Kein Ei(n)erlei

So lange genug Eier, Butter, Milch, Mehl daheim sind, ist alles gut.

Wenn nicht, dann dann sorge ich dafür, dass es wieder so ist.

Ich weiß nicht, woher das kommt, es liegt mir wohl in meinen Genen.

Ich mache da keine Kompromisse.

Das Mehl soll ein gutes sein, die Butter eh ohne Gentechnik, die Milch im Bestfall von Demeter in der Glasflasche und die Eier ungestempelte und tatsächlich von Hühnern, denen es gut geht.

 

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Shrub & Fruchtleder

Shrub – Rezept:

1 kg Fruchtmischung (Kirsche, Erdbeere, Brombeere, weiße Johannisbeere, 2 Vanilleschoten) ansetzen mit 900 g Zucker und für eine Woche in einem verschlossenen Glas ziehen lassen. Täglich umrühren.

Nach der Woche durch ein Passiertuch abgießen und die Fruchtmasse gut ausdrücken. Die Fruchtmasse für das Fruchtleder beiseite legen.

Den Shrub-Ansatz mit 1 l gutem Bio-Apfelessig (ich habe naturtrüben genommen) verrühren und aufkochen lassen. In frisch sterilisierte Flaschen füllen, Deckel festdrehen. Fertig.

Nach Wunsch verdünnen.

Für das Fruchtleder die Fruchtmasse so gut als möglich pürieren. Ich habe dafür die Kerne und auch die Vanilleschoten mit drin gelassen. Die Masse mithilfe einer Winkelpalette dünn und gleichmässig auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech ausstreichen. Den Backofen auf 80° C vorheizen, das Bachblech in die Mitte schieben, zwischen Herd und Backofentür einen Holzkochlöffel klemmen, sodass sie sich nicht schließt und die Flüssigkeit entweichen kann. Ca. 5 Std. so trocknen lassen, bis die Oberfläche nicht mehr klebt. Dann die Platte herausnehmen, mit der Schere in Streifen schneiden. Die aufwickeln und in einem ebenfalls sterilisierten Glas verschlossen aufheben, damit sie schön trocken bleiben.

Nachdem die Menschen um mich herum weder den Begriff „Fruchtleder“ kennen, noch jemals vorher eines probiert haben, rief die liebe L., als ich ihr das Tütchen hin hielt, damit sie zugreift, sofort begeistert „Pastila“ und erzählte mir, dass das von ihrer Mama in Russland noch heute jedes Jahr selbst gemacht und ruckzuck verputzt wird.

Was für eine Freude für mich – auch für das große Pastila-Lob der lieben L. und ich bleibe bei Pastila, denn das hört sich so sehr viel schöner an als unser Fruchtleder!

Ordentlich geSHRUBt

Da hat mich doch die liebste Freundin nach dem Shrub-Rezept meiner letzten Kesselei-Einladung gefragt, was der beste Anlass dazu war, selber auch mal wieder einen anzusetzen:

Kirschen, Erdbeeren, Brombeeren und weisse Johannisbeeren dürfen nun zusammen mit braunem Grümmel-Kandis abhängen, bis er sich komplett aufgelöst hat. Dann richtig guten Bio-Apfelessig dazu, aufkochen lassen und in sterilisierte Flaschen abfüllen.

Das wird lecker.

Für die, die nicht wissen, was ihnen mit einem Shrub entgeht, gibt es bei Wikipedia eine kurze Erklärung dazu und dann einfach nach Rezepten suchmaschinen und einen eigenen ansetzen.

„Veganer und Allergiker – Höhöhö!“

Zum Abschluss saßen wir mit vielen Menschen an langen Tischen und durften wunderbares Essen genießen.

So gut war es, dass mein Mann und ich und die netten Menschen gegenüber erst einmal gar nichts mehr sagten außer „Hmmm“ oder „Meine Güte, schmeckt das gut“ oder „Oh, das musst du unbedingt probieren“.

Wir streckten die Beine aus, langten zu, tranken eisgekühltes, ließen es uns einfach gut gehen. Einfach perfekt.

Neben uns entspann sich irgendwann ein Gespräch über Essensgewohnheiten, was sich erst ein bischen zu einem noch recht amüsanten Vegetarier-Bashing entwickelte, das dann rasant zu Veganer-Ätz-Eintopf wurde, der mit einer ordentlichen Prise Allergiker-Verachtung gewürzt wurde.

„Alles Einbildung – Höhöhöhöhö – diese Wichtigtuer – Höhöhöhöhö – keine Ahnung von gutem Essen, diese Spinner – Höhöhöhöhö – wollen nur im Mittelpunkt stehen und eine Extrawurst bekommen – Höhöhöhöhö.“

Unglaublich, wie schnell dieses Thema in Aggressivität abdriftet!

Vor einigen Jahren noch hätte ich mich aufgeregt, wäre verbal zum Angriff übergegangen. Mittlerweile denke ich, dass man nicht mehr jedem Deppen einen Spiegel seiner eigenen Dummheit vorhalten muss.

Ich werde nicht doch vielleicht altersmilde?!

Genussfähiger aber auf jeden Fall!

Eigene Ernte

Endlich wieder eigene Kirschen – und dann auch noch gelbe ♡!

Nun, im dritten Jahr nach Auspflanzung, trägt auch die weiße Erdbeere zum ersten Mal mehrere, sehr aromatische Früchte. Gestern zum ersten Mal welche mit dem Sortennamen „Pine Berrie“ an einem Erdbeerstand zum Verkauf gesehen, mit insgesamt runderer Form und deren Nüsschen im Gegensatz zu meinen rot waren. Bei der anschließenden Fachsimpelei bestätigte sich, dass diese Sorte jeden Versuch lohnt, aber echt divös ist.

Edit: Wenn ich mich recht erinnere, handelt es sich bei meiner Sorte die weiße Wilderdbeere Blanc Ameliore.

Der Brezenknoten ist geplatzt!

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Wann aß ich zuletzt eine echte, resche, knackige Brezel, so wie ich sie aus meiner Kindheit kannte?

20 Jahre ist das nicht her. Nein, ganz bestimmt nicht, eher 30. Obwohl, nein, ich glaub, das ist noch länger her.

Brezen vermisste ich am stärksten, als wir fortzogen aus meiner damaligen Heimat. Jedes Mal, wenn wir zurück zu den Großeltern fuhren, gab es eine frische, resche, knusprige Brezel und erst danach eine Kaisersemmel mit frischer Butter und drauf ganz wenige, feine Salzkörnchen.

Welch ein Genuss das war!

Nach Bayern, in OWL, gab es keine Brezen mehr. Darauf danach im Schwäbischen schon, aber die zählten nicht, denn sie waren lätschert, weicher halt und immer diese schrecklichen, großen Salzbrocken oben drauf.

Auch im Badischen in der Folge keine Besserung: Lätschert, weich, Salzbrocken und seither seit einigen Jahren, seit es die unseeligen Backlinge gibt und Brezn zur Massenaufbackware mutierten, wurde alles nur noch schlimmer und das was als Breze verkauft wird, mutet noch lätscherter als lätschert, quasi untot als Brezelleiche an.

Irgendwann in diesen Jahrzehnten ließ ich die Hoffnung fahren, jemals noch einmal dieses resche Knacken beim Hineinbeißen in eine Breze zu hören, gar zu spüren. Und so wär es auch geblieben, hätten wir nicht direkt neben dem Weißwurschtäquator

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nahe Zwiesel für das Kulinarische Schaufenster mit seinen Schmankerln aus der Region angehalten und wäre mir beim Bezahlen der Leinentaschen, der Woidsiederei-Seifen, dem Gänseblümchen-Gelee, dem kleinen Schmankerl für die liebeste Freundin nicht der Brezenständer auf der anderen Seite der Theke aufgefallen.

Glaubt es oder lasst es bleiben, diese Brezen sind ein Traum ♥ – resch, knackig, knusprig, so wie ich sie in Erinnerung habe, so wie ich sie liebte und so wie ich sie vergessen glaubte! Keine fetten Salzbrocken drauf, die man vor dem Essen abpopeln muss. Ja, Salz ist drauf, ganz fein, außerdem und mir bis dato so unbekannt, geschroteter Pfeffer. Meine Güte, was für ein Genuss!

Leider vergaß ich zu fragen, welcher Bäcker so heute noch backen kann und ehrlicherweise war mir auch der Preis scheißegal, weshalb ich ihn nicht erinnere, was mir bei einem solchen Brezenglück auch völlig einerlei ist.

Hinfahren, einkaufen und beim Bezahlen noch Brezen mitnehmen. Unbedingt! Lasst Euch das nicht entgehen!

Regionalität ist mir daheim ein ganz großes Anliegen und im Urlaub ist das natürlich  nicht anders.

In diesem Sinne wünsche ich Euch für Eure nächsten Auszeiten kulinarische Entdeckerlust und solchermaßen unerwartete Glücksfunde!

Rhabarber-Sirup

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Mein Monsieur Cuisine ist nach wie vor kräftig im Einsatz.

Als letztes für den Vorrat fertig wurde ein feiner Rhabarbersirup, nachdem ich 1,5 kg wunderbar milden, rotstieligen bekommen konnte.

Sirupgrundrezept für 750 g Rhabarber:

Zutaten:

750 g Rhabarber, 1/2 Vanilleschote, 1 Bio-Zitrone, 150 g Zucker, 0,5 l Wasser

Zubereitung:

Rhabarber gründlich waschen, säubern, nicht schälen und zusammen mit der einmal längs aufgeschnittenen, halben Vanilleschote in den MC füllen, den halben Liter Wasser dazu gießen.

Für eine halbe Stunde mit Linkslauffunktion auf Stufe 1 und bei 90° C garen.

Durch ein feines Sieb abgießen, die Fruchtmasse vorsichtig ausdrücken (besser wäre es, diese durch ein Passiertuch auszudrücken; ich nehme mir zwar immer wieder vor, eines zu kaufen, vergesse es genauso regelmäßig aber wieder).

Den Rhabarbersaft mit dem Saft der ausgepressten Zitrone und dem Zucker zurück in den Gartopf füllen und alles weitere 3,5 Minuten auf Stufe 3 und 80° C noch einmal garen, dann in sterilisierte Flaschen füllen, mit ebenfalls sterilisierten Deckeln verschließen.