2021 – Das große Jahr der Miniaturen: 17/52 = Abendwind

Über das Thema „Abendwind“ musste ich ordentlich nachdenken. 

Wind ist ja nix was man sehen kann. Also, sehen kann man schon, was der Wind mit sich trägt, was er umbiegt, knallen, fallen, fliegen lässt. Wobei ein sanfter Abendwind ja von allem Gewinde beinahe die schönsten und angenehmsten Gefühle in mir aufkommen lässt. 

Endlich hat es sich mal gelohnt, dass ich immer wieder unterschiedliche Abendfärbungen photographiere, denn ein Teil von diesen Bildern bildet, sehr verkleinert, die Grundlage meiner Miniatur. 

Ja und dann ging das Grübeln von vorne los, denn wie um alles in der Welt wollte, sollte ich denn den Wind darstellen?!

Da wollte mir lange nichts einfallen, also ließ ich meine Gedanken rund um den Abendwind in einen einfachen 7-5-7 Haiku fließen und dann fielen mir auch schon die Folien im Fundus ein. Zuerst habe ich den Haiku aufgedruckt, was in keiner Farbe gut kam, dann probierte ich mich durch sämtliche Lackstifte, wobei Weiß der Sieger wurde. Auch wenn mir die Stiftmine dafür viel zu dick ist. Ein sich beim Abschneiden fein ringelendes Spänchen eines Aquarellpapiers soll den Abendwind symbolisieren, der ganz sanft die Löwenzahnschirmchen, für die man schon ganz genau drauf schauen muss auf die Miniatur, dorthin trägt, wo sie in einem passenden Fleckchen Erde austreiben und Wurzeln schlagen können.

Und natürlich darf – wie immer – dieser freundliche Hinweis nicht fehlen 😉 :

Initiiert und gehostet wird das große Jahr der Miniaturen durch Susanne vom Nahtlust-Blog. Bei ihr könnt Ihr, wenn Ihr auf das dazugehörige Miniaturen-Banner oben auf der rechten Seite ihres Blogs klickt, eine Auflistung sämtlicher Beiträge zu diesem tollen Miniaturenjahr sehen – und wer weiß, vielleicht habt Ihr ja selber Lust, Euch inspirieren zu lassen, um selber mit dabei zu sein?!

 

2021 – Das große Jahr der Miniaturen: 16/52 = Kokon

Streng genommen ist ein Kokon ein Gespinst, mit dem Insekten sich selbst oder ihre Eier zum Schutz der weiteren Entwicklung einspinnen.

Herunter gebrochen auf den Sinn eines Kokons, ist er eine Hülle, die Leben beschützt.

Wir alle werden bis zu unserer Geburt in einer uns umschließenden, schützenden Hülle  getragen.

Unsere Erde wird von der schützenden Hülle unserer Atmosphäre zärtlich umarmt, ohne die wir alle nicht existieren können. 

Ja, sogar das Weltall ist in sich gekrümmt, was die Frage aufwerfen lassen könnte, was hinter dieser Krümmung liegt. 

Alles oder nichts. 

Diese Hüllen schützen uns und wäre es da nicht das logischste, alles dafür zu tun, dass im Gegenzug wiederum wir sie hegen, pflegen, schützen, lieben? 

Schön wäre das.

De facto aber machen wir das nicht, wir verschwenden Ressourcen,  wir verschmutzen und zerstören, vergewaltigen und beuten sie aus, die Lebensgrundlage für uns alle, nur um dem geringsten Teil der Menschheit Luxus zu ermöglichen. Weil wir es können, weil wir gierig, unersättlich und unbelehrbar sind. 

Alles könnte so einfach sein. 

Mit Respekt, mit einem Miteinander, mit Vernunft.

Dieser Kokon braucht uns nicht, wir aber ihn.

Verarbeitet habe ich zwei Lagen Butterbrotpapier, einen unwiegbaren Hauch eines blauen Kammzugs, für eine Nabelschnur, die das Wasser darstellt, einen Satz aus einem Naturkundebuch von 1923, Symbole für Luft, Flora und Fauna, goldfarbene Kügelchen, die für Sternengalaxien stehen und ein Püppchen zwischen allem für uns Menschen.

Maße: Mein Kokon hat einen Durchmesser von 8,5 cm und eine Tiefe von 6,5 cm.

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Die Strickunlust verpieselt sich

Nach vergangenem Weihnachten ereilte mich eine Strickunlust, die bis zu den Hasen-Söckchen anhielt und sich mit ihnen wieder erfreulich verpieselte. 

Noch recht unlustig habe ich damit begonnen, an Gama weiter zu stricken. Unlustig deshalb, weil ich echt nicht weiß, ob das mit uns beiden auch nach Fertigstellung noch was werden wird, was nicht an der Farbe liegt, sondern wie sich das Stricken nach der Anleitung entwickelt.

