2021 – Das große Jahr der Miniaturen – Woche 30/52 -Thema: „Türkis“

Zum Thema „Türkis“ habe ich einen MDF-Block mit Katalogausschnitten in Türkis einer schwedischen Lagenlook-Spezialistin rundherum flächendeckend beklebt. Aus dem Seidenkokon auf der oberen Kante schlüpft ein frisches, kleines Türkis. Der Kokon rechts spinnt sich mit mannigfaltigen, aderngleichen Seidenfasern fest. 

Türkis. So mag ich es.

Materialmix-Collage in 3D, 10 x 15 cm.

Und natürlich darf – wie immer – dieser freundliche Hinweis nicht fehlen :

Initiiert und gehostet wird das große Jahr der Miniaturen durch Susanne vom Nahtlust-Blog. Bei ihr könnt Ihr, wenn Ihr auf das dazugehörige Miniaturen-Banner oben auf der rechten Seite ihres Blogs klickt, eine Auflistung sämtlicher Beiträge zu diesem tollen Miniaturenjahr sehen – und wer weiß, vielleicht habt Ihr ja selber Lust, Euch inspirieren zu lassen, um selber mit dabei zu sein?!

2021 – Das große Jahr der Miniaturen – Woche 29/52 Thema: „Oper“

Weiterhin ohne Worte.

Miniaturcollage, 15 x 15 cm

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Bittere (Garten-)Bilanz

In den vergangenen drei Jahren hatte er es schwer der Garten, da es Dürrejahre mit viel zu wenig Wasser waren. Wir haben zwar gewässert, was unsere Regenwasserzisterne her gab, im letzten Sommer aber, da gab auch sie – Premiere! – nichts mehr her und wir mussten einen Tank an einer öffentlichen Wasserentnahmestelle füllen, um den Garten nicht ganz und gar verdorren zu lassen.

In diesem Jahr musste alles im Garten von mehrmaligem Frostschaden, hin über Stürme, Hagel, Starkregen, massiver Schwüle, Gewitter und auch Dürrezeiten immer wieder sehr viel aushalten. Ein Extrem löste das nächste ab und so weiter.

So erlagen die Blüten an den Obstbäumen zum Teil zu 100 % Frost, Starkregen, Sturm, Hagel. Die wenigen Kirschen, die der Kirschbaum danach noch tapfer trug, faulten zu 90 % noch vor der Reife direkt ab. 

Das Bild oben vom Kirschbaum ist von heute – trotz Bewässerung trägt er immer mehr gelbe Blätter und bis Ende JULI ist noch immer eine ganze Woche Zeit … vom Zustand des sterbenden Waldes gegenüber mag ich gar nicht erst anfangen …

Manche gesetzten Pflanzen, wie z. B.  die Tomaten, gingen ein, neue wurden gepflanzt. Sie wuchsen wunderbar kräftig, trugen viele Blüten und Fruchtansätze. Obwohl mit Argusaugen bewacht, mähte nun innerhalb von zwei Tagen die Kraut- und Braunfäule auch diese nahezu komplett um. 

Ebenso kurz überzog es die Weintrauben nahezu komplett mit Mehltau. 

Pestizide kommen für uns nicht in Frage. Wir behandeln natürlich und was sich damit nicht behandeln lässt, das ist dann halt (hoffentlich nur für dieses Jahr) verloren.

Ich mag mich nicht beschweren, denn das, was die Menschen in den von der Flutkatastrophe getroffenen Landstrichen an Entsetzlichem, Tod und Zerstörung erleben, dagegen ist das, was in unserem Garten passiert mal so überhaupt gar nichts!

Was mich wirklich ärgert, ist, wie sich die Politblase der etablierten, lobbyismusgeschwängerten Altherrenriege auf Bundesebene auf erbärmlichste Art und Weise an Greta Thunberg und vielen Wissenschaftlern über lange Zeit regelrecht abgearbeitet hat, sie ins Lächerliche zog, bis hin zu Verleugnung. Nun wird aber das, was zum Beispiel Mojib Latif, einer unserer herausragenden Wissenschaftler, seit Jahrzehnten immer wieder erklärte, sicht- und spürbar. Außer natürlich für die Anhänger der Partei, die alles ist, nur keine Alternative hin zum Guten, denn diese beharren noch immer stumpf darauf, dass es weder eine Corona-Pandemie gibt, noch einen Klimawandel. Außer für diesen Büttenredner, einer Partei, die sich „Christlich“ nennt, der unfassbarer Weise zum Kanzlerkandidaten gekürt wurde und sich nicht schämt, ausgerechnet in Bezug auf Wissenschaftsfeindlichkeit die Partei zu zitieren, die alles ist, nur keine Alternative! Egal, einfach ohne Sinn und Verstand wieder öffnen, was sich öffnen lässt und behaupten, das eigene Bundesland wäre Vorreiter in Punkto Klimaschutz … 

