Tökfőzelék

Herr Ev und ich brachen bei herrlichstem Herbstwetter zu einer schönen Fahrt durch den Kraichgau und den Hohenlohekreis nach Wolpertshausen zum Regionalmarkt Hohenlohe auf, den wir aufgrund seines hervorragenden Angebots sehr schätzen. Noch nie ist uns einer von der Sortierung her besser aufgestellter Biomarkt mit qualitativ solch hochwertigen Waren woanders begegnet. Ab und an gönnen wir uns so einen Tag genussvollen Urlaubs für unsere Vorratshaltung.

Unser Heimweg führte über Bitzfeld zu Stapfs Hoflädle, wo wir das hofeigene und selbst hergestellte milchsaure Sauerkraut für die Mütter und uns einkauften. Wenn Ihr Sauerkraut liebt, solltet Ihr es ausprobieren – so unvergleichlich mild und trotzdem knackig!

Bei Stapfs gibt es auch eigene Kürbisse und auf der Weiterfahrt erzählte mein Mann von seiner ungarisch-jugoslawischen Großmutter und dem leckeren Kürbisgemüse, das sie kochte. Nein, auch Stapfs hatten leider keinen weißfleischigen Kürbis, so wie sie sie dafür nutzte und so besuchten wir dann den Kürbishof im Nachbardorf, aber auch dort war man ratlos, wir bekamen aber das Versprechen abgenommen, uns unbedingt zu melden, wenn wir doch noch auf die Sorte kommen würden, denn dann würde die Bäuerin sich darum bemühen, im nächsten Jahr einige davon anzupflanzen. Sehr genial das!

Über die Arbeit am Nachmittag und Abend hinweg gruben wir uns immer tiefer in unsere Erinnerungen, ich auch in meine Kochbücher und schließlich in die Internetrecherche, die letztendlich mit Erfolg gekrönt war:

Auch wenn wir beide leider zu unserem großen Bedauern nicht ungarisch sprechen, stießen wir irgendwann auf den Spárgatök und von dort war es nicht weit bis zum TÖKFŐZELÉK in einem meiner Kochbücher.

Mal sehen, ob wir meinem Mann wirklich zu einem Kürbisgemüserevival im nächsten Jahr verhelfen können ;).

Advertisements

Namibischer Bananenkuchen

Im Urlaub stolperte ich über das mit bis dato völlig unbekannte Zuckerguss-Magazin, das mir von seiner ganzen Aufmachung her wirklich gut gefällt. Ich habe einfach ein großes Faible für solche (eigentlich) Rezeptsammlungen.

Als erstes aus Zuckerguss Nr. 9 habe ich den Namibischen Bananenkuchen gebacken:

20170920_173722

Geändert habe ich die Zuckermengen: 20 statt 50 g im Mürbeteigboden und lediglich 100 statt den angegebenen 250 g Zucker in der Bananenmasse. Statt 2 reifen gelben Bananen nahm ich 3 vollreife rote, die, so empfinde ich es, etwas feiner im Geschmack sind. Auf die Kuvertüre oben drauf habe ich, ebenfalls aus Zuckerspargründen, komplett verzichtet. Vom Geschmack her meint der Gatte, dass in der Bananenmasse auch 50 g  Zucker komplett gereicht hätte, was ich mir so vermerkt habe.

Lecker ist der Kuchen!

20170920_183047

Was daran jetzt genau namibisch ist, weiß ich nicht. Das Rezept mag ich jetzt auch nicht einfach so auf den Blog übernehmen, denn sonst gibt es das nette Magazin zu seinem sehr angenehmen Preis nämlich vielleicht irgendwann nicht mehr, wenn das jede/r so macht.

Nachgemacht ist er trotzdem ohne Probleme: wenn man halt „Namibischer Bananenkuchen“ in die Suchmaschine eingibt, wird man überrascht sein, wie oft er mit den immer gleichen Zutaten auftaucht ;).

Nach zwei Tagen Durchziehungszeit soll er übrigens besonders lecker sein, mal sehen, ob zumindest ein Stück von ihm bis dahin durchhalten wird.

Wünsche gutes Gelingen und noch besseren Genuss!

Kochen & Backen

DSC00831.JPG

So richtig Kochen & Backen habe ich in der Schule und danach mithilfe des Grundkochbuchs von Luise Haarer gelernt.

Leider nicht:

  • in der Küche meiner Oma mit dem Prinzessinnennamen, die so klein war, dass sie man auf ihren zwei Herdplatten nur als einzelne Person in ihr kochen konnte. Auch nicht
  • in der Küche meiner Oma mit dem Blumennamen, die immer alleine in der Küche werkelte, der traurige Grund dafür war wohl, dass sie nur so ihrem Mann entgehen konnte. Und leider auch nicht
  • in der Küche meiner Mutter, die zwar ebenso wie ihre Mutter und ihre Schwiegermutter wunderbar kochen und backen kann, aber sofort in eine unglaubliche Nervosität und Selbstunsicherheit verfällt, sobald sie dabei nicht mehr alleine ist, was auch der Grund dafür ist, dass sie es nie gemeinsam mit uns Kinder machte.

