Viajante zum Dritten

Zum 3. Mal einen Viajante zu stricken hat mir wirklich Freude gemacht, was ganz besonders an diesem tollen Wollmeise-Lacegarn in der NIP-Färbung „Skandal um Rosi“ gelegen hat. 

Ich mag es sehr, wie sich das Pooling entwickelte und zwischen Natur, Fuchsia und Schwarz wechselte, wobei mir gerade diese Nobody is perfect-Variante, in der die Farben nicht scharf von einander abgegrenzt sind, ganz besonders gefällt. 

Die Quaste am Zipfel musste einfach sein!

Technische Daten:

Anleitung: Viajante von Martina Behm

Garn: Lacegarn (100 % Wolle) in einer NIP-Färbung Skandal um Rosi von Rohrspatz und Wollmeise

Nadelstärke: 3,5 mm

Gesamtgewicht: 313 g

 

 

Die Strickunlust verpieselt sich

Nach vergangenem Weihnachten ereilte mich eine Strickunlust, die bis zu den Hasen-Söckchen anhielt und sich mit ihnen wieder erfreulich verpieselte. 

Noch recht unlustig habe ich damit begonnen, an Gama weiter zu stricken. Unlustig deshalb, weil ich echt nicht weiß, ob das mit uns beiden auch nach Fertigstellung noch was werden wird, was nicht an der Farbe liegt, sondern wie sich das Stricken nach der Anleitung entwickelt.

Naja, ist ja nicht so, dass mir nicht auch noch anderes zuwinken würde und so stricke ich nach 2013 und 2015 zum dritten Mal einen Viajante nach der Anleitung von Martina Behm – dieses Mal, dieses Mal, wie auf dem Photo zu sehen, mit Lace-Garn von der Wollmeise in einer feinen „We are different“-Färbung „Skandal um Rosi“, die vor längerer Zeit über ravelry zu mir fand. 

Gestrickt: Ich kann auch niedlich 😉!

Technische Daten:

Anleitung: Sockenanleitung „Hase“ mit Stickschrift von Tanja Steinbach

Größe: 38

Gewicht: 56 g

Garn für die Socke: 2 Knäuel Strumpfwolle Color 4-fach (75 % Schurwolle, 25 % Polyamid), je 50 g mit ca. Lauflänge 190 m, Artikel-Nr.: 300061, Farb-Nr.: 030, Partie-Nr.: 10661

Garn für den aufgestickten Hasen: 

  • Entnommen einem Knäuel LANG Yarns, Jawoll Magic Superwash (75 % Schurwolle/25 Polyamid), 100 g mit Lauflänge ca. 400 m, Farbe und Partie: 84.0167 und 1703
  • Stopfwolle in Blau für die Augen und Rot für das Näschen

Nadelspiel: 2,25 mm

 

Dornröschenwolle

Das letzte Mal mit einer Wollfärberin direkt unterhalten vor mehr als einem Jahr. 

Seitdem keine Wollfeste mehr, keine Woll- und Kreativmärkte und noch so viel anderes Kunstvolles. Das schmerzt. Ja, das ist das Internet, ja das nutzen wir mal mehr, mal weniger. Das aber nur allein daheim vor dem P, ist auch nicht das Wahre. 

Nun ja, das da etwas Gewaltiges auf uns zukommen wird, das war uns bereits an diesem Tag im Januar bewusst und es war kein Vierteljahr später, dass wir anfingen Masken zu tragen. Mit Überzeugung. Bis heute und noch lange. 

Ungezählte Male haben wir uns uns hin und her Nachrichten mit Bildern prachtvoller Wollfärbungen geschickt und an dieser mit dem schönen Namen „Der Zauber des Anfangs“ von Dornröschenwolle kamen wir dann nicht mehr vorbei.

Und so leibhaftig in den eigenen Händen ist sie tatsächlich noch sehr viel schöner, als das Photo erahnen lässt!

Gestrickt: „Frohe Ostern 🐰!“

Achtung – Werbung – Disclaimer: Schleichts Euch, denn, ja, das ist Werbung, genau dort, wo ich Name und Produkt nenne. Unverlangt, ohne jegliche Gegenleistung, ohne jegliche Absprache, Veranlassung oder sonst was. Und warum? Darum: Weil ich es kann und ich kann es genau dann, wenn mir etwas gefällt, was ich mir mit meinem eigenen Geld auch noch zum vollen VK gekauft habe. So, wem das nicht passt: Siehe oben (sic!).

Von Zeit zu Zeit bin ich ein Lemming. Ein Strick-Lemming. Immer wieder auch bei den genialen Anleitungen von Tanja Steinbach, deren bezaubernden Osterhasen-Socken ich nicht widerstehen konnte! Wem Socken nicht genug sind, der wird vielleicht bei der Anleitung für Spülis fündig.

Ich konnte auf jeden Fall nicht an den Struktur-Osterhasen-Sneakers vorbei. Einzige Änderung: Bei der Bandspitze habe ich bewusst nur auf der Oberseite kraus rechts gestrickt, auf der Unterseite glatt rechts, denn ich mag es, wenn die Unterseite einheitlich ist.

Technische Daten:

Anleitung: Osterhasensocken in Strukturstrick von Tanja Steinbach

Garn: 1 Knäuel Online – Linie 12 – Street (75 % Schurwolle, 25 % Polyamid – 50 g = ca. 210 m), Farbe 28, Partie 51526

Nadelspiel: 2,25 mm

Größe: 38

Gesamtgewicht: 49 g

Wann war Stricken jemals wirklich out?

Achtung Werbung: Da ich in diesem Beitrag zum Beispiel diverse Zeitungen erwähne und namentlich verlinke, handelt es sich streng genommen um Werbung. Dieser Beitrag wurde ohne Auftrag geschrieben, ohne irgendeinen Benefit oder sonstige Vorteilnahme. 

„Strick dir was“ mit dem Untertitel „Von wegen von gestern: Stricken ist Trend, erobert die sozialen Netzwerke und wird sogar zur Kunst. Und das nicht erst seit Corona“ erschien unter der Sparte „RNZ Magazin – Lebensart“ in der Rhein-Neckar-Zeitung vom Samstag/Sonntag, 16./17. Januar 2021 – Nr. 12, aus der auch das Foto oben stammt. 

Dieser Artikel erschien seit Dezember 2020 mit kleinen Abwandlungen auch z. B. in folgenden Zeitschriften/Medien:

Berliner Zeitung, Grenzecho, Braunschweiger Zeitung, schwäbische

Vorab möchte ich betonen, dass es mir nicht um ein Personen-Bashing gegen den Journalisten geht, sondern um meine persönliche Meinung zu einigen Zitaten im erwähnten Artikel.

Mich stören diese seit vielen Jahren immer wieder in unterschiedlichen Artikeln kolportierten Plattitüden wie zum Beispiel „… Hobby für die Oma …“, „… Strickdesigner, meistens Männer …“, „… hat ein Erfolgserlebnis … weniger um einen echten Mehrwert …“.

Nun, mittlerweile befinde ich mich tatsächlich in einem Alter, in dem ich als Oma identifiziert werden könnte, denn in diesem waren meine Großmütter und auch meine Mutter bereits solche und sähe mich irgendwer stricken und würde dann ausrufen „Da, eine Strick-Oma“, dann wäre das per se eine Annahme, der ich dann nur persönlich widersprechen könnte :).

Ich stricke aber nicht, weil ich eine Oma sein könnte, sondern weil ich, einmal damit angefangen, seit nunmehr weit über 40 Jahren, nicht damit aufgehört habe. Nicht, weil es mir das Gefühl einer Befriedigung verschafft, sondern – Achtung, schockierend – einen Mehrwert dadurch, dass ich alle meine Werke, zumindest die, die für mich sind, auch trage. Alles fing an mit einem selbst ausgesuchten mehrfarbigen Fair-Isle-Pullunder als Projekt im Handarbeitsunterricht in der 8. Klasse, den mir noch nicht mal meine eigene Mutter zutraute und es hörte seitdem nicht mehr auf. Erste Strickversuche fanden allerdings unter Anleitung meiner Oma mit dem Blumennamen bereits sehr viel früher statt, die bis zu ihrem Lebensende die Stricknadeln nicht zur Seite legte. 

Nach dem ersten Pullunder folgte ein weiterer, eine Weste und mein erster Pullover:

Alles über sehr viele Jahre getragen, so wie alle meine Kleidungsstücke, denn dafür, was in der Mode gerade „In“ oder „Out“ war, habe ich mich noch nie interessiert.

Mit dem Stricken ist es wie mit allen Hobbys: Mal gibt es mehr, mal weniger Begeisterung dafür. Für Viele aber ist es so, dass sie ihren Leidenschaften, einmal damit angefangen, treu bleiben, ganz egal und unabhängig von modischen Strömungen und Meinungen.

Ja, auch ich gehörte zu denen, die in den „… 1970er und 1980er Jahren …“ strickten, auch im Unterricht und anderswo in der Öffentlichkeit, aber eben nicht nur dort und nein, „… das so gut wie alle strickten …“ war auch damals nicht so. Man hat es z. B. in der Schule oder in Diskussionsrunden akzeptiert, wenn man das Strickzeug auspackte, was aber noch lange nicht heißt, dass es drumherum nicht immer auch die gegeben hätte, die darauf mit Hohn und Spott reagiert hätten. Ich weiß, dass damals auch Männer strickten, in meinem durchaus großen Bekannten- und Freundeskreis in dieser Zeit fand sich allerdings kein einziger.

In den 1980er Jahren gab es tolle Wolleläden mit einem großen und sehr guten Angebot, was zu Beginn der 1990er Jahre leider schon nicht mehr so war, sodass ich damals die Garne für Strickstücke für meine Kinder zum großen Teil aus Wollekatalogen von z. B. Bergère de France bezog. Ich strickte mich so weiter munter durch einige Aufs und Abs der Strickleidenschaft, ohne jemals damit aufzuhören und 2003 war es soweit, dass ich die ersten Strickblogs im www entdeckte und sich mir so völlig neue Welten, Möglichkeiten und Bezugsquellen eröffneten. 2004 begann ich selber zu bloggen und dann ging es 2007 (in diesem „… sozialen Netzwerk …“, also bei ravelry, bin ich seitdem mit dabei und das sind mittlerweile 14 stramme Jahre – nicht schlecht für eine Strick-Oma) mit der Einführung von ravelry und ab 2009 mit den Wollmärkten so richtig steil ab. Diese Welle hielt sich für viele Jahre und flachte dann tatsächlich wieder etwas ab (sic!).

In diesen Jahren habe ich viele tolle HandfärberInnen und DesignerInnen kennerlernen dürfen und nein, das sind mitnichten meistens Männer. Natürlich gibt es tolle Strickdesigner, aber eben nicht nur, und wenn man so etwas kolportiert, tut man den nicht minder begabten, hervorragenden Strickdesignerinnen bitter Unrecht. Vielleicht schreibt man so etwas auch, um politisch korrekt zu gendern, aber hey, so lange man das laufend betonen muss, ist eine Gleichberechtigung auch immer noch nicht erreicht! Bei einem tollen Design ist es mir völlig wumpe, ob es von einem Mann oder einer Frau stammt. Das sind meine 5 Cent zu diesem Thema.

Stricken hat auch schon seit sehr vielen Jahren seinen Weg in die Kunst gefunden – ganz herausragende Kunst sogar, wie beispielhaft die von Madame Tricot und Katharina Krenkel. So ad hoc fällt mir auch gar kein männlicher Künstler ein, der sich in und mit seinen Exponaten so ausführlich mit Garnkunst auseinander setzt. Beispiele dafür nehme ich sehr gerne in den Kommentaren auf und verlinke hier im Text entsprechend.

Eines aber hat sich bei mir in den vielen Jahren Handarbeitslust doch geändert: Mit wachsenden Erfahrungen und Fertigkeiten wurde ich immer mehr zum selbsternannten Woll-Snob, denn das Stricken mit und aus reinen Kunstfasern lehne ich mittlerweile komplett ab – u. a. aus Gründen der Nachhaltigkeit. Ich liebe es, mit reiner Wolle zu stricken, gerne mit Vorgarn sowie wie auch mit für manche kratzige, störrische, grobe Garne. Der Gedanke, dass meine Strickwerke so irgendwann einmal ganz normal vergehen, gehört für mich zum Leben dazu. Besonders intensiv getragene Strickstücke werden halt einfach fadenscheiniger und irgendwann so sehr, dass sie nicht mehr zu retten sind. Ein weiterer Punkt dazu: Wenn schon Strickguerilla, dann nicht aus wind- und wetterfesten, lange haltbarem Polygarn, sondern nur aus reiner Wolle. Ja, die schießt ab mit der Zeit, löst sich auf, Vögel aber zum Beispiel können so die Fasern problemlos für ihren Nestbau verwenden.

Ich wünschte mir wirklich mehr Artikel über das Stricken oder andere Leidenschaften, über das Selbermachen zu lesen, in denen die oben erwähnten Stereotypen nicht mehr verwendet werden und in denen man nicht das Gendern hoch hält, sondern ganz unprätentiös darüber berichtet, indem man zum Beispiel mehr über regionale Aktionen, HändlerInnen, FärberInnen, SelbermacherInnen berichtet und über ihre Hintergründe, ihre persönlichen Werdegänge, ihre Visionen, Wünsche, Erfahrungen, ohne Kritisches auszublenden.

Das wäre wirklich schön, ganz reelle und vor allem sachlich fundierte Berichte/Reportagen lesen und so den eigenen Horizont erweitern zu können.

Dieser Frangiflutti ist mein letztes Strickwerk in diesem Jahr

Mein letztes Strickstück in diesem Jahr ist für Martina, die Frau, der ich beim 3. Mal, als sich unsere Wege unabsichtlich in der Messehalle kreuzten, ein Kompliment machen musste.

Leute, macht mehr Komplimente!

Es lohnt sich – denn ich lernte so eine ganz wunderbar kreative Frau kennen, die mir eine wirkliche Bereicherung ist und ich freue mich sehr drauf, wenn wir uns endlich wieder, ohne Vorsichtsmaßnahmen einhalten zu müssen, treffen, um so den leider nicht mehr stattgefunden Besuch in der Textilsammlung Berck nachholen zu können. 

„Entschuldigung, aber ich muss ihnen einfach sagen, dass sie phantastisch aussehen!“

Technische Daten:

Anleitung: Frangiflutti von Edith Filzhof

Garn: Handgefärbte Sockenwolle „Veilchenblüte“ von Frau Odersocke

Stricknadel: Rundstricknadel 3,5 mm

Gesamtgewicht: 97 g

 

Slipped Stitch Shawl für die Vertretung

Eine gute Vertretung in der Arbeit zu haben, eine Vertretung, die so lieb ist, dass man in Absencen gehen kann, ohne Befürchtungen davor haben zu müssen, was alles schief gehen könnte, eine Vertretung, bei der man ohne schlechtes Gefühl wieder zurück aus den Absencen kommen kann, weil man keine Angst haben muss, was einem aufgrund der Abwesenheit vorgeworfen werden wird.

So eine Vertretung zu haben, so eine Vertretung selber zu sein, das ist etwas, was eigentlich selbstverständlich sein sollte. Eigentlich. Und doch ist es genau das viel zu oft nicht, weshalb eine solche Vertretung, eine solche Kollegin ein wahres Geschenk ist!

Ich habe eine ganz wunderbare Vertretung, eine, die ich gerne umarmt hätte, als ich ihr das Tuch mit einem von Herzen kommenden „Danke, Dir!“ überreicht habe. So ist das Tuch die Umarmung und sie kommt von Herzen!

Technische Daten:

Anleitung: Slipped Stitch Shawl von Kristen Finlay

Anmerkung zur Anleitung: Das Strickbild beim Stricken ist durch die gezogenen Maschen unglaublich fluffig mit einer ganz weichen Haptik. Nach dem Entspannungsbad unbedingt an die Vorgabe halten, das Tuch soweit als möglich mit Zug zu strecken und dann mit Nadeln fest zu pinnen, bis es trocken ist, damit es so groß wie möglich werden kann. Nach dem Trocknen zieht es sich wieder etwas zusammen, das ist ganz normal.

Garn: Handgefärbte Merinosockenwolle (75 % Wolle/25 % Polyamid, LL: 400 m/100 g)  von Farbenpracht – ich liebe diese Färbungen, die Violetttöne mit Grün und anderen Farbakzenten verbinden, sehr. 

Stricknadel: Rundstricknadel 4,0 mm

Gesamtgewicht: 98 g

Tannenbäumchenfenster

Ich schrieb ja schon davon, dass mir das Stricken der Weihnachtsbäumchen sehr großen Spaß gemacht hat. Einen kleinen Wald erstrickte ich mir mit ihnen. 

Nun haben die Bäumchen ihren endgültigen Platz am Fenster meiner Kemenate gefunden, das keinen reinen Ausblick in die Natur hat, weshalb es davon kein Photo geben wird. Macht auch nichts, denn auch so vor dem Holzstapel ist zu sehen, dass sie nicht alleine am Holunderast baumeln, sondern z. B. zusammen mit anderen mir lieben Sternen aus vorangegangenen Teeblogadventskalenderjahren. 

Ich freue mich so sehr, dass Claudia Holunder auf ihrem zauberhaften Blog Alltagsbunt dieses Jahre wieder einen organisiert – ich möchte sagen, dass er noch nie so wertvoll wie in diesem Jahr war.

24 Tage, um gemeinsam mit lieb gewonnen Mitbloggern jeden Tag einen anderen Tee genießen zu dürfen und dabei auch andere noch ganz unbekannte Menschen kennenlernen zu können. Das wird ein herrlicher Advent werden.