Bis der Frost kam

Eine einzige tiefgefrorene Nacht reichte, um das Chinesische Spaltkörbchen und seine so zart duftenden Blütenwölkchen erfrieren zu lassen:

Die Blüten des Arionabuschs haben sich erst danach voll geöffnet:

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Die Johannisbeere hatte ihre robusten Früchtchen bereits vorher angesetzt:

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Den Meerretich juckte der Temperatursturz nicht im geringsten, ein Glück für all die Insekten, die ihn jetzt besuchen können:

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Die meisten Kirschbaumblüten hingegen raffte der Frost hinweg, bevor die Bienen sie küssen konnten:

Die Erdbeeren überstanden das Debakel, ganz egal, ob im Hochbeet oder auf dem Balkon:

Stark blüht auch das Apfelbäumchen weiter:

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Die Veilchen sowieso:

Die obersten Triebe der Rose mussten sich leider  ergeben:

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Und das kleine Zimbelkraut lässt sich so schnell durch nichts aus der Fassung bringen und erfreut mein Herz mit seinen wunderschönen  winzigen Blüten:

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So tränt es nur – und das äußerst dekorativ – auf dem Balkon:

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’ne Kette mit Wucht

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Ich mag Ketten aus ungewöhnlichen Materialien, vor allem aus Naturmaterialien, und sie dürfen gerne auch größer sein.

Irgendwann einmal habe ich auf einem Flohmarkt diesen wirklich sehr großen aus Horn geschnitzen Kamm entdeckt, der in sich leicht gebogen ist. Er fühlte sich so gut an, dass ich ihn einfach mitnehmen musste ;). Nur was draus, damit machen? Dazu fiel mir lange nichts ein, bis ich auf dem Kurpfälzer Wollfest 2017 die tollen Perlmutt-Knöpfe von Button Collectors Club entdeckte und mir schlagartig ein Licht auf meinem alten Hornkamm aufging!

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Demnächst, auf jeden Fall in der näheren Zeit, werde ich mich mal mit all diesen Materialien, dazu noch einigen Perlchen und meinem treuen Pseudodremelchen zurückziehen und dann gehts los mit bohren, probieren, fädeln. Eine solche Kette schreit doch geradezu nach Sommersonnentagen!

Hallux-Update

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Bald ist meine Hallux-Op vor einem Jahr gewesen.

Ich habe es nicht einmal bereut, sie gemacht haben zu lassen. Ich kann verstehen, warum sich viele vor ihr scheuen: Da ist erst einmal dieser Eingriff, der unterschiedlich schwer ausfällt, je nachdem, wann man sich zu ihm entschließt. Bei mir ist das Gelenk nicht versteift, aber ein Nagel im Knochen. Man fällt für einige Wochen aus, muss einen Vorschuh tragen, läuft an mindestens einer Krücke. Man muss sich für einige Wochen Heparinspritzen setzen und für ein halbes Jahr, nachdem man den Vorschuh nicht mehr braucht, nachts noch eine Hallux-Schiene tragen. Wenn all das geschafft ist, dann kann der Fuss bis zu einem Jahr nach der Op immer wieder anschwellen.

Ja, auch mein Fuss tut das immer wieder mal und bei Wetterwechseln, besonders dann, wenn Regen im Anmarsch ist, juckt die Narbe auch schon mal fies. Aber das war es dann schon.

Alles nix gegen die Schmerzen und die Fußquälerei vorher und von wegen Schuhpassform: Ja, die sitzt auch heute durch das Anschwellen manchmal nicht wirklich, aber die war ja schon vor der Op wegen dem Hallux-Knubbel auch nicht mehr da!

Horrorstories gibt es von mir auch nach fast einem Jahr danach immer noch nicht, aber den guten Rat, mit einer angebrachten Op nicht so lange zu warten, bis der Knubbel so groß, die Schäden an den Gelenken so heftig sind, dass der Zeh versteift werden muss und die Schmerzen unerträglich werden! Gegen einen manifesten Hallux gibt es kein wirksames anderes Zaubermittelchen, dass über Nacht von ihm befreit, glaubt nicht den Mist, den Euch manche Werbeanzeigen glauben machen wollen und glaubt um gotteshimmelsdonnerwetterwillen bloß nicht den Horrorstories, die ungefragt so gerne erzählt werden!

Ansonsten mein Wunsch von Herzen:

Möget Ihr von diesem Zehenweg verschont werden!!!

Dann wär ich gern Mäzenin

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Kunst und ihre Würdigung gehört unverbrüchlich zu meinem Leben-

Und definitiv wäre ich, könnte ich es mir monetär leisten, eine grandiose Mäzenin. Würde würdigen, huldigen, sammeln, fördern, zugänglich machen. Und natürlich für mich genießen, mich von Kreativität umwirbeln und -wabern lassen, tief in sie hinein, hinaus und wieder hinein tauchen. Immer wieder aufs Neue, ohne dessen überdrüssig oder müde zu werden.

Kunst kann selbstverständlich, muss für mich aber nicht immer gegenständlich sein – gelernt habe ich das, als ich, das jüngste Kind war so 2/3 Jahre alt, an einem Kurs zum Ausdrucksmalen teilnahm, der mir eine völlig neue Sichtweise in mich hinein und aus mir hinaus ermöglichte.

Die liebste Kunst ist mir die, die schon beim ersten Blick darauf meine Seele zum klingen, sie assoziationserzittern lässt. Manchmal ohne erst einmal zu ahnen warum, aber immer so, dass sich meine Blicke darauf niemals abnutzen.

Stefanie Seltner ist so eine magische Künstlerin. Und zum großen Glück für mich hat sie in ihrem Portfolio auch immer wieder großartigste kleine Kunst, die es mir erlaubt, eine winzige hoch glückliche Fitzliputzlimäzenin zu sein ♥!

Gelesen: Im Herzen des Tals

von Nigel HintonNigel Hinton.

Dieses Buch über ein Jahr im Leben einer Heckenbraunelle habe ich als Geburtstagsgeschenk erhalten und bin sehr froh darüber, denn die Schenkerin wusste ganz genau, dass sie mir mit dieser Erzählung eine große Lesefreude bereiten wird!

Auf der Rückseite wird Elke Heidenreich damit zitiert, dass sie sich nicht daran erinnern könne, in den letzten Jahren ein anrührendes, ergreifenderes Buch gelesen zu haben. Dem kann ich mich nicht anschließen, aber es ist tatsächlich und definitiv anrührend und ergreifend, denn näher heran kann die Schilderung eines Menschen über und an das Leben eines Vogels von unserer Warte heraus nicht kommen.

Das zärtlichste und großartigste daran ist, dass nichts beschönigt und weggelassen wurde.

Ein „Unbedingt lesen!“ von mir für jeden naturverbundenen Menschen.

Veilchen

Als die Familie meiner Mutter ihre Wohnung, das Haus, ihre Heimat innerhalb kürzer Zeit und nur mit wenig reglementiertem Handgepäck verlassen musste, da blieb das Veilchenservice meiner Großeltern im Vertiko stehen.

Als sie loszogen, nur in Begleitung dessen, was sie selber tragen konnten, aus der Wohnungs- und aus der Haustür treten mussten, da standen davor schon die Nachbarn, die, die nicht den Makel „Deutsch“ trugen, und drängten am Hinausgehen hinein. Reichten sich die Möbelstücke durch die Türen, die Fenster entgegen, die Tischwäsche, Bilder, Gläser, Teller, Besteck, Vorräte. Nahmen sich alles, was sie wollten von denen, die nichts mehr davon verdienten.

Veilchen liebten meine Großeltern, liebt meine Mutter ganz besonders. Und sie gaben mir diese Liebe weiter, auch wenn sie mir mein anderer Großvater mit seinem „Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam, bescheiden und rein und nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein“ fast aus mir herausbrach. Aber eben nur fast.

Von einem Veilchendetail habe ich erst in diesem Jahr erfahren: Dem Veilchengeschirr. Ich ahnte nicht, dass ein solches existierte, meine Großeltern ließen nie ein Wort über ihre Verluste fallen. Sie lächelten lieber, lebten ganz im Moment. So empfand ich es zumindest. Heute weiß ich es besser. Ich weiß nun, wie sehr sie an ihrem verlorenen Daheim hingen, daran, wie unwiderbringlich es verloren ging, wie sehr sie das schmerzte und welche Kraft sie dazu benötigten, trotz all dem nicht zu verbittern, trotzdem weiter leben, lieben und genießen zu können.

Und mit diesem Hintergrund ist ein jedes Veilchen mit Fug und Recht nicht minder stolz als selbst die duftendste Rose!

P. S.:

Die Veilchen oben und noch mehr gibt es auch im Versand bei AllgäuStauden. Ich kann diese Gärtnerei und ihren Service nur rundum ans Herz legen und empfehlen!

Verena Stricken 2/17 – Frühsommer 2017

Die liebe Angela hatte mir so richtig Appetit auf die aktuelle Ausgabe der Verena gemacht und hatte völlig Recht damit, dass auch ich in ihr fündig werde:

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Die Tunika „Asta“ von Sabine Ruf hat es mir tatsächlich angetan – aber auch der Rock „Anbritt“, ebenfalls von Sabine Ruf, gefällt mir sehr gut und ich frage mich, wie er wohl an mir kleinen, runden aussehen würde?

Außerdem wäre da noch das Tuch „Malisa“ von Danièle Dietrich:

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Und das ungewöhnliche Longshirt „Mariam“ von Karen Noe, für welches sich ein passendes Garn sogar in meinem Stash finden könnte:

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Definitiv hätte ich Lust darauf alles zu stricken, einzig die Zeit fehlt mir momentan dazu und die Muße, in meinen Stash abzutauchen, weil ja noch einige andere Projekte in der Strickpipeline ihren Platz dort feste verteidigen.

Außerdem wirklich sehr lesenswert und sehr, sehr, sehr gut von kiki – la wollbindung geschrieben:

Ein Artikel über Maike Schnichels Das Regenbogenschaf.