Klosterberggarten

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Mein Lieblingsort in Kaufbeuren ist der Klosterberggarten.

Dieser Ort atmet aus und ich atme ihn ein. Versinke in seiner Ruhe. Lass mich von all den Düften, dem Summen der Bienen, dem Surren der Hummeln umarmen.

So viel Schönheit hier im Werden und im Vergehen, im Wechsel der Jahreszeiten, so wie zwischen meinem Lachen vor Freude und Trauertränen. Beides ist hier gut aufgehoben, mitten im Leben halt.

Und wunderschön!

Eiszeit!

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Ja, schon klar, schön fotografiertes Eis sieht anders aus, leckerst ist es trotzdem:

Oben = Erbeere mit Basilikum

Unten links: Cremige Bourbon-Vanille

Unten rechts: Pfirsich mit roter Banane, Tonkabohne & Timut (Nepalesischer Pfeffer)

Manchmal hab ich einen Lauf

und dann filze ich meinen Lieblingscardican von Gudrun S. auf Jacketgröße und reisse beim Dehen auf ein erträglicheres Maß auch noch ein Loch in einen der Ärmel.

Oder ich suche meine Halskette voller Verzweiflung, nehme dafür die halbe Waschmaschine auseinander, durchforste Staubsauger, Wäschetrockner, Geschirrspüler, Mülleimer, denn sie könnte ja irgendwo vom Hals dort hinein gerutscht sein. In Wirklichkeit hängt sie dort, wo ich sie morgens vor dem Duschen hingehängt habe und ich küsse den Anhänger von Oma daran voller Glück, als sie dort so abhängt.

Ich bin dieses Jahr akut unterspargelt und freue mich auf die ersten heimischen gebratenen grünen Stangen. Während sich die Pfanne für das Butterschmalz erwärmt und die Zutaten für die selbstgemachte Hollandaise bereit stehen, bleibe ich nach der Entdeckung eines massiven Spargelhähnchenkackebefalls der Spargelköpfe auch für den Rest des Jahres unterspargelt.

Zu den fein in der Pfanne schmurgelnden Sonntagslammkoteletts schub ich einen Gratin aus den ersten beiden (in Gelb und in Grün) ergatterten heimischen Biozucchinis in den Ofen und als ich ihn herauszog musste ich ihn erst einmal abtropfen lassen, bevor ich ihn essen konnte. Wahrscheinlich bleibe ich für den Rest des Jahres auch chronisch unterzucchinisiert …

Auch nett: Ich hänge den beweglichen Küchenwasserhahn nicht richtig ein, komme mit der Hand dagegen und er spült über meine Schulter hinweg den Küchenboden, nachdem ich auf dem Parkplatz in einen weichgesonnten Batzen Kaugummi getreten bin, den irgendein Dummbatz dort von sich gerotzt hat.

Ich schlug letzte Woche die Sahne zu Süßrambutter, die meinem Mann besser schmeckte als die bewährte sonstige.

Ich räume die Eisschälchen weg und werfe dabei drei Gläschen runter, die das aber unbeschadet überstehen, während der Gatte schon „Alles okay, Ev?“ lacht.

Er holt mich aus jeder noch so dunklen Such-Fall-Kaputt-Wolke wieder runter ♥.

 

Die Schönen vom Parkplatzschotterrand

Erstaunlich, woran man werktäglich so vorbeiläuft, ohne wahrzunehmen, was da zum Teil sehr wertvolles wächst.

So manch einer würde es Unkraut nennen. Für mich sind es die Schönen vom Parkplatzschotterrand:

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Johanniskraut.

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Klatschmohn und Kratzdistel.

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Natternkopf.

 

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Weiße Lichtnelke und Ackerwinde.

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Vogelwicke.

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Nachtkerze und Duftlose Kamille.

 

 

 

Gutes wegwerfen …

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Als ich meinem Mann entgegenlaufe, steht da dieser Container am Straßenrand und ich bekomme Bauchschmerzen.

Nicht etwa, weil diese Dampfnudeln tatsächlich so duften, wie nur frische Dampfnudeln eben duften, sondern weil sie weggeworfen wurden.

Ich nehme an deshalb, weil sie eine ordentliche Bräunung haben, und nicht so blasskätschig sind, wie sie viel zu oft in Verkaufsauslagen liegen. Zwischendrin spitzen einige wirklich sehr dunkle hervor, mitnichten aber sind sie verbrannt, so riecht es auch nicht aus der Öffnung heraus.

Irgendwann wird es wieder eine Pressemeldung geben, dass wir, die Verbraucher solche Unmengen an Lebensmitteln wegwerfen. Und was ist mit den Herstellern? Was ist mit dieser Flut an Verordnungen, die verhindert, dass solche Lebensmittel, die noch in Ordnung, nicht verbrannt sind, einfach mal so verschenkt werden? Ich bin mir sicher, Abnehmer hätte sich gefunden.

Dieses System in dem wir leben, ist ein erbärmliches, das bis zum Himmel stinkt!

Hier bedienen sich nur Spatzen, die ununterbrochen hinein- und wieder hinausfliegen …

Sonderausstellung: „Als die Steine noch lebten“ im urmu in Blaubeuren

Ich habe einen Ausflugstipp für all jene voller Leidenschaft für Handarbeiten – verknüpft mit Geschichte, Wissenschaft & Natur, der mich völlig entzückt und verzaubert:

Die Sonderausstellung Als die Steine noch lebten, vom 1. April 2017 bis 7. Januar 2018, im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren, über das ich noch ein weiteres Mal berichten werde. Nun aber zuerst zu dieser wundervollen und inspirierenden Sonderausstellung:

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Der „Arbeitskreis wolliges Jurameer“, zu dem ich leider im Inet nichts näheres finden konnte, hat den nunmehr versteinerten Zeugen einer untergegangenen Urwelt mit Strick- und Häkelnadeln und unterschiedlichsten Garnen vom Häkeln über das Stricken, bis hin zum Filzen, neues und buntes Leben eingehaucht.

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Ich konnte mich an dieser kongenialen Verbindung, die gleichzeitig staunen und auf völlig unangestrengte Art und Weise lernen lässt, gar nicht sattsehen!

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An diesem kreativen Prozess teilgenommen haben zu dürfen, muss ein unglaublich bereicherndes und erfüllendes Erlebnis gewesen sein und ich wünschte, ich hätte all die Frauen dahinter kennenlernen können, denn wenn sie beim kunsteln keinen Spaß gehabt haben, wer denn bitte dann?!

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An einem Fenster lagen laminierte Anleitungen aus und so kann, wer möchte, sich selber z. B. an der Korallenhäkelei probieren – so wird Geschichte auch für Kinder interessant und begreifbar und der Sinn für das, was in der Natur möglich ist, erst recht. So ein großartiger Wurf auch für die Textilkunst!

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Kein Wunder also, dass ich nicht aufhören kann, mich immer wieder an den Bildern regelrecht zu berauschen und darauf immer mehr kleine großartige Details entdecke.

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Ich wünschte, ich hätte Blaubeuren und all seine bezaubernden Geheimnisse schon viel früher für mich entdeckt!

Nicht nur wegen dem Blautopf und der schönen Lau: