshalb das so ist, wird auch mit durchaus kritischen Anmerkungen unterlegt. Der Ort, die Menschen in Momchilovtsi und ihr wunderbarer Joghurt verdienen Aufmerksamkeit und Würdigung und nicht, dass aus ihnen Profit geschlagen wird, von denen sie am allerwenigsten haben. 
  2. Es geht wieder los mit neuen Folgen von Lecker aufs Land – Kulinarische Schätze! Ich liebe diese Sendereihe, die es auch im BR, dem WDR, etc. jeweils mit einem eigenen Format gibt. Besonders schätze ich daran, dass Familien mit ihren Hofkonzepten vorgestellt werden. Immer wieder sind für uns solch besondere darunter, dass wir diese auch besuchen und selber dort einkaufen. Absolut herausragend und einfach nur empfehlenswert und für uns bleibend absolut on top ist das Hofgut Silva, das sehr eindrücklich beweist, was passiert, wenn Menschen eine Vision haben, ihren Weg auch gegen Widerstände gehen, sie umsetzen und damit etwas ganz Besonderes für Mensch und Tier schaffen. Allerspätestens nach einem Besuch hier sollte man für Massenzucht und ihre Produkte verloren sein. 
  3. Direkt im Anschluss zu den aktuellen Lecker aufs Land-Folgen läuft im WDR die ebenfalls aktuelle Sendereihe Garten & Lecker, in der Privatiers für ihre Mitbewerber ihre Gärten öffnen und dort kulinarisch bewirten. Bei Garten & Lecker menschelt es immer wieder sehr – hier treffen Kreative auf – boah, wie sag ich es jetzt am besten?! – also, sie treffen auf andere Menschen und manchmal zeigt sich, dass nicht immer der, der den vermeintlich schönsten Garten hat, auch der sympathischste Gartenmensch ist. Das wahre Leben halt ;). Unzweifelhaft aber ist, dass Björn Kroner mit seiner meisterlichen Floralkunst, jeder neuen Staffel die Krone aufsetzt!

Gelesen: „Der Apfelbaum“

von Christian Berkel.

Gleich vorab: Dieses Buch war ein sehr beeindruckender Lesegenuss für mich!

Christian Berkel geht in diesem Buch auf eine sehr persönliche Reise hin zu den Lebenswegen seiner Großeltern, seiner Eltern Sala und Otto und letztlich hin zu sich selber.

Der Roman ist in sehr großen Zügen autobiographisch und in einer wundervollen Sprache ohne Schnörkel geschrieben, die ich überaus schätze. 

Er erzählt nicht nur aus seiner eigenen Perspektive, sondern versteht es sehr elegant, diese Stimme zu ergänzen durch eben die seiner Vorfahren. Er schreibt spannend, emotional, nüchtern. Eindringlich das Schicksal seiner Mutter, die immer wieder flieht, um letztendlich in einem Lager dem Judenhass der Faschisten um Haaresbreite beinah zum Opfer zu fallen, nur um weiter zu fliehen. Er schildert das Schicksal seines Vaters, der aus einfachsten Verhältnissen stammte, in russischer Kriegsgefangenschaft, die er fast nicht überlebt und beschreibt nachvollziehbar, was der Terror der Nazizeit für ihr Leben bedeutete, welche Wunden dadurch in sie geschlagen wurden. Er schreibt ohne Schönfärberei und ohne viele Umstände auf den Punkt genau.

Diese Leben fesseln, machen nachdenklich, mitfühlend – und mich dankbar, diese Zeit nicht durch- und erlebt haben zu müssen.

Lest das bitte, gebt BloggerInnen Bescheid, wenn Euch so etwas begegnet ist und zeigt es an, wenn es Euch selbst passiert!

Ihr Lieben,

ich möchte Euch auf diesen Beitrag von Linsenfutter hinweisen und Euch bitten, ihn zu lesen. 

Jürgen von Linsenfutter weiß, dass es auch ihn betroffen hat, dass eine unbekannte Person, in seinem und im Namen anderer BloggerInnen von WordPress-Blogs volksverhetzende Kommentare versendet hat. 

Anzeige ist bereits erstattet und die Kripo ermittelt.

Leider bekommen die BloggerInnen das nur dann mit, wenn ihnen ein Feedback von den Leuten gegeben wird, bei denen diese Hasskommentare ankommen. Solltet Ihr so etwas lesen, dann fragt bei den BloggerInnen bitte nach, ob diese wirklich von Ihnen stammen, damit sie reagieren und solche Vorgänge anzeigen können. 

Vielen Dank, dass Ihr bis hierhin gelesen habt.

2021 – Das große Jahr der Miniaturen: 8/52 = Mathematik

Initiiert und gehostet wird das große Jahr der Miniaturen durch Susanne vom Nahtlust-Blog. Bei ihr könnt Ihr, wenn Ihr auf das dazugehörige Miniaturen-Banner oben auf der rechten Seite ihres Blogs klickt, eine Auflistung sämtlicher Beiträge zu diesem tollen Miniaturenjahr sehen – und wer weiß, vielleicht habt Ihr ja selber Lust, Euch inspirieren zu lassen, um selber mit dabei zu sein?!

Puh – Mathematik …

Ein schwieriges Thema für mich. Ab Analysis war ich damit raus, denn Logik dieser Art und ich, ja, ab da hatte und habe ich große Schwierigkeiten. Ab da war Mathe für mich wirklich ein Arschloch. Ist so. Da mag ich gar nichts schön reden und ich mag auch gar nichts davon hören, dass eine solche Aussage Frauen nicht gerecht wird, die damit kein Problem haben. Aber ich habe es. Fertig. 

Mathematik ist toll, ich arbeite z. B. mit Excel und vielen unterschiedlichen Listen und mag das sehr, tatsächlich. Den Dreisatz beherrsche ich, auch kaufmännisches Rechnen ist kein Problem für mich. Was ich an Mathe in der Schulzeit wirklich schlimm fand, war dieses Kopfrechnen in der 5. und 6. Klasse, bei dem man sich nur hinsetzen durfte, wenn man als Erste die richtige Lösung laut heraus rief. Ich glaube, das ist mir nur einmal gelungen, ansonsten befand ich mich nervös, zitternd, aufgeregt bis zur Verzweiflung meist im letzten noch stehenden Fünftel, weil ich jedes einzelne Mal Angst davor hatte, die Lösung könnte nicht die richtige sein und ich mit der Häme der Anderen blamiert sein würde. Ändern konnte daran auch das andauernde Lernen samt den daraus entstehenden Forderungen mit meinem Vater nicht, der Mathematik lebte, dachte, atmete. Je größer der Abstand zu ihm durch seinen Tod durch die Jahre wird, um so deutlicher kann ich ganz sachlich sehen, was ihn ausmachte, völlig leidenschaftslos und ohne zu bewerten. Er litt sehr darunter, dass sich das Leben nicht berechnen ließ, sich nicht in Formeln, die aus „Wenn – Dann“ bestanden, fügte. Mit seinem Plan, mich mit BWL und VWL zu formen, zu konditionieren, scheiterte er krachend, was bei uns beiden sehr tiefe Spuren hinterließ. Bei ihm Verzweiflung, Frustration mit Einsprengseln von Wut, bei mir der erste richtige Widerstand meines Lebens und somit für mich sehr viel mehr wert, als es für ihn jemals gewesen wäre. 

Für meine Mathematik-Miniatur ließ ich eines meiner so lange gehegten Rechenblätter aus der 2. Klasse frei – etwas, was ich mir vor dem Miniaturen-Jahr nie hätte vorstellen können. Darauf gelegt habe ich ein Blatt Transparentpapier, das ich in Quader und Rechtecke aufteilte, mit mathematischen Symbolen versah und mit Ausschnitten aus einem Finanzbericht. Das Blatt liegt nicht glatt auf, schlägt Wellen, beult sich und das ist gut so, genau so ist es passend für mich.

Mit meinen Miniaturen ist es wie mit meinem Blog, beides kommt direkt aus mir heraus, aus meinem Leben und so kann ich das, was mich ausmacht, nicht nur les- sondern auch anfassbar machen. 

