Zwei glückliche dicke Mädchen

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Flohmärkte sind toll.

Früher konnte ich es gar nicht abwarten alles zu sehen, finden, entdecken zu können. Heute bin ich da wesentlich entspannter und besuche sie nach der Devise „Was zu mir gehört, wird da sein und was ich nicht gesehen habe, das war halt gerade in dem Moment – und wenn es ganz genau etwas ist, dem ich nicht hätte widerstehen können – nicht das, was zu mir wollte.“

Das dicke lesende Mädchen saß inmitten vieler Sachen, die es auffällig überdeckten, so dass es inmitten von ihnen völlig unauffällig, fast unsichtbar, wurde.

Mein Blick wollte an ihr vorbeigehen, aber irgendwie hielt sie ihn mit ihrem Buch, ihrem Nanakörper, ihrem Pferdeschwanz, ihrem Kleid und ihrem Lächeln fest und so hob ich sie auf, setzte sie zärtlich in meine Ellbogenbeuge und schlenderte an all den Sammeltasen, dem angeschlagenen, traurigen Wedgewoodtellerchen, dem ich seit geschlagenen drei Jahren immer wieder begegne, den Zinnbechern, ausgeblichenen Kerzen, alten Gürteln und Backformen vorbei, um sie auszulösen.

Daheim setzte ich sie neben meine Pflanzennamensschwester, füllte und leerte x-mal die Gießkanne und gab, als auf dem Balkon niemand mehr Durst hatte, ihren Namen von der Unterseite in das www-Suchfenster ein, staunte sehr und dann bekam sie einen neuen Platz von mir, ihr, die so wundervoll neben meine Pflanzennamensschwester passt, die es aber verdient, nicht in der prallen Sonne, sondern neben Büchern zu sitzen, die sie und mich glücklich machen.

Junikäfer im Liebesrausch

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„Ev“, ruft Herr Ev, „komm schnell, da schwärmen Bienen um den Baum!“ – und schon während ich renne, bitte ich ihn, mir „Ganz schnell die Kamera!“ zu bringen.

Definitiv, mein Kirschbaum mit den lecker knorplig gelben Früchten wird im großen Schwarm umschwärmt, aber Bienen, die sind es definitiv nicht, obwohl es mir sehr gefiele, ein zweites Mal in meinem Leben beim Einfangen eines schwärmenden Schwarms zuzusehen. Was hier taumelnd kreiselt und beim Näherkommen brummend schwirrt, das sind Junikäfer im Liebesrausch.

Die Natur ist in ihrer Vollendung einfach grandios – wäre ich ein Junikäfer-Mädel, würde ich auch nicht „Gerippter Brachkäfer“ heißen wollen und so ein prachtvoll abendviolettblasslilarosa Himmel mich dafür so sehr berauschen, dass auch ich mich vor lauter Lust nur noch taumelig um Blätter, Zweige, Krone tanzen lassen würde.

Ich sitz in der Dämmerung draußen, lausch auf die Melodie ihrer Flüge, lass mich von ihren Formationen überraschen und hätte ich ein Schmetterlingsnetz, würde ich vielleicht versuchen, ganz vorsichtig einen von ihnen zu fangen, um ihn mir näher anzusehen, aber vielleicht würde ich es auch nicht tun, denn wer weiß, vielleicht wäre gerade dieser eine Käfer der einzig wahre wichtige, der ihre Population für weitere Generationen rettet oder es wäre eine Käferin, die gerade jetzt in diesem einen Moment durch das Netz daran gehindert werden würde, die besten Junikäfereier der Welt zum empfangen und so lass ich es lieber, schau ihnen weiter im Dunkelwerden zu und freu mich, wenn so der eine oder andere näher taumelt, lustvoll trunken, bis die Wolken lila werdn … und ich irgendwann die Kamera sinken und sie unbeobachtet ihrer beseelten Liebe überlasse …

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Klosterberggarten

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Mein Lieblingsort in Kaufbeuren ist der Klosterberggarten.

Dieser Ort atmet aus und ich atme ihn ein. Versinke in seiner Ruhe. Lass mich von all den Düften, dem Summen der Bienen, dem Surren der Hummeln umarmen.

So viel Schönheit hier im Werden und im Vergehen, im Wechsel der Jahreszeiten, so wie zwischen meinem Lachen vor Freude und Trauertränen. Beides ist hier gut aufgehoben, mitten im Leben halt.

Und wunderschön!

Manchmal hab ich einen Lauf

und dann filze ich meinen Lieblingscardican von Gudrun S. auf Jacketgröße und reisse beim Dehen auf ein erträglicheres Maß auch noch ein Loch in einen der Ärmel.

Oder ich suche meine Halskette voller Verzweiflung, nehme dafür die halbe Waschmaschine auseinander, durchforste Staubsauger, Wäschetrockner, Geschirrspüler, Mülleimer, denn sie könnte ja irgendwo vom Hals dort hinein gerutscht sein. In Wirklichkeit hängt sie dort, wo ich sie morgens vor dem Duschen hingehängt habe und ich küsse den Anhänger von Oma daran voller Glück, als sie dort so abhängt.

Ich bin dieses Jahr akut unterspargelt und freue mich auf die ersten heimischen gebratenen grünen Stangen. Während sich die Pfanne für das Butterschmalz erwärmt und die Zutaten für die selbstgemachte Hollandaise bereit stehen, bleibe ich nach der Entdeckung eines massiven Spargelhähnchenkackebefalls der Spargelköpfe auch für den Rest des Jahres unterspargelt.

Zu den fein in der Pfanne schmurgelnden Sonntagslammkoteletts schub ich einen Gratin aus den ersten beiden (in Gelb und in Grün) ergatterten heimischen Biozucchinis in den Ofen und als ich ihn herauszog musste ich ihn erst einmal abtropfen lassen, bevor ich ihn essen konnte. Wahrscheinlich bleibe ich für den Rest des Jahres auch chronisch unterzucchinisiert …

Auch nett: Ich hänge den beweglichen Küchenwasserhahn nicht richtig ein, komme mit der Hand dagegen und er spült über meine Schulter hinweg den Küchenboden, nachdem ich auf dem Parkplatz in einen weichgesonnten Batzen Kaugummi getreten bin, den irgendein Dummbatz dort von sich gerotzt hat.

Ich schlug letzte Woche die Sahne zu Süßrambutter, die meinem Mann besser schmeckte als die bewährte sonstige.

Ich räume die Eisschälchen weg und werfe dabei drei Gläschen runter, die das aber unbeschadet überstehen, während der Gatte schon „Alles okay, Ev?“ lacht.

Er holt mich aus jeder noch so dunklen Such-Fall-Kaputt-Wolke wieder runter ♥.

 

Sonderausstellung: „Als die Steine noch lebten“ im urmu in Blaubeuren

Ich habe einen Ausflugstipp für all jene voller Leidenschaft für Handarbeiten – verknüpft mit Geschichte, Wissenschaft & Natur, der mich völlig entzückt und verzaubert:

Die Sonderausstellung Als die Steine noch lebten, vom 1. April 2017 bis 7. Januar 2018, im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren, über das ich noch ein weiteres Mal berichten werde. Nun aber zuerst zu dieser wundervollen und inspirierenden Sonderausstellung:

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Der „Arbeitskreis wolliges Jurameer“, zu dem ich leider im Inet nichts näheres finden konnte, hat den nunmehr versteinerten Zeugen einer untergegangenen Urwelt mit Strick- und Häkelnadeln und unterschiedlichsten Garnen vom Häkeln über das Stricken, bis hin zum Filzen, neues und buntes Leben eingehaucht.

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Ich konnte mich an dieser kongenialen Verbindung, die gleichzeitig staunen und auf völlig unangestrengte Art und Weise lernen lässt, gar nicht sattsehen!

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An diesem kreativen Prozess teilgenommen haben zu dürfen, muss ein unglaublich bereicherndes und erfüllendes Erlebnis gewesen sein und ich wünschte, ich hätte all die Frauen dahinter kennenlernen können, denn wenn sie beim kunsteln keinen Spaß gehabt haben, wer denn bitte dann?!

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An einem Fenster lagen laminierte Anleitungen aus und so kann, wer möchte, sich selber z. B. an der Korallenhäkelei probieren – so wird Geschichte auch für Kinder interessant und begreifbar und der Sinn für das, was in der Natur möglich ist, erst recht. So ein großartiger Wurf auch für die Textilkunst!

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Kein Wunder also, dass ich nicht aufhören kann, mich immer wieder an den Bildern regelrecht zu berauschen und darauf immer mehr kleine großartige Details entdecke.

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Ich wünschte, ich hätte Blaubeuren und all seine bezaubernden Geheimnisse schon viel früher für mich entdeckt!

Nicht nur wegen dem Blautopf und der schönen Lau:

 

Alexa!

  • Woran merke ich, dass es draußen Nacht wird?
  • Ist in Teewurst grüner oder schwarzer drin?
  • Ab wann ist ein Kaffee zu heiß?
  • Bin ich doof?
  • Was mach ich mit dem Regenschirm, wenn es nicht mehr regnet?
  • Warum muss ich mich bei 3 entscheiden?
  • Warum darf ich nach dem Kacken, vor dem Essen, das Händewaschen nicht vergessen?
  • Warum sind Schlager Deutsch?
  • Kann ich mir aus Steinkohle ein Haus bauen?
  • Hilfe, ich habe mir einen Fingernagel abgebrochen!
  • Warum zieht man Rattenschwänze hinter sich her?
  • Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren, wie finde ich es wieder?
  • Essen Chinesen wirklich alles was vier Beine hat, außer Tischen?
  • Wird meine Kieferwurzel auch im Quadrat gezogen?
  • Wo bekomme ich verdammt noch mal schwarzbraune Haselnüsse her?
  • Wieso ist Dr. Oetker in Bielefeld, wo es das doch gar nicht gibt?
  • Kann ich Sauerkraut auch essen, ohne dass es aufgewärmt wird?
  • Wie wird aus Klößen Brühe?
  • Wie schmecken Klabusterbeeren?
  • Warum hörst du mir nicht zu?
  • Schalt!Dich!Ab!