Naja, ist ja nicht so, dass mir nicht auch noch anderes zuwinken würde und so stricke ich nach 2013 und 2015 zum dritten Mal einen Viajante nach der Anleitung von Martina Behm – dieses Mal, dieses Mal, wie auf dem Photo zu sehen, mit Lace-Garn von der Wollmeise in einer feinen „We are different“-Färbung „Skandal um Rosi“, die vor längerer Zeit über ravelry zu mir fand. 

Gestrickt: Ich kann auch niedlich 😉!

Technische Daten:

Anleitung: Sockenanleitung „Hase“ mit Stickschrift von Tanja Steinbach

Größe: 38

Gewicht: 56 g

Garn für die Socke: 2 Knäuel Strumpfwolle Color 4-fach (75 % Schurwolle, 25 % Polyamid), je 50 g mit ca. Lauflänge 190 m, Artikel-Nr.: 300061, Farb-Nr.: 030, Partie-Nr.: 10661

Garn für den aufgestickten Hasen: 

  • Entnommen einem Knäuel LANG Yarns, Jawoll Magic Superwash (75 % Schurwolle/25 Polyamid), 100 g mit Lauflänge ca. 400 m, Farbe und Partie: 84.0167 und 1703
  • Stopfwolle in Blau für die Augen und Rot für das Näschen

Nadelspiel: 2,25 mm

 

2021 – Das große Jahr der Miniaturen: 15/52 = Schöner Schein

Eigentlich, ja eigentlich wollte ich meine Miniatur zum Thema „Schöner Schein“ nur mit einem kargen Satz hier hinein stellen:

„Lufthärtende Modelliermasse, Acrylfarbe in Gold, echter Swarovski-Strass aus den 1950er-Jahren – ohne Worte“

Diese Miniatur ist ein Symbolbild für den momentanen Zustand, nur dass das, worüber Onkel Michael so treffend schreibt, mit Worten den Punkt auf den Punkt bringt. Ich ergänze für mich lediglich um die Exegeten des esoterischen Lache-Lebe-Liebe-Irrsinns, die immer genau nach allem wissen, was das Universum uns allen sagen wollte, was wir nicht hören wollen konnten … diese übrigens selbst am allerwenigsten.

Seit ich blogge, saß ich noch niemals in einer solchen Schüssel voller Wort- und Schreiblosigkeit. 

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2021 – Das große Jahr der Miniaturen: 14/52 = Webkunst

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Wie ich diese Collage aus ineinander verwebten Photographien nennen könnte?

Nun, ich könnte sie „Wie ich wurde, was ich bin“ nennen oder auch „Im Guten, wie im Schlechten“, „Fleisch von meinem Fleische“, „Blutsfamilie“ – das alles oder noch viel mehr würde passen.

Wir werden immer ineinander, durcheinander, auseinander verwoben sein.

Kein Mensch ist eine Insel.

Wir tragen unsere Familiengeschichten in uns, tragen sie weiter oder lassen sie mit uns enden.

Diese verwobenen Leben lassen sich nicht von einander lösen, aber es lässt sich damit leben lernen.

Deshalb. Trotzdem. Darum.

Dornröschenwolle

Das letzte Mal mit einer Wollfärberin direkt unterhalten vor mehr als einem Jahr. 

Seitdem keine Wollfeste mehr, keine Woll- und Kreativmärkte und noch so viel anderes Kunstvolles. Das schmerzt. Ja, das ist das Internet, ja das nutzen wir mal mehr, mal weniger. Das aber nur allein daheim vor dem P, ist auch nicht das Wahre. 

Nun ja, das da etwas Gewaltiges auf uns zukommen wird, das war uns bereits an diesem Tag im Januar bewusst und es war kein Vierteljahr später, dass wir anfingen Masken zu tragen. Mit Überzeugung. Bis heute und noch lange. 

Ungezählte Male haben wir uns uns hin und her Nachrichten mit Bildern prachtvoller Wollfärbungen geschickt und an dieser mit dem schönen Namen „Der Zauber des Anfangs“ von Dornröschenwolle kamen wir dann nicht mehr vorbei.

Und so leibhaftig in den eigenen Händen ist sie tatsächlich noch sehr viel schöner, als das Photo erahnen lässt!

Gestrickt: „Frohe Ostern 🐰!“

Achtung – Werbung – Disclaimer: Schleichts Euch, denn, ja, das ist Werbung, genau dort, wo ich Name und Produkt nenne. Unverlangt, ohne jegliche Gegenleistung, ohne jegliche Absprache, Veranlassung oder sonst was. Und warum? Darum: Weil ich es kann und ich kann es genau dann, wenn mir etwas gefällt, was ich mir mit meinem eigenen Geld auch noch zum vollen VK gekauft habe. So, wem das nicht passt: Siehe oben (sic!).

Von Zeit zu Zeit bin ich ein Lemming. Ein Strick-Lemming. Immer wieder auch bei den genialen Anleitungen von Tanja Steinbach, deren bezaubernden Osterhasen-Socken ich nicht widerstehen konnte! Wem Socken nicht genug sind, der wird vielleicht bei der Anleitung für Spülis fündig.

Ich konnte auf jeden Fall nicht an den Struktur-Osterhasen-Sneakers vorbei. Einzige Änderung: Bei der Bandspitze habe ich bewusst nur auf der Oberseite kraus rechts gestrickt, auf der Unterseite glatt rechts, denn ich mag es, wenn die Unterseite einheitlich ist.

Technische Daten:

Anleitung: Osterhasensocken in Strukturstrick von Tanja Steinbach

Garn: 1 Knäuel Online – Linie 12 – Street (75 % Schurwolle, 25 % Polyamid – 50 g = ca. 210 m), Farbe 28, Partie 51526

Nadelspiel: 2,25 mm

Größe: 38

Gesamtgewicht: 49 g

2021 – Das große Jahr der Miniaturen: 13/52 = Schokolade

Et voilà, ich präsentiere meinen „Großen Schokoladenorden am Bande“ oder noch viel besser:

Mon grande Ordre de la Reine de Chocolat

Please excuse my french, denn dieser Ordensname entspringt ebenso meiner Phantasie wie die Schatulle und der Orden an sich. Warum Französisch? Darum: Die sinnlichste Sprache, auch wenn ich nichts verstehe, ist und bleibt nun einmal Französisch. Oui cherie – Nicht Schokolade sondern Chocolat! Confisierie, Chocolaterie, Amour, Délice, Boulangerie, Charcuterie! Da kann nichts und niemand mit und es ist so wie in dem alten Bonmot:

Er: „Liebling, wie heißt noch einmal dieses französische Gewürz, auf das du so abfährst?“ Sie: „Alain Delon!“ – wobei ich dann zum Würzen doch lieber, da Alan Rickman ja nun leider kein Franzose war, lieber zu Jean Reno greifen würde ;).

Und Genuß, das schöne Leben, darin sind und bleiben die Franzosen nun einmal schlicht und einfach Weltmeister. 

 

Zurück zur Miniatur – die Schatullenmaße sind: 12,5 x knapp 10 cm x 4,5 cm.

Früher einmal beherbergte sie eine Uhr. Als ich sie auf einem Flohmarkt entdeckte und mit nach Hause nahm, füllte sie nur altes Stopfgarn, Nähnadeln, Druckknöpfe. Die Schachtel ist an ihrem Gelenk etwas derangiert, aber wer ist das in einem solchen Alter nicht und so habe ich sie da so gelassen, wie sie mit Tesafilm geflickt wurde. Den royalen Touch verleihen ihr wunderbare Dekopapiere von Dresdner Pappen in einer absolut herrlichen Qualität, die mich sehr begeistert! 

Auch innen habe ich die Schatulle für den royalen Schokoladenorden aufgepeppt: In der oberen Hälfte habe ich Schokoladenpapiere verarbeitet – vor vielen Jahren hatte ich begonnen solche zu sammeln und ich bin sehr froh, dass ich sie nicht bei der letzten großen Aufräumaktion einfach weggeworfen habe. Ein Glück, dass ich nicht Kondo-kompatibel bin!

Die untere Hälfte polsterte ich mit kardierter Schafwolle aus, die ich mit einem feinen Tilda’schen Rosenstöffchen bezog, der Bezug auf das rosige Ordensband nimmt:

Bitte schön, wenn schon der Genuss bester Schokolade, dann gerne begleitet von edelstem Rosenduft. 

Und nun zum Orden:

Das Portrait der Orientalischen Schönheit, ebenfalls von Dresdner Pappen-Ornamenten geküsst, stammt von einer alten Postkarte und wird von einem nicht ganz so alten Ansteckerfragment vom Flohmarkt gehalten. Den feinen Keramik-Schokoladen-Knopf habe ich 2017 bei der Streisselhochzeit in Seebach am Stand von Les Petites Camelotes entdeckt. Ja, wenn schon France, dann richtig! Auf dem Bild nicht so wirklich zu sehen ist, dass er auf einem Herz aus selbst verursachtem Strickfilz prangt. 

Bis auf die bezaubernden Ornamente von Dresdner Pappen (ich kann mich gar nicht oft genug wiederholen, so begeistert bin ich), habe ich auch in der 13. Miniaturenwoche wieder Material aus meinem Fundus verarbeitet. Dass ich das bis jetzt so durchhalte, darauf bin ich schon ein bischen stolz und hoffe, dass ich das am Ende dieses Jahres noch immer so sagen kann.

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