2 Augenblicke

In der letzten Woche ist im grossen Ganzen viel passiert.

Für uns privat allerdings dominierten zwei kurze Augenblicke.

Der erste ließ einen guten Bekannten mal gerade so auf die und von der Schippe des Todes springen. Zurückgelassen hat dieser Moment grosse Erleichterung und Dankbarkeit für die Hilfe, die nahezu sofort vor Ort war und für Verletzungen, die heilen können. Aber da ist auch Sprachlosigkeit angesichts der gefühllosen Kälte, des dummen Geschwätzes unbeteiligter Dritter und des Unverständnisses, dass dieser Mensch, der eben nicht aus der Mitte seiner Familie gerissen wurde, nicht jetzt, sofort, stante pede noch aus dem Krankenhaus zur Wunscherfüllung/Arbeitserledigung bei Fuß steht.

Der zweite Augenblick betraf mein eines Auge, dessen Sehleistung seit ordentlich über einem Jahr immer schlechter wird und lange Zeit für die Ärzte ein grosses medizinisches Fragezeichen war, bis die Diagnose endlich stand. Nun hatte ich einen Termin im Kkh wg. einer Vitrektomie. Nach einem intensiven Vorgespräch wurde ein Kontroll-OCT gemacht und während meine Gedanken rund um die Op kreisten, war er dann da, der Moment, als die Damen am Bildschirm unruhig „das kann nicht sein“ sagten. Wie? Was? Panik! Es folgte ein weiteres ausführliches CT und ein erstes verhaltene „Das war es wohl mit einer Op für sie“, was sich im Verlauf manifestierte. Niemand, wirklich niemand, mich eingeschlossen, hatte mit einer solchen Entwicklung auch nur ansatzweise gerechnet.

Auf der einen Seite ein grosses Unglück (mit trotzdem viel Glück) und auf der anderen ein juchzendes Freudentänzchen auf dem Klinikflur.

Wie sich doch manchmal das Leben auf den kleinen Augenblick zwischen diesen beiden Polen verdichtet.

 

Zutiefst urmütterlich

Das urmu in Blaubeuren ist in vielerlei Hinsicht ein herausragender Genuss für museal Beflissene und da es mir zu einfach erscheint, in einem Beitrag gleich alles herunter zu beten, was es zu entdecken gibt, erfreue ich mich damit häppchenweise und so verweile ich nun mitten im Zentrum in der Urmütterlichkeit:

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Die Reihenfolge der Ausstellungsräume und -stücke ist eine besonders gelungene Komposition, die zum Entdecken, Staunen, Träumen und zur Auseinandersetzung einlädt und für hier gäbe es für mich tatsächlich kein besseres als dieses eine Wort: Frau.

Genau in der Mitte, da stehen sie, die Repliken all dieser archäologischen Frauenschätze – Mater an Mater, Venus an Venus aus dem Gravettien, und somit zwischen stolzen 28.000 und 23.000 Jahren alt:

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Sie alle aus einer Zeit, die so ganz anders ist als die Moderne in der wir leben – augenscheinlich war es aber schon damals eine Selbstverständlichkeit, etwas Unvergängliches festzuhalten: Die pure Weiblichkeit an sich, denn unübersehbar ist ihnen fast allen eines gemeinsam: Schwere, große Brüste, schwere Bäuche, Pos und Hüften. Das sind keine jungen, zarten Mädchen an der Schwelle zum Frausein, sondern meist Frauen, die geboren, Kinder getragen, Leben weitergegeben haben. Und ebenso augenscheinlich hat wohl gefallen, was man da sah, denn sie stehen alle aufrecht da. Nicht verschämt ihre Massen verbogen bedeckend.

Ich weiß nicht warum, aber sie hier, sie zog mich am stärksten an:

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Unsere Zeit definiert solche Frauen als, vorsichtig ausgedrückt, unschön, krank, fett, dumm, ungepflegt, willensschwach, unverschämt der Gesellschaft gegenüber, als Versagerinnen. Viel zu oft sind hier perverserweise Frauen die aggressivsten Gegnerinnen ihrer so aus dem Rahmen fallenden Geschlechtsgenossinnen.

Im Gegensatz dazu im gleichen Raum auch das schräge Plastikfrauenbild unserer Zeit:

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Zumindest eines ist mal sicher: Barbie & Co werden die nächsten 23.000 – 28.000 Jahren in der Vitrine definitiv nicht so unbeschadet überstehen wie die ganze Materrunde zusammen genommen.

Ich habe hier sehr viel für mein Selbstverständnis mitnehmen können.

Gelesen: Wild Cards – Das Spiel der Spiele

von George R. R. Martin.

Ich gestehe, ich habe mir dieses Ebook gekauft, weil es im Ebook-Deal vergünstigt angeboten wurde. Außerdem lockte mich George R. R. Martin als Autor, denn gelesen hatte ich bisher nichts von ihm, bin aber ein sehr großer Fan der GoT-Verfilmungen.

Es handelt sich hier um einen Sience-Fiction und eigentlich stammt er auch nicht von George R. R. Martin, sondern er wurde zusammen von ihm mit einer ganzen Riege anderer hochwertiger Autoren kurzgeschichteweise ein Kapitel nach dem anderen zusammengesetzt und dann von ihm herausgegeben – was schon ein bisserl nach Etikettenschwindel riecht, wenn man sich in diesem Genre nicht auskennt.

Es geht um einen weltumspannenden Konflikt, zu dessem (vorläufigem) Showdown es in Ägypten kommt. Es geht um mutierte Superhelden (naja, Mutation ist in dieser Welt etwas ganz normales), um Starruhm, um die Außenwirkung und um den Menschen der in jedem von ihnen steckt, was einige Überraschungen birgt.

Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich mich in die Geschichte hineingelesen hatte, alles in allem aber hat sich mich gut unterhalten, aber dann doch aber auch wieder nicht so sehr gefesselt, dass ich jetzt mehr davon lesen möchte.

Auf jeden Fall aber möchte ich mich irgendwann dann doch noch ins GoT-Universum einlesen, auch wenn dieses immer wieder ganz anders als die Verfilmung ist.

HdR lässt grüßen – war ja auch lange genug meine Lieblingslektüre 🙂 – und auch hier mag ich beides sehr: Die Bücher und die Verfilmung!

Gutes wegwerfen …

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Als ich meinem Mann entgegenlaufe, steht da dieser Container am Straßenrand und ich bekomme Bauchschmerzen.

Nicht etwa, weil diese Dampfnudeln tatsächlich so duften, wie nur frische Dampfnudeln eben duften, sondern weil sie weggeworfen wurden.

Ich nehme an deshalb, weil sie eine ordentliche Bräunung haben, und nicht so blasskätschig sind, wie sie viel zu oft in Verkaufsauslagen liegen. Zwischendrin spitzen einige wirklich sehr dunkle hervor, mitnichten aber sind sie verbrannt, so riecht es auch nicht aus der Öffnung heraus.

Irgendwann wird es wieder eine Pressemeldung geben, dass wir, die Verbraucher solche Unmengen an Lebensmitteln wegwerfen. Und was ist mit den Herstellern? Was ist mit dieser Flut an Verordnungen, die verhindert, dass solche Lebensmittel, die noch in Ordnung, nicht verbrannt sind, einfach mal so verschenkt werden? Ich bin mir sicher, Abnehmer hätte sich gefunden.

Dieses System in dem wir leben, ist ein erbärmliches, das bis zum Himmel stinkt!

Hier bedienen sich nur Spatzen, die ununterbrochen hinein- und wieder hinausfliegen …

Entzückender Pilzwildwuchs und die Frage nach der Spinnenhäutung

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Im Töpfchen mit den ersten zarten Pfefferminzschößlingen wachsen unerwartet ganz entzückende Schwindlinge. Natürlich dürften sie bleiben. Ich bringe es nicht übers Herz, sie daraus zu vertreiben.

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Und am Wetterhäuschen drehte sich dieses Spinnehäutlein zart im Wind und ich muss zugeben, dass ich bisher überhaupt noch nie einen Gedanken daran verschwendet habe, ob sich Spinnen häuten oder nicht. Jetzt weiß ich es besser.

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Ganz erstaunlich finde ich ja diese zwei kugelig aufgeblähten Ballons ganz vorne an den vordersten Fangarmen.

Verena Stricken 2/17 – Frühsommer 2017

Die liebe Angela hatte mir so richtig Appetit auf die aktuelle Ausgabe der Verena gemacht und hatte völlig Recht damit, dass auch ich in ihr fündig werde:

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Die Tunika „Asta“ von Sabine Ruf hat es mir tatsächlich angetan – aber auch der Rock „Anbritt“, ebenfalls von Sabine Ruf, gefällt mir sehr gut und ich frage mich, wie er wohl an mir kleinen, runden aussehen würde?

Außerdem wäre da noch das Tuch „Malisa“ von Danièle Dietrich:

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Und das ungewöhnliche Longshirt „Mariam“ von Karen Noe, für welches sich ein passendes Garn sogar in meinem Stash finden könnte:

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Definitiv hätte ich Lust darauf alles zu stricken, einzig die Zeit fehlt mir momentan dazu und die Muße, in meinen Stash abzutauchen, weil ja noch einige andere Projekte in der Strickpipeline ihren Platz dort feste verteidigen.

Außerdem wirklich sehr lesenswert und sehr, sehr, sehr gut von kiki – la wollbindung geschrieben:

Ein Artikel über Maike Schnichels Das Regenbogenschaf.