Für mich ist es tatsächlich so, dass Mathematik die Logik quotiert. 

Quod erat demonstrandum. 

P.S.: Da wären noch die Maße = 14,5 x 14,5 cm

Beinhaus

Hier begann vor noch nicht mal einer Handvoll Jahren in einer schönen Schlaufe der Weg in den Wald und ich kann noch unsere Hunde darauf vor mir sehen, die Buchfinken auffliegen und singen hören. 

Der Grundwasserspiegel von vor dem Sommer 2003 wurde seither bis nun 2021 nicht mehr erreicht. 3 Dürresommer mit viel zu wenig Regen und großem Hitzestress liegen hinter uns. Noch viel mehr vor uns. Corona- und Klimawandelverleugner eint eines: Die Unfähigkeit, sich mit Tatsachen auseinander setzen zu wollen und zu können. So wie sie nicht in der Lage sind, die Veränderungen, die sie direkt umgeben, sehenden Auges wahrzunehmen oder gar zuzugeben. 

Dieser Wald ist nicht mehr der, den ich, den wir kannten. Nicht mehr der, der vor Kraft strotze, der mit dem Leben in ihm wucherte, protzte gar. Er riecht nicht mal mehr nach Leben, nur noch nach trockenem Staub. 

Auf seinen Wegen zu laufen, ist, als würde ich mich in einem Beinhaus bewegen. Ruhig, bloß kein unnötiges Geräusch machen wollend. Der Wald, den ich, den wir einmal kannten, den gibt es so nicht mehr. Er stirbt der Wald und die Kronen immer mehr junger Bäume recken sich nicht nach oben, dem Himmel zu, sondern biegen sich nach unten, so als würden sie Schutz und Trost in den Umarmungen ihrer Wurzeln suchen.

Gebacken: Scones mit kandierter Orange und Cranberries

Ach ja, ich hör schon die Seufzer: „Was für ein grottiges Photo!“ – ja, gewiss, grottig ist es, aber das, worauf es ankommt, die Scones, hach, die sind einfach nur lecker! Hört auf zu jammern, denn ich esse etwas Gutes lieber, als an einem perfekten Bild zu friemeln.

Zutaten:

20 g bestens kandiertes Orangeat von einem Konditor, 80 g getrocknete Cranberries, 250 g Mehl, 20 g Zucker, 1,5 Tl Weinsteinbackpulver, 0,5 Tl Natron, 1 Prise Salz, die abgeriebene Schale einer Bio-Orange und 60 ml ihres ausgepressten Saftes, 1 Ei, 75 ml Süßrahmbutter, 1 El Milch

Zubereitung:

Das Ei mit dem Orangensaft verquirlen und das Orangeat und die Cranberries darunter rühren. 

Das Mehl mit allen übriggebliebenen Zutaten leicht verkneten, dann die Ei-Saft-Früchte-Mischung ebenfalls hinein kneten. Nicht zu lange, der Teig geht sonst beim Backen nicht richtig auf.

Den Batz so rund auswellen, dass er durchgehend 2 cm hoch ist und ihn in acht „Tortenstücke“ schneiden mit der Milch bepinseln auf mit Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Dieses in die mittlere Schiene im auf 200° C Ober-/Unterhitze vorgeheizten Backofen schieben und für ca. 15 Minten goldgelb backen.

Ich mache es so, dass ich den Wecker auf 13 Minuten stelle, nachsehe, wie die Scones aussehen und dann noch für 1 – 2 Minuten weiter backen lasse. 

Unerwartete Wollfreude aus Norwegen

Eher widerwillig nahm der bonfortionöse Gatte von der Mutter eine Tüte mit zwei Strängen Wolle für mich mit, die sie von einer Freundin bekam, der das Altern einen Strich durch das Stricken gemacht hat.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich so zu Wolle gekommen bin und ganz ehrlich ist es so, dass das, was sich in diesen Tüten so fand, zu einem Großteil nicht mehr brauchbar war.

Aus diesem Grund wollte er die Tüte gar nicht erst mitnehmen.

Zum Glück aber tat er es dann doch, denn ich sah schon durch sie hindurch, dass die zwei Stränge etwas richtig schönes sind! Es ist reine Schurwolle einer norwegischen Garnspinnerei in einem sanften Schokoladenbraun. Schon älter, aber das stört mich nicht. Die alte Dame hatte sie sehr gut aufbewahrt und so ist noch nicht mal im Hauch ein muffiger Geruch an ihnen und meine Freue wirklich groß.

Die Wolle erinnert mich daran, dass eine junge Frau im Inet tatsächlich einmal ernsthaft die Frage stellte, nach wieviel Jahren man Wolle überhaupt noch verstricke. Konkret handelt es sich um vier Jahre alte Knäuel, die sie als viel zu alt empfand und somit schon jenseits jeglicher Haltbarkeit empfand … Sachen gibt’s, die kann man sich gar nicht ausdenken.

Die älteste Wolle in meinem Stash ist welche, die aus den 1930er bis 1950er-Jahren stammen soll. Bislang hat mir da aber niemand bestätigen können.

Die Wollspinnerei in Norwegen gibt es noch heute, einfach mal nach dem Namen suchmaschinen.

Natürlich bin ich neugierig, ob sie sie selber einmal in Norwegen gekauft hat oder wie die Wolle zu ihr kam.

EDIT: Rätsel gelöst = die Dame arbeitete einmal in einem Wollegeschäft :).

Alles so schön bunt hier Kalenderwoche 7/2021

Frauengeschichte:

Durch die 3sat-Doku „FrauenOrte in Sachsen-Anhalt“ begegnete ich das erste Mal der Begine und Mystikerin Mechthild von Magdeburg, die rund 100 Jahre nach der, wie ich finde zu Unrecht, alleinig bekannten Hildegard von Bingen. Wo hätten diese Frauen sein können, was hätten sie erreichen können, außerhalb eines kirchlichen Systems des Katholizismus, deren Führungseinheit noch heute der weiblichen Hälfte der Menschheit nicht die Gleichberechtigung zugesteht oder gar anerkennt?! 

Glaubenssache:

Sehr interessant, fesselnde Dokumentation Bhagwan – Die Deutschen und der Guru. Sehr gut daran gefällt mir, dass hier kein unsichtbare ModeratorIn hindurch führt, alles zusammen hält, sondern ausschließlich Menschen, die mit Bhagwan in Berührung kamen, was zu einer größtmöglichen Authentizität führt. Bhagwanis nannten wir die rot Gewandeten, wenn wir ihnen begegneten. Faszinierend, ja, für mich aber nie so, dass ich den Wunsch verspürt hätte, auszuprobieren oder gar dazu zu gehören.

Ziemlich von Beginn an, musste ich an mein liebe und unvergessene G. denken, die eine der sanftmütigsten und in sich ruhenden Seelen war, denen ich jemals die Ehre hatte, begegnen zu dürfen. Auch G. hielt sich immer wieder in einem Ashram in Indien auf und diese Zeit hatte einen äußerst prägenden Impuls auf ihr ganzes weiteres Leben bis hin zum Ende. Leider begegneten wir uns, obwohl Familie, aber das ist ein anderes Thema, erst recht spät in ihrem Leben, dafür aber um so intensiver und wiederum sie war es, die, vom ruhigen Ankommen und Erkennen, nicht alleine so zu sein angefangen, einen unauslöschlichen Eindruck in meiner Seele hinterließ, wofür ich eine große Dankbarkeit empfinde. 

Lebenslinien:

Seppi Küblbeck ist nur etwas älter als ich und gehört somit zur Generation Baby Boomer. Sein Leben verlief in großen Zügen ganz anders als das meine, in kleinen wiederum nicht, was auch der Zeit geschuldet ist, in der wir aufwuchsen. Durch die Sendung wurde mir bewusst, dass ich beim letzten Besuch in Passau, meiner zweitliebsten Stadt, sehr unbewusst an seinem Laden vorbei gelaufen bin, was ich nun sehr bedauere. 

Wenn ein unbeschwertes Reise wieder möglich sein wird, wenn wir wieder einmal in Passau sein können, dann, so habe ich mir vorgenommen, werde ich an der Emerenz vorbei zur Spitze des 3-Flüsse-Ecks laufen, dort stehen bleiben, tief einatmen, mir wie beim letzten Mal sagen, was ich doch für ein glücklicher Mensch bin, das genießen zu dürfen und von dort in die Gassen der Altstadt direkt hinein ins Dackelmuseum

Warum? Darum:

Der erste Hund meines Lebens war Teddy, die Hündin meines Großvaters mit dem Tiroler-Hütchen. Der zweite Hund, der in meinem Leben Eindruck hinterließ, war der Königspudel in München, vom dem ich gar nichts wissen wollte, der mich aber trotzdem biss. Der dritte Hund, das war der Langhaardackel Adi, der Frau K. gehörte, schräg links über uns und mich heiß wünschen ließ, es wäre unserer. 

2021 – Das große Jahr der Miniaturen: 7/52 = Insekten

Initiiert und gehostet wird das große Jahr der Miniaturen durch Susanne vom Nahtlust-Blog. Bei ihr könnt Ihr, wenn Ihr auf das dazugehörige Miniaturen-Banner oben auf der rechten Seite ihres Blogs klickt, eine Auflistung sämtlicher Beiträge zu diesem tollen Miniaturenjahr sehen – und wer weiß, vielleicht habt Ihr ja selber Lust, Euch inspirieren zu lassen, um selber mit dabei zu sein?!

Ich hoffe, dass sie noch als Miniatur durchgeht, meine Barbietula virginata, wie sie so auf meiner Hand sitzt. 8,5 cm lang ist sie und an ihrer breitesten Stelle misst sie 4 cm.

Eine Spinne in Rosa?! Ja mei, warum denn nicht?! Spinnert?! Ja, freilich spinnert, was den sonst?!

Die spinnenden Schicksalsgöttinnen, nennen wir sie Klotho, Parzen oder Nornen – sie alle eint, dass sie den Lebensfaden spinnen und somit ist die Spinne in der Mythologie eine zutiefst weibliche Symbolfigur. Wir kennen die Märchen vom Dornröschen, das nach dem Stich an einer Spindel in einen magischen Schlaf fällt und das vom Rumpelstilzchen, bei dem die schöne Müllerstochter des Nachts Stroh zu Gold spinnt. Artemis und Aphrodite tragen als Attribut eine Spindel bei sich. Arachne wurde gar von Athene in eine Spinne verwandelt und es heißt, dass die Geburtshelferinnen der Vergangenheit in Momenten der wartenden Untätigkeit gesponnen haben.

Ja, natürlich habe ich Angst vor allen behaarten, schwarzen, größeren Fangspinnen! 

Ja, natürlich bin ich in jedem Sommer erneut bezaubert von allerkleinsten, farbigen Krabbenspinnen in unterschiedlichsten Blüten. 

Der allerliebsten Freundin strickte ich eine Vogelspinne zum Geburtstag und mein Wooly Mushroom wird von einer tschechischen Weihnachtsspinne aus Glas begleitet. 

Meine Tarantel in Barbierosa ist nadelgefilzt und da sie mein erster Versuch solcherart ist, sind ihre Proportionen etwas schiach, unpassend, spinnert halt. Die zwei „Stacheln“ an ihrem Boppes sind aus Pfauenfeder. Auf ihren Rücken habe ich Seidenfasern mit der Filznadel eingefilzt. Natürlich hat sie Augen in unterschiedlichen Farben und Größen und geschmückt ist sie – natürlich – auch. 

Im Gegensatz zur gestrickten Brachypelma Smithi, bei deren Zusammennähen mich dann doch schon immer wieder eine Gänsehaut überlief – ehrlich, das war wirklich so, ich schwöre – hatte ich beim Filzen, Benähen, Ausprobieren, Beinchen biegen, dieses Mal nur eine diebische Freude daran. 

Und ich schieb noch gleich ein wenig Insektenpoesie daher – eines meiner allerersten Gedichte und schon viele Jahre alt:

Bernstein

Zeitalter gereifter Honigseim.

Geronnener Lebenssaft

hölzerner Urzeitriesen.

Ewiges Emsesein

warmgelb konservierend.

Geschliffen und poliert

an goldener Kette.

Vergängliche Schönheit vollendend.

 

Wenn es schnell gehen muss: Bohnensuppe aus dem Vorrat mit nicht ganz so schnellen Schmalzbatzen

Manchmal muss es schnell gehen oder ebenso manchmal habe ich nicht viel Lust zu kochen und dann schau ich so, was der Vorrat her gibt für etwas, das recht schnell auf dem Tisch steht – oki, die Schmalzbatzen dann nicht so, die brauchen Gehzeit, aber die Bohnesupp, die hält, was sie verspricht!

Schnelle Bohnensuppe

Zutaten:

2 Gläser weiße Bio-Bohnen á ca. 350 g Füllmenge (es gehen bestimmt auch andere Bohnenkonserven im Glas), 1 l von der selbst eingeweckten Geflügelbrühe mit etwas Einlage (es gehen bestimmt auch andere Brühen, auch solche ohne Einlage oder gleich welche, die gar nicht selbst gemacht sind), 1 große Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 2 Stangen Staudensellerie, 1 Petersilienwurzel (genauso gut geht aber auch eine Pastinake), 100 g gut durchwachsene Speckwürfel, 2 Lorbeerblätter, 1/2 Tl getrockneter Majoran, 1 El Olivenöl, 1 El (gutes, edelsüßes, ungarisches) Paprikapulver, 1 Tl Apfelessig, Salz, Pfeffer, 1 El Schmand und 1 El Mehl

Zubereitung:

Die Bohnen abgießen und sorgfältig abbrausen, bis der ganze Schlonz weg ist. Den gesäuberten Staudensellerie in nicht zu dünne Scheibchen schneiden, die gesäuberte, geschälte Petersilienwurzel fein würfeln. Ebenso die Zwiebel. Die Knoblauchzehe zerreiben. 

Die Speck- und Zwiebelwürfel im nicht zu heißen Olivenöl goldgelb anschmoren, dann kurz den zerriebenen Knoblauch und den Majoran dazu, bis es fein duftet. Nun den Topf von der heißen Platte nehmen und das Paprikapulver sorgfältig hinein rühren. Den Topf wieder kurz drauf auf die heiße Platte und dann erst mit dem Essig ablöschen und gleich darauf mit der Brühe aufgießen, den Staudensellerie, die Petersilienwurzelwürfel und die Lorbeerblätter dazu geben, alles kurz aufwallen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Nun den Schmand mit dem Mehl verquirlen und damit die Suppe andicken und diese nun für 8 Minuten leise köcheln lassen. Dann die Bohnen dazu geben und noch einmal für ca. 5 Minuten köcheln lassen. 

Ich stelle ein Schälchen mit fein geschnittenem Selleriegrün dazu, aus dem man sich nach Belieben über die Suppe geben kann. 

Schmeckt bestimmt auch mit der Zutat Kümmel statt Majoran gut – werde ich beim nächsten Mal ausprobieren.

Eine deftige Suppe verträgt im Winter noch eine deftige Zulage dazu. Deshalb:

Schmalzbatzen

Zutaten:

300 g Mehl, 10 g Hefe, 100 g entweder selbstgemachtes Schmalz oder eben solches vom Metzger des Vertrauens – ich nahm letzteres mit Chili, 1 Tl Salz, zusätzliches Mehl für das spätere Formen

Zubereitung:

Die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen, dann mit allen weiteren Zutaten zu einem glatten Teig verkneten, diesen rundum etwas bemehlen und zugedeckt für eine Stunde gehen lassen. Dann noch einmal durchkneten, den Teig zu einem Strang formen und mit wieder bemehlten Händen, da der Teig recht weich ist, gleichgroße Batzen (Stücke) davon abtrennen, rund formen und ein weiteres Mal abgedeckt für eine Stunde gehen lassen.

Dann im auf 200° C Unter-/Oberhitze vorgeheizten Backofen für 20 – 25 Minuten goldgelb backen.