2021 – Das große Jahr der Miniaturen: 10/52 = Skurril

Ich mag Skurriles, bis hin zum Morbiden, habe ein ganz großes Herz dafür. Und von wegen skurril?! Was ist das schon? Doch nur für die, die alles gerne in Schubladen schieben, eine weitere Aufschrift neben Hysterisch, Exzentrisch, Aus-der-Reihe-raus und nicht normal.

Und wann hätte „normal“ schon jemals zu meiner Kernkompetenz gehört? Richtig. Nie. 

Beim Thema „Skurril“ kam mir der wunderbare Blumenstrauß in den Sinn, den das Tochterkind eines Abends mit sich brachte. Mittendrin waren knackig, pralle, frische Mohnkapseln, die ich mir zum Trocknen heraus nahm und nun, Monate später, zu meinen skurrilen

Didaktischen Damen

transformierte. 

Ursprünglich überlegte ich, ihnen Gesichter aufzumalen, aber ich kann diese nicht wirklich gut malen und erst recht nicht auf einem, trotz zweifacher Grundierung, bewegten Untergrund. Was tun, sprach Zeus, die Götter sind besoffen (seufzte meine alte Geschichtslehrerin Frau Mütter) und da war es dann wieder, das Thema, das mein mir eigenes Ev-Thema ist:

Das Frauenbild zwischen dem Spannungsfeld des Selbst, der Kirche, Familie, dem von Außen aufoktroyierten Anspruch, wie frau zu sein hat. 

So bekamen meine Damen ein stilisiertes Gesicht aus den Seiten einer alten, ausgemusterten Bibel (oh wej – wie kann man nur!!!) und stehen auf Worten, bilden sich aus dem, was sich aus Worten lernen, wissen, lehren lässt, wozu auch ihre Krawatten aus alten, benutzten Schreibfedern passen. Meine erste skurrile Didaktische trägt ein Hütchen mit einer spitzen Hutnadel, um all dem noch einmal Nachdruck zu verleihen. 

Alle weiteren ließ ich einfach aus mir fließen, so wie die Damen es wollten, wie sie sein sollten.

Immer mehr ans Herz wächst mir neben der lila Langhaarigen und der Kleinen mit dem papiernen Pagenschnitt ganz besonders die mit der Wabenkrone auf dem Scheitel, da damit noch ein ganz anderes, größeres Projekt in meiner Pipeline darauf wartet, endlich begonnen zu werden.

An Material habe ich wieder nur verarbeitet, was eh schon da war. 

Die lila Dame misst 15 cm. Alle anderen sind entweder länger oder kürzer. Insgesamt hatte ich große Freude dabei, sie entstehen zu lassen. Eine sehr, sehr große Freude, die mich für vieles, was so quer liegt, entschädigte.

Eines noch: Als ich die Kapseln zum Trocknen aufhing, waren sie noch frisch und nicht ausgereift, weshalb die Mohnkörner in jeder von ihnen nun, im absolut trocknen Zustand, wenn man die Damen schüttelt, in ihnen rasseln: So kann man den Damen fein beim Denken zuhören ;).

Hier sind sie alle zusammen zu sehen, meine skurrilen Didaktischen Damen:

Initiiert und gehostet wird das große Jahr der Miniaturen durch Susanne vom Nahtlust-Blog. Bei ihr könnt Ihr, wenn Ihr auf das dazugehörige Miniaturen-Banner oben auf der rechten Seite ihres Blogs klickt, eine Auflistung sämtlicher Beiträge zu diesem tollen Miniaturenjahr sehen – und wer weiß, vielleicht habt Ihr ja selber Lust, Euch inspirieren zu lassen, um selber mit dabei zu sein?!

6 Gedanken zu „2021 – Das große Jahr der Miniaturen: 10/52 = Skurril

  1. Liebe Ev, ich liebe deine Mohnkapselfrauen! Wie wundervoll sie sind und einfach nur zabuerhaft. Und wie klasse, dass eine nun sogar bei mir stehen darf und dass ich ihr beim Denken zuhören kann (ich habe es noch nicht gewagt, sie zu schütteln….sie schien mir keine Schüttelfrau zu sein, aber vielleicht sollte ich das morgen direkt mal tun!). Es war fein, dich wenigstens kurz getroffen zu haben heute, und ich hoffe, dass wir das bald etwas entspannter, ohne Maske und mit etwas weniger Distanz vertiefen können! DAs wäre fein! Ich danke dir nochmals sehr für diesen Damengruß 🙂 Der kulinarische Gruß ist momentan nur Augengenuss. Da müssen demnächst mal Pfannkuchen her (so esse ich Marmelade am liebsten….) Lieben Gruß und bis bald. Susanne

    • Liebe Susanne,
      es ist mir wahrlich eine SEHR große Freude!
      Die Mohnkapseldame darfst Du wirklich etwas schütteln, das hält sie gut aus :).
      Ja, ich hoffe auch, dass wir das alles irgendwann entspannter machen können, darauf freue ich mich wirklich!
      Den Marmeladendamengruß lass Dir zu Pfannkuchen schmecken, so mag ich das auch sehr.
      Herzliche Dir, Ev

  2. Auch ich durfte mich über zwei Mohndamen meiner lieben Freundin freuen.
    Sie warteten aber einige Tage in der Tüte, bis ich sie heute auspackte und erst mal auf den Esstisch stellte.
    Ihr endgültiger Platz will wohl überlegt und schön gewählt sein.
    Was ich Euch aber erzählen will : ich habe einen sehr sanften, vorsichtigen Kater der es liebt, auf den Esstisch zu springen um die neuste Tischdeko zu inspizieren. So auch heute, kaum das er die beiden Damen sah.
    Er sprang hoch, kreiste langsam und vorsichtig um die beiden Hübschen und beschnupperte sie. Die Dame mit den gelben Haaren und der Krone auf dem Kopf hat ihm wohl besonders gut gefallen. Und so kam es das er ganz sanft seine Nase an ihr rieb. Es muss sie wohl gekitzelt haben, denn sie zickte leicht zurück, vollführte dann aber einen kurzen, zaghaften und doch so wunderschönen Tanz, das mein Kater ihr ganz verzückt zuschaute 😻
    Leider hatte ich mein Handy nicht zur Hand. Diese kurze, schöne Szene hätte ich gerne festgehalten.

    Liebe Ev,
    hier also auch von Nemo herzlichen Dank für die zauberhaften Damen 🙂

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