So, ich höre jetzt hier auf. Mir vergeht die Lust am Schreiben immer mehr. 

Passt auf Euch auf. Auf Euch, Eure Lieben und die Menschen um Euch herum. Wir stecken inmitten einer wieder Fahrt aufnehmenden, weiter anhaltenden Pandemie. 

Verantwortung beginnt bei jedem einzelnen von uns und jeder Einzelne von uns kann etwas dafür tun!

Pandemieleugner, Quarkdenker, Wissenschaftsverweigerer, A*Dler müssen hier gar nicht erst zu antworten versuchen.

2021 – Das große Jahr der Miniaturen – Woche 28/52 Thema: „Anker“

Unser Haus ist einer meiner Anker. Es ist mein safe place. Es ist mein erstes richtiges Zuhause. 

Eingedenk der schrecklichen Flutkatastrophe in unserem Land, den Menschen, die in ihr gestorben sind, zum Teil in ihren Häusern, die Häuser, durch sie zerstört wurden, mag ich mehr gar nicht schreiben. 

Mein tiefes Mitgefühl gehört ihnen allen.

Materialmixcollage, 15 x 15 cm

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2021 – Das große Jahr der Miniaturen – Woche 27/52 Thema: „Des Pudels Kern“

Ja, ich weiß, des Pudels Kern ist ein Zitat von Goethes Faust, in welchem Mephistopheles, sich seiner Tarnung entledigend, dem Doktor letztendlich den Spiegel seiner Gier, seines Ego- und Narzissmus vorhält.  

Ich hatte keinen Bock auf den Pudel und erst recht keinen Pudel für den Bock.

Einen zeitgemäßeren Sachverhalt wollte ich entblättern, statt mich an den Apricot-Pudel Candy erinnern und wofür er stand, was interessant gewesen wäre, aber halt nix, was mich noch beschäftigt. 

Wer kein Adept des Scheibenglaubens ist, weiß, dass unsere Erde kein kreisrunder Ball ist. Folglich, denke ich, ist unsere Atmosphäre ebenso nicht kreisrund um sie geschlossen und so ist es dann halt auch nicht das erste Blatt der Miniatur, in dem in der Luft die Luftpost schwebt, worunter ein kleiner Mechanismus die Blätter beisammen hält. 

Drunter verbirgt sich die zweite Ebene mit den Wolken und diese deckelt das dritte Blatt, die Kerne der Luftpost noch verbergend.

 

Wir können sie nicht sehen, die Luft, die wir atmen, wenn sie nicht gerade verschmutzt ist und Smog wie eine ranzig schillernde Wurstglocke über der Stadt drängt. Wir können sie spüren, wenn der Wind weht, sie uns zum atmen fehlt. Sie trägt uns als Menschen aus eigener Kraft und ohne Hilfsmittel nicht die Luft. Aber sie trägt ihre Kerne: Die Vögel, die Insekten, die Schmetterlinge und noch mehr. Sie gleiten auf ihr, füllen sie mit ihren Tönen, atmen sie. 

Und wir? Uns ist das egal. Uns ist die Luftpost, die unser Waren transportiert, wichtiger als dieses niedere Gezücht, das wir ohne Gefühle, ohne Verstand wähnen. Viel wichtiger ist es für uns, selber ganz schnell woanders hin zu kommen, wo wir doch wieder nur uns selber begegnen. 

Die wichtigste Post, die die Luft transportiert, wollen die wenigsten lesen, denn sie bedeutet Verzicht. Wenn den fliegenden Kernen der Luft diese zum Atmen fehlt, sie vergiftet vom Himmel fallen, werden auch wir ersticken. 

