Sonderausstellung: „Als die Steine noch lebten“ im urmu in Blaubeuren

Ich habe einen Ausflugstipp für all jene voller Leidenschaft für Handarbeiten – verknüpft mit Geschichte, Wissenschaft & Natur, der mich völlig entzückt und verzaubert:

Die Sonderausstellung Als die Steine noch lebten, vom 1. April 2017 bis 7. Januar 2018, im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren, über das ich noch ein weiteres Mal berichten werde. Nun aber zuerst zu dieser wundervollen und inspirierenden Sonderausstellung:

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Der „Arbeitskreis wolliges Jurameer“, zu dem ich leider im Inet nichts näheres finden konnte, hat den nunmehr versteinerten Zeugen einer untergegangenen Urwelt mit Strick- und Häkelnadeln und unterschiedlichsten Garnen vom Häkeln über das Stricken, bis hin zum Filzen, neues und buntes Leben eingehaucht.

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Ich konnte mich an dieser kongenialen Verbindung, die gleichzeitig staunen und auf völlig unangestrengte Art und Weise lernen lässt, gar nicht sattsehen!

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An diesem kreativen Prozess teilgenommen haben zu dürfen, muss ein unglaublich bereicherndes und erfüllendes Erlebnis gewesen sein und ich wünschte, ich hätte all die Frauen dahinter kennenlernen können, denn wenn sie beim kunsteln keinen Spaß gehabt haben, wer denn bitte dann?!

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An einem Fenster lagen laminierte Anleitungen aus und so kann, wer möchte, sich selber z. B. an der Korallenhäkelei probieren – so wird Geschichte auch für Kinder interessant und begreifbar und der Sinn für das, was in der Natur möglich ist, erst recht. So ein großartiger Wurf auch für die Textilkunst!

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Kein Wunder also, dass ich nicht aufhören kann, mich immer wieder an den Bildern regelrecht zu berauschen und darauf immer mehr kleine großartige Details entdecke.

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Ich wünschte, ich hätte Blaubeuren und all seine bezaubernden Geheimnisse schon viel früher für mich entdeckt!

Nicht nur wegen dem Blautopf und der schönen Lau:

 

Mein lieber Scholli, Herr Schoppel!

Lieber Herr Schoppel,

ich knickse virtuell vor Ihnen und möchte einfach mal sagen, dass Ihre Knit the Cat-Magazine für mich die schönsten & hochwertigsten von all denen sind, die in deutschen Zeitungsregalen zum Kauf ausliegen.

Entschuldigen Sie bitte das schlechte Bild, aber ich wollte nicht einfach Ihres von der HP klauen und drückte selber schnell für „Knit the Cat 8 – WE ARE COLOR“ auf den Auslöser.

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Auch diese Ausgabe wird einen festen Platz in meinem Strickbücherregal bekommen – und behalten. Einige Anleitungen darin gefallen mir ausgesprochen gut, wie z. B. die Origami Weste.

Für heute aber genügt es mir erst einmal, Ihre Interviews mit der chinesischen Strickdesignerin Ka Zhang (so tolle Fotos von ihr!!!) und ganz besonders Madame Tricot erneut gründlich zu genießen, nachdem ich während der Zugfahrt quasi nur über sie hinweg huschte. Ich schätze es sehr, dass gerade das Interview mit ihr anders als gewohnt und nicht nur oberflächlich ist. Wann stößt man im Kontext Handarbeit schon einmal auf die Auseinandersetzung mit den Begriffen Tod, Verwesung, Selbstmord? Ich kannte ihre Kunst bisher nur aus noch nicht mal einer Handvoll Blogbeiträge und fand sie zum Teil gewöhnungsbedürftig, da doch deutlich morbide. Nun kann ich nachvollziehen, warum das so ist und jetzt erscheint sie mir in einem ganz anderen und sehr schönen Licht. Das zu können, ist ein bereicherndes und die Grenzen der Sichtweise erweiterndes Geschenk.

„Danke“ also und „Weiter so“ – sie schreiben es doch zu Beginn so schön „… Es ist eine Haltung, die Sinne sind auf Bereitschaft geschaltet, …“ und ich wünsche Ihnen, dass sie diese nie verlieren mögen. Zu allererst einmal für Sie, dann auch ganz uneigennützig für uns.

Chapeau!