Bittere (Garten-)Bilanz

In den vergangenen drei Jahren hatte er es schwer der Garten, da es Dürrejahre mit viel zu wenig Wasser waren. Wir haben zwar gewässert, was unsere Regenwasserzisterne her gab, im letzten Sommer aber, da gab auch sie – Premiere! – nichts mehr her und wir mussten einen Tank an einer öffentlichen Wasserentnahmestelle füllen, um den Garten nicht ganz und gar verdorren zu lassen.

In diesem Jahr musste alles im Garten von mehrmaligem Frostschaden, hin über Stürme, Hagel, Starkregen, massiver Schwüle, Gewitter und auch Dürrezeiten immer wieder sehr viel aushalten. Ein Extrem löste das nächste ab und so weiter.

So erlagen die Blüten an den Obstbäumen zum Teil zu 100 % Frost, Starkregen, Sturm, Hagel. Die wenigen Kirschen, die der Kirschbaum danach noch tapfer trug, faulten zu 90 % noch vor der Reife direkt ab. 

Das Bild oben vom Kirschbaum ist von heute – trotz Bewässerung trägt er immer mehr gelbe Blätter und bis Ende JULI ist noch immer eine ganze Woche Zeit … vom Zustand des sterbenden Waldes gegenüber mag ich gar nicht erst anfangen …

Manche gesetzten Pflanzen, wie z. B.  die Tomaten, gingen ein, neue wurden gepflanzt. Sie wuchsen wunderbar kräftig, trugen viele Blüten und Fruchtansätze. Obwohl mit Argusaugen bewacht, mähte nun innerhalb von zwei Tagen die Kraut- und Braunfäule auch diese nahezu komplett um. 

Ebenso kurz überzog es die Weintrauben nahezu komplett mit Mehltau. 

Pestizide kommen für uns nicht in Frage. Wir behandeln natürlich und was sich damit nicht behandeln lässt, das ist dann halt (hoffentlich nur für dieses Jahr) verloren.

Ich mag mich nicht beschweren, denn das, was die Menschen in den von der Flutkatastrophe getroffenen Landstrichen an Entsetzlichem, Tod und Zerstörung erleben, dagegen ist das, was in unserem Garten passiert mal so überhaupt gar nichts!

Was mich wirklich ärgert, ist, wie sich die Politblase der etablierten, lobbyismusgeschwängerten Altherrenriege auf Bundesebene auf erbärmlichste Art und Weise an Greta Thunberg und vielen Wissenschaftlern über lange Zeit regelrecht abgearbeitet hat, sie ins Lächerliche zog, bis hin zu Verleugnung. Nun wird aber das, was zum Beispiel Mojib Latif, einer unserer herausragenden Wissenschaftler, seit Jahrzehnten immer wieder erklärte, sicht- und spürbar. Außer natürlich für die Anhänger der Partei, die alles ist, nur keine Alternative hin zum Guten, denn diese beharren noch immer stumpf darauf, dass es weder eine Corona-Pandemie gibt, noch einen Klimawandel. Außer für diesen Büttenredner, einer Partei, die sich „Christlich“ nennt, der unfassbarer Weise zum Kanzlerkandidaten gekürt wurde und sich nicht schämt, ausgerechnet in Bezug auf Wissenschaftsfeindlichkeit die Partei zu zitieren, die alles ist, nur keine Alternative! Egal, einfach ohne Sinn und Verstand wieder öffnen, was sich öffnen lässt und behaupten, das eigene Bundesland wäre Vorreiter in Punkto Klimaschutz … 

So, ich höre jetzt hier auf. Mir vergeht die Lust am Schreiben immer mehr. 

Passt auf Euch auf. Auf Euch, Eure Lieben und die Menschen um Euch herum. Wir stecken inmitten einer wieder Fahrt aufnehmenden, weiter anhaltenden Pandemie. 

Verantwortung beginnt bei jedem einzelnen von uns und jeder Einzelne von uns kann etwas dafür tun!

Pandemieleugner, Quarkdenker, Wissenschaftsverweigerer, A*Dler müssen hier gar nicht erst zu antworten versuchen.

2 Gedanken zu „Bittere (Garten-)Bilanz

  1. Unsereiner, mit unseren Gärten und Balkonen, die wir eher zum Vergnügen pflegen, kann eine Missernte verkraften. Wir sind nicht auf unsere Ernte angewiesen, um zu überleben. Aber wer vom Obst- und Gemüseanbau lebt, der hat derzeit nicht viel zu lachen, und irgendwann wird sich das auch auf uns auswirken. Dass Umweltschutz nicht nur ein Hobby von ein paar Spinnern ist, sondern ganz konkret der Erhaltung unserer Lebensgrundlage dient, haben viele noch nicht begriffen.

    • Ja, genau so ist das – dann wird die große Mehrheit wieder ganz fassungslos sein, da man das alles ja nicht ahnen konnte …

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