Kanonenkugel

Vorne drauf.

Ohne Sattel.

Aufgelegte Hände.

Am Rund.

Gespannt.

Steckt in mir drin.

Eigentlich.

Will ich Elfe sein.

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Aufbruch

geht nicht

heisst es

bist zu zart für das hart den schmutz

Punkt

Hah

!

Augustruhe

sitz mich in den Abend

Augen im schwimmendem Wokengewölle

Ohren im fernen Donnergrollen

halte im Innehalten an mir fest

im Atem schwülwarmfeuchter Luft

vor mir weg in mich rein raus

warte in die Nacht hinein

lösgelöst

kann muss ich nicht

Reisend

Die Landkarte die ich bin

Voller Berge Täler

Untief und hoch

Bleibt mir manches selbst verborgen

Was ich zu kennen glaubte

Wälder wie Narben

Trockene Meere

Feuchte Wüsten

Meine Haut der Dünger meiner Äcker

Die sich losgelöst von meiner Seele

Formen, wachsen, ändern, fruchten,

Vergehen um sich neu zu errichten

Ich brauch keinen Tag, der mich daran erinnert, dass ich Dich liebe

Nur Deine Blicke, Deine Stimme, Dich.

 

Ich brauch kein Essen im Nobelrestaurant.

Nur die Nahrung, die Du meiner Seele gibst.

 

Ich brauch kein Gold von Dir, keinen Karfunkelstein.

Nur den Wert Deiner Worte in Gedanken und im Schweigen.

 

Ich brauch keine Versprechen von Dir, keine Wolkenschlösser.

Nur mein Leben mit Dir.

 

All diese geliebten Jahre.

 

Mittwochslyrik: Mein düsterer Engel

Mein düsterer Engel

 

Senktest Dich eingehüllt in deine Schleppe

Über mich

Feinst schwarzes Spitzengeriesel zur Zier

 

Liest mein Blut in eisigen Geflechten erstarren

Hieltest meinen Blick in endlos graue Tiefen

Deine Worte winzige Schrotkugeln in meinen willigen Leib

In deiner dürren Umarmung erstarb mein Widerstand

 

Schlugst dich voll an meinen Geweiden

Trankst meine Tränen

Zogst Deine bleichen Krallen durch meine Blöße

Würgend mein Schluchzen brennen

 

Und doch

Dein alptraumhaftes Reissen

Hinderte mich nicht

Den Kampf des Lebens

Immer wieder aus tiefster Seele

Erneut und weiter zu lieben

 

 

(Was für ein Segen, diese Zeit aus sehr weiter Ferne betrachten zu dürfen!)

Mittwochslyrik: Nomadenseele

Nomadenseele

 

In spinnwebgleiches Netz gehüllt,

unermüdlich geschöpft aus verklärten,

mythenvollen Kindheitsbildern.

 

Blick in mandeläugig volle Lippen,

staunend zelebrierte Frauenpflichten.

 

Eingeweihte, wegweislose, heilige Orte,

Mysterien, begriffene Natur,

ewig Leben spendend, nehmend.

 

Himmelsschraubender innerer Wille,

ehrgeizige Ringkämpfe,

Steppengesetzen dienend.