3 Blätter, ein Durchmesser von 13,8 cm, Vögel, Schmetterlinge, Insekten aus Briefmarken geschnitten. 

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„Hosentaschenmanege“ 2021 – Das große Jahr der Miniaturen Woche 26/52 Thema: Zirkus

Mit dem Thema „Zirkus“ ist mit der 26. Woche dieses Jahres auch die Miniaturen-Halbzeit erreicht. Ist das zu fassen?! Jede Woche war ich mit dabei, habe keine ausgelassen und das ist nun auch meine 26. Miniatur.

Bis jetzt habe ich mein mir selbst gestellte Ziel eingehalten, für jede Miniatur hauptsächlich das zu verwenden, was ich daheim habe. Tatsächlich sind sehr wenige Zutaten neu dazu gekommen, das macht mich schon ein bischen stolz auf mich selbst. 

Ich liebe das Arbeiten mit Papier nach wie vor, habe aber auch sehr schnell gemerkt, dass mir das dreidimensionale Arbeiten ebenfalls überaus zusagt, sehr gut gefällt, auch mit ganz anderen Materialien außerhalb von Papier.

So ging es mir auch wieder bei „Zirkus“. Ich mag Manegen und Artistik, zum Zirkus an sich habe ich weniger Affinität und noch viel weniger zu Clowns, die ich seit meiner Kindheit als sehr gruselig empfinde. Also, ich meine nicht weibliche oder männliche Bajazzen, sondern diese klassischen Clowns mit der roten Nase, dem übergroß aufgemalten Mund auf weißem Grund und den riesigen Augen. Aber genug davon, hin zu meinem Miniaturzirkus, meiner Hosentaschenmanege, die oben noch im geschlossenen Zustand zu sehen ist. Daumen und Zeigefinger sind absichtlich mit darauf, um zu verdeutlichen, wie klein das Zirkusdöschen ist und ja, ich habe sehr kleine Hände. Wenn ich klein sage, meine ich klein ;).

Ein winzigstes gläsernes Pferdchen ist gerade durch einen Feuerring paradiert, jenen trug ich mit 15 am Ringfinger, nun trägt er Flammen aus Papier und feinsten Federn. Darüber jongliert ein Werbefrosch Blümchen, begleitet von einer runden Perlentänzerin, die mir einst eine Freundin als Glücksbringerchen zu Abschlussprüfungen schenkte – das Bändchen an dem sie hing, ist längst zerschlissen, dafür bekam sie von mir die Perlenstränge angepasst.

Geschlossen misst das Döschen 4,5 x 2,3 x 1,8 cm und aufgeklappt 4,5 x 4,5 x 1 cm und ist somit die kleinste meiner bisherigen Miniaturen. 

Hiermit breche ich auf in die Wunderwelten der 2. Miniaturenjahrhälfte.

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„Die lustvolle Mutti“ 2021 – Das große Jahr der Miniaturen – Woche 25/52 – Thema: Mein blaues Klavier

Tja, was für eine Geschichte wohl hinter der lustvoll Klavier spielenden Mutti steckt? Ich habe da so eine Ahnung, aber dieses Mal darf sich  das augenzwinkend phantasierend der/die LeserIn selber voll Inbrunst schwülstig erdenken.

Ich für meinen Teil kleckste sehr lustvoll alte Tinte in Königsblau auf das kosende Notenblatt, dessen handschriftliche Vermerke im Flohmarktfund ich genussvoll kichernd erst gestern entdeckte. 

Die Kärtchen entstammen einem Kartenspiel für die erwachsene Jugend – Nachtigall ick hör dir trapsen 😉 – es stammt aus den 1930er Jahren und ist voller zweideutig schlüpfrigen Fragen und Antworten. Genau das richtige also für Genussgenießerinnen und Lüstlinge. Hach, da hüpft mir der Busen!

Collage mit den Maßen 14,8 x 10,3 cm in einer Melange aus schlüpfrigen Spielkarten, verlüstlingtem Notenblatt, Tintenklecks, blau angemaltem Reklameklavier und sehr reduzierter Poetry reduced aus dem dazugehörigen Werbetext. 

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Eierküchle à la Herzelieb

Als ich von Herzeliebs Eierfrikadellen las, war mein erster Gedanke „What? Gebratene Küchle aus hart gekochten Eiern?!“ – das hört sich doch bestimmt nicht nur für mich erst einmal seltsam an, oder? ODER?

