Mutter Natur

Garteln macht mich glücklich, auch wenn ich noch sehr viel lernen muss, damit (noch immer) erst am Anfang stehe.

Nein, ich habe nicht erwartet, dass dieses Jahr besser wird als das letzte, schon rein pandemisch war mir klar, dass das Gegenteil der Fall sein wird. Soviel dazu. 

Nun ist es Ende Juli und in diesem Jahr gab es zwei oder drei echt sonnig warme Tage, als es noch nicht mal Frühling war. Das macht nicht nur uns Menschen zu schaffen, sondern den Bäumen, Pflanzen, allem Getier das kreucht & fleucht. 

Ich bin nicht traurig, dass es regnet, wieder ganz im Gegenteil, denn unser Grundwasserspiegel ist noch immer lange nicht da, wo er vor 2003 war und unsere wässrigen Zukunftsaussichten sind alles andere als gut. Soviel dazu.

Unsere Obstbäume standen heuer in voller Blütenpracht. Bis der erste, harte, lange Frost kam und die Hälfte der Blüten weggebissen hat. Keine einzige Mandel hat er übrig gelassen, keine einzige Birne an einem der Bäumchen, nur zwei kleine Zwergpfirsiche und einige Pfirsikosenansätze. Dann kam der zweite, bittere Frost, den ich komplett unterschätzte und weg war die Häfte der noch übrigen Kirschenblüten. Komplett weg auch alle Blüten des rotfleischigen Apfels. 

Die Sturmböen der vergangenen Woche rissen mindestens die Hälfte der von der Hälfte der Hälfte übrigen Kirschenansätze ab. Rissen fast die kleine Physalis um, metzelten einen Teil der Esparsettenrispen … ein Trauerspiel!

Einzig die Feige trotz dem allen und haut neben Blattknospen viele winzig kleine Früchtchen raus, die hoffentlich ihre Reife erleben dürfen.

Glücklich bin ich trotzdem, denn der im letzten Jahr gepflanzte Wollziest steht im vollen Saft und treibt Blütenknospen nach oben. Die Erdbeeren blühen von walderdbeerklein bis rosarot. Die Esparsette treibt unermüdlich neue, fein lila gestreifte Rispen, der Goldlack blüht unverdrossen in sattestem Orange und das Mädesüß, das sich selber bei mir aussäte, erfreut mir Herz und Nase mit honigsüßem Duft. Auch die Kartoffelrose dankt es dem in diesem Jahr mal nicht knallheißen Frühjahr knallpink duftend. Aromatherapie ad its best!

Glück, das lässt sich nicht nur ganz weit weg entdecken – sondern ganz nah, man muss es nur sehen wollen ;).

Alles so schön bunt hier Kalenderwoche 8/2021

Dieses Mal geht es nur ums Essen:

  1. Im Beitrag Re: Jungbrunnen Joghurt? pilgern Chinesen zum alljährlich stattfindenden Joghurtfestival in das bulgarische Bergdorf Momchilovtsi. Schöne heile Joghurt-Berge-Idylle? Mitnichten und weshalb das so ist, wird auch mit durchaus kritischen Anmerkungen unterlegt. Der Ort, die Menschen in Momchilovtsi und ihr wunderbarer Joghurt verdienen Aufmerksamkeit und Würdigung und nicht, dass aus ihnen Profit geschlagen wird, von denen sie am allerwenigsten haben. 
  2. Es geht wieder los mit neuen Folgen von Lecker aufs Land – Kulinarische Schätze! Ich liebe diese Sendereihe, die es auch im BR, dem WDR, etc. jeweils mit einem eigenen Format gibt. Besonders schätze ich daran, dass Familien mit ihren Hofkonzepten vorgestellt werden. Immer wieder sind für uns solch besondere darunter, dass wir diese auch besuchen und selber dort einkaufen. Absolut herausragend und einfach nur empfehlenswert und für uns bleibend absolut on top ist das Hofgut Silva, das sehr eindrücklich beweist, was passiert, wenn Menschen eine Vision haben, ihren Weg auch gegen Widerstände gehen, sie umsetzen und damit etwas ganz Besonderes für Mensch und Tier schaffen. Allerspätestens nach einem Besuch hier sollte man für Massenzucht und ihre Produkte verloren sein. 
  3. Direkt im Anschluss zu den aktuellen Lecker aufs Land-Folgen läuft im WDR die ebenfalls aktuelle Sendereihe Garten & Lecker, in der Privatiers für ihre Mitbewerber ihre Gärten öffnen und dort kulinarisch bewirten. Bei Garten & Lecker menschelt es immer wieder sehr – hier treffen Kreative auf – boah, wie sag ich es jetzt am besten?! – also, sie treffen auf andere Menschen und manchmal zeigt sich, dass nicht immer der, der den vermeintlich schönsten Garten hat, auch der sympathischste Gartenmensch ist. Das wahre Leben halt ;). Unzweifelhaft aber ist, dass Björn Kroner mit seiner meisterlichen Floralkunst, jeder neuen Staffel die Krone aufsetzt!

„Schatz, ich hab den Weihnachtsbaum aufgegessen!“

„Kreative und kulinarische Ideen für den Tannenbaum nach den Festtagen“ von Sindy Grambow

Achtung, das ist Werbung: Und zwar eine völlig unabgesprochene, unverlangte, eine ohne jegliche Gegenleistung – schlicht und einfach die Werbung für ein herrliches Buch, das mich voll und ganz überzeugt,  bereichert und begeistert!

Dass ich dieses Buch mit einem Zickl gewonnen habe, darüber hatte ich bereits in meinem Uff! geschrieben. Eigentlich wollte ich darüber auch schon wieder in der Zeit geschrieben haben, wo die meisten Weihnachtsbäume noch in den Wohnungen standen, aber die Entzündung in meinem Kiefer hat mich in den vergangenen Tagen so ausgeknockt, dass ich die Chance dazu noch an diesem Wochenende ergreifen möchte, bevor der nächste Termin ansteht, von dem ich ahne aber noch nicht weiß, wie er ausgehen wird.

So, nun aber zu Sindy und zu ihrem Blog Unkrautgourmet – es muss wohl so gegen Ende 2014/Anfang 2015 gewesen sein, als ich ihr, der Diplombiologin, Streuobst-Pädagogin und UNESCO Geopark-vor-Ort-Begleiterin dort zu folgen begann.

Ich liebe Handarbeiten, genauso groß aber ist auch meine Liebe zur Natur direkt vor der Haustür. Ganz egal wo auch immer mein Leben mich hinführte, das, was mich vor der Haustür umgab, das, was es vor der Haustür zu entdecken, gab, das, was vor der Haustür in der Natur wuchs, das war schon immer von allergrößter Wichtigkeit für mich. Meine Kraftorte, die sind direkt mit Wäldern verbunden. Meine Liebe zur Natur sog ich gleichsam mit der Muttermilch auf, denn der Respekt davor, die Freude darüber, die war immer vorhanden, wurde gleichsam gefordert und gefördert. 

Mein Mann und ich gehen seit Jahren immer wieder zu regionalen Naturparkmärkten, da wir es für wichtig und richtig halten, regionale Erzeuger und Hand-in-Hand-mit-der-Natur-Einhergehende zu unterstützen und zu erhalten, so wie unbedingt auch die für den Naturschutz unerlässlichen Streuobstwiesen. Wer Obst nur aus dem Supermarkt kennt, der weiß gar nicht, wie wundervoll ganz besonders alte Apfelsorten schmecken, bei denen es ganz bestimmt nicht einzig ein perfektes Aussehen war, aufgrund dessen sie einmal gezüchtet worden sind. 

Und beim Thema Streuobstwiesen bin ich auch wieder ganz schnell zurück bei Sindy und der Draußenschule Ladenburg und dann auch bei Ihrem Zweitblog Musik der Pflanzen

Und nun zur Besprechung von „Schatz, ich hab den Weihnachtsbaum aufgegessen!“:

Erschienen ist das Buch 2020 und kann unter der ISBN: 9-783-752-62787-9 zum VK von 16,99 € bestellt werden. Ein Link dazu findet Ihr direkt oben rechts auf dem Blog Unkrautgourmet

Eines solltet Ihr aber unbedingt beachten: Sammelt nicht einfach wild in der Natur darauf los, denn die hochgiftige Eibe kann ganz schnell mit einem essbaren Nadelgehölz verwechselt werden. Und beim Thema Weihnachtstannenbaum ist es eh für Umwelt und Gesundheit am allerbesten, einen aus pestizidfreiem Anbau zu wählen. 

Meine Empfehlung deshalb: Lest als erstes das Kapitel 5 „Wichtige Hinweise … die der eigenen Sicherheit dienen“ auf Seite 85!

Der Buchtitel selber kann, darf, muss ganz wortwörtlich genommen werden, denn nach einer allgemeinen Einführung finden sich darin leckere Tannenbaumverwertungsrezepte, angefangen von Gewürzen, über Punsch und Sirup bis hin zu Suppe, Hähnchen, Gebäck, Brot und Dessert. 

Aber nicht nur die Kulinarik ist bestens bedient, auch die Kreativität kommt nicht zu kurz, denn was schmeckt, eignet sich natürlich auch z. B. für gesunde Cremes, Bäder und Inhalationen. Ganz zu schweigen davon, wie hübsch so ein geschnitzter Quirl aus einer Tannenbaumspitze ist – ich habe das vor Jahren mal selber ausprobiert und weiß deshalb, dass so ein Quirl toll in der Küche funktioniert, aber auch als kleine Rankhilfe für Pflanzen. 

Der Weihnachtsbaumstamm kann zu einer Bienennisthilfe umfunktioniert werden, aus den Ästen werden Knöpfe und noch anderes sehr nützliches, das unbedingt Lust auf mehr und darauf macht, alles selber auszuprobieren. 

Das Buch hat ein für mich sehr angenehmes Format, das ganze Design und die schönen Fotos darin sind sehr wertig und ansprechend gestaltet – ich empfinde es als absolut authentisch und in keinster Weise aufgesetzt oder gar effektheischend. Ich blättere immer wieder gerne darin, wälze Pläne, habe einfach eine sehr große Freude daran. 

Ich wünschte mir, dass es mehr von solchen Büchern gäbe, ohne pädagogisch erhobenem Zeigefinger, die einfach eine unvoreingenommene Lust auf Mit- und Nachmachen wecken. 

Damit bekommt man 100 % Sindy und von mir eine absolute Kauf-, Lese- und Umsetzungsempfehlung! 

Einer der allerbesten Tage 2020

Das vergangene Jahr war in Punkto Familienzeit nicht so einfach und unbeschwert, wie wir das bisher kannten. 

Treffen mussten vorher genau geplant werden – einfach mal so, das ging leider nicht. 

Trotzdem hat uns dieses Jahr nicht voneinander fort getrieben, sondern uns noch näher zueinander gebracht. 

Meine Mutter bekam zu ihrem Geburtstag einen Rundum-Pilze-Tag vom Tochterkind und -freund geschenkt, der nicht nur das gemeinsame Pilzesuche bei einem Ort, in dem meine Eltern gemeinsam bis zum Tod meines Vaters lebten, umfasste und der uns als Familie daher bestens bekannt ist. 

Dieser in der Natur verbrachte Tag verband mit Erinnerungen, schuf neue, erfüllte und beschenkte uns die Seele und füllte so diese und unsere Pilzkörbe!

Neben unterschiedlichsten Schwammerln fanden wir Holzbirnen im Gras, sammelten Maroni auf und eine Handvoll praller Schlehen. 

Zwischendrin sang ich mir auf einem Waldweg meine Freude an diesem Tag aus dem Leib.

Dieses Geschenk für meine Mutter wurde so zu einem für uns alle!

Und zu einem kostbaren Tag, von dem ich noch immer zehre, an den ich mich so gerne zurück erinnere an all die wunderbaren Eindrücke. 

Zum Abschluss putzen, kochten, verspeisten wir einen Teil unseres Fundes an einem geschützten Platz noch direkt vor Ort, saßen auf Baumstücken, erzählten, lachten, genossen alles, was es an fein Mitgebrachtem zu genießen gab, erzählten uns gegenseitig, was aus den Pilzen daheim werden würde, die wir alle noch in unseren Körben hatten und tankten einfach unsere Reserven auf. 

Dieser Tag im Herbst fiel genau in eine Zeit hinein, in der all dies möglich war – selbst mit einer von allem unbelasteten, großen Vorplanung hätte er nicht perfekter sein können!

Ein solcher Tag wie dieser ist pures Glück für mich!

Reisen in die Ferne, besonderer Luxus und Exklusivität könnten ihn mit nichts aufwiegen. „Warum in die Ferne schweifen?“ – Goethe hat zumindest für mich damit recht – es gibt so vieles um uns herum zu entdecken, was Geschenk, Freude und Abenteuer zugleich ist, wenn man es nur begreifen kann. 

Novemberfuchsie

Im viel zu heißen Sommer hat sie sich an ihrem Schattenplatz nicht gemuckst und nicht geregt. Jetzt wo es kühl ist, trägt sie pralle Knospen und öffnet die Rockschöße ihrer Blüten in verschwenderischer Fülle.

Auch das ist Hoffnung.

Herbstblau

Der Herbst hat ungezählte wunderschöne, intensive, kräftige Farben und bildet so zum sanften Erblühen im Frühjahr einen herrlich starken Kontrapunkt. 

Ich könnte mich nicht entscheiden, welche dieser beiden Jahreszeiten mir die liebste sind und so sind sie es zusammen und umarmen perfekt den Sommer und noch viel lieber den Winter.

Schlehenblau ist mir die magischste, ungewöhnlichste, und ob ihrer Kraft die sinnlichste Farbe des Herbstes, der ich selten jemals in solch verschwenderischen Fülle begegnet bin wie in diesem Jahr. Weil die Fülle wirklich groß ist, habe ich mich auch das erste Mal getraut, eine kleine Menge selber zu ernten, etwas was ich sonst nie mache, um nicht in Konkurrenz zur Vogelwelt zu treten. 

Einen Schlehen-Gin mag ich aus dem prallen, herben Früchtchen ansetzen und überlege, in welcher Kombination ich das vergeistigte Fruchtfleisch danach zu einer Marmelade verkochen könnte. 

 

Kürbisse vom Holdermann Hof in Zuzenhausen

Ja, das hier ist Werbung. Unverlangt, unbezahlt, von mir aus freiem Antrieb und Überzeugung, obwohl ich mit den netten Menschen vom Holdermann Hof weder verwandt, verschwägert oder befreundet bin. 

Es ist soweit, denn jetzt im September öffnet schon seit vielen Jahren der Holdermann Hof in Zuzenhausen in der Scheune Samstags bis Ende Oktober seinen Kürbisverkauf von 09:00 Uhr bis 13:00 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung. 

Wir kommen immer wieder gerne hier her, denn neben der sehr freundlichen und fröhlichen Atmosphäre ist die Beratung rund um die einzelnen Kürbisse (und auch Zierkürbisse) wirklich klasse und auch mit leckeren Rezepttipps, wie hier bei den Sorten Casperita und Sweet Dumplings, wird nicht gegeizt.

Das mit reiner Kürbisdeko ist nicht wirklich meines, aber ich experimentiere in der Küche sehr gerne mit diesen vielfältigen Beeren. In unseren Einkaufskorb wanderten dieses Mal ein herrlich weißer Snowman, ein blau/grauer Moschuskürbis Hayato, ein Sweet Lightning und natürlich ein Spaghettikürbis, der anders als die hellgelben, die mein Mann anpflanzt, in Grün gestreifter ist. 

Der ansonsten allseits beliebte Hokkaido-Kürbis kommt bei mir nur sehr selten in der Küche, da ich lieber für mich noch ganz neue Sorten ausprobiere und finde, dass z. B. die Muskatkürbisse noch besser schmecken. Ganz besonders aber lieben wir den nussigen Geschmack der Spaghettikürbisse, die sich so vielfältig verarbeiten lassen.

Tomatenerntesegen

Was Aromatik, Gesundheit und Frische angeht, toppen die eigenen Tomaten, manchmal sogar um Längen, alles, was sich käuflich erwerben lässt. 

Wenn ich mir irgendwo sortenreine Tomaten aus Biolanbau mitnehme und sie mir schmecken, dann trockne ich ihre Samen und säe im nächsten Jahr einfach einige aus, ohne dass ich sie nach Sorten und Herkunft vorher getrennt hätte. So ist es immer wieder ein kleine Wunderkästchen-Überraschung, was ich ernten darf. 

Wunderschön anzusehen und vielfältig köstlich.

Florales Memento mori.

Der morbide Charme des Verfalls.

Ein Trockenblumenbild der anderen Art.

Selbst verblüht, welk, vertrocknet noch immer so viel Schönheit da, die es wert ist festgehalten zu werden. 

Neu angeordnet in einem etwas kleineren Arrangement und in einem tiefen (Schau-)Rahmen gesetzt, darf es sich nun immer weiter verändern. 

 

Johannisbeerglück

Dieses Jahr ist bei uns ein wirklich tolles Obstjahr und so sind meine Johannisbeeren so groß, saftig und von einem schimmernden Rubinrot wie selten zu vor.

Einen kleinen Teil davon habe ich, indem ich die Beeren ganz gelassen habe, leicht eingezuckert, so wie es im Blog Chili & Ciabatta mit Rysterribs – dänischen Schüttel-Johannisbeeren beschrieben ist. Etwas davon zu kühlem körnigen Frischkäse ist sehr köstlich.

Regelrecht angelacht hat mich auf  Blackforestkitchenblog der Johannisbeerkuchen mit Vanille-Schmand! Ein völlig unkompliziert und leicht nach zu backendes Rezept für einen herrlichen Kuchengenuss und ein Löffelchen der Rysteribs machte sich auf der Sahne dazu richtig gut ;).