Fruchtig goldener Quarkstreuselkuchen

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Auf die Gewürzmanufaktur Ankerkraut sind wir über eine Grilleinladung bei unserem Sohn gekommen, bei dem wir uns mit großer Begeisterung durch das Mega-Testpaket probieren durften. Seither sind einige Ankerkraut-Gewürze bei uns eingezogen, die mich restlos begeistern, so wie das Golden Milk Gewürz, das mir schon in der Milch so gut schmeckte, dass ich es unbedingt in diesem Quarkstreuselkuchen probieren musste – übrigens ein sehr gelungenes schmackhaftes Experiment, das der Quarkmasse einen feinen Geschmack mit einer schön kräftigen Farbe verleiht und nach noch mehr Versuchen ruft ;).

Hier das Rezept dazu – wie üblich mit sehr reduziertem Zuckergehalt:

Zutaten für den Teig:

300 g Mehl, 75 g Zucker, 150 g Süßrahmbutter, 500 g Quark (hier ist zum Fettgehalt der eigenen Vorliebe Rechnung getragen – ich entschied mich für 400 g Quark in der Halbfettstufe und 100 g Sauerrahm), 200 g Frischkäse (ein solcher, der wirklich seinen Namen verdient, deshalb ohne Carrageen oder anderem Mist)

Zutaten für die Füllung:

75 g Zucker, 2 Eier, 3 El frisch gepresster Zitronensaft, 1 Beutel Vanillepuddingpulver, 500 g Pflaumen (ich nahm dafür diese herrlichen roten im Vordergrund, die wir aus dem Elsass mitgebracht haben), 1 Teelöffel Golden Milk Gewürz

Zubereitung:

Backofen auf 185° C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Die Teigzutaten mit einander zu Streuseln verkneten. Eine Springform fetten, 2/3 des Teiges hinein- und einen ca. 2 – 3 cm hohen Rand hochdrücken.

Die Pflaumen halbieren, entsteinen und in Spalten schneiden.

Die Zutaten für die Füllung gut miteinander verrühren, auf dem Kuchenboden verteilen, darauf die Pflaumenspalten und darüber das restlichen Drittel der Streusel.

Den Kuchen für ca. 60 Minuten backen, bis die Streusel goldgelb sind.

Den Kuchen komplett auskühlen lassen, bevor der Springformrand entfernt wird und dann – Hmmmmmmmm – genießen!

 

Kässpatzenblues

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Gibt es ein allgäuerischeres Rezept als Kässpatzen mit Röstzwiebeln?

Gibt es ein anderes adäquates allgäuerischeres Gericht für mich?

Na, füa mi ned!

Spätzle selber kochen und Lage für Lage mit kräftigem Bergkäse, Emmentaler, Weißlacker, Romadur und/oder einem Gemisch aus diesen Käsen abwechseln, im Ofen noch einmal hochziehen und zum Abschluss mit frisch geschmälzten goldgelben Röstzwiebeln bedecken.

Bayrischer Genusshimmel. Da brauch ich nichts anderes mehr!

So einfach, aber auch so einfach zu verhunzen.

Da freute ich mich einen ganzen Tag schon darauf, am Abend in einem wunderbaren Biergarten auf über 900 m Höhe mitten im Allgäu einzukehren, um einen dampfenden Teller dieser Alpenköstlichkeit serviert zu bekommen und dann das:

Drauf Röstzwiebeln, ganz frisch aus der Tüte und drunter lauwarm lätschige Spätzle in einer Käsebechamelsoße und die auch noch eindeutig zu kurz gekocht, denn sie schmeckte nur nach einem: Mehl. Und Fäden ließen sich auch nicht ziehen – ein wahres Kässpätzlesakrileg!

Was für eine kulinarische Enttäuschung.

Aller schlechten Dinge im Laufe der Jahre sind/waren drei, auch bei Kässpätzlen:

Das erste miese Mahl waren Spätzle aus Kartoffelmehl in einer Gaststube in Bad Wimpfen, die es zu Recht nicht mehr gibt. Das allermieseste Mahl war in einer Gaststätte samt angeschlossener Metzgerei in Regen, das meiner Schwiegermutter und mir Darmodrom allererster Kajüte bescherte und nun diese laffe Allgäuteller.

Der Schuster soll ja bei seinem Leisten bleiben und so bleibe ich ab sofort meinem eigenen Spätzlehobel treu, bis ich mich vom Gegenteil überzeugen lasse und noch einen vierten Versuch starte, vom dem ich mir momentan aber nicht mal mehr vorstellen mag, dass und wann er kommen könnte.

Wir haben uns auf jeden Fall mit erstklassigen Käsen aus Allgäuer Privatkäsereien versorgt.

Die Köstlichkeit des Einfachen: Schakschuka und Aprikosen-Tarte à la Tatin

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Laut dem Duden ist ein Feinschmecker „jemand, der einen ausgeprägten Sinn für feine Speisen hat“. Nun, vielleicht bin ich in einer Parallelwelt eine ausgewiesene Feinschmeckerin, die den Reiz des Besonderen liebt, hier und jetzt aber bin ich wohl mit Fug und Recht eine Einfachschmeckerin, die das Bodenständige, vermeintlich so Einfache, liebt.

Soulfood wird sowas genannt oder auch Hausmannskost. Ersteres gefällt mir besser als Zweiteres, trifft es doch den Nagel auf den Kopf. Rezepte sind das, die einfach nachzuvollziehen sind, ohne viel exotische oder aufwändige Zutaten oder ungewöhnliche Kochutensilien. So, wie halt Mama, Oma, die Tante oder die Mutter der besten Freundin gekocht haben. Ohne stundenlang in der Küche stehen zu müssen oder gar nichts mehr anderes machen zu können als kochen. Und es sind immer Rezepte, die es in unzähligen Abwandlungen gibt – nix drin also mit einer Geschmackslangweilerei damit.

Für mein Schackschuka habe ich Zwiebel-, Knoblauch-, Bleichselleriewürfelchen in Olivenöl angeschmort, mit eingeweckte Tomatenwürfel aufgegossen, kräftig mit Ras el-Hanout gewürzt und alles für 10 Minuten schmoren lassen. Dann habe ich zwei Eier hineingeschlagen, einen Deckel auf den Topf gelegt und alles für weitere 5 Minuten sanft simmern lassen. Salz, Pfeffer und gehackte Bleichsellerieblätter drauf. Leckerst fertig!

Äpfel hatte ich nicht mehr im Haus, so wurde aus der Tarte keine Tarte Tatin, sondern eine mit einer restlichen Handvoll Aprikosen und zwei Nektarinen:

Ich habe einen goldgelben Karamell aus 100 g Puderzucker und 50 g Wasser gezogen, ann den Topf vom Herd genommen und 35 g Süßrahmbutter darin schmelzen lassen. Meine Tarteform habe ich ordentlich mit Butter eingefettet, sie dann mit den halbierten Aprikosen, jeweils mit einer ganzen, gehäuteten Mandel statt einem Kern und mit Nektarienenspalten und weiteren Mandelkernen ausgelegt. Darüber kam das Butter-Karamellgemisch und Blätterteig aus der Kühltheke (Ja, ich steh dazu, ich hab noch niemals Blätterteig selber gemacht – das ist eine meiner kleinen Küchensünden), diesen vorsichtig schön in den Rand und zwischen die Früchte drücken und einige Male mit einer Gabel einstechen. Dann im auf 200° C vorgeheizten Backofen für ca. 35 Minuten goldgelb backen. Nach dem Herausnehmen noch 10 Minuten in der Form lassen, dann auf eine Platte stürzen und am Besten noch lauwarm genießen.

Guten Appetit!

Kerscheplotzer

Wenn es um Kirschen geht, bin ich eindeutig Team „Süß“. Da die jedes Jahr sehnlichst erwartete Kirschensaison in diesem Jahr aufgrund der schweren Fröste im Frühjahr zur Kirschblütenzeit äußerst schlecht ausfiel, griff ich gestern im Hofladen zu den heimischen Sauerkirschen. In dem Moment schwebte schon das ausgetrocknete Stück Hefezopf vor meinen Augen.

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Kerscheplotzer ist ein leckeres Abendessen, aber auch ein letzter Rest davon als Bürofrühstück ist keines falls zu verachten!

Zutaten für 2 Personen:

  • 1 Pfund Sauerkirschen
  • Das ausgetrocknete letzte Drittel eines feinen Hefezopfs.
  • Die zwei letzten lätschigen Mandel-Oblaten.
  • 1 Becher Bio-Sahne ohne Carrageen (Niemand braucht diese Algenscheiße in der Sahne. Wirklich niemand. Da verstehe ich keinen Spaß!)
  • 1 Schuß Božkov
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Beutel Bio-Vanillezucker
  • 4 Eier
  • 1 Prise Salz
  • Süßrahmbutterflöckchen und
  • ganz wenig Puderzucker

Zubereitung:

Zopf in feine Scheiben schneiden, Oblaten darüber bröseln, Alles mit der Sahne und einem Schluck Božkov übergießen, unterheben und für 10 Minuten einweichen. Währenddessen die Kirschen entsteinen. Das Vanillemark aus der Schote kratzen, mit dem Vanillezucker vermischen. Die Eier trennen. Das Eiweiß mit der Prise Salz steif schlagen. Das Eigelb mit dem Vanille-Zucker-Gemisch gelbschaumig rühren. Den Eigelbschaum unter die eingweichte Teigmasse heben, dann vorsichtig die Kirschen und zuletzt den Eischnee.

Eine Auflaufform gut mit Butter fetten, die Kerscheplotzermasse einfüllen, mit einigen Butterflöckchen belegen und einen Hauch Puderzucker darübersieben, damit der Plotzer nicht zu süß wird.

Im auf 180° C Ober-/Unterhitze vorgeheizten Backofen in rd. 50 Minuten goldgelb backen.

Wenn einmal im Jahr der Granatsplitter ruft!

In Heidenheim begegnete ich ihm vor vielen, vielen Jahren das erste Mal, da nannte man ihn Bergsteiger.

Wer beide nicht kennt, sollte dem Link zur Beschreibung dieser kleinen, leckeren Geschmacksbombe folgen.

Ja, genau so soll er nämlich sein: Fein, klein, da sehr mächtig.

Als ich von der Feier letztens gen Daheim fuhr, da überkam mich plötzlich der Granatsplitter-Gusto und ich wusste, dass ein Café direkt am Weg liegen und mir helfen würde, mich durch zartbittrige Kuvertüre hindurch ins cremig stückige Vergnügen zu knacken.

In der Auslage lagen tatsächlich Granatsplitter. Doch, oh Graus, schlagartig verging mir der Appetit, denn statt einem kleinen, feinen Splitter schwitzen sie dort mit Vollmilchkuvertüre überzogen in einer Größe vor sich hin, die einen spontanen HbA1c-Overkill zur Folge gehabt hätte und an die Hinterlassenschaft mindestens eines Tyrannosaurus Rex gemahnte … lecker sah das nicht mehr aus …

Vier Tage hätte ich an diesem Riesenteil essen müssen, um es ganz zu besteigen. Mindestens!

Mit Genuss hat für mich sowas nichts mehr zu tun, eher mit einer ich-stopf-in-mich-rein-bis-ich-fast-platze-XXL-Fress-Challenge ohne Sinn und Verstand.

Tschüss, Granatsplitter – bis nächstes Jahr. Vielleicht!

 

 

Heidelberger Lieblingsplätze: WortReich

WortReich, Blumenstraße 25 in der Heidelberger Weststadt ist mir der liebevollste Bücherladen überhaupt!

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Hier gibt es Kunst, wundervolle Bücherdamen, herrliche Papeterien – kurz, es gibt nichts, was mein heißes Leserherz nicht begehren würde.

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Du weißt nicht wo die Blumenstraße ist? Kein Problem, denn sie kreuzt sich mit der Kleinschmidtstraße, wo Du in der Bio-Eismanufaktur das, wie ich finde, kreativste und beste Eis im gesamten Umkreis bekommst:

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Wenn Du mit dem Eis in der Hand wieder raus auf den Gehweg kommst, guckst Du einfach linker Hand die Straße hoch und da kannst Du es schon sehen, mein Bücherparadies:

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Heidelberg, Du meine Lieblingsstadt ♥!

Eiszeit!

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Ja, schon klar, schön fotografiertes Eis sieht anders aus, leckerst ist es trotzdem:

Oben = Erbeere mit Basilikum

Unten links: Cremige Bourbon-Vanille

Unten rechts: Pfirsich mit roter Banane, Tonkabohne & Timut (Nepalesischer Pfeffer)