Also gut, ich mag Küchle, ich mag Eier, warum also nicht probieren? Dem bonfortionösen Gatten deuchte mein Vorhaben noch immer viel zu abgefahren, weshalb ich, Cleverle, das ich bin, die Rezeptmenge für diesen ersten Versuch halbierte. Sicher ist sicher! Auch auf das Toastbrot habe ich verzichtet, stattdessen einfach ein Stückchen altbackenes Baguette genommen und dieses auch nicht in Milch, sondern schnöde in Wasser eingeweicht, bevor es ausgedrückt zu den restlichen Zutaten rutschen durfte.

Der Gatte mochte ums Verrecken nicht probieren, da konnte ich noch so laut „Hmmm“ und „Aaaaah“ und „Lecker“ seufzen, mir aber schmecken diese Küchle – man verzeihe mir, aber ’ne Frikadelle ist und bleibt für mich eine fleischerne Bulette – ganz ausgezeichnet so warm und frisch aus der Pfanne. Genauso gut aber auch einmal quer geteilt auf der Butterstulle am nächsten Tag als Büro-Mittagessen.

Perfekt dazu passt ein richtig schön schlotziger, schwäbischer Kartoffelsalat. Zum Reinknien, aber auch zum Reinlegen und drin wälzen lecker in dieser Kombination.

Kocht!Das!Nach!

Das Grabmal der unbekannten Zuckerbäckerin: 2021 – Das große Jahr der Miniaturen: 24/52 = Herzschmerz

Der schrecklichste Herzschmerz von allen ist der Schmerz, von dem wir beim Tod eines geliebten Menschen fortgerissen werden.

Mit jedem Tod stirbt eine ganze Welt. Genau die Welt des Menschen, der der Tod ein Ende beschert. All die Wünsche, Gefühle, Gedanken, Träume, Intentionen, Lust, Erfahrungen, die Ziele nimmt er mit sich. All die Freude, das Leid, das Lernen, die Verluste, die Liebe, den Schmerz, alle Wörter und Farben. Das Wollen, Ekstase, Gewalt, die Zerstörungen und alles Wertvolle. Bei manchem ist es gut, dass der Tod dem ein Ende setzt. Anderes aus dieser Welt lebt in den Menschen fort, die jene Verschiedenen liebten, bis auch sie nicht mehr sind. Nicht allen ist es vergönnt, danach noch in der Phantasie und in Erinnerungen zu bleiben, so für 2 oder 3 Generationen, so lange halt das lebendige Denken andauern mag. 

Meist sind es die Herausragenden unter uns, die in Wörtern, Taten, Büchern, Bildern in Erinnerung bleiben. Die Allermeisten sinken langsam in die weiche Umarmung des Vergessens. Ihre Namen bleiben auf Grabmälern oder nicht mal mehr solche Spuren.

Die Zuckerbäckerin Ernestine Wilhelmine gehört dazu, deren Kinder die Hefeteige, Pomeranzenschalen, Mohn und Powidel waren. Im Herbst setzte sie sanft mit Honig vermischten Vogelbeerlikör für die wertvollen Kehlen der Hofsänger der Königlich-Kaiserlichen-Monarchie an. Leidenschaftlich polierte sie kupferne Reindl und so sehr sie auch eine Tortenmeisterin war, so ist es doch ihr Kleckselkuchen gewesen, nach dem Rezept ihrer nur von uns schon lange vergessenen Großmama, der jung vermählte Hochzeitspaare bei der Feier nach der Trauung selbstvergessen seufzen ließ, oder beim Leichenschmaus serviert, wie ein weiches Pflaster die Tränen aufsog und ihr Salz in Süße verwandelte. 

Was von ihr blieb, was alles überdauerte, ist ein einzelnes Rezept und ein Grabmal ohne Namen.

Objet trouvé aus Älterem und Neuerem, dem Kreuz eines Rosenkranzes mit Perlmutt, getrocknetem Kornelkirschzweiglein und einem alten Rezept, das ich in einem noch älteren Kochbuch auf einem Flohmarkt fand. 

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Brennts Mus

Bitte beachten: Werbung wegen Marken- und Ladennennung. Freiwillig, unverlangt, unentgeltlich, einfach weil ich drauf Lust hab, davon überzeugt bin und es deshalb gerne mache.

Zum ersten Mal von Brennts Mus oder auch Schwarzmus hörte ich nach unserem Umzug mitten auf die Schwäbische Alb. Ich hab gefragt was es ist und die Antwort unter „Mus, Brei, Kasch, Pamps und ein Arme-Leute-Essen von früher“ abgespeichert, gegessen habe ich es dort nie. 

Es ist nicht so, dass ich Brei nicht mag, ich war damals nur so jung, dass ich mir keine weiteren Gedanken darüber machte. In unseren, für mich sehr glücklichen, 1,5 Jahren dort aber wurde der Wunsch in mir, beruflich etwas von, aus und mit Lebensmitteln zu machen, immer stärker. Mein einziger Traum war es, das dortige Hauswirtschaftsgymnasium zu besuchen. Nun ja, Erstens kommt es anders, als Zweitens man auch denkt und die Pläne meines Vaters gingen für mich eh nicht in diese für ihn zu profane Richtung. In irgendeiner Parallelwelt, das ist ganz sicher, bin ich trotzdem eine glückliche Ernährungsgeschichteanthropologin. 

Zurück zum Brei, der alles andere als ein trauriges Einerlei ist. 

Auf unserer letzten Genussfahrt machten die liebste Freundin und ich am Mühlenladen der Seifert Mühle in Allemühl Halt:

Diesen können wir Euch voller Überzeugung wärmstens ans Herz legen, denn die Beratung ist erstklassig, so wie das vielfältige Sortiment, in dem immer wieder neue Produkte zu entdecken sind. Dieses Mal nahmen wir uns unter anderem Dinkel-Musmehl von der Ostermühle mit, um eben oben besagtes Brennts Mus selber auszuprobieren. 

Wir beide sind uns da ganz einig: Echtes Superfood ist das, was bestenfalls regional/heimisch erzeugt wird und sich nach dem Erntekalender verarbeiten lässt. Das und nichts anderes! Musmehl wurde übrigens von Slow Food als Passagier in die Arche des Geschmacks aufgenommen und HIER könnt ihr zu Slow Food und dem Schwarzen Brei auch noch einen schönen Artikel des Reutlinger Generalanzeigers anklicken. 

Wir lieben es, solche Genussfahrten zu unternehmen, Hofläden zu entdecken, zu besuchen und unsere Vorräte mit besten Lebensmitteln zu bestücken. Das ist wahre Nachhaltigkeit. Wir verwerten „von der Schnuffel bis zum Schwänzel“ aka Neudeutsch „from nose to tail“, so wie es unsere Vorfahrinnen schon taten. Frisch, lecker und dazu das gute Gefühl, Erzeuger und HoflädeninhaberInnen zu unterstützen und zu erhalten. 

Nun, hier kommt es, das fertige Brennts Mus, das frisch zubereitet als Frühstück eine tolle Basis für den Tag bietet. Kommt völlig ohne Zusatzstoffe und mit lediglich fünf Zutaten aus: Musmehl, Wasser, Milch, Salz, Honig – wobei jedem/jeder die Freiheit bleibt, den Brei selber so zu variieren, wie man es für sich möchte. Fertig ist die leckere, gesunde Laube:

Brennts Mus (2 Portionen):

Zutaten: 

75 g Musmehl, 1/4 l Wasser, 1/4 l Milch, 1 Prise Salz, 1 kleines Löffelchen Imker-Honig

Zubereitung:

Das Musmehl in einem Topf ohne weitere Zugaben und unter stetigem Rühren leicht anrösten, bis es nussig zu duften beginnt. Dann sofort mit Wasser und Milch ablöschen, die Prise Salz dazu und den Brei für mindestens 20 Minuten leicht köcheln lassen, bis er die Konsistenz erreicht hat, die man mag, dabei immer wieder umrühren, damit er nicht am Topfboden ansetzt. Den Honig erst darunter rühren, wenn er fertig ist. 

Meine Beilage waren dazu mit der Gabel zerquetschte Erdbeeren, die ich nur mit einem kleinen Klacks eigener Marmelade ganz leicht nachgesüßt habe. 

Und wenn vom Mus was übrig ist, dann füllt das einfach in kleine, muckelige Puddingförmle und macht das hier draus: