Ein Geckolino für das Meerweh

Wenn die liebste Freundin an unheilbarem Meerweh leidet, man das Meer aber nicht einfach für sie herbestellen kann, dann greift frau doch richtig gerne zu den Stricknadeln und zur Wollefärbung in den Lieblingsfarben – besonders gut wird das dann, wenn der Name der Färbung auch noch für ein Wasserwesen steht -, um ihr den Wunschort quasi um die Schultern legen zu können ;). 

Geheilt werden kann Meerweh dadurch zwar nicht, aber so kann wenigstens ein bischen wohlige Wärme verschenkt werden.

Technische Daten:

Anleitung: GECKOLINO von Petra Neumann

Garn: Sockenwolle von Auenleben, Färbung „Nessie“, 75 % Schurwolle und 25 % Polyester, LL 420 mg/100 g

Stricknadel: Rundstricknadel 3,5 mm

Gesamtgewicht: 95 g

 

 

Ein kleiner Wald

Solch eine unbändige Freude hat mir das Weihnachtsbäumchen-Stricken bereitet, dass ich, erst einmal damit angefangen, nicht mehr damit aufhören konnte!

Im Gegensatz zum Original habe ich tatsächlich komplett auf das Einstricken eines Musters verzichtet, einfach um nicht von der Schönheit der handgefärbten Garne abzulenken, weil mir in diesem Fall weniger mehr ist. 

Aus dem Endfaden des Wipfels habe ich eine kleine Luftmaschenreihe gehäkelt und diese fest vernäht, um die Bäumchen später an diesem Schlupf aufhängen zu können. 

Auch bei den Stämmchen verfolgte ich einen anderen Plan, strickte diese nicht, sondern nutzte gut durchgetrocknete Holunderzweiglein aus dem Garten, was die Bäumlein nicht so statisch, sondern viel netter bewegt aussehen lässt. 

Als Füllung habe ich kardierte Schafwolle verwendet. 

Jetzt werde ich noch ein bischen überlegen, wie der fertige Weihnachtsbaumwaldfensterschmuck letztendlich aussehen soll, wovon es dann wieder ein Bild geben wird. 

Herbstblau

Der Herbst hat ungezählte wunderschöne, intensive, kräftige Farben und bildet so zum sanften Erblühen im Frühjahr einen herrlich starken Kontrapunkt. 

Ich könnte mich nicht entscheiden, welche dieser beiden Jahreszeiten mir die liebste sind und so sind sie es zusammen und umarmen perfekt den Sommer und noch viel lieber den Winter.

Schlehenblau ist mir die magischste, ungewöhnlichste, und ob ihrer Kraft die sinnlichste Farbe des Herbstes, der ich selten jemals in solch verschwenderischen Fülle begegnet bin wie in diesem Jahr. Weil die Fülle wirklich groß ist, habe ich mich auch das erste Mal getraut, eine kleine Menge selber zu ernten, etwas was ich sonst nie mache, um nicht in Konkurrenz zur Vogelwelt zu treten. 

Einen Schlehen-Gin mag ich aus dem prallen, herben Früchtchen ansetzen und überlege, in welcher Kombination ich das vergeistigte Fruchtfleisch danach zu einer Marmelade verkochen könnte. 

 

Ein Twister für die Löwenmutter

Der hier, dieser Cowl, der Twister, ist für meine liebe Anni. Die Löwenmutter und bezaubernde Sängerin, die kraftvolle Kämpferin, die sich nicht scheut, Finger in schmerzende Wunden zu legen und deutlich Stellung zu beziehen.

Das Blau, das sie so liebt, wird bei dieser Färbung von den Farben des Herbstes begleitet und passt bestens zu einem schön warm geschützten Hals.

Einen Twister werde ich mir auch noch stricken, denn es hat mich wirklich überrascht, wie perfekt er am Hals sitzt, etwas, was wirklich nicht jeder Cowl von sich behaupten kann.

Technische Daten:

Anleitung: Twister von WOLLWERK by Simone Eich

Garn: Traumsterne by Wollträume, Färbung „Kürbisgeister“, Schurwolle „superwash“ 75 %, Polyamid 25 %, 100 g – LL ca. 420 m

Stricknadel: Kurze Rundstricknadel 3,5 mm

Gesamtgewicht: 63 g

Himmlische Topfen-Feigenknödel à la Rosi

Ja, mei, mit meinen aus der Hüfte geschossenen, unperfekten Food-Photos müsst Ihr einfach leben, aus mir wird nie eine Food-Bloggerin werden. Ich bin nur eines: Von Moment der Entdeckung an ein begeistertes Foodblogg-Fangirl. 

Auf dem österreichischen Foodblog about Rosi sprangen sie mich direkt an, ihre Feigen-Topfenknödel und da meine eigenen Feigen nun reifen, war das der perfekte Moment, dieses feine Soulfood mit ihnen zu probieren. 

Von der Zubereitung her habe ich mich strikt an Rosis Anweisungen gehalten:

Zutaten und Zubereitung:

  1. 70 g Süßrahmbutter und 1 Ei schaumig aufschlagen.
  2. Mit 250 g Quark (ich habe keinen Magerquark genommen, weil ich genau diesen sauren Geschmack nicht mag), 150 g Dunst (auch griffiges oder Spätzlemehl genannt) und 1 Prise Salz zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Sollte dieser (wie bei mir) noch zu feucht sein, einfach etwas mehr Mehl einarbeiten, bis er tatsächlich zu einer Rolle geformt werden kann.
  3. Die in Frischhaltefolie eingeschlagene Teigrolle für 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
  4. 6 Feigen frisch vom Baum ernten und ihre Gupfel (Stiele) abschneiden. 
  5. Den Teig in 6 Stücke teilen, diese zu handtellergroßen Scheiben formen, jeweils eine Feige hinein setzen, den Knödelteig über ihnen schließen und im Ganzen schön rund formen. 
  6. Wasser in einem großen Topf aufkochen. Groß deshalb, damit jeder Knödel ordentlich Wasser um sich herum hat.
  7. Die Knödel in das kochende Wasser einlegen und die Temperatur herunter schalten, sprudelnd sollen sie nicht kochen, sondern simmern, und so für 8 Minuten garen. 
  8. Einen ordentlich Esslöffel Süßrahmbutter in einer Pfanne schmelzen lassen und darin unter Rühren 150 g Semmelbrösel, 3 El Zucker nach Wahl und eine gehäufte Messerspitze Zimt vermengen und ein bisserl über goldgelb anrösten.
  9. Die Brösel in einen großen Teller umfüllen und die frisch aus dem Wasser genommenen Knödel darin wälzen.
  10. Servieren, genießen, glücklich sein!

 

Muss Weihnachtsbäume stricken!

Oh, ja, natürlich ist das Werbung – auch wenn ich dieses Magazin nicht kostenlos bekomme, sondern eine ganz normale, bezahlende Abonnentin bin. Ohne jegliche Werbeaufträge, ohne jeglichen Benefit. Einfach weil ich es kann. Ätsch.

In der November/Dezember 2020-Ausgabe von Die Allgäuerin ist ein Artikel zum Stricken von Weihnachtsbäumen erhalten, der HIER auch noch für alle frei und kostenlos heruntergeladen werden kann. Schockierend für alle Werbeabmahnheinis ;)!

Es ist wie es ist und so musste ich sofort, eigentlich umgehend sofort, meine aktuellen Strickpläne unterbrechen und Weihnachtsbäume stricken. Momentan schwebt mir eine Fenster-Weihnachtsbaum-Dekoration vor, aber vielleicht stricke ich auch noch einige weitere Weihnachtsbäume als Zugabe für weihnachtliche Geschenke. 

Noch verzichte ich darauf, Muster in die Bäume einzustricken, weil ich sie ganz einfach pur haben will. Ich werde wohl auch die Stämme nicht anstricken, sondern echte Ästchen, die gerne schief und krumm sein dürfen, einschieben.

So, Tschüss, muss weiterstricken!

Adventskalendervorfreude

Das Schönste für mich rund um Weihnachten ist die Adventszeit. Die liebe ich sehr. Natürlich auch mit Adventskalendern.

Die liebste Freundin und ich beschenken uns gegenseitig auch heuer mit einem selbstgemachten Postkartenkalender nebst Feinigkeiten. Wie im vergangenen Jahr hat uns die Suche nach schönen Karten über das ganze Jahr hinweg begleitet, was wirklich viel Freude machte und wieder macht.

Da dieses Jahr wegen Corona keine Flohmärkte stattfanden und wohl auch nicht mehr stattfinden werden, gibt es von mir für meine Mutter ebenfalls einen Postkartenkalender.

Für den bonfortionösen Gatten wird die Adventszeit technisch und für die Tochter gibt es Gewürze und Kräuter. 

Dem Lichtungen-Adventskalender bleibe ich zum dritten Mal in Folge treu ergeben – wie gerne hätte ich ihn diesem Jahr wieder beim Wollmarkt in Kirchheim unter Teck mitgenommen, auf den die Freundin und ich uns so gefreut hatten – Corona machte auch hier einen Strich durch die Rechnung. 

Nun denn, kein Grund darüber in Trübsal zu verfallen, denn auf Claudia Holunders Alltagsbunt-Blog wird es 2020, gerade weil es Corona gibt, wieder einen gebloggten Teezauber-Adventskalender geben – ich konnte einfach nicht widerstehen und habe mich angemeldet – große Freude!

2017 und 2018 war ich schon einmal mit dabei – Ehrensache, dass ich an jedem einzelnen Teetag darüber im Blog schrieb, darauf freue ich mich auch dieses Jahr schon sehr und natürlich wälze ich schon Pläne darüber, was ich wie versenden werde (verbunden mit der Hoffnung, dass die Post nicht wie 2018 so viele Kuverts verschwinden und einfach nicht ankommen ließ) – nie die Hoffnung aufgeben!

 

 

Das Flüstern des Jahres

Das Jahr begann menschlich sehr schmerzlich für mich und meine Gesundheit machte einen Knall nach unten. Der erste Schmerz heilt langsam, das zweite hinterließ Spuren.

Und das Jahr, es flüsterte „Ich fange erst an,“.

So, wie es anfing, das Jahr, ging es weiter und präsentierte „Corona“.

Und das Jahr flüsterte „ich bin immer noch am Anfang, noch lang nicht am Ende,“.

Heiß wurde es das Jahr und trocken, sehr, sehr trocken. Mal mehr, mal weniger anstrengend, Kräfte zehrend, aber immer wieder auch schön.

Das Jahr, es flüsterte „da kommt noch mehr,“.

Eine unerwartete Op, ein Autounfall, ein Sturz, ein zarter Kalkrand im Herz und die Gewissheit, dass manchmal nichts ist wie es scheint, vor allem nicht die Menschen mit dem Banner Lebe-Liebe-Lache-das-sagt-das-Universum-dir.

Ein geflüstertes Klötzchen setzt dieses Jahr auf das andere „ich bin noch mittendrin!“.

Am 01.01.2021 wird es definitiv herum sein dieses Jahr und dann ist Zeit für eine Bilanz, wofür sein Flüstern gut war.

Einfach schräg-Tuch für die Mama

Schon übergeben für kalte Herbsttage ist das Einfach schräg-Tuch an meine Mutter. 

Auch bei ihr habe ich mich wegen eines direkten Bezugs für diese wunderschöne Knitting Spiro-Färbung entschieden, denn das Pink darin passt bestens zu einer ihrer Jacken und der Kontrast der gelben Streifen, die ich aus dem Rest einer Das Mondschaf-Färbung gestrickt habe, gefällt mir als pfiffige Auflockerung dazu sehr gut. 

Knitting Spiro als HandfärberInnen-Label gibt es bereits seit einigen Jahren leider nicht mehr und ich bin froh, dass sich noch eine Handvoll ihrer harmonischen Stränge in meinen Wollvorrat befindet. 

Technische Daten:

Anleitung: Einfach schräg – Simply slanting von Martina Kuppler – Strickminel Design

Garn: 

  • 1 Strang handgefärbte Sockenwolle (75 % Schurwolle/25 % Polyamid – LL 420 m/100 g) des leider nicht mehr existenten Handfärberinnen Labels Knitting Spiro
  • Restknäuel einer gelben Sockenwolle-Färbung von Das Mondschaf, die ich in meinem Magna Mater-Shlanket verarbeitet hatte. 

Stricknadel: Rundstricknadel in Nadelstärke 4,0 mm

Gesamtgewicht: 107 g

TV-Tipp: Nordwolle Rügen – und wie ich endlich meine perfekte Jacke fand

Ja, das ist Werbung – freiwillig geleistet, unverlangt, unabgesprochen und mit dem vollen VK bezahlt. Also: Die Blogpolizei kann sich getrost schleichen!

Als ich noch beim Unternehmen XY arbeitete, bekam ich eine für mich übergroße Vollfunktionsjacke mit allem Schnick & Schnack der Firma mit dem Pfötchen drauf. Zum Schutz vor Schmutz und noch viel mehr vor Kälte. Diese Jacke habe ich viele Jahre getragen, auch nachdem ich nicht mehr bei XY war, weil sie praktisch war und mich in der kalten Jahreszeit perfekt über den Podex hinaus vor Schmutz, Nässe, Kälte schützte. Über 15 Jahre ging das so, bis sich die Innenbeschichtung eines Winters aufdröselte, hinaus bröselte und die Jacke so keinen Schutz mehr bot.

Was nun?

Ich tendierte wiederum zu einer Funktionsjacke. Zu einer richtig warmen, Nässe, Wind, Kälte abhaltenden, über meinen Podex hinaus. Ich sichtete Angebote, wälzte Kataloge und irgendwann war ich von all den Jacken regelrecht erschlagen, vor lauter Auswahl konnte ich mich nicht entscheiden, bis ich für mich alles auf einen Punkt herunterbrechen konnte:

Ich wollte definitiv keine Jacke mehr, die aus fast nichts mehr außer Kunststoff bestand und sei er mit noch so tollen Eigenschaften ausgestattet.

An diesem Punkt hatte ich genau ein Bild im Kopf:

Mit Anfang 20 kaufte sich mein Opa, der mit der Gattin mit dem Prinzessinnennamen, eine neue Wanderjoppe und ich war überglücklich, dass ich dafür seine alte bekam, vielgetragen, vielgeliebt und durch und durch aus Filz, so fest gewalkt, dass Kälte und Nässe keine Chance gegen sie hatten.

Der Joppe war ich längst entwachsen, was kein Problem war, denn ich hatte ja noch meinen Paletot, ebenfalls aus Filz, aber eben auch nicht wirklich praktisch, da lang und breit und bestens geeignet, im Winter mit seinen Ärmeln irgendwelche Tische leer zu fegen oder Regale auszuräumen – keine Langzeitlösung halt.

Ich wusste, dass Wolle in meiner neuen Jacke sein sollte, aber vielleicht innen getragen als Fell, außen Leder?

Naja, die letzten fünf Winter waren mit meinem Paletot gut zu überwinden, auch wenn er keine Dauerlösung war und dann sah oder las ich zu Beginn des letzten Jahres einen ersten Bericht über Nordwolle Rügen und da fiel es mir wie Schuppen aus den Augen: Da, genau da hing ja meine Jacke:

Passt perfekt – kein Kunststoff, außer dem Reißverschluss – ein wundervoller, robuster Filz und drin steckt eine überglückliche Jackenbesitzerin, die gar nicht mehr damit aufhören kann, beseelt zu grinsen!

Im NDR-Fernsehen auf die nordstory – Wolle for future könnt Ihr Euch ein eigenes Bild von der Nordwolle Rügen machen.

Wenn Ihr ebenfalls genug von der vielen Plaste in der Kleidung und ihren schlimmen Folgen für unsere Umwelt habt, dann denkt doch mal drüber nach, ob diese tatsächlich nachhaltigen Jacken nicht auch etwas für Euch sind. Für Euch, für die Umwelt, für die Schafe, die Natur und für all diese handwerklichen Betriebe und die Arbeitsplätze, die damit einhergehen.