In der ersten Schule in der ich Hauswirtschaftsunterricht hatte, kochten und backten wir nach Rezepten von Dr. Oetker und von Sanella. Ersteren haben wir sogar einmal im Rahmen eines Schulausflugs besucht, durften (ekligen) Fertigpudding blindverkosten, und der war wirklich so eklig für mich, dass ich seitdem nie in die Versuchung kam, auch nur einen von diesen Bechern zu kaufen, die Versuchsküche besichtigen (meine Güte, die wirklich tatsächlich sowas von genial) und bekamen alle ein ordentliches Goodiepack (dabei war eine Mischung für Brot, aus der man am besten einen Schinken im Brotteig backen sollte) für eigene Versuche mit.

Ich glaube ich war 15, als ich mich das erste Mal traute, daheim zu kochen. Ich wusste,  dass meine Eltern erst spät am Abend wieder nach Hause kommen würden, ging einkaufen und kochte Miesmuscheln. Es war Herbst und das Rezept war,  so meine ich mich zu erinnern, aus einer Carina, vielleicht aber auch aus einer Brigitte meiner Mutter. Ich hatte Bammel, dass es nichts werden würde, hielt mich peinlichst genau an alle Angaben und putzte alle Spritzer sofort weg. Ich sehe noch immer das erstaunte und ein kleines bischen fassungslose Gesicht meiner Mutter vor mir, als meine Eltern heim kamen und ich sie an den Esstisch einlud. Es schmeckte, alles war gut, aber es war und blieb das einzige Mal, dass es daheim Muscheln gab.

In der Schule die folgte, entschied ich mich für die Absolvierung des Hauswirtschaftlichen Zweigs und legte meine Abschlussprüfung darin auch in Theorie und Praxis ab, denn mein sehnlichster Wunsch war damals, danach für das Abitur über die Straße ins Hauswirtschaftsgymnasium zu wechseln, vielleicht Diätassistentin im Krankenhaus auf dem Berg über dem Ort zu werden und mittags in der Mensa Spätzle mit Soß zu essen. Das war tatsächlich mein einziger (traurig genug in dem Alter) Wunschtraum  und da ich schon vor der Prüfung wusste, dass danach ein erneuter unvermeidlicher Umzug stattfinden würde, ich nie über die Straße in die Mensa zu Spätzle und Soß am Mittag gehen würde, litt ich, wie ich mir das Leiden schlimmer nie hätte vorstellen können. Wir zogen um und mein Vater, der überzeugt davon war, dass für mich Wirtschaft das einzig richtige nur ohne Haus davor sein würde, erzählte mir, dass es in der neuen Stadt nur diese einzige gangbare Möglichkeit für mich gäbe und damit, das entdeckte ich erst später, log er mich in der festen Überzeugung an, dass er es besser wüsste als ich. Das aber und meine bewusst eingegangenen Konsequenzen daraus, sind wieder ein ganz anderes Thema und das einzige an das ich mich aus dieser dumpf verschwendete Zeit gerne erinnere war die Antwort „Gluten“ (Anfang der 80er war das noch nicht in – oder besser aus – aller Munde) auf die Frage nach dem Klebereiweiß, die nur ich wusste ;). Nein, ich bereue meinen Weg, den ich dann selber in meine Hand nahm nicht – im Hauptfach das Leben zu studieren hat mich zu der gemacht die ich bin. Zum großen Glück tut nichts mehr weh, wenn ich an diese Jahre denke, das ist doch die Hauptsache.

Und am Herd und am Backofen war es halt Luise Haarer, deren Buch ich auch nach gar nicht mehr so lange dahin 40 Jahren immer wieder mal für eine Rezept in die Hände nehme – meinen herzlichsten Dank dafür!

Knoblauchknoten

Schnell vorbereitet, sehr fluffig und perfekt für die nächste Grillparty!

DSC00674

Zutaten:

500 g Dinkelmehl, 1 Würfel Frischhefe, 1 Tl Zucker, 2 Tl Salz, 60 – 70 ml warmes Wasser, 1/4 l warme Frischmilch, 50 g Süßrahmbutter, 3 Zehen Knoblauch, frische Kräuter nach Wahl – bei mir: Gewürztagetes, Basilikum, Dill, Pimpinelle, Thymian

Zubereitung:

Aus Mehl, Zucker, Salz, der warmen Milch und dem warmen Wasser einen nicht mehr klebenden Hefeteig kneten und diesen für mindestens 2 Stunden gehen lassen. Der Teig lässt sich auch gut am Abend vorher zubereiten, ich stelle ihn dafür über Nacht im Keller kühl. Der Teig wird durch die längere Reifezeit noch zarter und feinporiger.

Die zimmerwarme Butter mit den frischen, gehackten Kräutern und den zerriebenen Knoblauchzehen verrühren. Durch die Kräuter ist sie so aromatisch, dass sie nicht noch zusätzlich gewürzt werden muss.

Den Teig auf einer bemehlten Fläche noch einmal kurz durchkneten, zu einer Rolle formen und diese in 10 gleichgroße Stücke teilen. Jedes Stück zu einem mindestens 25 cm langen Strang formen und diesen ineinander verknoten und auf ein gefettetes Backblech setzen. Jeden Knoten mit der Kräuter-Knobi-Butter bestreichen und noch einmal an einem vor Durchzug geschützten Stelle noch einmal eine weitere Stunde gehen lassen.

Dann in den auf 180° C Ober- und Unterhitze vorgeheizten Backofen schieben und in ca. 30 Minuten goldgelb backen. Bitte aufpassen, dass das Topping nicht braun wird, der Knobi wird sonst leicht bitter.

DSC00673

Hmmmmmmmmh – Himbeeren ♥!

DSC00769.JPG

Von allen Früchten mag ich Beeren am liebsten – ganz besonders Himbeeren, meine Nummer 1!

Viele Leute wissen gar nicht, dass es nicht nur rote, sondern auch schwarze und weiße Himbeeren gibt. Ich habe mich für eine gelbe Sorte entschieden, die dieses Jahr große, süße Beeren trägt. Diese hier sind gleich in den Eisschrank gewandert und kommen erst zu Weihnachten als feines Dessert wieder heraus.

Immer wenn ich einige vom Strauch zupfe und sofort nasche, ihre zarte Süße meinen Mund erfüllt, denke ich unweigerlich an den Sommertag auf der Wiese zwischen den Wäscheleinen neben den gelben Johannisbeerbüschen zurück, als ich mich so sehr an einem großen Stück Möhre verschluckte, dass ich Angst hatte, daran ersticken zu müssen. Und so rannte, rannte, rannte ich, um wenigstens hoffentlich bei Oma und Opa zu sein, wenn es wirklich passierte und traute mich nicht zu atmen, während mein hämmerndes Herz mich mit Einsamkeit flutete, die der Möhrenpropfen in meinem Hals verschloss und ich daran dachte, dass meine Eltern bestimmt weinen würden, weil sie mich alleine gelassen hatten, dann spürte ich nur noch meine Füße auf dem Steinchenweg und kurz vor der Haustür rutschte er weg dieser Klumpen und da wo er saß brannte die Luft, die wieder fließen konnte und ich blieb stehen, bis mein Herz wieder ruhig schlug, schluckte vorsichtig und ging langsam zurück zu der Wiese zwischen den Wäscheleinen und sagte mir selbst, dass ich davon niemandem erzählen würde, da ich Angst hatte, dafür bestraft zu werden, weil ich so unendlich traurig war, dass sie mich allein gelassen hatten. Ich war 5.

 

Pastrami auf die Hand!

Ich las Bücher, in denen der Held, die Heldin ein Pastrami-Sandwich aß. Ich sah Pastrami-Huldigung-Dokus. Ich las in Blogs darüber. Das Sandwich begegnete mir im TV und auf der Kinoleinwand und es dauerte viele Jahrzehnte, bis ich auch eines auf die Hand und in den Mund bekam und – ja – nun verstehe warum, wieso, weshalb. So unglaublich lecker!

20170817_113803

Der Automechaniker unseres Vertrauens ist nicht nur ein aufs Beste versierter Schrauber, er war es auch, der schon letztes Jahr in höchsten Tönen das Loblied auf die Alte Wutz der Metzgerei Brath in Karlsruhe sang.

Und nun singe ich:

Seht Ihr das Pastrami-Schild vor dem Laden auf dem Gehweg stehen, dann tretet ein und bestellt Euch eines, damit Ihr wisst, was Ihr bis dato vermisst habt! Frisch zubereitet, ein feines Senf-Dressing, dieses hauchdünn aufgeschnittene, zarteste Pastrami, der Karotten-Kraut-Salat und drumrum ein knusprig perfekter Pattie!

Ich war leider noch nie selber bei Katz’s Delicatessen in New York zu Gast und wage ob meines flugunwilligen Gatten leider auch nicht zu behaupten, dass das jemals passieren wird und so beharre ich jetzt einfach aus vollster Überzeugung darauf, dass es stimmt, dass das Pastrami-Sandwich dort tatsächlich das der Welten beste ist, das zweitbeste aber, dass gibt es bei Braths! Jawohl!

20170817_113426

Natürlich gibt es noch sehr viel mehr an der großen Theke zu entdecken und zu erschmecken und wenn schon Fleisch, dann bitte wie hier kein gequältes und schlecht verarbeitetes voller Chemie, sondern Fleischkunst ohne Chemie auf höchstem Niveau, für das wir sehr gerne einen längeren Anfahrtsweg in Kauf nehmen.

Und dann noch die Menschen hinter der Theke:

Selten welche erlebt, die so mit Spaß an der Arbeit waren, ganz egal ob das nun die Chefin, der Chef oder das gesamte Team war. Jede/r mit einem Lächeln auf den Lippen, mit sehr viel Freundlichkeit – einfach sehr, sehr nett. Ein herzliches „Danke schön“ von mir dafür.

Also bitte: Hört auf Euren Autokumpel, wenn er Euch von gutem Essen erzählt und dann singt selber weiter davon!