Carrageenfrust

Steffi, deren Blog https://www.kochtrotz.de/ ich überaus schätze und deshalb immer wieder einfach nur empfehlen kann, hat mir mit ihrem Besuch bei LAC und den damit zusammenhängenden Fragen wieder einmal bewusst gemacht, welchen unbestreitlich positiven Einfluss meine Allergien auf mein Leben, meine Art zu denken, Fragen zu stellen, Konsequenzen zu ziehen, haben.

Ich fühle mich dadurch schon lange nicht mehr eingeschränkt, auch wenn ich auf vieles verzichten und immer und überall Zutatenlisten lesen oder nach ihnen fragen muss, um gesund zu bleiben.

Dass ich auf Carrageen äußerst heftig allergisch reagiere, hat schon zu vielen auch lustigen Situationen geführt, so wie z. B. bei meinem Gastroenterologen, selber ein heftiger Allergiker, wenn wir gemeinsam über unsere Allergieerlebnisse schallend lachen können. Ja, sowas geht tatsächlich, schwarzer Humor halt :).

Auch in meinem Blogland hat mich dieses Thema immer wieder umgetrieben, leider sorgte vor Jahren ein unerwarteter Serverabsturz dafür, dass mein alter Blog auf Nimmerwiedersehen ins digitale Nirvana verschwand, aus dem er nicht mehr zu retten war, aber z. B. diesen einen Artikel hier aus dem Jahr 2010 (leider viel zu wenige insgesamt), den hatte ich zum Glück separat abgespeichert (die enthaltenen Schreibfehler kann behalten wer möchte) besonders froh macht mich, dass ich auch Kommentare mit abgespeichert hatte:

Schöner Scheissen mit Algensahne!

  1. März 2010 von Ev

Ich bin wütend! Verdammt wütend! So wütend, dass ich, Entschuldigung, nicht anders kann, als sprachlich zu fäkalisieren.

Es geht um Sahne! Es geht um Carrageen! Es geht darum, dass dieses Thema nicht nur mich als Allergikerin, sondern uns Alle angeht!

Wer sich dafür interessiert, was er alles so zu sich nimmt, gerne auch mal Lebensmittelzutatenlisten liest, dem wird es nicht unbekannt sein, dass mittlerweile nahezu jeder käuflich frei erwerbaren Sahne der Stabilisator Carrageen zugesetzt wird. Bis vor ein paar Tagen war das kein Problem für mich, denn es gab in einigen Supermärkten von Weihenstephan in der Glasflasche “Frischer Alpen-Schlagrahm”, der mit dem Zusatzlogo “ohne Zusatzstoffe” vertrieben wurde. Oh ja, ich habe gerne auf den Alpen-Schlagrahm zurückgegriffen, weil es in unserem Ort, der sich so gerne Stadt nennt, leider keinen Biomarkt mit einer ökologisch korrekt käuflich erwerbbaren durch und durch ökologischen Biosahne gibt. Aber dieses Thema hat sich jetzt sowieso erledigt, weil Weihenstephan seinen Alpenschlagrahm sang- und klanglos durch Algenschlagrahm im “praktischen” Tetrapack ersetzt hat. Nachdem ich sämtliche Milchprodukttheken in sämtlichen Supermärkten im Umkreis abklapperte und überall in den Auslagen nur noch Algensahne fand, wollte ich naiv und hoffnungsvoll noch weiter an das Gute in der Sahne glauben, wurde heute aber durch diesen Thread im lowcarb-forum eines Besseren belehrt, nachdem ich mir die Finger im Web regelrecht wund suchte und mein PC (intelligentes Kerlchen, das er ist) sich weigerte, die Weihenstephanhomepage auch nur zu öffnen.

Nur am Rande: Ich will Sahne, richtige Sahne, von richtigen Kühen! Keinen Ersatz aus Soja oder was-weiss-ich! Und erst recht keine Sahne mit Carrageen oder irgendeinem anderen Scheiß, von dem mir als Verbraucher erzählt wird, dass er gut für mich sei.

Um zum Kern zu kommen:

Carrageen ist nicht gut für mich. Was das bedeutet? Bitte schön: Esse ich ein lecker Sahnesösschen mit Carrageensahne oder wagt es die Eisdiele, mir auch nur einen klitzekleinen Carrageensahnetupfen auf meiner Eisschokolade zu platzieren, dann ist das für meinen Körper so, als würde man, bildlich gesprochen, Giftmüll in ihn hinein verklappen. Macht man das mit einem Fluss, dann treiben innerhalb kürzester Zeit seine Fische mit dem Bauch nach oben in ihm flussabwärts, bei mir ist es so, dass innerhalb kürzester Zeit extrem schmerzhafte Magenkrämpfe einsetzen, gefolgt von extrem schmerzhaften und äußerst übelriechenden und flüssigen Durchfällen, die sich, um es noch einmal zu verdeutlichen, anfühlen, als würde sich heiße, beißende Batteriesäure aus dem Darm entleeren, die in der Lage ist, die Haut rund um das Rektum regelrecht zu verätzen.

Daheim (kann) konnte ich diesem Problem aus dem Weg gehen, denn es gab ja die gute Glasflasche, deren Inhalt mir erlaubte, mir darüber keine Gedanken mehr zu machen und ich war mehr als bereit dazu, dafür mehr Geld auszugeben, als für den gesammelten anderen Algensahnemist.

Problem erkannt, Problem gebannt, wird so manch einer sagen und sich wundern, warum ich hier so abgehe wie Schmidts Katze. So leicht ist es eben nicht, denn ich bin kein Asket, der sich darin übt, zwischenmenschlichen Kontakten aus dem Weg zu gehen. Ich treffe mich gerne mit mir lieben Menschen, mit denen ich auch mal gerne Essen gehe, von denen ich auch mal eingeladen werde und die Verbindung Sahne-Carrageen zwingt mich nun, bevor ich etwas esse, den Tellerinhalt misstrauisch zu beäugen, ob ich die Cremesuppe, den Millirahmstrudel, das Eis und die Torte überhaupt noch zu mir nehmen kann. Es bleiben mir zwei Möglichkeiten: Ich lehne dankend und erklärend ab, was zu sehr skurrilen Momenten führen kann oder ich riskiere aus Höflichkeit einen Toilettengang, der zu noch sehr viel mehr skurrileren Momenten führen kann, nachdem ich vor Schmerz rot anlaufe, mir Schweisstropfen auf der Stirn stehen, meine Herzfrequenz Amok läuft und mein Schließmuskel verzweifelt versucht, eine kochend heiße, beißende Flüssigkeit zurück zu halten, bis ich eine Toilette gefunden habe, die, Bitte, Bitte, nicht besetzt ist, ein zu öffnendes Fenster und einen gewissen Schallschutz hat.

Diese Schilderungen mögen für Außenstehende einer gewissen Komik nicht entbehren, für mich ist das trauriger Ernst und so oder so ähnlich schon zu oft erlebt, bis ich endlich wusste, dass der Feind in meinem Körper das Carrageen ist.

Es kommt noch besser: Carrageen steht im Verdacht, Anaphylaxien auslösen zu können. An anderen Stellen ist u. a. auch von Geschwüren im Magen-Darm-Trakt und von Krebs die Rede, wie bei Dr. Watson Der Food-Detektiv.

Ich habe in den letzten Tagen mit unzähligen Supermarktmitarbeitern über Carrageen, über Algen in der Sahne gesprochen, es war nicht eine, nicht ein einziger Mitarbeiter/in, von welchem Supermarkt auch immer dabei, der auch nur gewusst hätte, dass Sahne nicht nur Sahne enthält und/oder den oder die auch nur interessiert hätte, dass Sahne etwas anderes als schlicht und einfach nur Sahne enthält.

“Ich hab kein Problem mit Sahne”, “Davon hab ich noch nie was gehört”, “Das weiss ich nicht”, “Das hat mir nie jemand gesagt”, “Das interessiert mich nicht”, “Ich habe keine Allergien” – all das sind einige der Reaktionen, die ich auf meine direkten Nachfragen bekommen habe. Irgendwie ernüchternd, aber auch auf eine sehr traurige Art und Weise sehr erschreckend.

Irgendjemand hat mal gesagt, dass jede Gesellschaft die Jugend bekommt, die sie verdient … ist es so, dass wir die Lebensmittel bekommen, die wir verdienen?

Wie ist das bei Weihenstephan? Sind die Entscheidungsträger dort wirklich davon überzeugt, dass sie uns, als den potentiellen Käufern ihrer Produkte, wirklich etwas Gutes tun, wie in ihrer Reaktion im lowcarb-forum nachzulesen ist?

Geld stinkt nicht und man bekommt auch keinen Dünnschiss davon, wenn man es anfasst, vielleicht liegt es daran.

Ich kann dazu nur eines sagen:

Als vor über 40 Jahren klar wurde, dass ich Allergikerin bin, da stand ich mit meinem Heuschnupfen allein auf weiter Flur, niemandem in meinem direkten Umfeld, von meinen Freunden, in der Verwandtschaft, im Kindergarten und später in der Schule ging es so wie mir. Ich habe gelernt, damit zu leben, indem ich den allergieauslösenden Momenten aus dem Weg ging. Meine Eltern mussten sich immer wieder mal den indirekten Vorwurf gefallen lassen, dass sie etwas falsch gemacht hätten, um so ein Kind zu bekommen, denn mit meinen Allergien stand ich, wie gesagt, allein auf weiter Flur. Mittlerweile hat sich das geändert und Heuschnupfenallergiker sind in fast jeder Familie zu finden. Ich denke, dass sich das mit dem Thema Lebensmittelzusatzstoffallergien genauso verhalten wird. Da, wo ich jetzt noch alleine mit schmerzverzerrtem Körper auf dem Klo sitze und mir regelrecht die Seele aus dem Leib scheiße, da werden in bestimmt noch nicht mal 20 Jahren einige von denen, die heute von all dem nichts wissen wollen, vor bereits verschlossenen Toilettentüren stehen, sich winden vor Schmerz und nicht wissen, wohin mit dem Giftmüll in ihrem Körper, weil diese Symptome um sich greifen werden. Und über ihre Argumentation “Das hatte uns niemand gesagt”, darüber werden sie dann als Allerletzte selber lachen.

Ihr großartigen Macher Ihr, Ihr tretet da eine gefährliche Welle los, eine, die bis jetzt nur einige Wenige so wie mich, krank macht, vielleicht wird sie auch in Zukunft nicht viel mehr Menschen krank machen, ich kann das nicht beurteilen, ich bin nur Betroffene, keine Medizinerin. Was sie aber auf jeden Fall ersaufen lässt, dass ist der Respekt, den Ihr nicht nur vor dem Profit haben solltet, denn eines wird immer wahr bleiben, egal was Ihr Euch noch einfallen lasst:

Dummheit schützt vor Schaden nicht – und mit Respektlosigkeit vor den Gaben der Natur wird kein Hungernder satt zu bekommen sein.

Soviel mit meiner ureigenen persönlichen Meinung zu diesem Thema.

Geschrieben in ge … backen, ge … kocht, ge … lebt, ge … nörgelt, ge … schmeckt | 15 Kommentare

15 Reaktionen zu “Schöner Scheissen mit Algensahne!”

  1. am 30 Mrz 2010 um 00:441Dagmar

Hallo,
du sprichst mir da ganz aus der Seele. Warum muss man denn an einem guten Naturprodukt so herumpfuschen?

Ich hoffe, du findest noch einen Laden in deiner Nähe, der carragenfreie Sahne anbietet. Ansonsten wirst du vielleicht auch online fündig. Es gibt Bioversandhändler (z. B. einige Gemüsekisten-Anbieter), die u.a. auch Biosahne im Sortiment haben. Vielleicht ist das ja eine Option für dich.
Viele Grüße
Dagmar

  1. am 30 Mrz 2010 um 07:082Christine

Liebe Ev,

Du spricht der einkaufsgeplagten Mutter eines allergischen Kindes aus der Seele. Leider meinen viele Hersteller immer wieder ihre Produkte “verbessern” zu müssen. Blöd nur, dass mir dann auf dem Einkaufzettel wieder ein unbedenkliches Produkt fehlt…

Danke dass Du dieses Problem in drastische Worte gefasst hast, vielleicht erreicht es so auch Menschen, die es (noch) nicht persönlich betrifft.

Liebe Grüße
Christine

  1. am 30 Mrz 2010 um 08:433Sandra

Liebe Ev,
ich kann dich absolut verstehen und hoffe, dass sich endlich mal so einiges in der Lebensmittelindustrie ändert.

Mir geht es so mit Geschmacksverstärkern, die ja auch fast überall drinnen sind (auch in noch so simplen Gewürzen).

Ich gehe gar nicht mehr auswärts essen und mein Essensplan ist auch schon arg eingeschränkt, bzw. ich mache vieles selbst, da weiß ich was drinnen ist!

Viele Grüße
Sandra

  1. am 30 Mrz 2010 um 10:324gudrun

Hallo,
VIELEN DANK für deinen Beitrag !!
liebe grüße
gudrun…
die jetzt noch genauer auf die Zutatenlisten achten wird !!

  1. am 30 Mrz 2010 um 11:235ingrid

Auch ich bin Allergikerin, gehe so gut wie nie auswärts essen, auch im urlaub nicht, mache meine Soßen einfach mit Fleisch, Gemüse, Wein, Salz, Pfeffer, Wasser….. hatte nach Weihnachtsessen im Geschäft auch schon schreckliche Nächte … und mich am Samstag furchtbar geärgert, als ich die Sahneflaschen nicht mehr fand, sondern Plastik.
An Carageen hatte ich gar nicht gedacht, aber an die vielen Weichmacher und Hormone, die im Plastik sind; dazu habe neulich zufällt eine interessante Sendung gesehen, wie dieses Zeug schon im Flußwasser ist und das Verhalten der Vögel verändert, weil wir die mit von Menschen ausgeschiedenem Östrogen füttern….
Also, ich kaufe diesen Kruscht nicht, verzichte jetzt auf Sahne, so weit es geht (was mir natürlich auch beim Abnehmen gute Dienste) erweist -und meine Milch hole ich nachwievor beim Bauern.
Aber es ist ein riesen Skandal, und keiner merkt es. Und heute stand in der Zeitung, dass Fastfood drogenähnlich abhängig macht, über die Dopaminausschüttung. Manches wundert da nicht mehr.
Liebe Grüße
ingrid

  1. am 30 Mrz 2010 um 11:366Suse

Sch…e!! Im wahrsten Sinn des Wortes. Wieder einmal wird mir klar, warum ich einen selbstgebackenen Kuchen einer Backmischung vorziehe, warum ich lieber Hühnerbrühe selbst koche statt zum Glas zu greifen. Die Sahne schlägt dem Fass aber den Boden aus. Wer kommt denn bitte überhaupt auf den Gedanken, dass in Sahne noch etwas außer Sahne sein kann? Aber ne, Tatsache, auf den Sahnepäckchen, die ich gestern verwendet habe, steht auch Carragen drauf. Muss man jetzt sogar noch bei Milch die Zutatenliste lesen? Zum k.tzen. Convenience-Zeiten, schlechte Zeiten.

Warum muss alles superlange haltbar, supersaftig, superbunt und superbillig sein? Warum nicht lieber lecker, umweltverträglich, gesund, nachhaltig?

In Heidelberg gibt es noch den Füllhorn-Biosupermarkt in der Weststadt (hinter Bauhaus) und in Handschuhsheim http://www.fuellhorn-biomarkt.de/biomaerkte/heidelberg_weststadt.html und einen Alnatura-Markt in der Bergheimer. Der Füllhorn ist gut sortiert, einen Versuch ist es wert.

Und nun schaue ich nach, was im Frischkäse für die P*iladelpiatorte gestern Abend alles drin ist.

Liebe Grüße
Suse, bei der die Meisen schon die Nisthöhle polstern

PS: Ich kann gerne bei unserem Biokistenanbieter im Nachbarort nachfragen, was bei “seiner” Sahne alles drin ist. Vorbeifahren und geschwind mal was holen, was ich brauche, ist kein Problem

  1. am 30 Mrz 2010 um 20:157Elena

Ich verstehe Dich sehr gut, obwohl weder ich noch jemand in meiner Familie Allergien hat. Aber ich koche sehr gerne, habe auch einen kleinen Garten – Kräuter -, verwöhne gerne Gäste und gehe ebenso gerne essen; und ich sehe auch nicht ein, warum LEBENSMITTEL sehr oft nur nach Kriterien des Billig-Seins angeboten werden…
Aber vielleicht könnte es helfen, wenn viele gut informierte Menschen sich der Gefahren bewußt und andererseits selbstbewußt genug werden, diesen wie immer gearteten “Krutscht” in den Läden zu lassen? Der Gesundheit zuliebe.

Aufmunternde und unterstützende Grüße
E.

  1. am 31 Mrz 2010 um 07:308Andrea

Ups…..wieder was gelernt, danke Ev!

Ich bin ja auch die absolute Selbstkocherin, saisonal und frisch, so mag ich es. Aber als Allergikerin bleibt einem ja auch nichts anderes übrig. Ich esse ganz ganz selten Sahne, aber es gibt Tatsache auch in meinem Haushalt Lebensmittel nicht mehr, da nicht mehr auffindbar.
Weihenstephan ist nicht auf meiner Einkaufsliste, denn es gehöt zu Müller Mlch und den Herrn Müller find ich unmöglich:
http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,346791,00.html

Ich hoffe, du findest Ersatz für die Rotalgen im www.

Aber….ein lieber Gruß ist auch was wert und der kommt jetzt herzlichst von mir

Andrea

  1. am 31 Mrz 2010 um 07:379Birgit

Ich kann Dir nur zustimmen. Bin selber Allergikerin (und Diabetikerin) ebenso mein Lebensgefährte.
Als man vor 3 Jahren bei mir Diabetes feststellte bin ich erst mal drauf gekommen, was in den verpackten Lebensmitteln alles drin ist. Da kann einem nur schlecht werden.
Witzigerweise sind wir 2 in unserem Umkreis (egal ob Kollegen, Bekannte, Freunde, Verwandte) die einzigen die damit so geschlagen sind, das sie krank werden (LAG hat mit ähnlichen Auswirkungen wie Du zu kämpfen bei Hülsenfrüchten). Als ich anfing vieles im Bioladen oder in einen der vielen Hofläden hier zu kaufen bin ich fast gesteinigt worden. DAS könne man schließlich alles im Discounter oder Supermarkt bekommen, nur billiger. Sie sehen einfach nicht, das es nicht nur uns gut tut sondern auch besser schmeckt.
Ich weiß ja nicht wo Du wohnst, aber vielleicht gibt es im Umkreis Deiner Stadt Hofläden wo man auch Milchprodukte kaufen kann. Ich wohne hier auf dem platten Land (vor den Toren Hannovers) und bin mit dem Angebot sehr zufrieden. Obwohl: Es gibt viele Hofläden aber leider nur einer verkauft Milchprodukte. Aber dafür lohnt es sich auch loszufahren.
LG
Birgit

  1. am 31 Mrz 2010 um 08:0210Iris

Hallo Ev,

danke für den erschütternden Bericht. Ich achte sehr auf die Zutatenlisten und meide sowohl industrielle “Nahrung” und auch Plastikverpackungen, wenn möglich.
Aber auf die Idee, dass in Sahne Zusatzstoffe enthalten sein könnten, bin ich noch nicht gekommen … unglaublich.

Laut Foodwatch gibt es z.B. bei Plus Sahne ohne Carrageen (http://foodwatch.de/spender__unterstuetzer/ernaehrungsfragen/frage_des_monats_august_2009/index_ger.html).

Viele liebe Grüße aus dem Norden,

i

  1. am 31 Mrz 2010 um 20:2511margit

Hallo, Dein Titel hat mich ganz schön aufgeschreckt, aber das ist
gut so. Danke Dir für den Bericht. Wir sind keine allergiker, aber
solche Sahne kommt bei uns nicht mehr auf den Tisch.
Dir trotzdem gute Besserung und ich hoffe sehr, daß Du einen
anderen Anbieter findest, damit Du wieder mal Sahne essen
kannst. Mein Mann arbeitet in der Stadt und kann so immer zu
einem Reformhaus gehen. Dort wird er uns Sahne mitbringen.
Schöne ostern für Dich und liebe Grüße
margit

  1. am 02 Apr 2010 um 19:0412Silvia-Maria

Liebe Ev!
Du sprichst mir aus der Seele,danke für diesen Bericht ich bin ganz deiner Meinung die Leute wissen nicht was sie für eine scheisse sie essen.Auch ich bin Alergikerin und zwar mit Gluten und Lactose und das hat man vor 2 Jahren erkannt nach dem ich an Eierstockkrebs erkrankt bin und seit dem sehe ich mir alle Lebensmittel 2xan.
Ich habe mir einen kleinen Selbstversorgerhof gemacht mit eigenen Hühnern und Gemüse wird auch angebaut und Milch hole ich mir vom Schafbauern im Sommer und im Winter trinke ich keine Milch den obwohl ich Lactoseunverträglichkeit habe vertrage ich die Natur Schafmilch super, den er gibt seinen Schafen keine Hormone.
Liebe gesunde Grüße
aus dem Waldviertel in Österreich
Silvia – Maria

  1. am 03 Apr 2010 um 18:3313elke

Hallo Ev,

ich kann deinen Ärger sehr gut verstehen,
zwar habe ich keine Unverträglichkeit o.ä. , aber warum Zusatzstoffe in Sahne sein müssen versteh ich halt nicht.
Bei uns hier im Dorf gibt es gar keine Weihenstephan-Produkte und bezüglich der Sahne fand ich das blöd- na gut nun nicht mehr.
Falls du einen Plus jetzt Netto-Laden in der Nähe hast: Da gibt es Bio-Bio-Sahne. Allerdings im Plastikbecher.
Da ich auch nicht immer zu einem Bioladen komme, nehm ich dann diese mit knirschenden Zähnen.
Lg Elke aus dem NordOsten

  1. am 04 Apr 2010 um 15:1214Kathi

Ach Eve, das ist beschissen, aber mir leider nicht fremd. Wenn ich mal wieder verzweifelt Richtung Toilette / Bad taumle um mir in Ruhe die Seele bis zum Erbrechen aus dem Leib zu husten habe ich auch immer reichlich Gelegenheit darüber nachzudenken, WAS es denn nun wieder war, was ich da gegessen habe. Heiteres Raten mit E-Nummern, da kann man so gut alles mögliche hinter verstecken. Nun lebe ich in einem Land, das den Ruf hat viel im Bio/Öko-Sektor zu tun, schade, daß es hier im Umkreis von 50km keinen Biomarkt gibt und ich alles über das Internet bestellen muß.
Vielleicht ist das Internet auch für dich eine Alternative?

Liebe Grüße und schöne Ostertage wünscht
Kathi

  1. am 05 Apr 2010 um 18:4115Bettina

Hallo Ev!

Du sprichst mir so aus der Seele. Wenn ich genau gucke, was ich so esse, werde ich komisch angeschaut. Wenn ich in der Kantine mal wieder losschimpfe, weil überall Glutamat drin ist, werde ich komisch angeschaut. Ich verstehe das nicht.
Aber Dich kann ich verstehen, mir geht es mit Glutamat ähnlich wie Dir mit Carrageen.

Wir können nur hoffen, dass mehr Menschen sich mit ihrer Nahrung beschäftigen.

Liebe Grüße
Bettina

Für diesen Blogbeitrag aus dem Jahr 2010 wählte ich bewusst eine drastische Ausdrucksweise, weil es leider so ist, dass manche Menschen nur dann zuhören, hineinlesen, ihnen bewusst wird, um was es hier geht.

Ich lebe fast mein ganz Leben mit Allergien; heutzutage geht man damit sehr viel vorsichtiger und bewusster um als noch so vor 20 – 30 Jahren oder noch früher, einfach auch deshalb, weil es nun sehr viel mehr Allergiker gibt, aber auch heute noch kann man besonders ignoranten intelligenten Menschen begegnen, die Allergien für überflüssige persönliche Befindlichkeiten halten und dir etwas zu essen präsentieren, von dem sie behaupten, es wäre nichts für dich problematisches drin, um dann danach (!!!) zu sagen „Jetzt habe ich dir aber bewiesen, dass du dir das alles einbildest“. Ich bin einfach zu höflich, solche Menschen direkt mit auf die Toilette zu nehmen …

Hier ein weiterer Bloglink von mir zwei Jahre später im Jahr 2012: Es geht nicht um Fleisch oder kein Fleisch, aus 2014 Joghurt.Gefroren. und 2015 Mein 1. Diabetes-Großkampftag, der wegen Carrageen beinahe – und das unter informierter ärztlicher Kontrolle – einen sehr unangenehmen Verlauf genommen hätte, hätte ich nicht noch einmal nachgefragt und mich dann zusätzlich selbst auf der Inhaltsliste überzeugt.

In meinen Vorsorgeunterlagen wird vermerkt werden müssen, dass, sollte einmal ein Notfall eintreten und ich nicht in der Lage sein mich äußern zu können, gar künstlich ernährt werden zu müssen, vorab unbedingt die Ersatznahrung auf Carrageeninhalt überprüft werden muss. Traurig, aber wahr

Ich habe in den letzten Jahrzehnten gelernt, nicht mehr gegen meine Allergien anzukämpfen, sie in mein Leben zu integrieren und das Beste draus zu machen: Was für ein Glück, dass ich in einem Land, in einer Gesellschaft lebe, wo ich das kann. Ja, mein Leben ist schön. Carrageen stellt mir trotzdem immer wieder Fallstricke, so wie letztes Jahr, als die oben geschilderten Probleme auf einmal wieder zunahmen. Weder Arzt noch ich konnten sich das erklären, bis ich per Zufall darauf kam, dass meine Bio-Zahncreme, aus dem Bioladen, die by the way, wie die von mir gekaufte Milch, Sahne, Joghurt im Glasbehälter, natürlich sehr viel teurer ist, als die konventionellen (diesen kleinen Seitenhieb konnte ich mir jetzt nicht verkneifen, Danke LAC) Ausführungen, was ich gerne in Kauf nehme, auf einmal mit Carrageen versetzt ist. Danke, nicht nur Bio-Hersteller. Danke für gar nix.

Carrageen ist in so vielem drin, nicht nur in Lebensmitteln (auch veganen und vegetarischen!!!), sondern eben auch in Kosmetika (auch in denen, die bio aka natürlich sind, in solchen ohne Tierversuche und in veganen/vegetarischen.

Da Carrageen so super verdickt, könnte ich damit sogar reich werden: Ich müsste es einfach nur mit Leitungswasser versetzt stocken lassen. Natürlich würde ich vorher einen netten Farbstoff zufügen und irgendeines dieser künstlichen Süßungsmittel ohne Kalorien – und – zack – schon hätte ich das ultimative vegane Dessert ohne auch nur eine einzige Kilokalorie! Damit könnte man sich den Bauch füllen, bis nix mehr rein passt – und würde nicht zunehmen. Ausgenommen mein Geldbeutel natürlich – und der ist auch in Lila völlig unbesorgt amoralisch. Pure Fiktion? Das muss jeder für sich selber entscheiden.

Erinnert sich noch jemand an den medialen Analogkäseaufschrei vor so round about 4 Jahren? Heute nennt sich das veganer Käse und ist suuuuuuuuuper gesund. Neuer Name für das gleiche Produkt, nur das Marketing ist mittlerweile intelligenter. Carrageen war und ist bei beiden Inhaltsstoff. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass auch ich nur den von mir in Auftrag gegebenen Studien Glauben schenke, Gly***osat lässt grüßen 8).

Als ich auf Steffis wirklich schönen Beitrag antwortet, da war so ein Tag, an dem mich dieses Thema wie eine wütende Welle frustrierte. Heute bin ich wieder lieb und denke mir, dass es wirklich toll ist, dass LAC sich so öffnete, bin ja schließlich mit ihrer Bio-Milch in den braunen Glasflaschen langjährige und überzeugte Kundin und das bleibt auch so. Nein, dort ist wirklich nicht alles schlecht!

Hier noch der Hinweis auf den Carrageen-Beitrag im Foodblog Foodfreak und seine sehr interessanten vielen Kommentare. Sehr lesenswert!

Ich bleib bei Glas, aus vollster Überzeugung, und beim Naturjoghurt, dem ich meine eigenen Früchte zusetze, da weiß ich was ich hab. Ich brauch keine dreiunddrölfzig unterschiedlichen Geschmackssorten zum Gaumenglück, schon gar nicht in Plaste und erst recht nicht in einer Welt, die immer mehr im Abfall versinkt. Ich bin die längste Zeit meines Lebens der Überzeugung gewesen, dass wir auf dem noch gangbaren Abgrund Fünf-vor-Zwölf leben und dass wir alle dringend einen Rückwärtsgang einlegen müssen, um zu retten, was zu retten ist. Mittlerweile bin ich hemmungslose Optimistin bei Eine-Minute-vor-Zwölf angelangt, weil ich die Hoffnung nicht aufgeben möchte, dass sich noch etwas retten lässt.

Deshalb nutze ich Mehrweggläser, füttere ich die Vögel in meinem Garten auch außerhalb der kalten Jahreszeit, backe mein eigenes Brot, mache mein eigenes Eis und – ach – habe ich auch keine Lust mehr, sehr drastisch zu schreiben.

Macht den Mund auf, wenn Ihr ein Problem habt, tretet für das ein, was für Euch und unsere Welt wichtig ist, zelebriert und feiert sie und schaut Euch an, was für wundervolle Schönheiten in der Natur zu finden sind und geht so mit ihnen um, wie Ihr behandelt werden wollt: mit Respekt, sanft, zart, voller Liebe und erhaltend.

Und ich wünsche Euch von Herzen, dass auch Ihr so behandelt werdet!