Ein Crumble für alle Fälle

Wohin mit zuviel Obst? Oder mit dem, das schon weicher ist, nicht so bissfest, wie wir es mögen? Lust auf frisch Gebackenes, aber nicht allzuviel Küchenzeit übrig?

Genau dann ist Crumble-Zeit!

Fix die Tarteform gebuttert und daraus das Obst oder auch mal gerne, so wie bei dem Crumble hier auf dem Photo, eine Schicht vom Lieblingsknuspermüsli über die Butter geben. Diese Müsli- oder Getreideschicht saugt auch den Obstsaft auf, der sich beim Backen bildet.

Darauf das Obst, was immer dafür genommen werden möchte. Hier: 2 Äpfel, 2 Birnen, 1 Nekatine.

Für den Crumble 175 g Mehl, 50 g Zucker, Zimt oder Vanille oder das Lieblingskuchen oder -keksgewürz und 100 g Süßrahmbutter verkneten, drüberstreuseln.

Ab für 30 goldgelbe Minuten in den auf 200° C Ober- und Unterhitze vorgeheizten Ofen.

So schnell und einfach ist es, etwas Leckeres auf den Tisch zu stellen!

 

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Gelesen: „64“

von Hideo Yokoyama.

Der Roman, der als Thriller angepriesen wurde und 2019 mit dem Deutschen Krimi-Preis International ausgezeichnet wurde, handelt von einem alten und ungelösten Kriminalfall und ist für mich in erster Linie kein Thriller, sondern eine japanische Gesellschaftsstudie und von diesem Blickwinkel aus äußerst interessant.

So wurde ich nicht durch etwaige reißerische Elemente (die ich so nicht fand) in den Bann der Geschichte hineingezogen, sondern weil ich unbedingt wissen wollte, ob und welche Knoten sich am Ende lösen werden. Ich lese immer wieder gerne auch zeitgenössische asiatische Literatur, wobei ich doch sagen muss, dass mir die Rituale, Verknüpfungen, Ansprüche und Verpflichtungen in manchem Teil sehr, sehr fremd und fast nicht nachvollziehbar sind, gerade darum aber sehr reizvoll sind.

Der Strang rund um die Entführung und Ermordung Shokos verschlingt sich zu Beginn mit dem Verschwinden von Ayumi, der Tochter des Hauptprotagonisten Mikami und weckte so in mir den Verdacht, beide könnten mit einander verknüpft sein. Ich bleibe hier bewusst im Konjunktiv, da ich nicht allzu tief in die Handlung des Romans hineinschreiben möchte.

Prinzipiell mag ich es durchaus, wenn sich auf der letzten Seite, in den letzten Sätzen, nicht alles in Friede, Freude, Eierkuchen auflöst, hier aber bleiben mir zu viele Fragezeichen offen, um mit dem letzten Punkt und dem Ende der Erzählung wirklich zufrieden zu sein.

Vielleicht muss man selber Japaner sein, um das anders zu sehen – oder wirklich heftiger Krimi-Connaisseur, was ich zugegebenermaßen nun einmal wirklich nicht bin.

Eine interessante Lektüre aber war es auf jeden Fall.

 

Ein ganz schöner Holzkopf

 

Einen alten Holzkopf fürs Filzen und/oder Dekorieren habe ich mir schon lange gewünscht.

Dran vorbeigelaufen bin ich an ihm. Unglaublich. Dass da einer im Flohmarktstand in einer Fensternische stand, war mir gar nicht aufgefallen. Die Baskenmützen auf ihm sah ich schon, nicht aber das, was sie trug.

Zum Glück machte mich meine Mutter auf das Schätzchen aufmerksam und ich bekam ihn zu einem solch kommoden Preis, dass er eine Handelei über ihn völlig obsolet machte.

Unglaublich, wie schwer Glück sein kann :)!

Ein altes Perückenmodel ist es, wie mir die Verkäuferin sagte und wenn man ganz genau hinsieht, kann man auch das zur Orientierungshilfe ganz einfach eingeprägte Ohr noch erkennen:

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Aus dem Garten gewebt – HerbstHandarbeitsbingo 2019 Nr. 1 & 2/25

Auf Blogtour ist es mir immer wieder begegnet, das HerbstHandarbeitsbingo 2019 bei 60°Nord, und dieses Jahr nun, da möchte ich mal sehen, wie weit ich damit bis zum 23. November 2019 kommen werde.

Handarbeitsbingo

Mein erster Beitrag dazu ist nachhaltig und recycelt, denn dazu habe ich den runden Webrahmen hergenommen, den ich auf einem Flohmarkt entdeckte (damals noch mit schaurig, leuchtfarbigem Polytier gewickelt, das daheim als erstes in den Müll flog, deshalb gibt es kein Foto davon, was eh nur schaurig gewesen wäre) und habe Gräser, die Samenstände vom Fuchsschwanz blauem Lein, Kornblume, Klatschmohn, Dill und Schmuckkörbchen-Blüten zwischen die Fäden gewoben.

Bammentaler Duft- und Heilkräutergarten

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Mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, ist nicht nur gut für Umwelt und Gesundheit, macht nicht nur großen Spaß, sondern führt auch zu mancher Überraschung, die unterwegs mit dem Auto so nicht sicht- und/oder entdeckbar wäre. So wie eben auch der Bammentaler Duft- und Heilkräutergarten, von dem ich in so vielen Jahren, die ich in dieser Gegend wohne, vorher noch nie etwas gehört oder gar gesehen hatte.

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Leider gibt es keine aktuelle Homepage für dieses Kleinod, aber es ist zu sehen, dass es nach wie vor gepflegt wird, auch wenn wir hier gerade einen zweiten viel zu heißen, überaus sonnigen und vor allem komplett zu trockenen Sommer in Folge erleben. Ein Trauerspiel für die Natur und für uns alle.

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Dieser Ort ist von einer zauberhaften und wilden Romantik und voller Ruhe, da er abseits von befahrenen Straßen liegt.

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Es ist abzuwarten, wie er sich im Lauf der nächsten Jahren verändern und hoffentlich erhalten bleiben können wird.

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Viele Schmetterlinge und andere Insekten leben hier und über allem steht als letztes Überbleibsel einer Kirche, deren Bau im 13. Jahrhundert begonnen wurde, ein großer, wuchtiger Turm.

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Auf dem Weg zu ihm hat man einen wunderbaren Blick hinunter:

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Rund um den Turm sind noch Reste des alten, aufgelassenen Friedhofs erhalten, auf dem einzelne Gräber noch gepflegt  und andere sich selbst überlassen werden.

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Zwischen den Doppelstämmen einer sehr großen, eindrucksvollen Eibe kann man ein Grabmal erkennen.

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Ein Ort ruhiger Einkehr. Und der Wiederkehr. Ganz besonders der!

 

 

 

Hanf mich mal!

Wenn meine Freunde kifften, dann schoben mich die sie süßlich umwabernden Geruchsmüllwolken so weit von ihnen weg, dass ich niemals auch nur ansatzweise einen auch nur winzigst vorhandene Lust auf Rausch verspürt hätte und habe. Von ihren aberwitzigen Unterhaltung mit Frodo, Gimli, Glóin und Mr. Spock, den Scheingefechten mit den Orks und den Buchen mal ganz abgesehen. Mit dem Club der elaboriert trinkenden Trinker konnte man währenddessen wenigstens bis zu einem gewissen Grad noch intellektuell über Brecht, Schwerter zu Pflugscharen, Schwoißfuaß und den Sinn und Unsinn von EMPs und die Kirche an und für sich diskutieren, ohne dass sich das Gegenüber auf einmal so über das Wörtchen „und“ zu amüsieren angefangen hätte, dass man darüber hätte promovieren können.

Auf einer Verbrauchermesse wurde mir ein Stückchen Baguette mit dem Hinweis in die Hand gedrückt, dieses u-n-b-e-d-i-n-g-t in das kalt gepresste und ultragesunde Hanföl zu stippen, was ich tat, und anschließend den Drang unterdrücken musste, die ob des (mir) ekligen Geschmacks sturzfließende Spucke nicht regelrecht auszukotzen.

In die biologisch faire und ökologisch produzierte und nachhaltige Schokolade mit dem Hanfknusper biss ich nur hinein. Kaum die Zähne drin, begann der Speichel wieder zu sturzfließen, also Zähne raus aus der Schoki, bevor sie sich durch den Riegel durchbeißen konnte. Bitte. Danke. Nein. Nie wieder.

Ab dem Moment wich ich nahrungsmitteltechnischen Hanfprodukten für Jahre groß ausweichend aus.

Im Frühsommer hat sie mich dann erwischt, die sehr freundliche und fachwissenfundierte Chefin der niederbayrischen Nudelmanufaktur und so gab ich nach und im Einkaufskorb landete mein „wirklich letzter Hanfversuch“ und der auch nur deshalb, weil mir die Dame sehr sympathisch war.

Ich hab sie gekocht die Hanfnudeln und sie schmeckten auch gar nicht schlimm, aber sobald ich auf ihnen kaute, wurden sie, während der bonfortionös wiehernde Gatte lachend fast vom Stuhl fiel, komischerweise mit jedem Gaumenauf und -ab in meinem Mund immer mehr. Ich schwöre! Sie ließen sich nicht kauen wie eine ganz normale Strunznudel ab und weg durch die Gurgel, sondern sie zerfielen irgendwie in eine seltsam bröselige und doch matschige Masse, die immer mehr aufquoll und – nein – ich mach es kurz:

Nie wieder esse ich irgendwas hanfiges. Nie wieder!

Hanf als Material ist großartigst, lässt sich zu so viel sinnvollem verarbeiten, sogar zu Garn.

Das reicht mir.

Und zum großen Glück gibt es ja ganz viel anderes, was sich genießen und essen lässt, sodass ich den Hanfis gar nix mehr wegfuttern muss. Gut für sie und gut für mich, die ich sowieso naturdruff bin und deshalb auch keine psychedelischen Horizonterweiterungen benötige.

 

 

Gelesen: „Das Problem mit den Frauen“

von Jacky Fleming.

Wie konnte mir dieses Buch bislang nur ahnungslos entfleuchen?

Zum Glück gibt es meinen Lieblingsbuchladen WortReich, denn an diesem mal wieder gnadenlos gutem Schaufenster stand ich wie am Trottoir festgenagelt und konnte mich vor lauter Lachen nur schwerlichst wieder davon losreißen – und dann musste ich natürlich das Buch dazu kaufen und nach Hause tragen.

Dieses Buch macht unbedingt und immer gute Laune.

Augenzwinkernd, sehr direkt, wahrlich entblößend in einem ganz besonderen Sinn.

Und es regt mich tatsächlich dazu an, subversiv sticken zu wollen!

Absolut vergnügliche Leseempfehlung.