Pilze sind in der Küche Kombinationskönige

Ja, ich weiß, das Photo ist nicht so der Knaller, ich bitte um Verzeihung, zum gescheiten Knipsen fehlte die Zeit.

In einer neuen Kitchen Impossible-Folge (jajajajaja, ich seh das gerne, trotz der Flucherei) trat der Herr Mälzer in Italien an und musste u. a. ein Pilzgericht kochen, bei dem ich sehr gespannt vor dem Bildschirm saß, denn es stellte sich heraus, dass die Pilze dafür über einen wesentlich längeren Zeitraum geschmort wurden, als ich es hier bei uns kenne. 

Ich habe es nun endlich selber einmal aus- und dabei herumprobiert, wie, ob und welche Kombinationen damit schmecken, meine Angaben dazu sind deshalb nur rudimentär, auf grammgenaues Auswiegen habe ich verzichtet. Es handelt sich um Grundrezepte, bzw. Varianten davon.

Für die Pilze in der Mitte habe ich 500 g Steinchampignons geputzt, halbiert und in feine Scheiben geschnitten. Außerdem habe ich eine Handvoll getrockneter Steinpilze und Maronenröhrlinge mit heißem Wasser übergossen und für 30 Minuten ziehen lassen. Danach habe ich sie über ein Sieb abgegossen, das Einweichwasser behalten und die nun weichen Pilze fein gehackt. Ebenfalls fein gehackt habe ich eine großes Schalotte und eine Zehe geräucherten Knoblauch. In einem Topf habe ich einen Esslöffel Butter geschmolzen und die Schalotte und den Knoblauch glasig angedünstet. Dann habe ich alle pilzige dazugegeben und alles miteinander auf nicht zu hoher Hitze für 30 Minuten schmoren lassen, ohne jegliche Gewürzzugaben, damit am Boden nichts ansetzte, habe ich immer wieder etwas vom Pilzwasser dazugegeben. Dann habe ich das erste Mal probiert und siehe da, der Geschmack war, wie vom Originalkoch beschrieben, so hocharomatisch, dass ich wirklich nur mit einer Prise Salz abgeschmeckt habe. 

Dazu gab es frische Spätzle, für deren Teig ich lediglich Spätzlemehl, ganz frische Eier und etwas Mehl verwendet habe. Darauf etwas von den Pilzen und einen Klacks Schmand, damit sich alles geschmeidig miteinander verbindet. 

Die andere Schmorpilzhälfte wurden zur Einlage eines Wurzelcremesüppchens aus zu gleichen Teilen Petersilienwurzel und Pastinake mit Kartoffeln. 

Übrigens: Pilze lassen sich, nach dem Kochen abgekühlt und im Kühlschrank aufbewahrt, problemlos noch ein weiteres Mal erhitzen. Die Mär, dass dies nicht gesund sei, ist mittlerweile komplett überholt.

Fragen die ohne Antwort bleiben

Warum sind die einzigen Sitzmöglichkeiten am Perron direkt und ausschließlich neben den Raucherkästchen?

Ich habe da so eine Vermutung:

IMG_20200116_145400~2.jpg

Dafür im Zug unerwartet Angenehmes:

Funkelniegelnagelneue blitzsaubere Sitze. Alles so sauber und rein, dass ich schon vermeinte, zarten Blütenduft im Abteil wahrzunehmen.  Das ich das noch erleben darf!

1 x gekocht = 2 x gegessen

 

Cremige Polenta & Fruchtiger Rotkrautsalat

Der Gatte hatte bereits feinst zu Mittag gespeist und so konnte ich am Abend etwas für mich kochen, das nicht auch ihm zu schmecken brauchte, denn meine Kombination sind immer wieder auch etwas abstrus für ihn, was mir gar nichts ausmacht, denn ich liebe ihn trotzdem.

Der Sinn stand mir nach cremig sanfter Polenta und da war auch noch dieser kleine Rotkrautkopf, der nach Verarbeitung gierte, den Rotkrautrohkost und ich sind enge Freunde.

Ein feines Abendessen war das und die übrige Hälfte begleitete mich am nächsten Tag als Polentaschnittchen mit – Überraschung – Rotkrautsalat mit ins Büro. Feinbein!

Cremige Polenta

Zutaten: 120 g Maisgries, 1/2 Tl Salz, mindestens 0,5 l Garflüssigkeit – für dieses Mal entschied ich mich hälftig für frische Milch und Gemüsebrühe und ein Stück Comté

Zubereitung: Die Milch-Brühe-Mischung zum kochen bringen, das Salz dazu geben und dann unter rühren den Maisgrieß zurieseln lassen. Die Kochplatte nun auf kleine „Flamme“ herunterfahren, Deckel drauf, aber immer wieder mal umrühren, damit nichts ansetzt und für 20 Min. ausquellen lassen. Sollte die Polenta so zu dick werden, einfach nur ein bisserl Milch oder Sahne unter Rühren angießen für die Cremigkeit. Kurz vor dem Essen den frisch geriebenen Comté unterheben. Man kann natürlich auch Parmesan nehmen, der letztens aus dem Elsaß mitgebrachte Comté aber war mir, da milder, dieses Mal die liebere Wahl.

Entweder zu zweit die Polenta teilen oder die zweite Hälfte auskühlen und festwerden lassen und am nächsten Tag nach Belieben essen, denn man könnte die Schnittchen auch fein und goldgelb in Olivenöl anschmurgeln.

Fruchtiger Rotkrautsalat

Zutaten: 1 kleiner Rotkrautkopf, 1 El Sonnenblumenöl, 2 El Birnenessig, Salz, Pfeffer, 2 Blutorangen, die frischen Kerne eines geviertelten Granatapfels

Zubereitung: Den Rotkrautkopf halbieren und eine der Hälften ein weiters Mal halbieren und aus den zwei Stücken den Strunk entfernen und das Kraut ganz fein hobeln. Nach Gusto salzen, 1 El Sonnenblumenöl dazu und dann für 5 Minuten kräftig kneten. So wird das Kraut weicher und bekömmlicher. Die beiden Blutorangen schälen und filetieren, unter das Kraut heben, ebenso die ausgelösten Kerne des Granatapfelviertels (mein Granatapfel war ganz schön groß). Den Birnenessig unterheben und den Salat mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.

Familie Marino kämpft um das Leben des zweijährigen Michele

Ich möchte hier auf den Bericht der Landesschau Baden-Württemberg vom 17.01.2020 über den Kampf um das Leben des zweijährigen Michele teilen.

Und nur dass wir uns alle richtig verstehen: Ich rufe hier zu gar nichts auf, weshalb das hier keine Werbung ist und ich bin weder mit der Familie, noch mit dem Moderator oder mit einem sonstigen Mitarbeiter des SWR verwandt, verschwägert oder sonst irgendwie verbunden.

Ob Ihr dem verlinkten Beitrag folgen mögt oder nicht, ist Euch selber überlassen und auch, was Ihr daraus zieht oder nicht.

Alles ist ein „Kann“, kein „Muss“.

Ich möchte bitte auch keine Diskussion hier dazu in den Kommentaren.

Sweets for the sweet

„Such Dir was aus“ sagte der Liebste und ich, noch mit der Nase an der Auslage, zögerte nicht lange und griff tatsächlich das allererste Mal zu – oh, welche Köstlichkeiten:

In Wissembourg gibt es nicht nur einen tollen Biomarkt und herrlich duftende Seifen, sondern eben auch einen der besten Chocolatiers in Frankreich: die Patisserie Rebert.

Und ich werde es definitiv nicht müde zu erwähnen, weil ich ganz genau weiß, dass ich damit nicht alleine bin. Das muss man nicht goutieren, aber hier schreibe ich von und für mich. In dem Fall gilt: Bitte, Danke, alles Gute & Weitergehen.

Dieser Beitrag muss, DSGVO sei Dank – nicht -, als Werbung gekennzeichnet werden, obwohl alles, was hier auf den Photos zu sehen ist, ungenötigt und ohne Drittauftrag, vom eigenen Gelde des Gatten und (schockierend!) zum vollen VK erworben wurde. Es gibt keinerlei Absprachen, Aufträge mit den Herstellern, Verkäufern oder Vergünstigungen durch sie – gut so, denn allein vom Warentausch könnten sie nicht leben und Marktwirtschaft funktioniert nicht mit launigen Worten gegen begehrte Ware. Damit ihre Waren verfügbar und damit begehrenswert bleiben, werde ich sie sämtlich hier verlinken. Weil ich es möchte, weil ich es kann und weil ich es will. Und das ist genau eines: Meine freie und unveräußerliche Meinungsäußerung.

Gelesen: Die Kaiserhure

von Manfred Böckl.

Ich nehme es vorweg: Dieses Buch hat mich sehr enttäuscht.

Erwartet hatte ich eine geschichtliche, sachliche Auseinandersetzung mit Barbara Blomberg, der unehelichen Mutter von Juan de Austria, dessen Vater unzweifelhaft Kaiser Karl V. war.

Politische Hintergründe und Schlachten betreffend, gibt es diese sachliche Auseinandersetzung sehr wohl, nicht viel aber historisch gesichertes, was Barbara Blomberg betrifft. Ihr genaues Geburtsjahr ist nicht bekannt, ebenso gibt es kein Portrait von ihr, das ihr definitiv zugeschrieben werden kann, weshalb man auch nicht weiß, wie sie ausgesehen haben mag.

Man weiß nicht, wann und wo Barbara Blomberg und der Kaiser aufeinander trafen; kann/darf man sie deshalb reisserisch als Kaiserhure bezeichnen? Oder wurde der Titel so gewählt, weil Skandalöses sich besser verkauft als das nüchtern normale? Fakt ist, dass Karl V. sich als Vater ihres unehelichen Sohnes bekannte, ihr diesen allerdings bereits im frühen Kindesalter entzog, um ihn in Spanien von Pflegeeltern erziehen zu lassen. Sehr viele Jahre später erst wird sie ihm noch ein einziges Mal begegnen dürfen.

Bekannt ist auch, dass Barbara Blomberg mit dem kaiserlichen Beamten Hieronymus Kegel verheiratet wurde und mit diesem drei weitere Kinder bekam.

Alles, was in ihrem Leben vor dem Kaiser, vor und nach der Geburt des gemeinsamen, unehelichen Sohnes und danach bis zu ihrem Tod geschah, lässt sich in so dürren Fakten zusammenfassen, dass Ausschmückungen aller Art Tür und Tor geöffnet sind.

In diesem Buch wurde aus dem angeblichen Hurenwaibel Hieronymus Kegel ein massloser Säufer, der seine Gattin immer wieder in viehischer Brust (meine Güte, diese Beschreibungen und diese Wortwahl …) vergewaltigte und dem sie, da er augenscheinlich nicht fortpflanzungsfähig gewesen sei, drei Kinder von drei verschiedenen Männer unterschob und, mindestens aus Rache, alles andere wird nur angedeutet, mit jedem sich anbietenden Mann sexuell verkehrte – zu ihrer „Ehrenrettung“ aber, ohne jegliche finanzielle Entlohnung.

Das mich am stärksten abstoßende findet im Kapitel „Des Kaiser Bastard“ statt, in dem der Autor über die Empfindungen der ihr Baby stillende Mutter (wohlgemerkt eine 17-jährige, missbrauchte, vom Erzeuger missachtete) schreibt, dass diese dieses betäubende Gefühl genoss, das beinahe einem Orgasmus gleichgekommen sei.

Jaha, klar, dass passt doch bestens zu der neuzeitlichen Mär, dass sich Frauen während ihrer Menstruation bei der Einführung von Tampons sexuell erregen …

Dazu dann noch sich durch das ganze Buch ziehend die Benamungen als die Schwarzhaarige, die Graue, die Alte, die Junge, etc., als wäre der eigene Vorname nicht das intimste, persönlichste, das uns alle kennzeichnet?!

Aus der historischen Figur Barbara Blomberg wird so ein beliebiges Gefäß, das sich noch beliebiger füllen lässt.

Nein, ein Lesegenuss war das für mich nicht und so freue ich mich lediglich darüber, dieses Buch (und noch drei weitere des Autors) in einer vergünstigten Verkaufsaktion erworben zu haben, was in diesem zum Glück verschmerzbaren Fall ganze 10 € weniger ausmachte, als es regulär nun wieder zu bestellen ist.

 

 

 

Um zu verstehen, warum wir so sind wie wir sind.

Noch drei Tage lässt sich in der ZDF-Mediathek die Dokumentation „Über Leben in Demmin“ abrufen; ich weiß, das ist knapp, aber ich habe es erst heute geschafft, mir diesen Film anzusehen.

Ich möchte auf ihn nicht mit erhobenem Zeigefinger hinweisen, dazu ist das Thema zu vielschichtig und zu schmerzhaft und zu oft ließen mich die unterschiedlichsten Bemerkungen darin immer wieder schaudern. Ja, Geschichte und Demokratie sind manchmal nur schwer aushaltbar. Ich bin nicht in der Lage eine Lösung anzubieten, geschweige denn Gespräche, die zu führen ich nicht in der Lage wäre, da mir zu ihnen der ganz persönliche und sachliche Abstand fehlt, weil in mir, wenn sich das überhaupt so bezeichnen lässt, viel zu viel Zorn, Wut, Schmerz ist.

Demmin und was in Demmin passierte war mir bekannt. Nicht aus dem Geschichtsunterricht, nicht aus der Familie und auch nicht aus Gesprächen mit der Familie, sondern aus eigener Beschäftigung mit der Geschichte unseres Landes. Es gibt Gründe, die mich das immer wieder gehetzt tun lassen, Gründe, warum mir das nicht mit sachlichem Abstand möglich ist, Gründe, warum da ein bodenloser Schmerz in mir ist, der sich nicht lindern lässt.

Ich schrieb über die Dämonen meines Vaters und das Thema rund um die Generation der Kriegskinder, aus der meine Eltern stammen und meine Generation, die der Kriegskinderkinder, beschäftigt mich sehr, weil es (siehe die Überschrift – sic!) mir zu begreifen hilft, was da in mir ist, warum ich so bin wie ich bin.

Aus der Traumaforschung weiß man heute, dass Traumata sich bis in die 2. und 3. Nachgeneration weiter reichen. Das ist die transgenerationale Weitergabe, in der auf der Homepage zum Film im Interview mit Herrn Prof. Kuwert die Rede ist.

Das, was passierte, was erlebt wurde, wurde in der Folge nicht in aller Offenheit und Konsequenz thematisiert und ich für mich erkläre mir daraus das Erstärken  von politischen Überzeugungen, ich für mich nicht nachvollziehen kann. Ich kenne das aus meiner eigenen Familie, aus den Erzählungen des Vaters meines Vaters, der den Krieg als eine Art Abenteuerspielplatz für richtige Männer darstellte, ohne das ihm jemals widersprochen wurde und die unheilvolle Saat, die daraus erwuchs.

Nein, ich habe keine Lösungsvorschläge, aber ich hoffe darauf, dass intelligentere Menschen als ich einer bin, welche finden und ihnen entsprechend ihr Bestes geben werden. Tief in mir drin bin und will ich Optimistin bleiben, denn es gibt nicht nur Hass, sondern soviel Schönheit und Wertvolles, für das es sich lohnt.

Im Anschluss habe ich mir, ebenfalls aus der ZDF-Mediathek aus der History-Reihe „Blutiges Erbe – Geheimnisvolle Schlachtfelder im Osten“ angesehen und da ist sie drin, die Hoffnung, denn es gibt Menschen, die die Zeit nicht verherrlichen und verbrämen, sondern durch ihren Einsatz begreif- und sichtbar machen und auch das ungeschönte Zeigen des Grauen des Krieges.